Die Sirene des Körpers - Folge 78 - Reize
Shownotes
Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com
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Transkript anzeigen
00:00:05: Es ist schon wieder Sonntagmorgen und es geht weiter.
00:00:07: Freut mich sehr, dass du heute wieder dabei bist – die Serene des Körpers der Podcast, der deine Sinne schärft und dich lehrt auf deinen Körper zu hören!
00:00:22: In der letzten Folge ging es um das Thema Skoliose.
00:00:25: Gemeinsam mit meinem Gast Sarah Köhner haben wir über ihren persönlichen Weg gesprochen, von den ersten Anzeichen und der Diagnose bis hin zu den Herausforderungen die eine Skoliouse im Alltag mit sich bringen kann.
00:00:36: Wir haben darüber gesprochen welche körperliche Auswirkungen eine Skolioser haben kann, welche Rolle Bewegung und Training spielen und warum jede Skoliosa individuell betrachtet werden muss.
00:00:45: Außerdem sind wir auf häufige Fragen eingegangen, haben über den Umgang mit Schmerzen die Bedeutung einer guten Körperwahrnehmung sowie über Chancen und Grenzen verschiedener Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
00:00:56: Die Folge hat deutlich gemacht dass hinter einer Diagnose immer ein individueller Mensch mit einer eigenen Geschichte steht – und das es sich lohnt dem Körper nicht nur auf Beschwerden zu reduzieren sondern seine Signale zu verstehen und die Zusammenhänge zu erkennen.
00:01:16: Kennst du das?
00:01:17: Zwei Menschen erleben exakt dieselbe Situation.
00:01:20: Sie hören die selben Worte, sie sehen dasselbe Ereignis.
00:01:24: Sie stehen am gleichen Ort und trotzdem reagieren sie vollkommen unterschiedlich.
00:01:28: Der eine bleibt ruhig gelassen und überlegt der andere wird wütend verletzt oder zieht sich zurück.
00:01:34: Der Eine sieht eine Herausforderung und denkt das bekomme ich hin!
00:01:38: Der Andere spürt sofort Zweifel Unsicherheit oder sogar Angst.
00:01:41: Wie kann das sein?
00:01:42: Oder vielleicht kennst du solche Momente auch von dir selbst.
00:01:46: Du öffnest dein Handy und liest eine Nachricht eigentlich nur ein paar Worte, trotzdem verändert sich innerhalb weniger Sekunden deinen kompletter Körper.
00:01:54: Dein Herz schlägt schneller, deine Atmung wird flacher, deine Gedanken beginnen zu kreisen, dein Magen zieht sich zusammen oder genau das Gegenteil – du liest etwas Schönes und plötzlich fühlst du Leichtigkeit, Freude und Energie.
00:02:07: Dabei hat sich objektiv fast nichts verändert!
00:02:10: Es waren nur ein Paar Worte.
00:02:12: Vielleicht reicht sogar ein einziger Blick eines anderen Menschen.
00:02:16: Ein bestimmter Geruch, ein Lied, ein Name oder eine Erinnerung die plötzlich wieder da ist und innerhalb eines Augenblicks verändert sich deiner komplette innere Welt.
00:02:26: Aber was ist da eigentlich gerade passiert?
00:02:29: War es wirklich dieser Blick?
00:02:32: war es wirklich diese Nachricht oder war es etwas viel tieferes?
00:02:37: Denn jeder einzelne Reiz, der auf dich trifft durchläuft zunächst einen hochkomplexen Prozess in deinem Körper.
00:02:43: Dein Gehirn bewertet ihn, dein Nervensystem entscheidet ob er wichtig ist.
00:02:47: Hormone werden ausgeschüttet Erinnerungen werden aktiviert Emotionen entstehen und es dann folgt deine Reaktion.
00:02:55: Das bedeutet wir reagieren häufig gar nicht auf den Reiz selbst.
00:02:58: Wir reagieren auf die Bedeutung Die unser Körper und unser Gehirnen diesem Reiz geben Und genau das ist unglaublich spannend.
00:03:06: Wenn wir verstehen, wie Reize entstehen, wie sie verarbeitet werden und warum Sie bei jedem Menschen etwas völlig anderes auslösen können dann verstehen wir nicht nur unseren Körper besser.
00:03:16: Wir verstehen auch unser Verhalten unsere Gedanken unsere Emotionen unsere Entscheidungen und vielleicht sogar ein Stück weit uns selbst.
00:03:26: Denn genau darum geht es heute um Reize und die faszinierende Frage Warum ein einziger Moment ausreichen kann?
00:03:32: um deinen gesamten Körper und dein ganzes Erleben zu verändern.
00:03:44: Bevor wir darüber sprechen, warum Reize bei jedem Menschen etwas anderes auslösen, sollten wir zunächst eine grundlegende Frage klären – was ist überhaupt ein Reiz?
00:03:53: In der Biologie bezeichnet man als Reiz jede Veränderung entweder außerhalb oder innerhalb unseres Körpers die von unserem Nervensystem wahrgenommen und verarbeitet werden kann.
00:04:03: Und das ist ein entscheidender Punkt, denn viele denken bei einem Reiz zunächst an etwas, dass von außen kommt.
00:04:08: Ein lautes Geräusch, helles Licht, Hitze oder Kälte eine Berührung, ein bestimmter Geruch oder einen Mensch der uns begegnet und etwas zu uns sagt All das sind sogenannte äußere Reize.
00:04:21: Unsere Sinnesorgane nehmen sie auf und leiten die Informationen innerhalb von Millisekunden an unser Gehirn weiter Doch mindestens genauso spannend sind die inneren Reize.
00:04:31: Denn auch unser eigener Körper sendet und unterbrochen Informationen an das Gehirn.
00:04:35: Hunger ist ein Reiz, Durst ist ein REIZ Schmerz Muskelspannung Veränderungen des Blutzuckers Hormone, die ausgeschüttet werden.
00:04:43: Unser Herzschlag unsere Atmung Und selbst Gedanken können zu reizen werden.
00:04:48: Eine Erinnerung an ein schönes Erlebnis kann Glücksgefühle auslösen.
00:04:51: eine belastende erinnerung Kann dagegen den Puls steigen lassen obwohl im außen überhaupt nichts passiert ist.
00:04:57: Deshalb gilt für Emotionen Freude, Angst, Wut oder Trauer entstehen nicht einfach nur im Kopf.
00:05:04: Sie wirken unmittelbar auf unseren Körper und werden gleichzeitig selbst wieder zu neuen Reizen, auf die unser Organismus
00:05:10: reagiert.".
00:05:12: Das Faszinierende daran ist – unser Gehirn verarbeitet jeden Tag Millionen solcher Informationen!
00:05:18: Und jetzt kommt ein Punkt den viele unterschätzen Der weitaus größte Teil dieser Reize erreicht unser Bewusstsein überhaupt nicht.
00:05:27: Unser Nervensystem filtert und unterbrochen, welche Informationen wichtig sind und welche nicht.
00:05:31: Würden wir jeden einzelnen Reiz bewusst wahrnehmen, wären wir innerhalb kürzester Zeit völlig überfordert.
00:05:36: Deshalb läuft der größte Teil dieser Verarbeitung vollkommen automatisch und unbewusst ab.
00:05:43: Während du mir gerade zuhörst, registriert dein Körper die Temperatur deiner Haut.
00:05:47: Den Druck deiner Kleidung deine Sitzhaltung Deine Atmung deinen Herzschlag Geräusche im Hintergrund Lichtverhältnisse und unzählige weitere Informationen ohne dass Du ihn aktiv Aufmerksamkeit schenkst.
00:06:01: Erst wenn der Nervensystem einen Reiz als besonders wichtig bewertet tritt er in dein Bewusstsein.
00:06:06: Und genau hier beginnt das eigentliche Wunder unseres Körpers Denn wir reagieren nicht auf alles was auf uns einwirkt.
00:06:14: Wir reagieren auch das, was unser Nervensystem für bedeutsam
00:06:17: hält.".
00:06:26: Wenn wir verstehen wollen warum ein Reiz bei jedem Menschen etwas anderes auslöst müssen wir uns anschauen was im Körper danach passiert Schritt-für-Schritt Denn zwischen einem Reiz und deiner Reaktion liegt ein hochkomplexer biologischer Prozess der in Sekunden Bruchteilen abläuft.
00:06:40: Alles beginnt mit den Rezeptoren.
00:06:42: Das sind spezialisierte Zellen in deinen Sinnesorganen oder im Körperinneren, die eine Veränderung registrieren – zum Beispiel Licht im Auge, Druck auf der Haut und chemische Veränderungen im Blut.
00:06:53: Von dort aus wird die Information über Nervenbahn weitergeleitet vergleichbar mit einem extrem schnellen Kommunikationsnetzwerk das alle Körperregionen mit dem Gehirn verbindet.
00:07:04: Ein wichtiger Zwischenstopp ist das Rückenmark dass viele Reize bereits vorverarbeitet reflexartig beantwortet, bevor du überhaupt bewusst darüber nachdenken kannst.
00:07:14: Anschließend erreicht die Information das Gehirn – genauer gesagt verschiedene zentrale Strukturen, die jeweils unterschiedliche Aufgaben haben!
00:07:22: Der Taler muss wirkt dabei wie eine Art Umschaltstation.
00:07:25: Er sortiert und filtert eingehende Informationen, leitet sie weiter an die passenden Hirnareale.
00:07:31: Die Amygdala – oft als Angstzentrum bezeichnet – bewertet sehr schnell ob etwas potenziell gefährlich oder emotional relevant ist.
00:07:39: Sie arbeitet extrem schnell, oft schneller als dein bewusstes Denken!
00:07:52: Der Hypothalamus verbindet Gehirn und Körper, ersteuert grundlegende biologische Prozesse und aktiviert das autonome Nervensystem.
00:08:00: Und genau dort wird entschieden ob dein Körper in einen Aktivierungszustand geht den Sympathikus oder in einem Regenerations- und Rohremodus den Parasympathicus.
00:08:10: Im Sympathikus werden Stressreaktionen ausgelöst, Adrenalin steigt, dein Herz schlägt schneller.
00:08:16: Deine Aufmerksamkeit fokussiert sich, dein Gehirn wird leistungsbereit.
00:08:20: Gleichzeitig kann bei längerer anhaltender Aktivierung auch Cortisol ausgeschüttet werden ein Hormon das dich über längere Zeit leistungspfähig hält aber bei Dauerbelastung auch systemische Auswirkungen haben kann.
00:08:32: Auf der anderen Seite steht der Parasympathikus, der über Botenstoffe wie Serotonin und indirekt auch über beruhigende neurochemische Prozesse für Regeneration-, Verdauung-, Erholung- und Inneristabilität sorgt.
00:08:45: Und parallel dazu spielt das Dopaminsystem eine Rolle – besonders dann wenn Reize mit Erwartungen, Motivation oder Belohnung verknüpft sind.
00:08:54: Am Ende dieses gesamten Prozesses steht immer eine Reaktion körperlich emotional oder verhaltensbezogen.
00:09:02: Das bedeutet zwischen dem ursprünglichen Reiz und deiner Reaktion liegt kein einfacher Automatismus, sondern ein mehrstufiges Bewertungssystem das ständig entscheidet was wichtig ist, was sicher ist und wie dein Körper darauf reagieren soll.
00:09:16: Und genau deshalb kann der selbe Reiz bei zwei Menschen zu völlig unterschiedlichen Reaktionen führen!
00:09:36: Interessant.
00:09:37: Die Antwort ist eigentlich einfach und gleichzeitig extrem komplex, denn nicht der Reiz selbst entscheidet über deine Reaktion sondern das was dein System bereits gelernt hat.
00:09:46: Jeder Reiz trifft auf ein bereits bestehendes inneres Netzwerk aus Erfahrungen Erinnerungen und Bewertung.
00:09:52: Dein Gehirn arbeitet dabei nicht neutral sondern auf Basis von Vergangenheit.
00:09:56: Das bedeutet wenn ein Reiz bei dir ankommt is der nie neu im absoluten Sinne.
00:10:00: er wird immer sofort abgeglichen mit dem was du schon erlebt hast Und genau hier spielen mehrere Faktoren eine ganz zentrale Rolle.
00:10:08: Deine Vergangenheit, also alles was du erlebt hast positiv wie negativ – deine Erfahrung die sich im Laufe der Zeit zu Mustern verdichtet haben, deiner Erinnerung die bestimmte Situation emotional aufladen kann, deine Kindheit in der viele grundlegende Reaktionsmuster entstanden sind, deine neuronalen Netzwerke, also die Verbindung im Gehirn die Durchwiderholung immer stabiler werden….
00:10:30: Dein Hormonstatus, der beeinflusst wie sensibel dein System auf Reize reagiert.
00:10:35: Dein Gefühl von Sicherheit oder Unsicherheit das maßgeblich bestimmt wie stark ein Reiz bewertet wird und der Kontext in dem ein Reitz auftritt also die Situation, die Umgebung und dein aktueller Zustand all diese Ebenen wirken gleichzeitig und bestimmen wie ein Reize interpretiert wird Und deshalb kann ein und derselbe Reiz bei zwei Menschen völlig unterschiedliche Reaktionen auslösen.
00:10:58: Und deshalb sollten wir uns manchmal eben nicht fragen, was stimmt denn mit dem nicht?
00:11:04: Ein klassisches und simples Beispiel ist sein Hund.
00:11:06: Für den einen Menschen ist ein Hund etwas Positives.
00:11:09: vielleicht verbindet er damit Kindheitserinnerung Nähe oder Freude.
00:11:12: der Reizhund löst dann Entspannungen Interesse oder Zuneigung aus.
00:11:15: für den anderen Menschen kann der selber Hund Angst auslösen, vielleicht aufgrund einer früheren Erfahrung eines Bisses oder einer erlernten Unsicherheit im Umgang mit Tieren.
00:11:24: Der Körper reagiert dann mit Anspannung, erhöhter Wachsamkeit oder sogar Fluchtverhalten.
00:11:29: Der Reiz ist in beiden Fällen identisch – was sich unterscheidet, ist nicht die Realität außen sondern die innere Bewertung.
00:11:36: und genau das ist der entscheidende Punkt.
00:11:38: wir reagieren nicht auf die Welt wie sie ist, wir reagiern auf die Welten wie unser System sie gelernt hat zu sehen!
00:11:53: Wenn wir noch einen Schritt tiefer gehen, dann reicht es nicht mehr aus Reiz sind nur biologisch oder neurobiologisch zu betrachten.
00:11:59: Denn ein Reiz wirkt nicht nur auf eine Ebene er wirkt gleichzeitig auf mehrere Ebenen unseres gesamten Systems.
00:12:06: Und für mich, das ist meine persönliche Sicht die mir immer wieder hilft zu verstehen wer oder was gerade mein Sein steuert und mein Ich ausmacht ein Modell welches aus vier Ebenen oder Vier Dimension besteht.
00:12:18: Darauf basieren die vier Ebenden eines Reizes.
00:12:21: Die erste Ebene ist rein biologisch der Körper.
00:12:24: Jeder Reiz löst unmittelbar körperliche Prozesse aus.
00:12:27: Im Hintergrund arbeiten dabei dein Nervensystem, deine Hormone, deinen Herzschlag, deine Muskelspannung, deine Atmung, seine Verdauung und sogar dein Immunsystem.
00:12:36: Noch bevor du bewusst etwas denkst oder fühlst hat dein Körper bereits reagiert.
00:12:39: Spannung oder Entspannungen, Aktivierung oder Ruhe, Energie oder Rückzug – der Körper ist immer die erste Instanz der Reaktion!
00:12:48: Die zweite Ebene ist ein Denken der Geist.
00:12:50: Hier entstehen Gedanken, Interpretationen, Bewertungen, Glaubenssätze und dein innerer Dialog.
00:12:55: Und wichtig ist hier ein zentraler Punkt.
00:12:58: Gedanken sind nicht nur Reaktionen auf Reize – sie sind Selbstreize!
00:13:02: Ein einziger Gedanke kann eine vollständige körperliche Reaktion auslösen.
00:13:06: Allein die Vorstellung einer Situation kann Herzschlag, Atmung und Emotion verändern obwohl im Außen gar nichts passiert.
00:13:13: Das bedeutet, dein Geist erzeugt ständig neue Reize für deinen Körper.
00:13:19: Das Ego – die dritte Ebene.
00:13:21: Das ist das was wir psychologisch oft als Ich-Struktur beschreiben können.
00:13:25: Das ego ist dabei nicht negativ zu verstehen sondern erfüllt eine wichtige Funktion.
00:13:30: Es versucht Stabilität und Orientierung zu schaffen.
00:13:33: es strebt noch Kontrolle Bestätigung Vergleich Status Recht haben und letztlich nach Sicherheit.
00:13:39: Und genau deshalb reagiert es besonders sensibel auf bestimmte Reize.
00:13:43: Kritik, Ablehnung, Lob, Anerkennung, Social-Media, Vergleiche mit anderen Menschen – all das sind starke Ego-Reize die sofort emotionale und körperliche Reaktionen auslösen können!
00:13:54: Und die vierte Ebene dasselbst?
00:13:56: Die vierte Ebene ist die stillste und vielleicht die bewussteste….
00:14:01: Das selbst ist der Teil in uns, der wahrnimmt ohne sofort zu bewerten.
00:14:05: Es beobachtet es registriert, es ist präsent.
00:14:09: Hier entsteht ein anderer Umgang mit Reizen kein automatisches reagieren sondern ein bewusstes Wahrnehmen.
00:14:15: und genau hier spielt auch Körperwahrnehmung eine zentrale Rolle Denn je besser du lernst deinen Körper zu spüren Spannung Ruhe Unruhe Energie oder Rückzug, desto früher kannst du erkennen wie ein Reiz in dir wirkt bevor er dich vollständig übernimmt.
00:14:31: Und genau diese vier Ebenen laufen nie getrennt voneinander ab.
00:14:34: Jeder Reiz trifft immer gleichzeitig auf Körper, Geist, Ego und Selbst.
00:14:40: Die entscheidende Frage ist nur welche Ebene übernimmt in dir die Führung?
00:14:52: Wenn wir das alles zusammennehmen wird schnell klar warum wir heute in einer Welt leben in der unser Nervensystem dauerhaft unter Reiz steht oder anders gesagt permanent überreizt ist.
00:15:02: Unser Alltag besteht inzwischen aus einer Vielzahl gleichzeitiger Reizquellen des Smartphones, das entständlich neue Informationen liefert Social Media.
00:15:08: Das in Sekundenbruch teilen, neue Bilder Meinungen und Vergleiche erzeugt bei Nachrichtigungen die unser System immer wieder aus dem aktuellen Fokus reißen Lärm, Werbung, Nachrichten und dazu ein Lebensstil der oft von Multitasking geprägt ist.
00:15:22: Unsere Gehirn sind dadurch nicht mehr in einem Zustand indem einzelne Reize verarbeitet werden sondern im Zustand permanenter gleichzeitig Verarbeitung.
00:15:30: Ein zentraler Punkt dabei ist das Dopaminsystem.
00:15:32: Es reagiert besonders auf Neuheit, Erwartung und kleine Belohnungen.
00:15:36: Genau diese Mechanismen werden durch digitale Medien ständig aktiviert oft in kurzen schnellen Abständen.
00:15:42: dadurch entsteht eine Art dauerhafte Aktivierung des Belohnungssystems ohne echte Ruhephasen dazwischen.
00:15:48: Parallel dazu spielt die Aufmerksamkeit eine entscheidende Rolle.
00:15:52: Sie wird ständig fragmentiert, stativer Konzentration entsteht ein Zustand von ständiger Unterbrechung.
00:15:57: Das hat direkte Auswirkungen auf den Körper denn jeder dieser Reize ist nicht nur ein mentaler Input sondern auch ein biologischer Trigger.
00:16:05: Der Körper reagiert mit Aktivierung des Stresssystems.
00:16:07: Cortisol kann dabei langfristig erhöht sein insbesondere wenn keine ausreichenden Erholungsphasen stattfinden.
00:16:14: Ein weiterer wichtiger Effekt ist die sogenannte Entscheidungsmüdigkeit.
00:16:18: Wenn das Gehirn permanent kleine Entscheidungen trifft – was klicke ich, was beantworte ich, worauf reagiere ich – nimmt die Fähigkeit ab klare und bewusste Entscheidungen zu treffen.
00:16:29: Das System wird ineffizienter und schneller erschöpft!
00:16:32: Und genau hier kommt die Neuroplastikität ins Spiel.
00:16:36: Unser Gehirnen passt sich an DAS an was es ständig wiederholt erlebt.
00:16:40: Wenn es dauerhaft schnellen, fragmentierten und hochfrequenten Reizen ausgesetzt ist verändert sich auch die Art wie es Informationen verarbeitet schneller oberflächlicher, reaktiver.
00:16:51: Das bedeutet nicht dass unser System kaputt ist sondern das es sich an die Bedingungen anpasst in denen es lebt.
00:16:57: Und genau deshalb ist die Frage nicht nur Wie viele Reize auf uns einwirken Sondern In welchem Zustand halten wir unseren Nervensystem dauerhaft?
00:17:13: Wenn wir bereit zu sprechen, gibt es eine Ebene die oft am stärksten unterschätzt wird und gleichzeitig DIEjenige ist, die den größten Einfluss auf unseren Körper hat.
00:17:21: Unsere Gedanken!
00:17:23: Denn Gedanken sind nicht einfach nur innere Begleiterscheinungen – sie sind biomechanisch betrachtet Selbstreize, die unmittelbar körperliche Reaktionen auslösen können.
00:17:32: Ein Gedanke kann innerhalb von Sekunden Stress erzeugen oder beruhigen.
00:17:35: Er kann den Herzschlag verändern, die Atmung beeinflussen, Muskelspannungen aufbauen oder lösen und sogar die Ausschüttung von Hormonensteuern.
00:17:43: Genau hier wird besonders deutlich wie eng Psyche und Körper miteinander verbunden sind.
00:17:48: Ein klassisches Beispiel ist der Placeboeffekt.
00:17:51: Allein die Erwartung – das etwas hilft – kann dazu führen dass sich der Körper tatsächlich verändert.
00:17:55: Schmerzen lassen nach Symptome verbessern sich obwohl kein Pharmalogisch wirksamer stoff verabreicht wurde.
00:18:02: auf der anderen seite steht er nazeboeffekt.
00:18:05: hier kann allein die erwartung das etwas schadet oder nicht funktioniert körperliche reaktion auslösen, die genau diesen eindruck verstärken.
00:18:13: Das zeigt sehr deutlich Erwartungen ist kein neutraler mentaler zustand sondern ein aktiver biologischer prozess.
00:18:21: Auch Stress entsteht häufig nicht durch das Ereignis selbst, sondern durch die Bewertung eines Gedankens über das Eereignis.
00:18:27: Der Gedanke des schaffe ich nicht kann eine deutlich stärkere körperliche Reaktion auslösen als die tatsächliche Situation selbst – gleichzeitig spielt Visualisierung eine große Rolle!
00:18:38: Wenn wir uns Situationen intensiv vorstellen reagiert das Nervensystem teilweise so also würden sie real passieren….
00:18:45: der Körper unterscheidet dabei nicht immer klar zwischen Vorstellung und tatsächlicher Erfahrung.
00:18:50: Das bedeutet, Gedanken sind nicht nur Reaktionen auf Reize – sie sind Selbstreize!
00:18:55: Die ständig neue körperliche Reaktion erzeugen und damit wiederum neue Zustände im System auslösen.
00:19:02: Und genau deshalb sind sie so entscheidend für unser Erleben, unser Verhalten und letztlich auch für unsere Gesundheit.
00:19:16: Und wenn wir noch ein Schritt weitergehen wird deutlich Reize wirken nie isoliert.
00:19:20: Sie werden fast immer durch Emotionen gefärbt.
00:19:23: Emotionen sind dabei so etwas wie ein Verstärker- oder Dämpfungssystem für alles, was wir wahrnehmen.
00:19:28: Der selbe Reiz kann dadurch entweder kaum spürbar sein oder eine sehr starke körperliche Reaktion auslösen.
00:19:35: Der Grund dafür liegt darin dass Emotion eng mit den Bewertungszentren im Gehirn verbunden sind.
00:19:40: besonders die Amygdala spielt hier eine zentrale Rolle weil sie reize sehr schnell emotional einordnet und damit bestimmt wie intensiv ein Signal verarbeitet wird.
00:19:50: Der Hippokampus wiederum verknüpft diese emotionalen Reize mit Erinnerung und Kontext, dadurch entstehen die Verbindungen zwischen was passiert gerade und was habe ich schon einmal in einer ähnlichen Situation erlebt.
00:20:02: Das bedeutet ein Reiz wird nicht nur im Moment bewertet sondern immer auch im Abgleich mit gespeicherten Erfahrungen.
00:20:09: Und genau hier entsteht der Unterschied in der Wirkung – einen neutraler Reiz kann durch eine positive emotionale Verknüpfung leicht- und harmlos wirken!
00:20:17: Der selbe Reiz kann durch eine negative Erinnerung dagegen sofort Spannung, Rückzug oder Stress auslösen.
00:20:22: Emotionen bestimmen also nicht den Reiz selbst aber sie bestimmen wie stark er im System ankommt.
00:20:28: und genau deshalb fühlen sich bestimmte Situationen manchmal unverhältnismäßig intensiv an – nicht weil der Reiz objektiv stärker ist sondern weil die emotionale Bedeutung im Hintergrund eine andere ist.
00:20:41: Bewege jetzt alles zusammenziehen wird sichtbar, dass Reize nicht nur kurzfristige Reaktionen auslösen sondern bei dauerhafter Einwirkung tief in die körperliche Regulation eingreifen können.
00:20:50: Denn ein einzelner Reiz ist nie das Problem, entscheidend ist die Häufigkeit, Intensität und fehlende Erholungsphase also chronische Reizbelastungen.
00:20:59: Wenn das Nervensystem dauerhaft aktiviert bleibt verschiebt sich die gesamte körperlichen Balance.
00:21:04: Einer der ersten messbaren Faktoren ist dabei das Cortisol-System.
00:21:08: Bleibt der Körper über längere Zeit in einem aktivierten Zustand, kann Cortisol dauerhaft erhöht bleiben was wiederum zahlreiche weitere Prozesse beeinflusst.
00:21:16: Ein weiterer wichtiger Zusammenhang betrifft die Insulinregulation.
00:21:20: Chronischer Stress und anhaltender Aktivierung können die Insulinsensitivität verändern was langfristig den Energiestoffwechsel beeinflußt.
00:21:28: Parallel dazu spielt das Immunsystem eine zentrale Rolle.
00:21:31: Dauerhafte Reizaktivierung kann zu einem Zustand führen, in dem Entzündungsprozesse im Körper leichter aufrecht erhalten werden.
00:21:39: Diese Prozesse wirken nicht isoliert sondern greifen ineinander.
00:21:42: sie beeinflussen unter anderem die Fettverteilung im Körper insbesondere im Bauchbereich, die oft mit chronischem Stress und hormoneller Disregulationen in Verbindung gebracht wird.
00:21:53: auch der Schlaf wird dadurch empfindlicher.
00:21:55: Ein dauerhaft aktiviertes Nervensystem hat Schwierigkeiten in tiefe Regenerationsphasen zu wechseln.
00:22:01: Das wiederum reduziert die Qualität der körperlichen Erholung.
00:22:06: Fehlt diese Regeneration über längere Zeit, wirkt sich das auf die körperliche und mentale Erholungen, die Zellregeneration und letztlich auch auf die Leistungsfähigkeit aus?
00:22:15: Das Immunsystem arbeitet unter diesen Bedingungen weniger stabil und auch das gesamte hormonelle Gleichgewicht kann aus der Balance geraten.
00:22:23: Am Ende betrifft das nicht nur einzelne Prozesse, sondern das gesamte Nervensystem selbst.
00:22:27: Es passt sich an den Zustand an indem es dauerhaft gehalten wird entweder in Richtung Ruhe und Regulation oder in Richtung chronischer Aktivierung Und genau hier wird deutlich warum das Thema Reize nicht nur ein theoretisches Konzept ist, sondern direkten Einfluss auf Gesundheit, Energie und langfristige körperliche Stabilität hat.
00:22:55: Die entscheidende Frage nach all dem ist natürlich, sind wir diesen Reizen einfach ausgeliefert oder können wir lernen anders damit umzugehen.
00:23:03: Die gute Nachricht ist unser System ist nicht statisch es ist veränderbar und genau hier kommt die Neuroplastikität ins Spiel.
00:23:11: Das Gehirn ist kein festverdratetes System sondern passt sich ständig an das an was wir wiederholt erleben und tun.
00:23:18: jede Reaktion die wir häufiger zeigen verstärkt die entsprechenden neuronalen Verbindung Und genau dadurch entstehen Muster im Denken, im Fühlen und im Verhalten.
00:23:30: Methoden wie Achtsamkeit, gezieltes Training der Körperwahrnehmung oder Meditation oder auch bewusste Pausen im Alltag nutzen genau diesen Mechanismus.
00:23:39: Sie schaffen neue Erfahrungen im Nervensystem – nicht durch einmalige Erkenntnis sondern Durchwiderholung!
00:23:46: Denn entscheiden ist nicht der einzelne Moment der Einsicht, sondern die konsequente Wiederholung neuer Reaktionsmuster.
00:23:52: So entstehen Gewohnheiten, die mit der Zeit tief im Nervensystem verankert werden.
00:23:56: Dabei geht es nicht darum Reize zu vermeiden oder das Leben ruhigzustellen.
00:24:00: Das ist weder realistisch noch sinnvoll.
00:24:02: Reize werden immer da sein.
00:24:03: Der zentrale Punkt ist ein anderer Wir können den Reiz selbst oft nicht kontrollieren aber wir können lernen wie unser System ihn verarbeitet.
00:24:12: Zwischen Reiz und Reaktion entsteht damit ein Raum und genau in diesem Raum liegt die Möglichkeit zur Veränderung.
00:24:20: Und wenn wir das Ganze auf eine übergeordnete Ebene bringen, dann lässt sich vieles auf einen einzigen Gedanken reduzieren.
00:24:26: zwischen Reiz-und Reaktion liegt ein Raum.
00:24:29: Ein Raum der oft so schnell ist dass wir ihn im Alltag kaum wahrnehmen.
00:24:33: und doch ist genau dieser Moment entscheidend Denn in diesen Raum entscheidet sich nicht nur dein Verhalten hier entscheidet es sich oft auch deine Gesundheit, die Qualität deiner Beziehung und letztlich die Richtung in die sich dein Leben entwickelt.
00:24:47: Dieser Gedanke wird unter anderem dem Psychiater Viktor Frankl zugeschrieben der genau diesen inneren Abstand zwischen Reiz- und Reaktion als einen zentralen Ort menschlicher Freiheit beschrieben hat.
00:24:58: Und wenn man das auf unser Thema überträgt bedeutet dass dieser Raum entsteht immer dann Wenn Körper, Gehirn, Nervensystem und Bewusstsein nicht mehr ausschließlich automatisch reagieren sondern wenn Wahrnehmung und Bewustheit dazwischen treten.
00:25:12: Es ist der Moment in dem ein Reiz nicht sofort in eine Reaktion umgewandelt wird sondern erst einmal gesehen gespürt und eingeordnet werden kann.
00:25:22: Und genau dort beginnt Veränderungen!
00:25:27: Der Geist interpretiert das Ego bewertet, dass selbst beobachtet.
00:25:34: Und genau daraus ergibt sich eine zentrale Frage die diese ganze Folge zusammenfasst – nicht welche Reize begegnet ihr sondern welchen Reizen gibst du die Macht dein Erleben deine Gedanken und deinen Handeln zu bestimmen?
00:25:51: Schon wieder am Ende.
00:25:52: Vielen Dank, dass ihr dir heute wieder Zeit genommen hast und wenn du zusätzlich Fragen, Anregungen, Feedback hinweise oder Tipps hast gern an die Mailadresse in den Shownotes.
00:26:01: Bis zur nächsten Woche!
00:26:03: Lass es dir gut gehen und bleibe wahrnehmungsfähig.
00:26:06: Die Sirene des Körpers der Podcast er deine Sinne schärft und ich lehrt auf deinen Körper zu hören.
00:26:12: Bleib gesund.
00:26:13: Ciao.
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