Die Sirene des Körpers - Folge 76 - Sicherheit

Shownotes

Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com

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Transkript anzeigen

00:00:05: In der letzten Folge ging es um das Thema Routine.

00:00:26: Und darum, warum wissen allein den Körper nicht verändert?

00:00:30: Wir haben darüber gesprochen dass der Körper nicht auf gute Vorsätze reagiert sondern auf Wiederholung, Gewohnheiten und alltägliche Muster.

00:00:37: Dabei ging es auch um die Frage, warum viele Menschen eigentlich genau wissen was ihnen gut tun würde und trotzdem immer wieder in alte Verhaltensweisen zurückfallen.

00:00:46: Wir haben uns angeschaut wie Gewohnheiten im Gehirn entstehen welche Rolle das Nervensystem spielt und warum der Körper bekannte Abläufe bevorzugt selbst wenn sie langfristig nicht gut tun.

00:00:57: Und genau an diesem Punkt machen wir heute weiter denn wenn man noch tiefer schaut Kommt man zu einer zentralen Frage, warum fühlt sich bekanntes oft sicherer an?

00:01:08: als Veränderung.

00:01:10: Warum bleiben Menschen in Routinen, Beziehungen, Gedanken oder Verhaltensweisen die ihnen eigentlich Energie nehmen?

00:01:16: Und warum reagiert der Körper auf Unsicherheit oft stärker als auf Vernunft?

00:01:21: Genau darum geht es heute und weil Sicherheit ein Thema ist das unser gesamtes Leben beeinflusst.

00:01:27: jede Entscheidung jede Reaktion jeder einzelne Sekunde wird es dazu heute eine etwas längere Folge geben.

00:01:34: Es geht um Sicherheit.

00:01:44: Kennst du das?

00:01:45: Dass du eigentlich spürst, dass dir etwas nicht gut tut und trotzdem bleibst du darin.

00:01:50: Vielleicht sind es bestimmte Routinen, Gedanken oder Verhaltensweisen die dir längst Energie nehmen dich müde machen oder innerlich anspannen – und trotzdem fällt Veränderung unglaublich schwer!

00:02:02: Oder dann nimmst ihr vor endlich etwas anders zu machen mehr auf dich zu achten gesünder zu leben besser zu schlafen oder konsequenter für Dich selbst da zu sein.

00:02:12: Und am Anfang funktioniert es oft sogar.

00:02:14: Du bist motiviert, spürst Veränderungen bis ich langsam wieder alte Muster einschleichen und du plötzlich genau dort landest wo du eigentlich nicht mehr sein wolltest.

00:02:24: Beginnen viele Menschen an sich selbst zu zweifeln.

00:02:26: Sie denken, warum schaffe ich das nicht?

00:02:28: oder vielleicht fehlt mir einfach die Disziplin?

00:02:31: Aber vielleicht liegt die Antwort viel tiefer.

00:02:34: Denn für deinen Körper bedeutet Veränderung nicht automatisch etwas Positives.

00:02:39: Veränderungen bedeutet Zuerst Unsicherheit und Unsicherkeit.

00:02:43: bewertet dein Nervensystem biologisch oft eher als Gefahr... ...als Chance!

00:02:49: Deshalb fühlt sich bekanntes oft sicherer an als Neues, selbst dann wenn das Bekannte dialangfristig schadet.

00:02:57: Und genau darüber sprechen wir heute über Sicherheit und Darüber warum Menschen oft nicht an mangelnden Wissen scheitern sondern an einem Nervensystem dass Sicherheit höher priorisiert als Veränderung.

00:03:17: Wenn wir über Sicherheit sprechen da denken die meisten zuerst ein etwas emotionales Angeborgenheit an Ruhe an Vertrauen.

00:03:25: Aber biologisch betrachtet ist Sicherheit viel mehr als ein Gefühl.

00:03:29: Sicherheit ist ein Zustand, den dein Körper permanent bewertet jede Sekunde und unterbrochen.

00:03:36: Denn dein Körper stellt sich ständig ganz grundlegende Fragen.

00:03:39: Bin ich sicher?

00:03:40: Muss ich Energie sparen – droht Gefahr!

00:03:43: Und das Faszinierende ist.

00:03:44: diese Bewertung passiert oft lange bevor du bewusst darüber nachdenkst.

00:03:48: Dein Nervensystem reagiert schneller als dein Verstand.

00:03:52: Genau hier kommt das autonome Nervensystem ins Spiel.

00:03:55: Ein System, das im Hintergrund permanent überwacht reguliert und entscheidet wie dein Körper auf die Welt reagiert.

00:04:02: Autonom bedeutet aber nicht unwichtig sondern im Gegenteil es läuft automatisch ohne dass du bewusst eingreifen musst.

00:04:10: Es steuert deine Atmung deinen Herzschlag Deine Verdauung Deinen Muskeltonus Deine Stressreaktion Also praktisch alles was mit Überleben zu tun hat.

00:04:21: Und innerhalb dieses Systems gibt es zwei große Gegenspieler, den Sympathikus und den Parasympathrikus.

00:04:28: Der Sympatikus ist vereinfacht gesagt dein Aktivierungs- und Alarmsystem.

00:04:33: Wenn ein Körper Unsicherheit oder Gefahr wahrnimmt wird genau dieses System aktiviert.

00:04:38: Dann steigt die Herzfrequenz, die Muskulatur spannt sich an, die Atmung wird flacher oder schneller.

00:04:43: der Fokus verengt sich dann.

00:04:45: Körper schütte Tormone wie Adrenalin und später auch Cortisol aus.

00:04:49: Adrenalin wirkt dabei wie ein kurzfristiger Beschleuniger.

00:04:53: Es macht dich wach, schnell, reaktionsfähig.

00:04:56: Evolutionsbiologisch war das überlebenswichtig – zum Beispiel wenn Gefahr drohte und der Körper innerhalb von Sekunden reagieren musste.

00:05:04: Cortisol wirkt etwas langsamer aber dafür nachhaltiger.

00:05:07: Er sorgt dafür dass Energie mobilisiert wird.

00:05:10: Blutzucker steigt an Reservenwerden freigegeben.

00:05:13: Der Körper schaltet in einen Zustand erhöhter Aufmerksamkeit.

00:05:17: Kurzfristig ist das sinnvoll.

00:05:19: Problematisch wird es erst dann, wenn dieser Zustand nicht mehr endet und genau das erleben heute viele Menschen – nicht unbedingt durch akute Lebensgefahr sondern durch dauerhafte Unsicherheit im Alltag, durch Stress, durch emotionale Belastung, über Forderungen, durch ständige Heureitsüberflutung.

00:05:39: Das Interessante dabei ist der Körper unterscheidet nicht perfekt zwischen physischer und emotionaler Gefahr.

00:05:46: Für dein Nervensystem kann auch sozialer Druck, Ablehnung, Kontrollverlust oder permanente Anspannung bedeuten.

00:05:53: Ich bin nicht

00:05:55: sicher.".

00:05:55: Und genau dann bleibt der Körper in Aktivierung!

00:05:59: Der Gegenspieler dazu ist der Parasympathikus – das ist der Teil des Nerven-Systems, der für Regeneration, Verdauung, Heilung und Entspannungen zuständig ist.

00:06:09: Hier sinkt die Herzfrequenz, die Atmung wird ruhiger, Verdauerung und Regeneration werden aktiviert….

00:06:15: Der Körper schaltet vom Überleben zurück in Reparatur und Aufbau.

00:06:21: Und vielleicht wird genau hier etwas ganz entscheidendes sichtbar?

00:06:25: Viele Menschen versuchen ständig ihren Körper zu optimieren mit Ernährung, Training, Supplements oder Disziplin während ihr Nervensystem gleichzeitig permanent im Alarmmodus läuft.

00:06:38: Das bedeutet der Körper fühlt sich biologisch nicht sicher Und genau deshalb reagieren viele Systeme irgendwann nicht mehr richtig.

00:06:47: Schlaf wird schlechter, Verdauung verändert sich Fettabbau wird schwieriger Energie fehlt Gedanken kreisen Man funktioniert vielleicht noch aber echte Ruhe entsteht nicht mehr.

00:06:59: und das spannende ist der Körper macht es nicht gegen dich er versucht dich zu schützen Denn aus biologischer Sicht ist Sicherheit immer wichtiger als Entwicklung.

00:07:08: Erst wenn dein System das Gefühl hat sicher zu sein, kann es wirklich regenerieren aufbauen und verändern.

00:07:23: Und genau hier wird deutlich warum das Nervensystem eigentlich der zentrale Sicherheitsregler deines gesamten Körpers ist.

00:07:30: Denn in dem Moment in dem dein System Unsicherheit wahrnimmt verändert sich nicht nur dein Gefühl Es verändert sich deinen kompletter biologischer Zustand.

00:07:39: Der Körper schaltet um sofort, automatisch oft ohne dass du es bewusst bemerkst.

00:07:45: Der Puls steigt an weil der Körper mehr Blut und damit mehr Sauerstoff in Muskulatur und Gehirn bringen möchte.

00:07:52: Die Atmung verändert sich wird flacher oder schneller damit möglichst schnell Energie bereitgestellt werden kann.

00:07:58: Gleichzeitig passiert etwas sehr spannendes Prozesse die in diesem Moment nicht unmittelbar überlebenswichtig sind werden heruntergefahren Die Verdauung wird reduziert, Regeneration tritt in den Hintergrund.

00:08:13: Selbst das Immunsystem kann sich unter dauerhaften Stress verändern und auch dein Denken verändert sich.

00:08:20: Der Fokus wird enger, dein Gehirn schaltet stärker auf das Erkennen möglicher Gefahren oder Probleme – das ist evolutionsbiologisch vollkommen logisch.

00:08:28: wenn früher akute Gefahr bestand war es wichtiger schnell zu reagieren als kreativ ruhig oder langfristig zu denken.

00:08:36: Das Problem ist nur, unser modernes Leben erzeugt genau diese Alarmzustände häufig dauerhaft.

00:08:42: Nicht nur durch Raubtiere oder unmittelbare Lebensgefahr sondern durch Termine, Druck, Unsicherheit, Konflikte, emotionale Belastung, Reiz über Flutung oder das Gefühl ständig funktionieren zu müssen.

00:08:55: und der Körper reagiert darauf trotzdem mit denselben biologischen Mechanismen.

00:09:01: Das bedeutet, dein System befindet sich permanent in einer Art unterschwelliger Bereitschaft und genau das verändert mit der Zeit unglaublich viele Prozesse im Körper.

00:09:12: Wenn dein Nervensystem dauerhaft Sicherheit vermisst, priorisiert dein Körper nicht Entwicklung Heilung oder Veränderungen sondern Stabilisierung und Überleben – und das erklärt auch warum Veränderung sich oft so schwer anfühlt!

00:09:26: Denn biologisch betrachtet bedeutet Veränderung zunächst immer Unsicherheit.

00:09:30: Etwas Neues ist für dein System nicht automatisch positiv, es ist erst mal unbekannt und unbekannt bedeutet aus Sicht des Nervensystems potenziell riskant.

00:09:40: Und deshalb halten Menschen oft an Dingen fest die ihnen eigentlich nicht gut tun – Nicht weil sie es nicht besser wissen sondern weil das Bekannte dem Nervensystem mehr Sicherheit vermittelt als das Unbekannte.

00:09:53: und deshalb ist der Satz genau so wichtig.

00:09:57: Der Körper priorisiert Sicherheit vor Veränderung, nicht weil er gegen dich arbeitet sondern weil genau das über Millionen Jahre sein Überlebensprinzip war.

00:10:16: Und jetzt an diesem Punkt wird es emotional, weil viele Menschen sich hier zum ersten Mal wirklich verstehen Denn wenn der Körpersicherheit höher bewertet als Veränderungen dann erklärt das auch Warum sich bekannte Muster oft sicherer anfühlen selbst dann, wenn sie uns eigentlich schaden.

00:10:32: Das betrifft nicht nur große Entscheidungen im Leben das betrifgt den Alltag Beziehungen Essen Arbeit Gedanken Verhalten.

00:10:40: Viele Menschen bleiben in Dingen die ihnen längst Energie rauben weil das System gelernt hat.

00:10:45: das kenne ich.

00:10:46: Und genau dieses Ich-Kenn-Das wird vom Nervensystem häufig mit Sicherheit verwechselt.

00:10:51: Dabei geht es nicht darum, ob etwas gut für dich ist – der Körper bewertet zuerst etwas anderes.

00:10:57: Ist es vertraut?

00:10:58: Ist es vorhersehbar?

00:11:00: habe ich gelernt damit umzugehen und genau deshalb lautet die biologische Wahrheit oft nicht Gut gleich sicher sondern Bekannt gleich sicher.

00:11:12: Das ist unglaublich wichtig zu verstehen, denn dein Gehirn arbeitet permanent mit Wiederholungen und Verknüpfung.

00:11:18: Immer wenn du etwas häufig denkst fühlst oder tust entstehen stärkere neuronale Verbindungen.

00:11:25: Nervenzellen die oft gemeinsam aktiviert werden verbinden sich immer effizienter miteinander.

00:11:31: das bedeutet wiederholte Muster werden mit der Zeit automatisiert.

00:11:36: darüber sprachen wir schon in der letzten Folge Und genau hier spielt auch Dopamin eine große Rolle.

00:11:41: Viele denken bei Dopamin nur an Glück oder Belohnung, aber Dopamin ist vor allem ein Lern- und Erwartungsstoff.

00:11:48: Es hilft deinem Gehirn zu speichern – das kenne ich!

00:11:52: Das hat mir schon einmal kurzfristig Entlastungen oder Sicherheit gegeben….

00:11:57: Und deshalb greifen Menschen oft automatisch auf alte Muster zurück selbst wenn sie langfristig schaden….

00:12:04: Emotionales Essen ist dafür ein perfektes Beispiel.

00:12:07: Vielleicht beruhigt Essen kurzfristig das Nervensystem, vielleicht entsteht für einen Moment Entspannung, Ablenkung oder ein Gefühl von Kontrolle.

00:12:15: Der Körper speichert nicht zuerst ob das langfristig gesund ist sondern ob es kurzfristige Sicherheit vermittelt hat.

00:12:23: Das Gleiche passiert in Beziehung.

00:12:25: Menschen bleiben manchmal in Dynamiken, die sie erschöpfen oder verletzen einfach weil sie vertraut sind.

00:12:30: Weil das Nervensystem gelernt hat.

00:12:32: so fühlt sich Beziehungen an.

00:12:34: Selbstschmerz kann sich sicherer anfühlen als etwas völlig Neues Oder Überarbeitung.

00:12:41: Viele Menschen können nicht mehr wirklich abschalten, weil ihr System Aktivität mit Sicherheit verbindet.

00:12:46: Leistung gibt Kontrolle.

00:12:47: Kontrolle gibt Vorhersehbarkeit und Vorherseebarkeit vermittelt dem Körper Stabilität.

00:12:54: Deshalb fühlen sich Ruhe oder Loslassen für manche Menschen nicht entspannend an sondern bedrohlich.

00:13:00: Und genau hier entsteht etwas das man fast als eine Art Speicherbewusstsein beschreiben kann.

00:13:06: Der Körper speichert Erfahrungen nicht nur rational, sondern biologisch über Hormone, Nervensysteme, Muskelspannung, emotionale und neuronale Muster.

00:13:15: Das bedeutet der Körper erinnert sich nicht nur an das was gut war, erinnerte sich vor allem an das, was vertraut war.

00:13:21: Und genau deshalb reicht reines Wissen oft nicht aus um etwas zu verändern.

00:13:25: Du kannst verstehen was richtig wäre und trotzdem zieht dein System dich immer wieder zurück in alte Muster Nicht weil du versagst sondern weil dein Körper versucht Sicherheit aufrecht zu erhalten.

00:13:38: Und vielleicht wird genau hier etwas ganz Entscheidendes sichtbar, viele Menschen kämpfen nicht gegen mangelnde Disziplinen.

00:13:44: sie kämpfen gegen einen Nervensystem das gelernt hat sicherheit mit Bekannte gleichzusetzen.

00:13:57: und genau an dieser stelle passt ein modell unglaublich gut dass viele wahrscheinlich schon einmal gehört haben die bedürfnispyramide von Abraham Masloff.

00:14:05: masloff beschrieb menschliche Bedürfnisse wie eine art stufensystem.

00:14:09: Ganz unten stehen die physiologischen Grundbedürfnisse, also Dinge wie Nahrung, Schlaf-, Wasser-, Atmung-, körperliche Versorgung.

00:14:17: Direkt darüber kommt bereits ein Punkt der oft unterschätzt wird Sicherheit.

00:14:22: Erst danach folgen soziale Zugehörigkeit Anerkennung und ganz oben Selbstverwirklichungen.

00:14:29: Und genau diese Reihenfolge ist unglaublich spannend wenn man sie biologisch betrachtet Denn sie zeigt etwas sehr Wichtiges Der Mensch entwickelt sich erst dann wirklich weiter, wenn die grundlegenden Ebenen stabil sind.

00:14:41: Das bedeutet, wenn dein Körper permanent Unsicherheit wahrnimmt wird es extrem schwer auf höhere Ebene zu kommen also in Kreativität Entwicklung Leichtigkeit Veränderung oder echte Selbstverwirklichungen.

00:14:54: Denn das Nervensystem priorisiert zuerst etwas anderes Stabilität.

00:14:58: und genau deshalb kann ein Mensch äußerlich funktionieren und trotzdem innerlich permanent im Alarmmodus sein.

00:15:04: Wenn das System dauerhaft Unsicherheit wahrnimmt, entstehen häufig genau die Zustände, die heute so viele Menschen kennen.

00:15:10: Stress, innere Anspannung, Rückzug, Kontrollbedürfnis, Angst über Forderungen.

00:15:17: und das Spannende ist, viele interpretieren diese Zustände rein psychologisch.

00:15:22: dabei sind sie oft tief biologisch verankert.

00:15:26: wenn das Nervensystem keinen sicheren Zustand wahrnehmt bleibt der Körper in Bereitschaft Kottisol bleibt erhöht, die Muskulatur angespannt, Gedankenkreisen stärker um Kontrolle, Planung oder mögliche Probleme.

00:15:38: Und genau hier entsteht etwas das man heute überall beobachten kann.

00:15:42: Viele Menschen versuchen sich permanent weiter zu optimieren – mehr Wissen, mehr Routine, mehr Disziplin, mehr Supplements, mehr Kontrolle.

00:15:50: Aber oft versucht das System dabei gar nicht besser zu werden.

00:15:54: es sucht eigentlich Sicherheit.

00:15:56: Und das ist ein riesiger Unterschied, denn viele Menschen glauben sie müssten sich nur noch mehr anstrengen um endlich ruhig zufrieden oder stabil zu sein.

00:16:05: Wir haben der Körper die ganze Zeit etwas viel Grundlegenderes signalisiert.

00:16:09: Ich brauche zuerst Sicherheit und vielleicht erklärt genau das auch warum so viele Menschen trotz Wissen Motivation oder äußerem Erfolg innerlich erschöpft bleiben.

00:16:20: Weil Entwicklung biologisch erst dann wirklich möglich wird, wenn das Nervensystem nicht mehr permanent ums Überleben kämpft.

00:16:35: Und genau hier wird sichtbar dass chronische Unsicherheit nicht nur ein emotionales Gefühl ist sondern etwas das den gesamten Körper verändert.

00:16:43: Denn wenn dein Nervenystem über längere Zeit das Signal bekommt das keine wirkliche Sicherheit vorhanden ist Dann bleibt dein System dauerhaft in Alarmbereitschaft und dieser Zustand hat messbare biologische Folgen.

00:16:55: Eine der zentralen Rollens spielt das von mir so oft zitierte Cortisol, unser wichtigstes Stresshormon.

00:17:01: Kurzfristig ist Cortisol etwas Unglaublich Sinnvolles.

00:17:04: es mobilisiert Energie erhöht die Aufmerksamkeit und hilft dem Körper mit Belastung umzugehen.

00:17:10: Ohne Cortisol könntest du überhaupt nicht überleben.

00:17:13: Problematisch wird es erst dann wenn Cortisol nicht mehr nur kurzfristig ansteigt sondern chronisch erhöht bleibt Denn dann verändert sich nach und nach die gesamte Regulation des Körpers.

00:17:23: Die Insulin-Sensitivität kann sinken, das bedeutet Zellen reagieren schlechter auf Insulin Zucker bleibt länger im Blut der Körper muss stärker regulieren Und genau das beeinflusst wiederum Energie Level Hunger und Fettstoffwechsel.

00:17:37: Viele Menschen merken dass zunächst gar nicht bewusst.

00:17:39: sie spüren nur mehr Heishunger mehr Energie Einbrüche mehr Bedürfnis nach schnellen Kohlenhydraten oder ständigem Snack.

00:17:47: Und gleichzeitig passiert etwas sehr Interessantes.

00:17:50: Der Körper beginnt stärker Energie zu speichern, vor allem im Bereich des Bauches.

00:17:55: Warum?

00:17:56: Weil der Körper unter chronischem Stress biologisch nicht auf Entwicklung programmiert ist sondern auch überleben.

00:18:02: Bauchfett ist dabei aus evolutionsbiologischer Sicht eine schnelle und sichere Energiereserve Und plötzlich verbinden sich ganz viele Themen aus den letzten Folgen miteinander.

00:18:13: Fettschstoffwechsel heißt summa metabolische Flexibilität, Energie-Einbrüche.

00:18:18: Denn all diese Systeme reagieren direkt auf Stress und wahrgenommene Unsicherheit.

00:18:23: Auch der Schlaf verändert sich – viele Menschen schlafen zwar vielleicht noch aber nicht mehr wirklich tief und regenerativ!

00:18:29: Das Nervensystem bleibt unterschwellig aktiv, der Körper kommt nicht vollständig in Reparatur und Regeneration.

00:18:36: Und genau das hat weitere Folgen….

00:18:38: Die Regneration verschlechtert sich, Muskeln bauen schlechter auf.

00:18:42: Entzündungsprozesse nehmen zu.

00:18:44: Denn chronischer Stress beeinflusst auch das Immunsystem.

00:18:47: Der Körper produziert vermehrt entzündungspfördernde Botenstoffe.

00:18:52: Das bedeutet nicht sofort Krankheit aber es entsteht ein Zustand unter schwelliger Belastungen.

00:18:57: Viele fühlen sich dann dauerhaft nicht ganz fit schneller erschöpft oder innerlich ausgelaut.

00:19:03: und genau deshalb ist der Begriff Überlebensmodus biologisch gar nicht so falsch.

00:19:08: Denn wenn der Körper permanent Unsicherheit wahrnimmt, verschiebt sich seine gesamte Priorität – Nicht Wachstum, nicht Leichtigkeit, nicht langfristige Gesundheit sondern Stabilisierung, Energie-Sicherung überleben und vielleicht wird genau hier etwas ganz Entscheidendes klar viele Menschen kämpfen nicht gegen ihren Körper.

00:19:26: ihr Körper reagiert logisch auf einen Zustand dauerhafter Unsicherheits Und genau deshalb reicht es oft nicht einfach mehr Disziplin zu haben, weil das eigentliche Problem viel tiefer liegt im Nervensystem und in der Frage ob der Körper überhaupt Sicherheit wahrnimmt.

00:19:50: Und genau hier kommen wir jetzt zu einem Punkt, der für einige Menschen vielleicht für viele Menschen unglaublich emotional ist, weil man beginnt zu verstehen warum Veränderung oft nicht logisch funktioniert Denn viele kennen diese Gedanken.

00:20:03: Ich müsste doch einfach konsequenter sein, ich weiß doch eigentlich was richtig wäre?

00:20:08: Warum mache ich es trotzdem nicht?

00:20:10: und genau darin steckt oft ein riesiger innerer Druck weil wir gelernt haben zu glauben dass Veränderung vor allem eine Frage von Wille Motivation oder Disziplin ist.

00:20:21: aber der Körper funktioniert nicht rein logisch.

00:20:24: Emotionen entstehen nicht nur im Kopf sie entstehen im Zusammenspiel aus Nervensystem Hormonen Erfahrungen und körperlich gespeicherten Reaktionen.

00:20:34: Das bedeutet, dein Körper erinnert sich nicht nur mental sondern biologisch.

00:20:40: Er speichert Erfahrungen über Spannungen, Atmung, Muskeltonus, Hormonausschüttung und neuronale Verknüpfung – und genau deshalb reagieren Menschen oft emotional auf Situation obwohl er verstand längst verstanden hat das eigentlich keine Gefahr besteht.

00:20:56: Das Nervensystem bewertet nicht nur Fakten es bewertete Erfahrungen Und wenn der Körper über lange Zeit Unsicherheit, Stress, Ablehnung, Kontrollverlust oder emotionale Belastungen erlebt hat dann lernt das System bestimmte Schutzmechanismen.

00:21:11: Deshalb fühlen sich Veränderungen für viele Menschen nicht automatisch befreiend an sondern bedrohlich.

00:21:16: Selbst positive Veränderung können das Nervensystem verunsichern weil sie unbekannt sind.

00:21:21: Ein neuer Weg bedeutet Kontroll-Verlust über das was bisher vertraut war und genau das kann biologischen Stress auslösen.

00:21:29: Und hier entsteht etwas, dass viele an sich selbst beobachten aber oft nicht verstehen.

00:21:33: Selbst Sabotage!

00:21:34: Menschen kommen ihrem Ziel näher und plötzlich fallen sie zurück in alte Muster.

00:21:38: Nicht weil Sie sich selbst schaden wollen sondern weil das Nervensystem versucht wieder in einen Bekannten Zustand zurückzukehren.

00:21:46: Der Körper sagt nicht was ist langfristig am besten für mich?

00:21:50: Er fragt zuerst, Was kenne ich?

00:21:52: Wo habe ich bisher überlebt?

00:21:54: Was gibt mir Kontrolle?

00:21:56: Und genau deshalb wird Kontrolle für viele Menschen zu einem Sicherheitsmechanismus.

00:22:01: Kontrolle über Essen, über Routinen, Überleistung, über den Alltag, über andere Menschen.

00:22:07: Denn Kontrolle erzeugt Vorhersehbarkeit und Vorherseebarkeit vermittelt dem Nervensystem Sicherheit.

00:22:14: Das Problem ist nur, Kontrolle kann kurzfristig beruhigen aber langfristig oft unglaublich erschöpfend werden.

00:22:22: Und vielleicht liegt genau darin ein ganz wichtiger Gedanke dieser Folge.

00:22:26: Viele Menschen versuchen ihr Leben permanent zu kontrollieren, obwohl ihr Körper sich eigentlich nach etwas anderem sehnt – nach echter Sicherheit!

00:22:35: Nicht nach Perfektion nicht nach ständiger Optimierung sondern nach einem Zustand in dem das Nervensystem aufhören darf permanent wachsam zu sein.

00:22:54: Ich denke, jetzt wird der Unterschied zwischen Kontrolle und echter Sicherheit unglaublich wichtig.

00:22:59: Denn viele Menschen verwechseln beides miteinander – sie glauben, Sie müssten nur genug kontrollieren, organisieren oder optimieren um endlich Ruhe zu finden.

00:23:06: Deshalb entstehen oft immer mehr Regeln, mehr Planung, mehr Routinen, mehr Kontrolle über Ernährungen, über Training, über Supplements, über den Alltag.

00:23:13: Und kurzfristig kann sich das tatsächlich sicher anfühlen, denn Kontrolle gibt im Gehirn etwas dass es liebt.

00:23:20: Vorhersehbarkeit wenn alles planbar wirkt singt für einen Moment das Gefühl von Unsicherheit.

00:23:26: Das Nervensystem bekommt das Signal ich habe die Situation im Griff.

00:23:30: aber genau hier liegt ein entscheidender Unterschied Kontrolle ist nicht automatisch Sicherheit Denn Kontrolle entsteht häufig aus Anspannung Aus dem Versuch Unsicherheit zu vermeiden.

00:23:41: Der Körper bleibt dabei oft innerlich wachsamer, überprüft.

00:23:44: permanent funktioniert alles.

00:23:46: Läuft alles nach Plan habe ich etwas vergessen verliere ich die Kontrolle.

00:23:51: und genau deshalb sind viele Menschen äußerlich extrem organisiert aber innerlich trotzdem erschöpft weil das Nervensystem nie wirklich loslassen darf.

00:24:01: Biologisch betrachtet bleibt der Körper dabei häufig in einer subtilen Aktivierung.

00:24:05: Der Sympathikus bleibt dominant, Cortisol bleibt erhöht, Gedanken kreisen weiter.

00:24:09: Selbst Ruhe wird dann oft zu etwas das sich unangenehm anfühlt.

00:24:15: Und genau deshalb können manche Menschen nicht mehr wirklich entspannen obwohl sie eigentlich nichts mehr tun müssten Denn Kontrolle hält Spannung aufrecht.

00:24:25: Echte Sicherheit funktioniert anders.

00:24:28: Sicherheit entsteht nicht dadurch dass du alles perfekt kontrollierst sondern dadurch dass dein Nervensystem lernt Ich bin stabil Auch wenn nicht alles perfekt ist.

00:24:38: Das ist ein riesiger Unterschied, denn Sicherheit bedeutet nicht dass niemals etwas Schwieriges passiert.

00:24:43: Sicherheit bedeutet das dein System nicht permanent im Alarmzustand bleiben muss und genau hier kommt Regulation ins Spiel.

00:24:51: Regulation bedeutet dass der Körper zwischen Aktivierung und Entspannung wechseln kann.

00:24:57: Dass Spannung entstehen darf aber auch wieder losgelassen werden kann dass der Körper nicht dauerhaft in Kontrolle verharren muss, um sich sicher zu fühlen.

00:25:08: Und vielleicht wird genau hier etwas sichtbar, das viele Menschen tief in sich spüren – man kann äußerlich alles im Griff haben und sich innerlich trotzdem nicht sicher fühlen!

00:25:19: Weil Sicherheit nichts ist, was ausschließlich im Außen entsteht sondern ein biologischer Zustand von Vertrauen Stabilität und Regulationen im eigenen System.

00:25:38: Und genau deshalb entsteht echte Sicherheit auch nicht dadurch, dass du immer mehr weißt, immer mehr kontrollierst oder dich immer weiter optimierst.

00:25:45: Denn viele Menschen versuchen heute Unsicherheit mit Informationen zu lösen – noch ein Buch, noch ein Podcast, noch einen Supplement, noch eine Routine in der Hoffnung irgendwann endlich das Gefühl zu haben.

00:25:55: Jetzt habe ich alles im Griff!

00:25:57: Aber der Körper lernt Sicherheit nicht durch Theorie, er lernt sicherkeit durch Erfahrung.

00:26:02: Genau das ist ein riesiger Unterschied.

00:26:04: Denn dein Nervensystem beobachtet permanent nicht nur was du denkst, sondern vor allem was Du wiederholt erlebst.

00:26:11: Sicherheit entsteht deshalb häufig in den unspektakulären Dingen – in Wiederholungen, in Verlässlichkeit und in stabilen Abläufen.

00:26:20: Wenn Schlaf regelmäßig wird, wenn der Körper weiß wann Ruhe kommt, wenn Beziehungen nicht permanent Stress und Unsicherheit auslösen, wenn Struktur entsteht ohne dass sie sich wie zwang anfühlt.

00:26:32: Denn genau dadurch lernt das Nervensystem etwas ganz Entscheidendes, ich muss nicht dauerhaft wachsam sein und biologisch ist das unglaublich relevant.

00:26:43: Regelmäßiger Schlaf stabilisiert Hormonsysteme reduziert chronisch erhöhte Stressreaktionen und verbessert die Regulation des autonomen Nerven-Systems.

00:26:52: Beziehungen in denen Vertrauen und emotionale Sicherheit entstehen senken nachweislich Stressreakzonen im Körper.

00:26:58: Verlässliche Routinen reduzieren die permanente Reiz- und Entscheidungsbelastung für das Gehirn.

00:27:04: Das bedeutet, Sicherheit ist nichts Abstraktes – sie verändert messbar deine Biologie!

00:27:09: Und vielleicht liegt genau hier auch ein Missverständnis unserer Zeit?

00:27:13: Viele Menschen versuchen ständig ihr Leben maximal zu optimieren während ihr Nervensystem eigentlich nach etwas viel einfacheren sucht….

00:27:21: Stabilität, Vorhersehbarkeit, Ruhe, Verlässlichkeit.

00:27:25: Nicht Perfektion – nicht permanente Selbstverbesserung.

00:27:29: Denn ein Körper der sich sicher fühlt muss nicht ständig kämpfen und genau deshalb beginnt echte Veränderungen oft mit maximaler Disziplin, sondern mit kleinen Erfahrungen von Sicherheit.

00:27:40: Mit Momenten in denen der Körper lernt ich darf entspannen!

00:27:44: Ich muss nicht permanent funktionieren Ich bin sicher auch ohne dauernde Kontrolle.

00:27:49: Und vielleicht ist genau das einer der wichtigsten Gedanken dieser Folge, der Körper verändert sich nicht am stärksten durch Druck sondern durch Zustände in denen er genug Sicherheit wahrnimmt um überhaupt loslassen und sich neu regulieren zu können?

00:28:13: Vielleicht liegt eine der wichtigste Erkenntnisse dieser Folge auch darin dass wir Sicherheit oft an den falschen Stellen suchen im Kontrollieren, im Funktionieren, in Perfektionieren.

00:28:23: Im Versuch alles im Griff zu behalten.

00:28:26: und vielleicht merken wir dabei gar nicht wie erschöpft ein Körper wird der permanent versucht sich gegen Unsicherheiten abzusichern.

00:28:33: Denn echte Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass niemals etwas Schwieriges passiert sondern dadurch das dein System lernt nicht an jeder Unsicherheit zu zerbrechen.

00:28:42: Vielleicht geht es also gar nicht darum noch stärker zu werden sondern darum wieder wahrzunehmen wann dein Körper längst begonnen hat gegen sich selbst zu arbeiten.

00:28:52: Spannung zum Dauerzustand geworden ist, wann Kontrolle Ruhe ersetzt hat und wann du dich so sehr daran gewöhnt hast zu funktionieren dass du gar nicht mehr bemerkst wie viel Energie dich das eigentlich kostet.

00:29:05: Denn der Körper sendet permanent Signale – nicht erst dann wenn etwas komplett zusammenbricht sondern oft schon viel früher in Unruhe, in Erschöpfung, in Rückzug, in Schlafproblemen, in dem Gefühl nie wirklich abschalten zu können.

00:29:19: Und vielleicht beginnt Veränderung genau dort, wo du aufhörst diese Signale als Schwäche zu bewerten und beginnst sie als Sprache deines Körpers zu verstehen.

00:29:29: Jidhu Krishnamurti sagte einmal – Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit gut angepasst an eine zutiefst kranke Gesellschaft zu sein Und vielleicht gilt genau das auch biologisch.

00:29:42: Vielleicht ist es nicht normal, ständig angespannt zu sein, nicht normal permanent funktionieren zu müssen und nicht normal nie wirklich zur Ruhe zu kommen.

00:29:52: Vielleicht haben wir uns nur kollektiv daran gewöhnt?

00:29:56: Und vielleicht ist echte Sicherheit deshalb nicht das Gefühl alles unter Kontrolle zu haben sondern zum ersten Mal wieder tief durchatmen zu können ohne dass dein Körper denkt Er müsse sich sofort wieder schützen.

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