Die Sirene des Körpers - Folge 81 - Entscheidung Teil 1
Shownotes
Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com
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00:00:05: Hallo und herzlich willkommen bei die Sirene des Körpers, dem Podcast der Deine Sinne schärft und ich lehrt auf Deinen Körper zu hören.
00:00:11: Es ist Sonntagmorgen weiter geht es schön dass Du wieder dabei bist.
00:00:23: In der letzten Folge haben wir über Selbstachtung gesprochen und darüber warum sie weit mehr ist als Selbstliebe oder Selbstwert.
00:00:29: Wir haben gesehen das Selbstachtungen nicht nur ein Gefühl ist sondern vor allem darin sichtbar wird wie wir täglich mit uns selbst umgehen.
00:00:36: Anhand der vier Ebenen, Körper-, Geist-, Ego- und Selbst haben wir betrachtet warum wir manchmal den Kontakt zu unseren eigenen Bedürfnissen verlieren.
00:00:43: Und welche Rolle dabei unsere Erfahrungen gesellschaftliche Erwartungen unserer Streben nach Leistung spielen?
00:00:49: Ein zentraler Gedanke war selbst.
00:00:52: Achtung entsteht nicht durch große Worte sondern durch die kleinen Entscheidungen unseres Alltags immer dann wenn wir beginnen unseren Körper ernst zu nehmen unsere Grenzen wahrzunehmen und nach unseren eigenen Werten zu handeln.
00:01:04: Und genau dort beginnt der respektvolle Umgang mit uns selbst.
00:01:14: Kennst du das?
00:01:15: Du nimmst dir abends fest vor, heute früher schlafen zu gehen – wir möchtest deinem Körper endlich die Ruhe geben, die er braucht!
00:01:22: Doch dann schaust du nur kurz aufs Handy eine Nachricht ein Video noch einen kurzer Blick und plötzlich ist es Mitternacht.
00:01:29: oder du startest motiviert in den Tag, du möchtes dich gesünder ernähren mehr trinken, dich bewegen und besser für dich sorgen….
00:01:36: Und trotzdem greifst du später zur Schokolade, verschiebst das Training oder entscheidest dich für die bequemere Variante.
00:01:42: Nicht weil Du nicht weißt was gut für Dich ist sondern weil Du Dich in diesem Moment anders entscheidst.
00:01:49: Vielleicht kennst Du auch die Situation, Du führst ein Gespräch, ein bestimmter Satz fällt einen Tonfall, einen Blick Und plötzlich reagierst du.
00:01:56: Du wirst laut, du ziehst dich zurück oder du sagst etwas das du kurze Zeit später bereust.
00:02:01: und danach kommt diese Frage Warum habe ich eigentlich so reagiert?
00:02:07: Genau diese Momente sind spannend denn sie zeigen uns Entscheidungen entstehen nicht immer so bewusst wie wir glauben.
00:02:12: Wir haben häufig das Gefühl Ich denke nach, ich entscheide Ich handle.
00:02:17: Doch unser Gehirn arbeitet viel komplexer, jede Sekunde verarbeitet es unzählige Informationen Es bewertet Situationen Es vergleicht mit früheren Erfahrungen Es berücksichtigt Gefühle Körperzustände und Erinnerung Und vieles davon passiert bevor uns überhaupt bewusst wird, dass gerade eine Entscheidung entsteht.
00:02:37: Vielleicht entscheidet also nicht nur unser Verstand vielleicht entscheidet auch unser Körper unserer Nervensystem unsere Gewohnheiten unsere Emotionen unsere Erfahrung und manchmal auch unser Ego.
00:02:48: Genau darum geht es heute.
00:02:50: wir schauen uns an.
00:02:51: wie entstehen Entscheidungen wirklich?
00:02:53: warum tun wir manchmal Dinge obwohl wir ist eigentlich besser wissen?
00:02:56: Warum reicht Wissen allein oft nicht aus um unser verhalten zu verändern?
00:02:59: Und vor allem wer oder was In uns trifft eigentlich die Entscheidung.
00:03:12: Bevor wir verstehen können, warum wir manchmal Entscheidungen treffen, die wir später hinterfragen müssen, wir zuerst klären was ist eine Entscheidung überhaupt?
00:03:19: Aus wissenschaftlicher Sicht ist einer Entscheidung der Prozess aus mehreren Möglichkeiten eine Handlung auszuwählen.
00:03:25: Unser Gehirn steht jeden Tag vor unzähligen Entscheidungen.
00:03:27: Was esse ich, worauf richte ich meine Aufmerksamkeit?
00:03:30: Wie reagiere ich auf eine Situation?
00:03:32: Welche Handlung ist sinnvoll?
00:03:34: Welcher Möglichkeit bringt den größten
00:03:36: Nutzen?".
00:03:37: Eine Entscheidung entsteht also immer dann wenn unser Gehirnen verschiedene Möglichkeiten bewertet und daraus eine Handlung auswählt.
00:03:44: Dabei ist aber wichtig nicht jede Entscheidung entstehen auf die gleiche Weise.
00:03:48: Wir unterscheiden verschiedene Formen, die Bewusst der Entscheidung.
00:03:51: Das sind Entscheidungen bei denen wir aktiv nachdenken und vergleichen.
00:03:53: Wir wegen ab wie überlegen zum Beispiel welchen Beruf ich wähle.
00:03:59: soll Ich umziehen?
00:03:59: welche Gewohnheiten möchte ich verändern?
00:04:02: Wir überlegen Konsequenzen.
00:04:03: hier spielt besonders der präfrontale Cortex eine wichtige Rolle der Bereich unseres Gehirns damit Planung Kontrolle und langfristigem Denken verbunden ist.
00:04:12: Und die unbewussten Entscheidungen, ein großer Teil unserer Entscheidungen sind unbewusst der Entscheidung und entstehen im Hintergrund.
00:04:19: Unser Gehirn verarbeitet ständig Informationen ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
00:04:23: Es erkennt Muster, es bewertet Situationen, es reagiert auf Körpersignale.
00:04:27: Es vergleicht aktuelle Erlebnisse mit vergangenen Erfahrungen.
00:04:32: Ein Beispiel Du betrittst einen Raum und spürst sofort irgendetwas fühlt sich anders an.
00:04:37: Du fühlst dich bei einer Person wohl oder unwohl ohne genau erklären zu können warum.
00:04:41: Dein Gehirn hat bereits Informationen verarbeitet, bevor dein bewusster Verstand eine Erklärung
00:04:46: findet.".
00:04:48: Und dann gibt es die automatischen Entscheidungen und diese entstehen vor allem durch Gewohnheiten.
00:04:52: Dinge, die wir häufig wiederholen müssen nicht jedes Mal neu entschieden werden – das spart Energie!
00:04:57: Du überlegst morgens nicht bewusst wie du deine Zähne putzt.
00:04:59: Du planst nicht jeden Handgriff beim Autofahren?
00:05:02: Das Gehirnen greift auf gespeicherte Abläufe zurück….
00:05:04: Diese Fähigkeit ist lebenswichtig, denn ohne Automatismen wären wir von der Menge an Informationen im Alltag völlig überfordert.
00:05:11: Das ist klar!
00:05:12: Aber genau hier entsteht auch eine Herausforderung – was uns das Leben erleichtert kann uns gleichzeitig festhalten.
00:05:19: Denn nicht jede automatische Entscheidung bringt uns dorthin wo wir eigentlich hin möchten.
00:05:24: und dann gibt es die ganz wichtigen intuitiven Entscheidungen.
00:05:28: Die Intuition dieses Gefühl irgendetwas sagt mir dass das richtig oder falsch.
00:05:33: Intuition entsteht nicht aus dem Nichts.
00:05:36: Sie basiert auf Erfahrungen, die unser Gehirn gespeichert hat.
00:05:39: Ein erfahrener Arzt erkennt manchmal sehr schnell das etwas nicht stimmt.
00:05:42: ein Sportler spürt früh dass eine Bewegung nicht optimal ist.
00:05:45: Das Gehirne kennt Muster, die über viele Jahre entstanden sind.
00:05:48: Aber auch hier gilt Intuition kann wertvoll sein sie kann aber auch durch Ängste oder alte Erfahrungen beeinflusst werden.
00:05:56: Und jetzt kommt die spannende Frage Wie viele Entscheidungen treffen wir eigentlich jeden Tag?
00:06:01: Die genaue Zahl lässt sich wissenschaftlich nicht eindeutig abstimmen, aber sicher ist wir treffen täglich unzählige bewusste und unbewusste Entscheidungen.
00:06:09: Was wir essen?
00:06:10: Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten?
00:06:12: Wie reagieren wir?
00:06:13: Welche Gedanken verfolgen welche Informationen wir aufnehmen?
00:06:17: Und genau deshalb braucht unser Gehirn Abkürzung!
00:06:20: Unser Gehirne ist ein Energiesparsystem.
00:06:23: Es könnte nicht jede Situation komplett neu analysieren.
00:06:27: Stell dir vor du müsstest jeden Tag neu entscheiden Wie stehe ich auf?
00:06:31: Wie gehe ich, wie halte ich eine Tasse.
00:06:32: Wie interpretiere ich jeden Blick eines anderen Menschen, das wäre
00:06:35: unmöglich.".
00:06:37: Deshalb nutzt unser Gehirn Erfahrungen Muster und Automatismen – diese machen unser Leben möglich!
00:06:43: Aber sie führen uns auch zu einer entscheidenden Frage… Wenn so vieles automatisch passiert …wie bewusst entscheiden wir dann eigentlich wirklich?
00:07:01: Wenn wir über Entscheidungssprechen kommen wir an einem der faszinierendsten Themen der modernen Neurowissenschaft nicht vorbei.
00:07:06: Unser Gehirn beginnt häufig mit Entscheidungsprozessen, bevor unser Bewusstsein überhaupt das Gefühl hat eine Entscheidung getroffen zu haben.
00:07:12: Das bedeutet nicht dass wir keine Kontrolle über unser Verhalten haben aber es zeigt uns etwas wichtiges.
00:07:18: Entscheidungen entstehen nicht in einem einzigen Moment.
00:07:21: sie sind das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels aus Gehirnen Körper Emotionen Erfahrung und Bewusstsein.
00:07:27: lange Zeit haben wir uns den Menschen vor allem als rationales Wesen vorgestellt.
00:07:31: Wir denken nach wie analysieren wir treffen eine Entscheidung und danach handeln.
00:07:35: Doch unser Gehirn arbeitet anders.
00:07:37: Bevor eine Entscheidung bewusst wird, laufen bereits viele Prozesse im Hintergrund ab.
00:07:42: Unser Gehirnsammelt Information ist bewertet Situation, es vergleicht aktuelle Eindrücke mit früheren Erfahrungen und es berücksichtigt unseren körperlichen Zustand und unsere Gefühle.
00:07:51: All das geschieht häufig bevor unser Bewussterverstand überhaupt beginnt darüber nachzudenken.
00:07:58: Ein bekanntes Beispiel dafür ist das sogenannte LIBIT Experiment aus den der Neurowissenschaftler Benjamin Liebet untersuchte, wann eine Handlung im Gehirn vorbereitet wird und wann ein Mensch das bewusste Gefühl bekommt.
00:08:12: Ich habe mich jetzt
00:08:12: entschieden.".
00:08:14: Dabei zeigte sich das bestimmte Gehirnaktivitäten bereits messbar waren bevor die Versuchspersonen angaben, die bewusster Entscheidungen getroffen zu haben.
00:08:23: Dieses Ergebnis wurde sehr intensiv diskutiert.
00:08:26: Sie bedeutet nicht dass unser freie Wille widerlegt ist aber sie zeigen zwischen einem Reiz passiert bereits sehr viel.
00:08:35: Unser Gehirn arbeitet ständig im Hintergrund, es bereitet vor, es bewertet, es sortiert und erst danach erleben wir häufig den bewussten Moment der Entscheidung.
00:08:44: Dabei spielen verschiedene Bereiche unseres Gehirns eine wichtige Rolle – Der Talamus funktioniert vereinfacht gesagt wie eine zentrale Umschaltstation.
00:08:52: Er empfängt Informationen aus unserer Umwelt und aus unserem Körper und hilft dabei zu entscheiden welche Informationen weiter verarbeitet werden Denn unser Gehirn kann nicht alles gleichzeitig bewusst beachten.
00:09:04: Es muss filtern!
00:09:06: Die Amygdala spielt eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung, sie überprüft sehr schnell – ist es wichtig?
00:09:12: Ist es möglicherweise gefährlich?
00:09:13: Ist etwas belohnend?
00:09:15: Deshalb reagieren wir manchmal innerhalb von Sekunden Ein bestimmter Gesichtsausdruck ein Tonfall einer Situation die uns an etwas Vergangenes erinnert.
00:09:24: Unser Gehirn bewertet bereits, bevor unser Bewusster Verstand eine Erklärung gefunden hat.
00:09:29: Dann gibt es den präfrontalen Cortex – er ist besonders wichtig für bewusste Entscheidungen!
00:09:33: Er hilft uns zu planen, Folgen abzuschätzen, Impulse zu kontrollieren und langfristige Ziele zu berücksichtigen.
00:09:40: Er ist der Teil in uns, der sagt Warte kurz….
00:09:43: Ist diese Entscheidung wirklich sinnvoll?
00:09:45: Welche Konsequenzen hat mein Verhalten?
00:09:48: Und dann gibt es noch die Basalganglieren ….
00:09:50: Sie spielen eine zentrale Rolle bei Gewohnheiten.
00:09:53: Sie helfen unserem Gehirn häufig wiederholte Abläufe effizient zu speichern.
00:09:57: Das ist unglaublich praktisch, denn wir müssen nicht jede Handlung jeden Tag neu erfinden – aber genau hier entsteht auch ein wichtiger Punkt!
00:10:04: Was wir häufig tun wird leichter wiederholt.
00:10:06: Unser Gehirnen liebt bekannte Wege, nicht unbedingt weil sie gut sind sondern weil sie effiziente sind.
00:10:13: Und damit kommen wir zu einer der spannendsten Fragen.
00:10:15: Warum entscheiden wir eigentlich so selten rein rational?
00:10:18: Wir glauben oft, ich weiß doch was richtig wäre.
00:10:21: warum mache ich es trotzdem anders?
00:10:24: Die Antwort liegt darin Entscheidungen entstehen nicht nur im Kopf.
00:10:27: sie entstehen aus unserer gesamten Geschichte Aus unseren Erfahrungen aus unseren Erinnerung aus unseren Emotionen aus unserem Körperzustand.
00:10:36: Ein Mensch der früh gelernt hat.
00:10:38: Ich bekomme Anerkennung wenn ich Leistung bringe wird dann andere Entscheidungen treffen als jemand, der gelernt hat.
00:10:44: Fehler sind erlaubt und gehören zum Leben.
00:10:47: Unsere Vergangenheit beeinflusst also welche Möglichkeiten wir überhaupt wahrnehmen.
00:10:51: unser Gehirn speichert nicht nur Fakten es speichern Erfahrungen verbunden mit Gefühlen und deshalb kann eine aktuelle Situation eine alte Reaktion auslösen Nicht weil die heutige Situation gleich ist sondern weil unser Geheir ein Verbindung herstellt.
00:11:05: Ein weiterer großer Einflussfaktor ist unser Belohnungssystem.
00:11:09: Unser Gehirn fragt nicht nur, was ist langfristig sinnvoll.
00:11:13: Es fragt häufig, was bringt mir jetzt ein Vorteil?
00:11:16: Und genau hier entsteht der Konflikt den viele Menschen kennen.
00:11:19: Wir wissen, Schlaf ist wichtig – aber das Handy am Abend gibt uns kurzfristige Ablenkung!
00:11:24: Wir wissen Bewegung tut gut… Aber das Sofa bietet gerade mehr Komfort ….
00:11:28: wir wissen gesunde Ernährung unterstützt unseren Körper….
00:11:31: Aber die Süßigkeit liefert sofort einen angenehmen Moment.
00:11:35: Das Problem ist nicht fehlendes Wissen.. das Problem ist dass unser Gehirn kurzfristig Belohnungen sehr stark bewertet.
00:11:43: Eine wichtige Rolle spielt dabei Dopamin.
00:11:45: Dopamin wird oft als Glückshormon bezeichnet, das ist allerdings etwas vereinfacht denn Dopamin sorgt nicht einfach für Glück.
00:11:52: es spielt vor allem eine Rolle bei Motivationen Erwartung Lernen und dem Gefühl.
00:11:57: Das könnte wichtig sein.
00:11:59: Nicht nur die Belohnung selbst aktiviert unser System schon.
00:12:02: die Erwartungen kann ausreichen eine Nachricht auf dem Handy ein neues Video Ein Angebot beim online Shopping einen Like.
00:12:08: Unser Gehirn fragt was kommt als nächstes?
00:12:11: Genau diese Erwartung hält unsere Aufmerksamkeit gefangen.
00:12:15: Hier kommen Gewohnheiten ins Spiel, unser Gehirn liebt Wiederholungen, hatte ich gesagt – denn Wiederholung spart Energie!
00:12:21: Wenn eine Handlung regelmäßig eine bestimmte Wirkung erzeugt, entsteht ein gespeicherte Ablauf zum Beispiel Stress, Handy nehmen, Ablenkung, kurzfristige Erleichterung oder Müdigkeit, Zucker, kurzer Energieschub oder Überforderung, Aufgabe verschieben kurzfristig weniger Druck.
00:12:37: Das Gehirn lernt, diese Handlung hilft mir gerade und irgendwann läuft sie automatisch ab nicht weil wir schwach sind sondern weil unser Gehirnen genau dafür gemacht ist Muster zu speichern.
00:12:47: Deshalb veränder sich Entscheidungen nicht allein durch mehr Wissen.
00:12:50: Viele Menschen wissen genau was gesund wäre, sie wissen Schlaf ist wichtig Bewegung ist wichtig Pausen sind wichtig und trotzdem handeln Sie manchmal anders Denn zwischen Wissen und Verhalten liegt ein komplexes System Ein Zusammenspiel aus Gehirn Körper Emotion Gewohnheit und Erfahrung.
00:13:03: Vielleicht ist deshalb die wichtige Frage Nicht Warum mache ich das?
00:13:07: Obwohl Ich es besser weiß Sondern Was in mir entscheidet gerade Und warum?
00:13:19: An dieser Stelle möchte ich wieder mein Modell der vier Ebenen aufgreifen, das viele von euch bereits aus den vorherigen Folgen kennen.
00:13:26: Für alle die neu dabei sind, ich betrachte dem Menschen nicht nur als rational denkendes Wesen.
00:13:31: Unsere Entscheidungen entstehen aus einem Zusammenspiel von Körper, Geist, Ego und Selbst.
00:13:35: Und gerade beim Thema Entscheidung wird sichtbar wie unterschiedlich diese Ebenen arbeiten.
00:13:40: Denn oft sagen wir ich habe mich entschieden.
00:13:42: aber die spannende Frage lautet wer in mir hat das eigentlich entschieden?
00:13:46: War es mein Körper?
00:13:47: War ist eine alte Erfahrung?
00:13:48: war es ein Gedanke?
00:13:49: war es der Wunsch nach Anerkennung oder war es eine bewusste Entscheidung aus meinem eigenen Werten heraus?
00:13:56: Beispiel du bekommst einen Jobangebot Mit mehr Verantwortung, dein Geist analysiert.
00:14:00: Mehr gehaltener Möglichkeiten, mehr Entwicklung.
00:14:03: Dein Körper reagiert vielleicht anders Anspannung Unruhe Stress.
00:14:07: Dein Ego sagt jetzt sehen andere endlich was ich leisten kann.
00:14:10: und dann selbst stellt eine andere Frage Passt dieser Weg wirklich zu dem Leben das Ich führen möchte?
00:14:18: Die Entscheidung sieht von außen gleich aus aber die Ebene Aus der heraus sie entsteht verändert alles Denn alle vier Ebenen haben Eine Funktion Der Körper Möchte Schützen Der Geist möchte verstehen, das Ego möchte Sicherheit und Anerkennung.
00:14:32: Das selbst möchte nach unseren Werten handeln.
00:14:35: Die Herausforderungen entsteht erst dann wenn eine Ebene dauerhaft die Führung übernimmt.
00:14:40: Nachdem wir verstanden haben, dass Entscheidungen nicht nur im bewussten Denken entstehen möchte ich jetzt noch einmal genauer auf mein Modell der Vier-Ebenen eingehen.
00:14:47: Es geht nicht darum den Menschen in vier getrennte Teile aufzuteilen.
00:14:50: es geht viel mehr darum zu verstehen das sind uns.
00:14:52: unterschiedliche Systeme wirken unser Körper und unser Geist unser Ego und unser Selbst.
00:14:57: alle vier Ebenen haben eine wichtige Funktion.
00:15:00: keine Ebene ist grundsätzlich falsch.
00:15:02: die entscheidende Frage ist welche Ebene übernimmt gerade die Führung?
00:15:06: denn dieselbe Entscheidung kann aus völlig unterschiedlichen Gründen entstehen.
00:15:10: Beginnen wir mit der Ebene, die häufig unterschätzt wird – unser Körper.
00:15:14: Viele Menschen glauben Entscheidungen entstehen hauptsächlich im Kopf aber bevor wir überhaupt bewusst darüber nachdenken befindet sich unser Körper bereits in einem bestimmten Zustand und dieser Zustand beeinflusst unsere Entscheidung.
00:15:26: Wir entscheiden anders, wenn wir ausgeschlafen sind.
00:15:28: Wir entscheiden auch anders, wie müde und hungrig wir sind.
00:15:32: Und wenn unser Nervensystem unter Dauerstress steht.
00:15:35: Ein einfaches Beispiel Du gehst hungrisch einkaufen.
00:15:37: Plötzlich erscheinen dir bestimmte Lebensmittel besonders attraktiv.
00:15:41: Vielleicht reißt du zu Dingen die du eigentlich gar nicht kaufen wolltest.
00:15:44: Hat sich dein Wissen verändert?
00:15:45: Nein Haben sich deine Werte verändert?
00:15:47: nein Aber dein Körper sendet gerade ein starkes Signal.
00:15:50: Ich brauche Energie Und dein Gehirn bewertet diese Informationen.
00:15:55: Ein anderes Beispiel.
00:15:56: Du hattest eine schlechte Nacht, am nächsten Morgen führt jemand ein Gespräch mit dir und sagt etwas Kritisches.
00:16:02: An einem entspannten Tag würdest du vielleicht ruhig reagieren aber müde und erschöpft interpretierst du dieselbe Aussage viel negativer.
00:16:11: Du fühlst dich schneller angegriffen, du reagierst empfindlicher nicht weil du plötzlich ein anderer Mensch bist sondern weil dein körperlicher Zustand beeinflusst wie dein Gehirn die Situation bewertet.
00:16:21: Ein wichtiger Begriff ist hier die Interozeption.
00:16:25: Damit ist die Wahrnehmung unserer inneren Körperzustände gemeint, also die Fähigkeit wahrzunehmen wie fühlt sich mein Körper gerade an?
00:16:33: Bin ich angespannt?
00:16:34: bin ich ruhig?
00:16:34: bin ich erschöpft?
00:16:35: bin ich voller Energie?
00:16:37: Diese Signale sind keine Störungen sie sind Informationen.
00:16:41: Unser Körper kommuniziert ständig mit unserem Gehirn.
00:16:43: Die Frage ist hören wir zu oder übergehen wir diese Signale?
00:16:46: denn viele Entscheidungen treffen wir nicht falsch weil wir zu wenig wissen, sondern weil wir den Zustand ignorieren.
00:16:52: Aus dem heraus wir entscheiden.
00:16:55: eine Entscheidung aus Erschöpfung ist oft einer andere als die selbe Entscheidung aus innerer Ruhe.
00:17:00: Die zweite Ebene ist unser Geist unsere Gedanken unserer Bewertungen unsere Interpretationen Denn wir entscheiden nicht nur aufgrund dessen was passiert.
00:17:09: Wir entscheiden auf Grund dessen Was wir glauben was passiert.
00:17:12: Ein Beispiel zwei Menschen bekommen dieselbe Rückmeldung Die eine Person denkt interessant, daraus kann ich lernen.
00:17:17: Die andere denkt Ich bin nicht gut
00:17:18: genug.".
00:17:19: Die äußere Situation ist identisch aber die Entscheidung entsteht aus einer völlig anderen inneren Bewertung.
00:17:26: Unsere Gedanken erschaffen also den Rahmen in dem Entscheidungen entstehen.
00:17:30: Doch auch hier gibt es einen wichtigen Punkt unsere Gedanken entstehen nicht einfach zufällig.
00:17:35: Sie haben eine Geschichte.
00:17:36: sie wurden geprägt durch unsere Erfahrungen, unsere Erziehung und unsere Erlebnisse.
00:17:42: Wir denken also häufig mit einer inneren Landkarte die über viele Jahre entstanden ist.
00:17:47: Ein Mensch der gelernt hat ich darf keine Fehler machen wird andere Entscheidungen treffen als jemand der gelernt hatte.
00:17:52: Fehler gehören zum Wachstum.
00:17:53: Die Situation ist dieselbe aber die innere Interpretation verändert die Handlung.
00:17:57: Deshalb ist eine wichtige Fähigkeit, nicht jeden Gedanken sofort für die Wahrheit zu halten.
00:18:03: Ein Gedanke ist zunächst einmal nur ein Gedankel.
00:18:05: Die Frage ist – hilft mir dieser Gedanken oder begrenzt er mich?
00:18:09: Führt der mich zur einer bewussten Entscheidung?
00:18:11: Oder hält er mich in einem alten
00:18:12: Muster?".
00:18:14: Dann kommen wir zu einer besonders interessanten Ebene das Ego und gerade beim Thema Entscheidungen spielt es eine große Rolle.
00:18:21: Wichtig!
00:18:21: Wenn ich vom Ego spreche meine ich nicht etwas Negatives.
00:18:24: Das Ego ist dann Teil unseres psychologischen Systems.
00:18:27: Es hilft uns eine Identität aufzubauen, es gibt Orientierung und es schützt unser Selbstbild.
00:18:33: Aber manchmal übernimmt das Entscheidungen die nicht unbedingt unserem langfristigen Wohl dienen.
00:18:38: Das Ego fragt häufig wie wirke ich?
00:18:40: Was denken andere über mich?
00:18:42: Bekomme ich Anerkennung?
00:18:43: Verliere ich mein Status?
00:18:44: Muss ich recht behalten?
00:18:46: Vielleicht kennst du solche Situationen, du sagst ja obwohl du eigentlich nein meinst.
00:18:50: Warum?
00:18:51: Nicht weil du es nicht besser weißt sondern weil dein Ego vielleicht Angst hat jemand zu enttäuschen schwach zu wirken nicht gebraucht zu werden oder du arbeitest weiter obwohl dein Körper längst eine Pause braucht.
00:19:01: warum?
00:19:01: Vielleicht nicht weil du keine Müdigkeit spürst sondern weil ein Teil in dir sagt ich muss beweisen dass ich leistungsfähig bin.
00:19:07: das ego sucht Sicherheit Aber Sicherheit bedeutet nicht immer automatisch das Richtige.
00:19:12: Manchmal hält uns genau das fest, was uns eigentlich schützen möchte.
00:19:17: und dann gibt es die tiefste Ebene – dass selbst!
00:19:21: Das Selbst ist der Teil in uns, der beobachten kann, der wahrnehmen kann.
00:19:25: Da ist ein Gedanke da ist eine Emotion, da ist ein Impuls aber ich muss nicht automatisch danach handeln.
00:19:32: hier entsteht er Raum zwischen Reiz und Reaktion.
00:19:36: Was entspricht meinen Werten?
00:19:38: Welche Entscheidung passt zu den Menschen, der ich sein möchte.
00:19:42: Was dient meinem langfristigen Weg?
00:19:44: Ein Beispiel du bekommst eine Nachricht die dich ärgert!
00:19:47: Der Körper reagiert an Spannung, der Geist produziert Gedanken.
00:19:50: Das ist unfair!
00:19:51: Das Ego sagt ich muss antworten und mich verteidigen.
00:19:54: Das selbst hält kurz inne und fragt was jetzt wirklich die beste Reaktion?
00:19:59: Vielleicht ist es eine Antwort vielleicht ist das eine Pause vielleicht ist gar keine Reaktionen.
00:20:04: Genau hier entsteht bewusste Entscheidung.
00:20:07: Und vielleicht ist es besonders wichtig in dieser Folge Wir müssen unseren Körper nicht ausschalten wir müssen unser ego Nicht bekämpfen wir müssen unsere Gedanken nicht stoppen aber alle Ebenen gehören zu uns.
00:20:18: Die Frage ist nicht, welche Ebene ist richtig sondern welche Ebene führt mich gerade?
00:20:24: Denn eine bewusste Entscheidung entsteht nicht dadurch das eine Ebene verschwindet.
00:20:29: sie entsteht dadurch dass wir erkennen was gerade in uns wirkt und genau darin liegt unsere Möglichkeit zur Veränderung.
00:20:37: Und hier an dieser Stelle machen wir eine Pause und Teil zwei dieser Folge gibt es dann in der nächsten Woche.
00:20:45: Und damit sind wir für heute schon wieder am Ende.
00:20:47: Vielen Dank, dass du dir heute wieder Zeit genommen hast und wenn du Fragen-, Anregungen-, Feedback- oder Gedanken zu dieser Folge hast, freue ich mich über deine Nachricht an die Mailadresse in den Schonungs.
00:20:57: Bis zur nächsten Woche!
00:20:58: Lass es dir gut gehen, bleibe wahrnehmungsfähig – diese Rene des Körpers, der Podcast, der Deine Sinne schärft und dich lehrt auf Deinen Körper zu hören.
00:21:05: Bleib gesund, ciao.
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