Die Sirene des Körpers - Folge 79 - Rhythmus

Shownotes

Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com

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00:00:04: Ja hallo und herzlich willkommen, die Sirene des Körpers.

00:00:07: Der Podcast hat eine Sinne schärft und ich lehrt auf deinen Körper zu hören.

00:00:11: Und es ist schon wieder Sonntagmorgen und es geht weiter und ich freue mich sehr dass du heute wieder dabei bist!

00:00:24: In der letzten Folge ging's um das Thema Reize und die Frage warum derselbe Reiz bei verschiedenen Menschen völlig unterschiedliche Reaktionen auslösen kann.

00:00:33: Wir haben uns angeschaut, was ein Reize aus biologischer Sicht überhaupt ist und wie Informationen über Rezeptoren, Nervenbahnen und das Gehirn verarbeitet werden bevor unser Körper darauf reagiert.

00:00:43: Außerdem haben wir darüber gesprochen welche Rolle Erfahrungen Erinnerung Gedanken Emotionen und unseren Nervensystem bei der Bewertung eines Reizes spielen und warum wir häufig nicht auf den Reiz selbst reagieren sondern auf die Bedeutung, die unser Gehirne ihm gibt.

00:00:59: Ein weiterer Schwerpunkt war die heutige Reizeüberflutung sowie die Auswirkungen auf Stress, Hormone, Schlaf und Gesundheit.

00:01:05: Zum Abschluss wurde deutlich dass wir äußere Reize oft nicht beeinflussen können sehr wohl aber lernen können bewusst mit ihnen umzugehen Denn zwischen Reiz und Reaktion liegt ein entscheidender Moment Und genau dort beginnt die Möglichkeit das eigene Verhalten die Gesundheit und den Umgang mit dem Leben nachhaltig zu verändern.

00:01:24: Vielen Dank auch für das Feedback zu dieser Folge hat mich sehr gefreut.

00:01:36: Kennst du das?

00:01:37: Es gibt Tage, da wachst du morgens auf.

00:01:39: Öffnest die Augen und spürst sofort heute habe ich Energie!

00:01:43: Du fühlst dich klar im Kopf dein Körper wirkt leicht und irgendwie scheint alles einfacher zu sein.

00:01:48: Aufgaben gehen dir leichter von der Hand.

00:01:50: Du bist motiviert konzentriert und belastbar.

00:01:53: Und dann gibt es diese anderen tage.

00:01:56: Du hast genauso lange geschlafen.

00:01:57: Du hast vielleicht sogar auf deine Ernährung geachtet.

00:02:00: Es ist eigentlich nichts außergewöhnliches passiert und trotzdem fühlste Dich müde.

00:02:05: Dein Kopf wirkt schwer, die Gedanken kommen nur langsam in Gang und selbst einfache Aufgaben kosten plötzlich viel mehr Kraft als sonst.

00:02:14: Vielleicht kennst du das auch vom Sport.

00:02:15: an manchen Tagen fühlt sich ein Training nahezu mühelos an.

00:02:19: dein Körper arbeitet mit dir Du bist leistungsfähig beweglich und hast das Gefühl noch reservend zu haben Und dann anderen tagen fühlt es sich dieselbe Belastung plötzlich doppelt so schwer an.

00:02:31: Die Muskulatur ist müde die Konzentration fehlt und nichts läuft so, wie du es eigentlich gewohnt bist.

00:02:37: Oder du kennst diese Momente in denen du stundenlang hochkonzentriert arbeiten kannst und dann anderen Tagen liest du den selben Satz dreimal und hast ihn trotzdem nicht verstanden!

00:02:49: Warum ist das so?

00:02:51: Sind wir einfach unterschiedlich motiviert?

00:02:53: Fehlt uns manchmal die Disziplin oder steckt etwas ganz anderes

00:02:57: dahinter?!

00:02:58: Vielleicht liegt die Antwort gar nicht in deinem Willen.

00:03:01: Vielleicht liegt sie in etwas, das uns jeden Tag begleitet und trotzdem von den meisten Menschen kaum wahrgenommen wird – nämlich im Rhythmus!

00:03:11: Denn dein Körper arbeitet nicht zufällig.

00:03:13: Er arbeitet auch nicht rund um die Uhr mit der gleichen Leistung.

00:03:16: Er folgt einem hochkomplexen biologischen Takt, der sich über Millionen von Jahren entwickelt hat.

00:03:21: Na zu jede Zelle jedes Organ jedes Hormon und sogar deinen Gehirn Folgen bestimmten Rhythmen.

00:03:29: Die Frage ist also nicht nur was du tust, sondern auch wann du es tust – denn möglicherweise kämpfst Du an manchen Tagen gar nicht gegen mangelnde Motivation oder fehlende Disziplin.

00:03:41: Möglicherweise kämpfen Du gegen Deinen eigenen biologischen Rhythmus!

00:03:46: Und genau darüber sprechen wir heute über die faszinierende Welt der Rhythmen, die unser Leben von den ersten bis zur letzten Sekunde bestimmen und warum Gesundheit oft nicht nur davon abhängt was wir tun sondern ob wir lernen wieder intakt unseres Körpers zu leben.

00:04:09: Um zu verstehen warum Rhythmus für unseren Körper so entscheidend ist müssen wir zunächst einen weitverbreiteten Erdtum auflösen.

00:04:16: Wir Menschen denken in Uhrzeiten Sieben Uhr aufstehen, zwölf Uhr Mittagessen, achtzehn Uhr Feierabend.

00:04:22: Zweiundzwanzig Uhr schlafen und unser Körper denkt nicht in Urzeiten, erdenkt in Rhythmen.

00:04:29: Genauer gesagt im biologischen Rhythmen die sich über Millionen von Jahren entwickelt haben und dafür sorgen dass unzählige Prozesse in unserem Körper zeitlich aufeinander abgestimmt sind.

00:04:39: mit genau diesen Rhythen beschäftigt sich die Wissenschaft der Chronobiologie.

00:04:44: Sie untersucht, wie biologische Abläufe von der Zeit beeinflusst werden und warum nahezu jede Funktion unseres Körpers einem inneren Takt folgt.

00:04:52: Das Zentrum dieses Systems ist unsere innere Uhr.

00:04:55: Sie sitzt in einem kleinen Bereich des Gehirns dem sogenannten suprachiasmatischen Nucleus – kurz SCN im Hypotalamus.

00:05:04: Obwohl dieser Bereich nur aus etwa zwanzigtausend Nervenzellen besteht, übernimmt er eine gewaltige Aufgabe.

00:05:10: Er synchronisiert unseren gesamten Organismus.

00:05:13: Die wichtigste Informationsquelle für diese innere Uhr ist das Licht.

00:05:18: Über die Augen erhält der SCN permanent Informationen darüber ob es hell oder dunkel ist.

00:05:23: Anhand dieser Signale stellt er den Takt für zahlreiche biologische Prozesse ein und gibt diesen Rhythmus an dem gesamten Körper weiter.

00:05:31: Doch damit endet die Geschichte nicht.

00:05:33: Lange Zeit glaubte man, es gäbe nur diese eine zentrale innere Uhr.

00:05:37: Heute wissen wir fast jede Zelle unseres Körpers besitzt ihre eigene kleine Uhr – sogenannte Zelluhren!

00:05:45: Die Leber arbeitet nach ihrem eigenen Rhythmus.

00:05:48: Der Darm besitze eigene Zeitprogramme.

00:05:51: Das Immunsystem folgt zeitlichen Mustern.

00:05:54: Selbst Herz, Muskeln und Fettgewebe orientieren sich an biologischen Takten.

00:06:00: Diese Zelluren arbeiten jedoch nicht unabhängig voneinander.

00:06:03: Sie werden von der zentralen Uhr im Gehirn koordiniert, ähnlich wie ein Orchester in dem jedes Instrument seinen eigenen Part spielt aber erst durch den Dirigenten ein harmonisches Ganzes entsteht.

00:06:16: Ein besonders bekanntes Beispiel sind die Hormone Melatonin und Cortisol.

00:06:20: Melatoninin wird häufig als Schlafhormon bezeichnet.

00:06:23: es steigt mit zunehmender Dunkelheit an und signalisiert dem Körper dass die Phase der Erholung beginnt.

00:06:29: Cortisol hingegen hat einen schlechten Ruf, obwohl es lebensnotwendig ist.

00:06:34: Unter natürlichen Bedingungen steigt das in den frühen Morgenstunden an und hilft uns dabei wach zu werden, Energie bereitzustellen und den Tag zu beginnen.

00:06:41: Erst wenn dieser Rhythmus dauerhaft gestört ist kann Cortisol zum Problem werden.

00:06:46: Der bekannteste biologische Rhythmust ist der Zierkardianerhythmus also der etwa vierundzwanzigstündige Tag Nacht.

00:06:53: Rhythmus steuert unter anderem Schlaf und Wachzeit, die Harmonproduktion, die Körpertemperatur, den Stoffwechsel und viele weitere Prozesse.

00:07:01: Doch unser Körper kennt noch viele andere Rhythmen.

00:07:04: Es gibt ultradianer Rhythen, die mehrmals täglich auftreten.

00:07:07: Dazu gehören beispielsweise Konzentrationen und Leistungsphasen Die sich etwa alle neunzig bis hundertzwanzig Minuten mit Phasen geringerer Leistungsfähigkeit abwechseln.

00:07:16: Unser Gehirn ist also gar nicht dafür gemacht acht Stunden am Stück hochkonzentriert zu arbeiten.

00:07:22: Daneben existieren monatliche Rhythmen, die besonders bei Frauen durch den Menstruationszyklus sichtbar werden aber auch zahlreiche andere hormonelle Schwankungen beeinflussen.

00:07:31: Und schließlich reagieren wir natürlich auf Jahreszeiten.

00:07:35: Tageslicht, Temperatur und Umweltbedingungen verändern unter anderem unseren Hormonhaushalt unsere Stimmung unser Immunsystem und unseren Energieverbrauch.

00:07:45: All das macht deutlich Unser Körper arbeitet nicht zufällig.

00:07:49: Erfolgt einem hochpräzisen biologischen Zeitplan.

00:07:53: Gesundheit entsteht deshalb nicht nur dadurch, dass alle Systeme funktionieren sondern vor allem dadurch, das sie im richtigen Moment funktionieren.

00:08:01: Rhythmus ist keine Nebensache.

00:08:03: Rhythmus ist eines der grundlegenden Organisationsprinzipien des Lebens.

00:08:16: Und vielleicht fragst du dich jetzt warum macht der Körper das überhaupt?

00:08:19: Warum dieser ganze Aufwand mit den inneren Uhren und dem biologischem Rhythmuss?

00:08:24: Die Antwort ist eigentlich ganz einfach, weil es unglaublich effizient ist.

00:08:27: Unser Körper ist ein Muster darin Energie zu sparen und über Millionen von Jahren der Evolution war Energie ein kostbares Gut.

00:08:35: Wer unnötig Energie verbrauchte hatte schlechte Überlebenschancen.

00:08:38: Deshalb hat sich ein System entwickelt das nahezu alle biologischen Prozesse zeitlich organisiert.

00:08:44: Heute wissen wir dass nahezue jede Zelle unseres Körpers ihren eigenen biologischem Takt besitzt.

00:08:49: Das hatte ich bereits gesagt.

00:08:51: Nehmen wir zum Beispiel die Leber.

00:08:53: Sie ist eines unserer wichtigsten Stoffwechselorgane.

00:08:57: Sie verarbeitet Nährstoffe, speichert Energie produziert wichtige Eiweiße und übernimmt einen großen Teil der Entgiftung.

00:09:04: All diese Prozesse laufen nicht rund um die Uhr gleich ab.

00:09:07: Die Leber folgt einem eigenen Rhythmus und passt ihre Aktivitäten daran an ob wir essen schlafen oder fasten.

00:09:13: Auch unser Darm arbeitet nach einem festen Zeitplan.

00:09:16: Die Verdauung, die Aufnahme von Nährstoffen, die Bewegungen des Darms und selbst die Aktivität unseres Mikrobiomes verändern sich im Laufe des Tages.

00:09:24: Deshalb macht es biologisch durchaus einen Unterschied ob wir regelmäßig essen oder unseren Körper ständig mit unregelmäßigen Mahlzeiten konfrontieren.

00:09:33: Das Immunsystem besitzt ebenfalls eine innere Uhr.

00:09:36: bestimmte Abwehrzellen sind zu unterschiedlichen Tageszeiten unterschiedlich aktiv.

00:09:41: auch Entzündungsprozesse und Regenerationsmechanismen verlaufen rhythmisch.

00:09:46: Das erklärt unter anderem, warum manche Erkrankungen oder Beschwerden zu bestimmten Tageszeiten stärker auftreten können.

00:09:54: Auch unsere Hormone folgen keinem Zufallsprinzip.

00:09:57: Sie werden nicht einfach ausgeschüttet wenn sie gerade gebraucht werden sondern nach fein abgestimmten biologischen Mustern Cortisol Melatonin Wachstumshormone Insulin oder Sexualhormone, sie alle besitzen charakteristische Rhythmen die sich gegenseitig beeinflussen und aufeinander abgestimmt sind.

00:10:16: Selbst unser Herz schlägt zwar ununterbrochen doch auch seine Regulation verändert sich im Tagesverlauf.

00:10:22: Blutdruck, Herzrequenz und die Aktivität des vegetativen Nervensystems folgen biologischen Rhythen und passen sich den Anforderungen des Körpers an.

00:10:32: Auch unser Gehirn arbeitet nicht den ganzen Tag gleich.

00:10:35: Aufmerksamkeit, Konzentration, Kreativität, Lernfähigkeit und Entscheidungsvermögen schwanken im Laufe des Tages.

00:10:43: Es gibt Phasen in denen unsere Gehirninformation besonders effizient verarbeitet und andere, in denen Regeneration wichtiger ist als Leistung.

00:10:52: Das Faszinierende daran ist keine dieser Strukturen arbeitet für sich allein.

00:10:58: Die sind wie Musiker eines großen Orchester.

00:11:02: Jedes Organ hat seinen eigenen Einsatz, jedes Hormon, seinen richtigen Zeitpunkt jede Zelle ihren biologischen Takt.

00:11:10: Erst wenn all diese Rhythmen aufeinander abgestimmt sind entsteht das was wir Gesundheit nennen.

00:11:17: Gerät jedoch ein Instrument dauerhaft aus dem Takt muss das gesamte Orchester versuchen diesen Fehler auszugleichen.

00:11:24: Anfangs gelingt es oft erstaunlich gut doch je länger dieser Zustand anhält desto größer wird die Belastung für das gesamtes System.

00:11:32: Vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse dieser Folge.

00:11:36: Gesundheit bedeutet nicht nur, dass alle Organe funktionieren – gesundheit bedeutet, dass sie miteinander und zur richtigen Zeit funktionieren!

00:11:52: Und wenn unser Körper so stark vom Rhythmus abhängig ist stellt sich natürlich die entscheidende Frage was passiert, wenn dieser Rhythmum verloren geht?

00:12:01: Unser Körper kann erstaunlich viel kompensieren, er kann eine einzelne schlechte Nacht ausgleichen.

00:12:05: Er kann kurzfristigen Stress bewältigen und auch einmal oder mehrfach eine unregelmäßige Mahlzeit oder eine Phase mit weniger Regeneration verkraften.

00:12:14: Das Problem entsteht nicht durch einzelne Ausnahmen.

00:12:20: Dauerzustand wird.

00:12:21: Wenn der Körper dauerhaft gegen seinen eigenen Rhythmus arbeiten muss, ein sehr gutes Beispiel dafür ist Schichtarbeit.

00:12:28: Menschen die regelmäßig nachts arbeiten und tagsüber schlafen müssen leben dauerhaft gegen ihre biologische Uhr.

00:12:33: Der Körper erhält Lichtsignale die eigentlich Aktivität bedeuten während gleichzeitig Erholung notwendig wäre.

00:12:39: Die innere Uhr bekommt widersprüchliche Informationen.

00:12:42: Ähnlich erleben es viele Menschen durch einen modernen Lebensstil.

00:12:46: Abends helles Licht, das Smartphone direkt vor dem Schlafengehen, Social Media bis spät in die Nacht unregelmäßige Schlafzeiten, späte große Mahlzeiten und dauerhafte Erreichbarkeit – alles Dinge, die unserem Körper Signale geben, die nicht mehr zu seinem natürlichen Rhythmus passen!

00:13:02: Und ganz wichtig ein zentraler Bereich der davon betroffen ist unser Hormonsystem.

00:13:07: Nehmen wir zunächst Melatonin.

00:13:09: Melatonin signalisiert dem Körper, es wird dunkel.

00:13:12: Die Phase der Ruhe beginnt – es unterstützt den Übergang in den Schlaf und hilft dabei, den Körper auf Regeneration einzustellen.

00:13:20: Wenn wir jedoch abends dauerhaft hellem künstlichem Licht ausgesetzt sind, insbesondere Licht mit hohem Blauanteil bekommt unser Gehirn ein anderes Signal.

00:13:28: Es ist noch Tag!

00:13:30: Die Folge kann sein dass die Melatoninausschüttung verzögert wird und der Körper Schwierigkeiten bekommt in den natürlichen Erholungsrhythmus zu wechseln.

00:13:38: Gleichzeitig verändert sich auch der Rhythmus von Cortisol.

00:13:41: Unter natürlichen Bedingungen sollte Cortisol morgens höher sein, damit wir wach werden, Energie bereitstellen und leistungsfähig in den Tag starten können.

00:13:49: Abends sollte es deutlich niedriger sein, Damit Entspannung und Schlaf möglich werden.

00:13:54: Wenn dieser Rhythmus verschoben wird kann es passieren dass Menschen abends innerlich aktiviert sind, schlecht abschalten können und morgens trotzdem erschöpft aufwachen.

00:14:03: Auch der Stoffwechsel bleibt davon nicht unberührt.

00:14:06: Unser Körper verarbeitet Nahrung nicht zu jeder Tageszeit gleich.

00:14:10: Die Insulin-Sensitivität verändert sich im Tagesverlauf, morgens kann der Körper Kohlenhydrate und Energie häufig besser verarbeiten als spät am Abend.

00:14:18: Werden regelmäßig große Mahlzeiten zur Zeit aufgenommen in denen der Körper eigentlich auf Ruhe eingestellt ist, kann das dem Glutzuckerstoffwechsel zusätzlich belasten.

00:14:27: Das betrifft auch die Verdauung.

00:14:29: Der Darm arbeitet rhythmisch, seine Bewegungen, die Zusammensetzung des Mikrobiomes und die Verarbeitung von Nährstoffen unterliegen zeitlichen Veränderungen.

00:14:38: Unregelmäßige Essenszeiten und ständiges Zwischendurchessen können diese natürliche Ablaue verstören.

00:14:44: Und natürlich betrifgt das auch den Schlaf.

00:14:46: Schlaf ist keine einfache Pause in der der Körper nichts tut, während wir schlafen lauchen hochaktive Prozesse ab.

00:14:52: Das Gehirn verarbeitet Information, das Immunsystem reguliert sich.

00:14:56: Muskeln regenerieren, Stoffwechselprozesse werden angepasst, Zellen werden repariert.

00:15:01: Wenn der Rhythmus gestört ist leidet deshalb nicht nur die Müdigkeit am nächsten Tag es verändert sich die gesamte Qualität der Regeneration.

00:15:09: Auch das Immunsystem ist davon abhängig, wann bestimmte Prozesse stattfinden.

00:15:13: Ein dauerhaft verschobener Rhythmus kann dazu führen dass die fein abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Hormon- Nervensystem und Abwehrsystem aus dem Gleichgewicht gerät.

00:15:22: Und genau hier liegt der entscheidende Punkt.

00:15:25: Unser Körper braucht nicht permanent mehr Leistung Er braucht den richtigen Wechsel Aktivität und Ruhe Belastung und Erholung Wachsein und Schlaf Aufnahme und Verarbeitung.

00:15:38: Das Problem unserer heutigen Zeit ist nicht, dass wir zu wenig Möglichkeiten haben.

00:15:41: Das Problem ist das wir unserem Körper immer weniger klare Signale geben wann welche Phase beginnen soll.

00:15:48: Der Körper kann unglaublich viel leisten aber er braucht Orientierung und Orientierung entsteht durch Rhythmus.

00:16:04: Wenn wir über Rhythmussprechen dürfen wir ein Bereich nicht vergessen der alles miteinander verbindet unser Nervensystem.

00:16:11: Denn auch unser Nervensystem ist nicht dafür gemacht, dauerhaft im gleichen Zustand zu bleiben.

00:16:16: Es lebt von einem Wechsel – von Aktivität und Ruhe, von Anspannung und Entspannungen, von Belastung und Erholung.

00:16:21: Genau dafür besitzt unser Körper zwei zentrale Regulationssysteme den Sympathikus und den Parasympathicus.

00:16:30: Der Sympatikus ist unser Aktivierungs- und Leistungssystem.

00:16:34: Er wird immer dann stärker aktiv, wenn wir Energie benötigen.

00:16:38: Zum Beispiel bei körperlicher Belastung, Konzentrationen, Herausforderungen oder auch in Situationen die unser Körper als bedrohlich bewertet.

00:16:45: Er erhöht die Aufmerksamkeit.

00:16:47: Er steigert Herzfrequenz und Blutfluss.

00:16:49: Er stellt Energie bereit.

00:16:50: Er macht uns leistungsfähig Und das ist grundsätzlich etwas Positives Denn ohne Sympathikus könnten wir keine Herausforderungen meistern, keine sportlichen Leistungen erbringen und uns nicht an neue Situationen anpassen.

00:17:02: Das Problem entsteht nicht durch Aktivierung.

00:17:04: Das Problem entsteht, wenn Aktivierungen keinen Gegenpol mehr bekommen.

00:17:09: Denn genau hier kommt der Parasympathikus ins Spiel.

00:17:12: Er steht für Regeneration, Erholung und Wiederherstellung.

00:17:15: Er unterstützt Verdauung, er fördert Entspannung, ermöglicht Reparaturprozesse im Körper, er hilft dem Organismus wieder in einen Zustand von Balance zurückzukehren.

00:17:25: Gesundheit bedeutet deshalb nicht immer entspannt zu sein und es bedeutet auch nicht Stress vollständig zu vermeiden.

00:17:31: Gesundheit bedeutet, dass dein Körper flexibel zwischen diesen Zuständen wechseln kann.

00:17:36: Dass er aktivieren kann wenn es notwendig ist und wieder loslassen kann wenn die Belastung vorbei ist.

00:17:42: Genau diese Fähigkeit nennt man Regulationsfähigkeit Und hier entsteht die Verbindung zu den Themen über die wir bereits gesprochen haben Denn jeder Reiz der auf uns einwirkt stellt eine Information für unser Nervensystem dar Ein Gespräch, eine Nachricht.

00:17:56: Eine körperliche Belastung ein Gedanke und eine Erinnerung.

00:18:00: Das Nervensystem prüft ständig.

00:18:02: bin ich sicher muss ich reagieren muss sich Energie bereitstellen oder kann nicht entspannen wenn unser Körper über längere Zeit zu viele aktivierende Reize erhält und zu wenig Erholungsphasen erlebt bleibt der Sympathikus gewissermaßen dauerhaft eingeschaltet.

00:18:15: Der Körper bleibt wachsam, die innere Spannung steigt.

00:18:17: Regeneration wird schwieriger und genau hier entsteht ein Zustand den viele Menschen heute kennen.

00:18:22: Mühde aber gleichzeitig innerlich unruhig.

00:18:25: Er schöpft nicht wirklich entspannt – leistungsfähig nach außen, ohne echte Erholungen im Innern.

00:18:31: Das bedeutet nicht dass der Körper versagt, im Gegenteil er macht genau das wofür er entwickelt wurde, er reagiert auf die Signale die er bekommt.

00:18:39: Die entscheidende Frage ist deshalb….

00:18:41: Welche Signale bekommt dein Nervensystem jeden Tag?

00:18:45: Sind es überwiegend Reize, die Aktivierung auslösen oder gibt es auch ausreichend Momente, die deinem Körper Sicherheit und Erholung vermitteln.

00:18:53: Denn genauso wie unser Körper einen Tag Nachtrhythmus besitzt, besitze doch unser Nervenystem einen eigenen Rhythmus Anspannung Entspannungen Belastung Erholungs.

00:19:04: Nicht einer dieser Zustände macht uns gesund.

00:19:06: Die Fähigkeit zwischen ihnen zu wechseln Macht uns gesund Und wenn wir über Rhythmen sprechen, dann denken die meisten Menschen zunächst an den Körper.

00:19:21: Schlafherzschlag, Hormone oder Stoffwechsel aber auch und das ist sehr interessant unser Denken folgt einem Rhythmus.

00:19:28: Unser Gehirn arbeitet nicht jede Stunde gleich.

00:19:31: es gibt Zeiten in denen wir besonders aufnahmefähig konzentriert und kreativ sind und es gibt Phasen in denen unser Gehirnen weniger Leistung abrufen kann und eher nach Ruhe oder Verarbeitung verlangt.

00:19:43: Das bedeutet Auch unsere geistige Leistungsfähigkeit unterliegt biologischen Schwankungen.

00:19:49: Unsere Aufmerksamkeit ist kein dauerhaft verfügbarer Zustand, sie verändert sich im Laufe des Tages und wird von vielen Faktoren beeinflusst – Schlafqualität, Hormone, Stresslevel, Ernährung, Bewegung und natürlich auch von der Menge an Reizen den wir ausgesetzt

00:20:04: sind.".

00:20:05: Und vielleicht kennst du das?

00:20:06: Am Morgen gelingt es dir, komplexe Aufgaben zu lösen, klare Entscheidungen zu treffen und dich tief in ein Thema einzurbeiten.

00:20:12: Am Nachmittag oder Abendfeld ist hier plötzlich schwerer, dich zu konzentrieren.

00:20:16: Du liest Dinge mehrfach bis schneller abgelenkt oder triffst Entscheidungen die du später vielleicht anders treffen würdest.

00:20:22: Das liegt nicht daran dass du plötzlich weniger intelligent bist.

00:20:25: Dein Gehirn folgt einfach einem Rhythmus.

00:20:28: Auch Kreativität entsteht nicht permanent auf Knopfdruck, interessanterweise entstehen viele kreative Ideen nicht unbedingt in momentenhöchster Konzentration sondern häufig dann wenn das Gehirn scheinbar weniger aktiv mit einer Aufgabe beschäftigt ist.

00:20:43: Hier kommt ein Bereich des Gehirns ins Spiel, das als Default-Mod Network bezeichnet wird.

00:20:48: Und dieses Netzwerk wird besonders aktiv wenn wir nicht auf eine konkrete äußere Aufgabe fokussiert sind – beispielsweise beim Spazierengehen Tag träumen oder in Momenten der Ruhe.

00:20:59: Es spielt eine wichtige Rolle bei Selbstreflektion Erinnerungen dem Verknüpfen von Informationen und dem Entwickeln neuer Gedanken.

00:21:06: Das bedeutet, nicht jede Pause ist verlorene Zeit.

00:21:09: Manchmal entsteht gerade in diesen Phasen die Verarbeitung, die unser Gehirn benötigt und genau hier entstehen auch die Verbindungen zu unserer letzten Folge über Reize.

00:21:19: Denn unser Geirn braucht nicht nur Informationen – es braucht doch Zeit diese Information zu verarbeiten!

00:21:25: Wenn wir dauerhaft neue Reize aufnehmen, Nachrichten, Social Media Gespräche, Informationen ohne unserem Gehirnen ausreichend Ruhepausen zu geben, entsteht eine Art geistige Überlastung.

00:21:36: Wir nehmen einmal mehr auf, verarbeiten aber immer weniger tief.

00:21:39: Das kann dazu führen dass unsere Aufmerksamkeit kürzer wird Entscheidungen schwerer fallen und wir uns innerlich ständig beschäftigt fühlen.

00:21:47: Auch das ist eine Form von Rhythmus Aufnahme Verarbeitung Integration Erholung.

00:21:53: Genau wie der Körper nach Belastungsregeneration benötigt braucht auch unser Gehirn Phasen in denen es Eindrücke sortieren Und neue Verbindungen herstellen können.

00:22:02: Vielleicht ist deshalb eine der wichtigsten Fragen unserer heutigen Zeit nicht, wie bekommen wir noch mehr Informationen in unseren Kopf?

00:22:10: sondern geben wir unserem Gehirn noch genug Raum das aufzunehmen was bereits da ist.

00:22:16: Denn auch Gedanken brauchen einen Rhythmus.

00:22:19: Wir brauchen Zeiten der Konzentration.

00:22:22: sie brauchen Zeiten Und ich möchte es noch mal vertiefen, dieses Gefühl am Morgen wachst du auf.

00:22:35: Du blickst voller Zuversicht auf den Tag.

00:22:36: Probleme wirken lösbar und du bist geduldig klar und emotional ausgeglichen.

00:22:41: Und dann dieser Moment am Abend die gleiche Situation oder Herausforderung oder derselbe Gedanke.

00:22:47: Es fühlt sich plötzlich schwerer an.

00:22:49: Dinge, die dich morgens kaum berührt hatten können dich abends beschäftigen oder emotional stärker treffen.

00:22:54: Warum ist das so?

00:22:55: Warum verändert sich unsere emotionale Wahrnehmung im Laufe eines Tages?

00:22:59: ein wichtiger Grund Emotionen entstehen nicht unabhängig von unserem Körperzustand.

00:23:04: Unser Erleben wird ständig durch biologische Prozesse beeinflusst, durch Hormone, Schlaf, Energieversorgung und den Zustand unseres Nervensystems.

00:23:14: Unser Körper verändert sich im Tagesverlauf permanent.

00:23:16: Ein entscheidender Faktor dabei ist unser Hormonsystem und ich muss es nochmal sagen, das Hormonkortisol folgt einem natürlichen Tagesrhythmus.

00:23:24: Morgens ist der Kortisolspiegel normalerweise höher und unterstützt uns dabei wach zu werden Energie bereitzustellen und den aktiv zu beginnen.

00:23:32: Im Laufe des Tages nimmt dieser Aktivitätsimpuls ab damit der Körper zunehmend in Richtung Erholung wechseln kann.

00:23:37: Auch Melatonin spielt die wichtige Rolle, sagte ich bereit.

00:23:40: Mit zunehmender Dunkelheit steigt dieses Hormon an, signalisiert dem Körper dass die Phase der Ruhe beginnt.

00:23:46: dieser Wechsel zwischen Aktivierung und Regeneration beeinflusst nicht nur unseren Schlaf sondern auch unsere Stimmung und unsere emotionale Stabilität.

00:23:56: Und ein wichtiger Faktor ist dann eben auch der Schlaf.

00:23:59: Während wir schlafen verarbeitet, unser Gehirn die Erlebnisse des Tages, emotionale Erfahrungen werden eingeordnet und das Nervensystem reguliert.

00:24:09: Zu wenig oder schlechter Schlaf kann deshalb dazu führen dass wir am nächsten Tag empfindlicher reagieren schneller gestresst sind oder Situation negativer bewerten.

00:24:18: Auch der Blutzucker beeinflusst unsere Emotion.

00:24:21: Unser Gehirn benötigt kontinuierlich Energie, starke Schwankungen in der Energieversorgung können sich auf Konzentrationen, Stimmung und unserer Fähigkeit auswirken ruhig zu bleiben.

00:24:30: Viele Menschen kennen das – man ist plötzlich gereizter ungeduldiger oder emotional schneller ausgelöst und merkt erst später dass der Körper eigentlich nach Energie und Stabilität verlangt hat.

00:24:41: Und natürlich spielt Stress eine entscheidende Rolle.

00:24:43: Wenn unser Nervensystem über längere Zeit aktiviert ist verändert sich unsere Wahrnehmung.

00:24:48: Der Körper bleibt auf Bereitschaft und bewertet Situationen schneller als relevant oder belasten.

00:24:53: Das bedeutet, wir erleben die Welt nicht nur durch das was passiert.

00:24:57: Wir erleben sie durch den Zustand in dem sich unser Körper gerade befindet und vielleicht ist genau das der Grund warum wir manchmal anders über eine Situation denken als morgens?

00:25:08: Nicht unbedingt weil sich die Situation verändert hat sondern weil wir uns verändert haben.

00:25:13: unsere Emotionen sind kein statischer Zustand.

00:25:16: Sie bewegen sich mit unserem biologischen Rhythmus beeinflusst durch Hormone Schlafenergie und unser Nervensystem.

00:25:23: Und je besser wir diese Zusammenhänge verstehen, desto leichter fällt es uns unsere Emotionen einzuordnen statt jede Emotion sofort als absolute Wahrheit zu betrachten und dafür ein klares Gefühl zu entwickeln.

00:25:45: Auch unsere Ernährung folgt einem Rhythmus.

00:25:47: Viele Menschen betracht eine Ernährungen hauptsächlich aus einer einzigen Perspektive Was esse ich?

00:25:53: Wie viele Kalorien nehme ich zu mir?

00:25:56: Diese beiden Fragen sind natürlich wichtig, aber unser Körper stellt nicht nur die Frage was wir aufnehmen.

00:26:02: Er fragt auch wann kommt diese Energie?

00:26:05: Denn unser Stoffwechsel arbeitet nicht zu jeder Tageszeit gleich.

00:26:08: Genau hier entsteht die Verbindung zur metabolischen Flexibilität also der Fähigkeit unseres Körpers flexibel zwischen verschiedenen Energiequellen zu wechseln.

00:26:17: Ein gesunder Stoffwechsel kann abhängig von den Situationen Kohlenhydrate nutzen aber auch vermehrt auf Fett als Energiequelle zurückgreifen.

00:26:25: Dieser Wechsel funktioniert jedoch nicht unabhängig von unserem biologischen Rhythmus.

00:26:30: Unser Körper ist zu bestimmten Tageszeiten besser darauf vorbereitet, Nahrung zu verarbeiten.

00:26:35: Hormoneenzyme und Stoffwechselprozesse verändern sich im Laufe des Tages.

00:26:39: Ein zentraler Faktor dabei ist Insulin.

00:26:42: Insulin steuert unter anderem wie unser Körper Glucose aus dem Blut in die Zellen transportiert und wie Energie gespeichert oder genutzt wird.

00:26:50: Die Insulinempfindlichkeit ist morgens und tagsüber normalerweise höher als am späten Abend.

00:26:55: Das bedeutet, eine Mahlzeit wird nicht immer gleich verarbeitet selbst wenn die Zusammensetzung identisch ist.

00:27:02: Der Zeitpunkt kann beeinflussen, wie der Körper mit dieser Energie umgeht.

00:27:06: Auch der Fettstoffwechsel unterliegt einem Rhythmus.

00:27:09: Während nach einer Mahlzeit die Speicherung und Verarbeitung von Nährstoffen im Vordergrund steht verändert sich der Stoffwechsel in längeren Essenspausen oder während der Nacht.

00:27:20: Dann kann der Körper stärker auf gespeicherte Energie zurückgreifen.

00:27:24: Genau diese Fähigkeit zwischen Aufnahme und Nutzung, zwischen Speicherung und Verbrauch zu wechseln ist ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Stoffwechsels.

00:27:33: Auch der Darm folgt einem eigenen Rhythmus – die Verdauung, die Darmbewegungen und die Aktivität des Mikrobiomes verändern sich über den Tag.

00:27:41: Die Milliarden von Mikroorganismen in unserem Darm reagieren auf unsere Ernährung, unsere Essenszeiten und unsere Lebensweise.

00:27:49: Sie bekommen also nicht nur Informationen darüber was wir essen sondern auch wann wir essen!

00:27:54: Eine dauerhaft unregelmäßige Ernährung, ständiges Snacken oder sehr späte große Mahlzeiten können diese natürlichen Abläufe beeinflussen.

00:28:03: Auch die Leber arbeitet rhythmisch – sie ist eines unserer zentralen Stoffwechselorgane und reguliert unter anderem den Umgang mit Zucker, Fetten und gespeicherte Energie.

00:28:13: Ihre Aktivität ist nicht zu jeder Tageszeit identisch und genau deshalb ist der Zeitpunkt unserer Ernährungen ein Faktor, der häufig unterschätzt wird.

00:28:22: Das bedeutet nicht, dass Kalorien plötzlich unwichtig sind.

00:28:25: Die Energiebilanz bleibt ein grundlegendes Prinzip – aber der Körper ist kein einfacher Taschenrechner.

00:28:31: Er ist ein biologisches System das auf Signale reagiert.

00:28:34: Eine Mahlzeit ist nicht nur Energiezufuhr!

00:28:38: Sie isst auch eine Information für den Körper.

00:28:41: Ist jetzt eine Zeit der Aktivität?

00:28:43: Ist jetzt einer Zeit der Speicherung?

00:28:45: Isst jetzt eine zeit der Regeneration?

00:28:47: Vielleicht erklärt genau das… warum zwei Menschen mit ähnlicher Ernährung völlig unterschiedlich reagieren können.

00:28:55: Denn Ernährungen ist nicht nur die Frage, was gebe ich meinem Körper sondern auch welches Signal gebe ich meinen Körper und zu welchem Zeitpunkt?

00:29:04: Rhythmus entscheidet nicht über alles aber er beeinflusst wie gut unser Körper mit dem umgehen kann was wir ihm geben.

00:29:19: Auch Bewegung folgt einem biologischen Rhythmuss.

00:29:22: Viele Menschen verbinden Training ausschließlich mit Belastungen.

00:29:25: Je mehr ich trainiere, desto schneller erreiche ich mein Ziel.

00:29:28: Aber unser Körper funktioniert nicht nach diesem Prinzip.

00:29:31: Der entscheidende Fortschritt entsteht nicht während der Belastung selbst.

00:29:34: Er entsteht in der Phase danach.

00:29:37: setzt zunächst einen Reiz.

00:29:39: Beim Krafttraining entstehen beispielsweise kleine strukturelle Veränderungen in der Muskulatur, das Nervensystem wird gefordert, Energiespeicher werden gelehrt, der Körper registriert.

00:29:49: die aktuelle Leistungsfähigkeit reicht für diese Belastung möglicherweise nicht vollständig aus und genau jetzt beginnt der eigentliche Anpassungsprozess.

00:29:58: Der Körper repariert, regeneriert und passt sich an erbaut Strukturen auf, verbessert Bewegungsabläufe und bereitet sich darauf vor eine ähnliche Belastung in Zukunft besser bewältigen zu können.

00:30:09: Dieser Prozess wird als Superkompensation bezeichnet.

00:30:13: Vereinfacht gesagt – Belastungen senkt zunächst die Leistungsfähigkeit.

00:30:18: Erholung stellt sie wieder her!

00:30:20: Und bei optimaler Regeneration passt sich der Körper über das ursprüngliche Niveau hinaus an.

00:30:26: Genau dieser Rhythmus ist entscheidend.

00:30:30: Anpassung, neue Belastungen.

00:30:32: Wird dieser Ablauf eingehalten entsteht Fortschritt?

00:30:35: Wird er jedoch ständig unterbrochen kann der Körper nicht optimal reagieren.

00:30:40: zu wenig Belastung setzt keinen ausreichenden Anpassungsreiz.

00:30:43: Zu viel belastung ohne Ausreichen der Erholung führt dagegen dazu dass der Körper dauerhaft im Reparaturmodus bleibt.

00:30:51: Das kann sich zeigen durch sinkende Leistungsfähigkeit Mütigkeit schlechtere Regeneration erhöhte Verletzungsanfälligkeit oder fehlende Motivation.

00:31:00: Auch hier zeigt sich wieder ein Grundprinzip des Körpers.

00:31:03: Nicht die maximale Belastung macht uns stärker, sondern die Fähigkeit zwischen Belastungs- und Erholung zu wechseln.

00:31:08: Das gilt nicht nur für Muskeln.

00:31:10: auch das Nervensystem braucht Erholungen.

00:31:12: Auch Hormone benötigen Zeit zur Regulation.

00:31:15: Auch das Immunsystem profitiert von ausreichenden Regenerationsphasen.

00:31:20: Deshalb ist ein guter Trainingsplan nicht nur eine Auflistung von Übungen und Gewichten.

00:31:25: Es ist ein Rhythmus aus Herausforderung und Erhohlung.

00:31:29: Vielleicht liegt genau hier ein Missverständnis unserer heutigen Zeit.

00:31:33: Wir versuchen häufig den Körper durch mehr Druck zu verändern, aber der Körper verändert sich nicht durch permanente Belastung – er verändert sich durch die intelligente Kombination aus Reiz und Anpassung.

00:31:45: Denn Wachstum entsteht nicht im Moment der Überforderungen.

00:31:48: Wachs-Tum entsteh in der Zeit danach!

00:31:58: Keine Angst, wir kommen langsam zum Ende.

00:32:00: Aber wenn wir uns die Natur anschauen, erkennen wir ein Prinzip das überall vorhanden ist Alles folgt einem Rhythmus.

00:32:06: Es gibt keinen dauerhaften Zustand von nur einer Phase.

00:32:10: Der Tag folgt auf die Nacht Auf Aktivität folgt Ruhe Auf Einatmen folgt Ausatmen Auf Sommer folgt Winter Auf Wachstum folgt Erholung.

00:32:21: Die Natur arbeitet nicht gegen diesen Wechsel.

00:32:24: Sie lebt durch sie.

00:32:25: Ein Baum wext nicht jeden Tag mit maximaler Geschwindigkeit.

00:32:29: Tiere wechseln zwischen Aktivität und Ruhe, selbst die Erde befindet sich in einem ständigen Wechsel aus Licht und Dunkelheit.

00:32:36: Nur wir Menschen haben begonnen uns von diesem natürlichen Prinzip zu entfernen.

00:32:41: Wir versuchen häufig dauerhaft leistungsfähig zu sein – immer erreichbar, immer produktiv, immer schneller, immer besser!

00:32:49: Wir betrachten Erholung oft nicht als einen notwendigen Bestandteil von Leistungen sondern als Unterbrechung davon.

00:32:56: Dabei ist Erholung kein Gegensatz zur Entwicklung, sie ist die Voraussetzung dafür.

00:33:02: Unser Körper ist nicht dafür gemacht dauerhaft im Zustand höchster Aktivierung zu bleiben – ein System das ständig unter Spannung steht verliert langfristig seine Fähigkeit zur Anpassung.

00:33:12: Das gilt für den Körper, für das Nervensystem und auch für unsere Emotionen.

00:33:19: Ein Muskel wächst nicht während der Belastungen, sondern in der Erholing danach.

00:33:24: Ein Nervensystem wird nicht durch permanente Aktivierung stärker, sondern durch die Fähigkeit wieder in einen Zustand von Ruhe zurückzufinden.

00:33:32: Auch unser Geist braucht Phasen ohne permanente Aufnahme neuer Informationen damit verarbeiten und Kreativität entstehen können.

00:33:41: Vielleicht liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis wir müssen nicht lernen mehr auszuhalten.

00:33:46: vielleicht müssen wir wieder lernen besser zu wechseln zwischen Anspannung und Entspannungen zwischen Leistung und Pause zwischen tun und sein.

00:33:55: Denn Gesundheit bedeutet nicht immer auf voller Kraft zu laufen, gesundheit bedeutet den eigenen Rhythmus wiederzufinden.

00:34:03: Die Natur zeigt uns diesen Rhythmes jeden Tag.

00:34:07: die eigentliche Frage ist haben wir verlernt auf ihn zu hören?

00:34:18: Vielleicht liegt das Problem nicht immer darin dass wir zu wenig Disziplin haben.

00:34:22: vielleicht liegt es manchmal daran dass wir versuchen gegen unseren eigenen Rhythmus zu leben denn wenn etwas nicht funktioniert reagieren viele Menschen mit noch mehr Druck.

00:34:32: Mehr Kontrolle, mehr Optimierung, mehr Leistung.

00:34:36: Wir fragen uns warum schaffe ich das nicht?

00:34:38: Warum bin ich nicht konsequenter?

00:34:39: Warum fehlt mir die Motivation?

00:34:42: Aber vielleicht ist die eigentliche Frage eine andere.

00:34:45: Vielleicht fehlt deinem Körper gar nicht mehr Disziplin Vielleicht fehlt ihm einfach sein Rhythmus Denn dein Körper ist kein System dass dauerhaft auf Höchstleistungen funktionieren kann.

00:34:56: Er braucht Belastungen Aber auch Erholung, er braucht Aktivität aber auch Ruhe.

00:35:00: Er braucht Herausforderungen aber auch Zeit zur Anpassung.

00:35:04: und genau hier entsteht ein weit verbreiteter Irrtum.

00:35:07: Wir versuchen häufig mehr zu leisten wenn unser Körper eigentlich mehr Regeneration benötigt.

00:35:11: wir versuchen Müdigkeit mit noch mehr Willenskraft zu überwinden.

00:35:15: wir versuchen fehlende Energie durch noch mehr Optimierung auszugleichen.

00:35:22: braucht der Körper nicht noch einen weiteren Impuls.

00:35:25: Manchmal braucht er die Möglichkeit wieder ins Gleichgewicht zurückzufinden, das bedeutet nicht dass wir weniger erreichen sollen.

00:35:32: im Gegenteil Menschen die ihren eigenen Rhythmus verstehen können oft nachhaltiger leisten weil sie nicht ständig gegen ihr eigenes System arbeiten.

00:35:40: Sie wissen wann Belastung sinnvoll ist, Sie wissen Wann Erholung notwendig ist.

00:35:45: Sie verstehen, dass Fortschritt nicht nur durch Anstrengung entsteht sondern durch den richtigen Wechsel zwischen Anpassung und Regeneration.

00:35:53: Vielleicht ist die entscheidende Veränderung deshalb nicht wie kann ich mich noch stärker antreiben?

00:35:58: Sondern was braucht mein Körper gerade um wieder in seinen natürlichen Rhythmus zurückzufinden?

00:36:04: denn manchmal ist der Weg nach vorne nicht mehr Druck sondern mehr Verbindung mit dem eigenen System.

00:36:11: Der Körper braucht keinen perfekten Tag, er braucht Verlässlichkeit.

00:36:15: Denn Gesundheit entsteht nicht dadurch dass wir jeden Tag alles optimal machen.

00:36:19: Kein Mensch lebt dauerhaft nach einem perfeksten Plan.

00:36:22: Es gibt stressige Tage unruhige Nächte besondere Situationen und Phasen in denen nicht alles so läuft wie wir es uns wünschen.

00:36:30: Entscheidend ist nicht Perfektion, entscheidend ist der Rhythmus zu dem wir immer wieder zurückfinden.

00:36:36: Rhythmus bedeutet nicht, jeden Tag exakt dasselbe zu tun.

00:36:40: Es bedeutet nicht das jeder Tag gleich aussehen muss oder abweichungen schlecht sind.

00:36:46: Rhythmuss bedeutet, dass unser Körper wiederkehrende Orientierung bekommt.

00:36:51: es bedeutet den Wechsel zwischen Belastung und Erholung Aktivität und Ruhe Spannung Endspannung Aufnahme Verarbeitung Wachsein Schlaf.

00:37:04: Genau diese Wechsel halten unser System stabil.

00:37:07: Ein Körper, der weiß dass nach Belastung wieder Erholung folgt kann sich anpassen.

00:37:12: ein Nervensystem das regelmäßig Signale von Sicherheit erhält kann leichter regulieren.

00:37:17: Ein Mensch der seinen eigenen Rhythmus versteht muss nicht ständig gegen sich selbst arbeiten.

00:37:22: vielleicht ist auch das eine ganz wichtige Erkenntnis dieser Folge.

00:37:25: wir müssen nicht lernen unseren Körper ständig zu kontrollieren.

00:37:29: Wir müssen Lernen ihm wieder zuzuhören Denn der Körper spricht jeden Tag mit uns durch Energie, durch Müdigkeit, durch Leistungsfähigkeit.

00:37:39: Durch innere Unruhe – durch Ruhe!

00:37:41: Die Frage ist nur nehmen wir diese Signale wahr oder versuchen wir weiterhin unseren eigenen Rhythmus zu übergehen?

00:37:50: Denn am Ende geht es nicht darum perfekt im Takt sein.

00:37:53: Es geht darum wieder den eigenen Takt zu finden.

00:37:57: Ja und damit sind wir dann tatsächlich heute am Ende.

00:37:59: Vielen Dank, dass du dir heute wieder die Zeit genommen hast zuzuhören!

00:38:02: Und wenn du zusätzlich Fragen hast Anregungen Feedback Hinweise Tipps oder auch Themenwünsche gern an die Mail Adresse in den Shownotes bis zur nächsten Woche.

00:38:13: lasst es dir gut gehen bleibe wahrnehmungsfähig.

00:38:15: diese Rene des Körpers der Podcast er deine Sinne schärft und ich lehrt auf deinen Körper zu hören bleibt gesund.

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