Die Sirene des Körpers - Folge 84 - Grenzen
Shownotes
Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com
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00:00:05: Hallo und herzlich willkommen.
00:00:06: weiter geht's, die Sirene des Körpers.
00:00:08: Der Podcast hat eine Sinne schärft und dich lehrt auf deinem Körper zu hören.
00:00:11: einen wunderschönen Sonntagmorgen euch ein!
00:00:21: In der letzten Woche in der Folge Transformation habe ich mit Sarah Köne über ihre Erfahrung während ihrer dreihundert Stunden Yoga Ausbildung in einem Ashram in Indien gesprochen.
00:00:32: Dabei geht es... Weit mehr als um Yoga und die Ausbildung selbst.
00:00:36: Sarah berichtete sehr persönlich davon, was es bedeutet.
00:00:38: Die gewohnte westliche Lebensweise hinter sich zu lassen und sich auf einen völlig anderen Alltag einzulassen mit ungewohnten Bedingungen festen Strukturen Disziplin Einfachheit und Herausforderung, die körperlich und mental fordern.
00:00:53: Wir sprachen darüber was passiert wenn gewohnt der Sicherheiten wegfallen und man plötzlich stärker mit sich selbst konfrontiert ist.
00:01:00: Was macht diese Erfahrung mit dem eigenen Körper, mit Gedankenerwartungen und der eigenen Wahrnehmung?
00:01:06: Und was bleibt von einer solchen Erfahrung wenn man wieder in den normalen Alltag zurückkehrt?
00:01:12: Eine Folge mit viel Tiefgang und ein außergewöhnlicher Erfahrungsbericht über eine Reise die weit über eine Yoga Ausbildung hinausgeht und vielleicht mehr verändert als man zu Beginn erwartet.
00:01:32: Kennst du das?
00:01:32: Du sagst ja, obwohl du eigentlich nein sagen möchtest.
00:01:35: Du arbeitest weiter, obwohl dein Körper längst müde ist.
00:01:38: Du beantwortest noch diese eine Nachricht, übernimmst noch diese Eine Aufgabe und hörst dir noch dieses eine Problem an – obwohl du selbst eigentlich keine Kraft mehr hast!
00:01:47: Du lässt jemanden immer wieder über deine Grenzen gehen und sagst dir vielleicht «Ist doch nicht so schlimm.».
00:01:53: Das geht schon….
00:01:54: ich kann das noch aushalten.
00:01:56: Du nimmst Rücksicht auf alle anderen und bemerkst erst später dass für dich selbst nichts mehr übrig.
00:02:01: Vielleicht kennst du auch dieses Gefühl, dass du eigentlich längst weißt das etwas zu viel ist.
00:02:06: Du spürst die Anspannung und du wirst unruhig.
00:02:08: Du bist erschöpft.
00:02:09: Du möchtest eigentlich Abstand Und trotzdem machst du weiter.
00:02:13: Manchmal merken wir unsere eigenen Grenzen überhaupt erst dann wenn wir sie bereits überschritten haben.
00:02:19: Der Körper wird müde Die Geduld wird weniger der Ton wird schärfer Der Schlaf wird schlechter Und irgendwann fragen wir uns Warum habe ich eigentlich nicht früher aufgehört?
00:02:28: Warum fällt es uns so schwer, eine Grenze wahrzunehmen bevor wir sie überschreiten?
00:02:32: Warum sagen wir so oft ja obwohl in uns längst ein Nein entsteht?
00:02:37: und warum haben wir manchmal sogar ein schlechtes Gewissen wenn wir etwas für uns selbst tun.
00:02:42: Vielleicht liegt die Antwort viel tiefer als wir denken denn Grenzen haben nicht nur damit zu tun was andere mit uns machen.
00:02:48: Sie haben auch damit zu ton wie gut wir uns selbst wahrnehmen.
00:02:52: Und genau darum geht es heute.
00:02:53: wo liegen unsere grenzen und warum fällt es um so schwer sie zu erkennen ernst zu nehmen und auch zu verteidigen.
00:03:08: Bevor wir darüber sprechen können, warum wir unsere Grenzen so häufig überschreiten müssen, wir zunächst verstehen was eine Grenze überhaupt ist.
00:03:13: wissenschaftlich und psychologisch beschreibt eine Grenz einfach den Punkt an dem etwas für uns nicht mehr stimmig verträglich oder akzeptabel ist.
00:03:23: dabei geht es nicht nur um das berühmte Nein dass wir einem anderen Menschen gegenüber aussprechen.
00:03:28: Grenzen begleiten uns eigentlich ständig und zwar auf ganz unterschiedlichen Ebenen.
00:03:34: Da gibt es die körperlichen Grenzen, unser Körper signalisiert uns wenn Belastung zu viel wird.
00:03:38: Wann wir müde sind Schmerzen haben oder Erholungen brauchen.
00:03:41: Es gibt mentale Grenzen Wenn unsere Konzentration nachlässt Oder wir merken dass wir gedanklich einfach nicht mehr aufnehmen können.
00:03:47: Emotionale Grenz entstehen dort wo Gefühle wie Angst wut rauer oder über Forderung eine bestimmte Belastung anzeigen.
00:03:54: und dann gibt es soziale Grenzen.
00:03:55: Wie viel Nähe möchte ich?
00:03:57: Wie möchte ich behandelt werden, welche Menschen lasse ich wie nah an mich heran?
00:04:01: und auch unsere Zeit hat Grenzen.
00:04:03: jeder Tag das wissen.
00:04:03: wir hat nur vierundzwanzig Stunden unserer Aufmerksamkeit und unsere Energie sind ebenfalls begrenzt.
00:04:10: dazu kommen unsere persönlichen Werte.
00:04:12: Es gibt Dinge die vielleicht für andere völlig in Ordnung sind aber nicht zu unseren eigenen Vorstellungen und Überzeugung passen.
00:04:18: Und schließlich gibt es Belastungsgrenzen, den Punkt an dem die Summe aus Anforderungsstress und Reizen größer wird als das was unser System gerade verarbeiten kann.
00:04:28: Das Spannende dabei ist eine Grenze ist nicht automatisch eine Einschränkung.
00:04:32: wir betrachten Grenzen häufig als etwas dass uns etwas verbietet oder unsere Freiheit reduziert.
00:04:38: Aber eine Grenze kann genau das Gegenteil sein, sie kann uns Orientierung geben.
00:04:42: Sie zeigt uns was uns gut tut, was nicht mehr passt, was uns wichtig ist und wo wir auf uns selbst achten müssen.
00:04:48: Eine Grenze sagt deshalb nicht nur bis hierhin und nicht weiter – sie kann genauso gut bedeuten….
00:04:53: Das hier ist mir wichtig!
00:05:03: Ich möchte kurz über unseren Körper sprechen und was jetzt kommt ist nicht neu.
00:05:07: aber genau aus dem Grund weil wir alles wissen Aber nicht darauf achten, liegt die Veränderung vielleicht in der Wiederholung.
00:05:15: Unser Körper kennt seine Grenzen oft lange bevor unser Bewusstsein sie wirklich wahrnimmt.
00:05:20: Müdigkeit, Schmerz, Anspannungen ein schneller Herzschlag innere unruhe Verdauungsprobleme Kopfschmerzen oder eine zunehmende Erschöpfung sind keine zufälligen Störungen die einfach irgendwie da sind.
00:05:32: Sie können Hinweise darauf sein dass unser System gerade mehr leisten muss als ihm eigentlich zur Verfügung steht.
00:05:38: Das Interessante ist, der Körper wartet nicht darauf dass wir bewusst entscheiden das etwas zu viel ist.
00:05:43: Unser Nervensystem registriert ständig was in uns und um uns herum passiert.
00:05:48: es verarbeitet Reize Belastung Emotionen Schlaf Bewegungen Erholung Und versucht dabei immer wieder ein Gleichgewicht herzustellen.
00:05:56: Geraten wir dauerhaft unter Stress verändert sich dieses gleich Gewicht.
00:05:59: Der Körper aktiviert sein Stress System Der Sympathikus wird stärker aktiv und unter anderem wird Cortisol ausgeschittet.
00:06:05: Kurzfristig ist das sinnvoll, wir werden leistungsfähiger aufmerksamer und können schneller reagieren.
00:06:10: Problematisch wird es wenn dieser Zustand nicht mehr von ausreichender Regeneration abgelöst wird.
00:06:16: Dann kann aus kurzfristiger Aktivierung eine dauerhafte Belastung werden – wir schlafen schlechter sind gereizter können uns schlechter konzentrieren und fühlen uns irgendwann einfach erschöpft!
00:06:26: Und trotzdem machen viele Menschen weiter.
00:06:29: Warum?
00:06:30: Weil wir gelernt haben, bestimmte Körpersignale zu übergehen.
00:06:34: Müdigkeit wird mit Kaffee beantwortet, Anspannung wird ignoriert, Schmerzen werden ausgeblendet, Erschöpfungen wird als mangelnde Disziplin interpretiert.
00:06:43: und manchmal bemerken wir überhaupt nicht mehr wie angespannt wir eigentlich sind weil dieser Zustand längst zu unserem normalen Zustand geworden ist.
00:06:52: Hier kommt ein Begriff ins Spiel der für das Thema Grenzen besonders interessant ist Interozeption.
00:06:58: Damit ist die Wahrnehmung der Vorgänge im eigenen Körper gemeint, also die Fähigkeit überhaupt zu bemerken was gerade in uns passiert.
00:07:06: Wie fühlt sich mein Körper an?
00:07:08: Bin ich ruhig oder angespannt?
00:07:09: habe ich Energie oder bin ich erschöpft?
00:07:12: Fühlt sich etwas weit oder leicht an oder eng und belastend?
00:07:17: Diese Wahrnehmung kann entscheidend sein, wenn wir unsere eigenen Grenzen erkennen wollen.
00:07:22: Denn häufig versuchen wir unsere Grenzen ausschließlich mit dem Kopf zu bestimmen.
00:07:26: Wir fragen, schaffe ich das noch?
00:07:27: Muss ich das wirklich machen?
00:07:29: Kann nicht einfach noch weitermachen!
00:07:31: Der Körper stellt diese Fragen nicht, er liefert Informationen und vielleicht sollten wir lernen, diese Informationen wieder ernst dazu nehmen.
00:07:38: Denn der Körper sagt häufig nicht du bist schwach.
00:07:41: Er sagt bis hierhin kann ich gerade gehen.
00:07:51: Was passiert eigentlich, wenn wir unsere eigenen Grenzen immer wieder übergehen?
00:07:55: Wenn wir die Müdigkeit ignorieren obwohl der Körper eigentlich Ruhe braucht.
00:07:59: Wenn wir trotz Anspannung weitermachen obwohl wir längst merken dass es zu viel wird oder wenn wir immer wieder Dinge tun die uns emotional belasten weil wir glauben das wir sie einfach aushalten müssen?
00:08:11: Kurzfristig reagiert unser System häufig mit Stress und Anspanungen.
00:08:15: Wir werden reizbarer Schlafenschlechter können uns weniger gut konzentrieren und fühlen uns schneller überfordert.
00:08:22: Oft nehmen wir diese Veränderung zunächst gar nicht als Wahnsignale wahr, wir sagen uns vielleicht ich habe gerade einfach viel um die Ohren.
00:08:29: Das Problem entsteht wenn dieser Zustand nicht nur vorübergehend ist sondern zum Dauerzustand wird.
00:08:34: Aus einer kurzen Phase der Belastung kann chronischer Stress entstehen.
00:08:38: Die Erschöpfung nimmt zu, die Regeneration reicht irgendwann nicht mehr aus und gleichzeitig verliern wir den Kontakt zu den Signalen unseres eigenen Körpers.
00:08:46: Und hier wird es ganz besonders interessant.
00:08:48: wenn wir unsere Grenzen ständig überschreiten können sich unsere Wahrnehmungen verändern.
00:08:52: Was anfangs noch deutlich spürbar war, wird irgendwann selbstverständlich.
00:08:56: Die Anspannung fühlt sich normal an.
00:08:58: die Müdigkeit gehört zum Alltag keine Zeit für sich selbst zu haben.
00:09:01: wir zur Gewohnheit Wir funktionieren einfach weiter.
00:09:05: Vielleicht kennst du das.
00:09:06: Du hast irgendwann gar nicht mehr das Gefühl besonders gestresst zu sein, obwohl du seit Wochen schlecht schläfst ständig unter Spannung stehst und eigentlich kaum noch Energie hast – nicht unbedingt weil es dir gut geht sondern weil dein Körper diesen Zustand inzwischen kennt!
00:09:20: Und auch emotional kann etwas passieren.
00:09:22: wir werden distanzierter reagieren empfindlicher oder ziehen uns zurück.
00:09:26: manchmal funktionieren wir nach außen perfekt während wir innerlich immer weniger spüren was wir eigentlich brauchen.
00:09:34: Das ist ein entscheidender Punkt beim Thema Grenzen.
00:09:36: Eine Grenze, die wir immer wieder ignorieren wird irgendwann nicht mehr als Grenze wahrgenommen sondern als Normalzustand.
00:09:44: und genau deshalb geht es bei gesunden Grenzen nicht erst darum irgendwann stopp zu sagen.
00:09:49: Es geht darum den Moment davor wieder wahrzunehmen Den Moment in dem unser Körper unsere Gedanken oder unsere Gefühle uns bereits sagen das wird geradezu viel.
00:10:07: Ja und genau an diesem Punkt möchte ich wieder mein Modell der vier Ebenen aufgreifen.
00:10:11: Einige von euch kennen es bereits aus verschiedenen anderen Folgen, vor allem die neu dabei sind.
00:10:15: Ich betrachte den Menschen dass ich den Seinszustand auf vier ebenden Körper Geist, Ego und Selbst.
00:10:23: Und gerade beim Thema Grenzen wird dieses Modell besonders spannend Denn manchmal glauben wir unsere Grenzen ganz klar zu kennen.
00:10:30: Aber wenn wir genauer hinschauen merken wir vielleicht spricht da gerade gar nicht nur eine Stimme in uns.
00:10:38: Der Körper, was sagt mein Körper eigentlich gerade?
00:10:41: Bin ich müde angespannt überreizt habe ich Energie oder bin ich längst erschöpft?
00:10:46: vielleicht setzt der Körper die erste Grenze noch bevor wir sie bewusst wahrnehmen.
00:10:56: Das geht schon andere schaffen, das auch interessant ist.
00:10:59: Die Frage hilft uns unser Denken dabei unsere Grenze zu erkennen oder redet es uns manchmal ein dass wir sie gar nicht ernst nehmen müssen?
00:11:08: Und dann wird es besonders spannend, das Ego.
00:11:10: Was passiert wenn ein Nein plötzlich etwas über unser Selbstbild zu sagen scheint?
00:11:15: Was denken die anderen über mich?
00:11:17: bin ich dann egoistisch unzuverlässig schwach oder vielleicht einfach nicht mehr der Mensch von dem alle gewohnt sind dass er immer funktioniert?
00:11:26: Und schließlich kommen wir zum Selbst.
00:11:28: Hier wird die Frage eine ganz andere, nicht mehr.
00:11:31: was erwarten andere von mir?
00:11:33: Nicht wie wirke ich sondern... Was ist für mich wirklich stimmig?
00:11:38: Was entspricht meinen Werten?
00:11:39: Was passt zu dem Leben das ich führen möchte?
00:11:42: und vielleicht ist genau das die spannendste Frage dieser vier Ebenen.
00:11:47: Wenn du das nächste mal merkst dass etwas zu viel wird wer spricht dann eigentlich in dir?
00:11:53: es ist dein Körper dein Geist Dein Ego oder dein Selbst.
00:12:05: Warum fällt uns ein Nein eigentlich so schwer?
00:12:08: Für manche Menschen ist es überhaupt kein Problem eine Grenze zu setzen, andere spüren schon beim Gedanken daran – ein unangenehmes Gefühl!
00:12:15: Sie überlegen wie der Andere reagieren könnte ob sie jemanden enttäuschen oder vielleicht als egoistisch wahrgenommen werden….
00:12:22: Psychologisch beginnt.
00:12:23: Vieles sehr früh bereit sind.
00:12:25: unserer Kindheit lernen wir, wie Beziehungen funktionieren.
00:12:28: Wir erleben wann wir Nähe Anerkennung und Aufmerksamkeit bekommen Und wann wir Ablehnung oder Konflikte erleben.
00:12:35: Wenn ein Kind beispielsweise häufig die Erfahrung macht, dass Anpassung Harmonie schafft kann daraus einen Muster entstehen.
00:12:41: Wenn ich mich anpasse ist alles gut.
00:12:43: wenn ich widerspreche könnte ich jemanden verlieren oder enttäuschen.
00:12:46: aus einem einfachen Nein das möchte ich nicht kann später deshalb ein innerer Konflikt werden.
00:12:50: wir wissen vielleicht genau was wir eigentlich wollen und sagen trotzdem ja nicht unbedingt weil wir es wirklich möchten sondern weil wir die mögliche Reaktion des anderen vermeiden wollen.
00:13:02: Hier begegnen uns Begriffe wie People-Pleasing, Harmoniebedürfnis, Konfliktvermeidung oder auch Perfektionismus.
00:13:09: Sie können unterschiedliche Ursachen haben aber häufig steckt dahinter eine ähnliche Frage Was passiert mit mir wenn ich nicht mehr so bin?
00:13:17: Wie andere mich haben möchten?
00:13:19: Und genau hier wird auch unser Selbstwert interessant Denn wenn unser Gefühl für den eigenen Wert stark davon abhängt wie andere auf uns reagieren kann ein Nein plötzlich viel größer werden als es eigentlich ist Dann geht es nicht mehr um die Frage, möchte ich das?
00:13:35: Sondern vielleicht unbewusst um bin ich noch gut genug wenn ich es nicht tue.
00:13:40: Und damit wird aus einer kleinen Grenze plötzlich eine Entscheidung über Zugehörigkeit an Erkennung und das eigene Selbstbild.
00:13:47: Und genau hier entsteht für viele Menschen ein innere Konflikt.
00:13:50: Wann ist eine Grenze eigentlich selbst für Sorge und wann wird sie egoistisch?
00:13:54: Denn wenn wir lange gelernt haben, Rücksicht zu nehmen, zu helfen und für andere da zu sein kann sich ein Nein plötzlich falsch anfühlen – vielleicht sogar egoistische!
00:14:01: Aber selbst für Sorge bedeutet nicht, dass mir nur noch meine eigenen Bedürfnisse wichtig sind.
00:14:06: Es bedeutet das ich meine eigenen bedürfnisse überhaupt mit berücksichtige.
00:14:10: Selbst Bezogenheit sagt es geht nur um mich.
00:14:13: Selbst Fürsorge sagt Ich bin auch wichtig.
00:14:15: Das ist ein entscheidender Unterschied.
00:14:17: Ein Nein kann respektvoll sein.
00:14:19: Es kann sogar ehrlicher und wertschätzender sein als ein Ja, was eigentlich gar nicht gemeint ist.
00:14:25: Denn was passiert in einer Beziehung wenn eine immer wieder über seine eigenen Grenzen geht?
00:14:30: Nach außen funktioniert vielleicht alles, aber innerlich können Frustrationen, Erschöpfung oder sogar Distanz entstehen.
00:14:36: Irgendwann wird aus dem Freiwilligen geben ein Gefühl von Verpflichtungen.
00:14:41: Eine gesunde Grenze muss deshalb keine Trennung schaffen.
00:14:44: sie kann eine Beziehung sogar ehrlicher machen und vielleicht ist das ein wichtiger Perspektivwechsel?
00:14:49: Eine Grenze sagt nicht du bist mir egal Sie sagt Du bist mir wichtig.
00:14:53: Aber ich nehme auch mich selbst ernst Denn echte Rücksicht beginnt vielleicht nicht dort wo wir uns selbst vergessen, sondern dort wo beide Seiten ihren Platz haben.
00:15:10: Wenn wir unsere Grenzen immer wieder übergehen passiert etwas das wir oft erst sehr spät bemerken.
00:15:16: Unser Nervensystem kann dauerhaft in einem Zustand erhöhter Aktivierung bleiben Und auch hier, ich habe es schon hundertmal gesagt werde aber nicht müde ist immer wieder zu tun weil ich glaube auch hier ist Wiederholung gut für Veränderungen.
00:15:28: Der Körper ist dann ständig ein Stück weit auf Bereitschaft der Sympathikus wird aktiviert die Stressreaktion läuft häufiger an und unter anderem wird Cortisol ausgestittet.
00:15:36: kurzfristig kann das sinnvoll sein.
00:15:38: wir werden aufmerksamer und leistungsfähiger.
00:15:40: problematisch hatte Ich auch schon gesagt wird es wenn aus dieser Aktivierung kein Ausreichender Wechsel zurück in Ruhe und Regeneration entsteht.
00:15:49: Dann verändert sich nicht nur unser körperliches Empfinden, sondern auch unsere Wahrnehmung.
00:15:53: Wir sind angespannter, reagieren schneller und unsere Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf das was gerade erledigt, gelöst oder verhindert werden muss.
00:16:03: Und jetzt wird es interessant.
00:16:04: Manche Menschen erkennen ihre Grenzen gar nicht zuerst als bewussten Gedanken.
00:16:09: Sie denken nicht dass ist mir gerade so viel.
00:16:11: Ihr Körper ist häufig schneller.
00:16:14: Vielleicht beginnt das mit Herzklopfen?
00:16:16: Eine Enge im Brustbereich Innerer Unruhe, eine Anspannung im Bauch, den Bedürfnis einer Situation möglichst schnell zu entkommen oder irgendwann einfach mit tiefer Erschöpfung.
00:16:28: Das Spande daran ist wir können uns gedanklich eine Situation noch so lange schön reden oder rechtfertigen während unser Körper längst eine andere Information liefert.
00:16:38: Der Geist sagt vielleicht das ist doch nicht so schlimm... Der Körper sagt möglicherweise längst, für mich gerade schon.
00:16:45: Und genau deshalb lohnt es sich bei unseren Grenzen nicht nur darauf zu achten was wir denken sondern auch darauf was unser Körper in bestimmten Situationen macht.
00:16:53: Denn manchmal ist das erste Zeichen einer Grenze nicht ein Gedanke Es ist ein Gefühl im Körper eine Sirene die vielleicht auch nur ganz subtil schreit.
00:17:06: Wenn wir unsere Grenzen besser wahrnehmen möchten, denken wir oft sofort darüber nach was wir jetzt konkret tun müssen.
00:17:12: Wir suchen nach Regeln Methoden oder den richtigen Formulierungen für ein Nein aber vielleicht beginnt das Ganze an einer anderen Stelle nicht mit der Frage Was soll ich tun sondern mit der viel einfacheren frage was passiert gerade eigentlich in mir?
00:17:27: denn bevor wir eine grenze setzen können müssen wir sie zunächst einmal wahrnehmen.
00:17:32: Und das bedeutet nicht, dass wir ständig auf der Suche nach dem nächsten Problem sein müssen.
00:17:36: Es kann schon reichen im Laufe des Tages immer wieder für einen kurzen Moment innezuhalten!
00:17:41: Wie geht es mir gerade?
00:17:43: Bin ich angespannt?
00:17:44: Bin Ich müde?
00:17:45: Möchte ich eigentlich eine Pause oder gibt es gerade etwas... ...dass ich anders haben
00:17:50: möchte?!
00:17:51: Eine Frage die ich mir selbst inzwischen mehrfach am Tagstelle lautet was möchte ich gerade anders haben?
00:17:56: und manchmal oder meistens eigentlich fast immer ist die Antwort nichts.
00:18:01: Das ist auch eine wichtige Information, denn vielleicht sitzen wir gerade ruhig da und merken ich bin genau richtig.
00:18:07: Ich brauche gerade nichts zu verändern!
00:18:09: Ich möchte nichts anders machen.
00:18:10: Ich bin zufrieden mit dem Moment Und dann geht es auch nicht darum, zwanghafte eine Grenze zu suchen oder ständig etwas optimieren zu müssen.
00:18:17: Das ist für mich ein wichtiger Punkt.
00:18:19: Bewusst zu entscheiden bedeutet nicht ständig, etwas verändern zu müssen.
00:18:23: Es bedeutet wahrzunehmen was gerade ist und dann bewusst zu entscheiden ob etwas anders sein soll.
00:18:29: Vielleicht möchtest du gerade tatsächlich ja sagen vielleicht möchteste nein sagen vielleicht brauchst Du eine Pause vielleicht brauchste nähe vielleicht brauchte ruhe und vielleicht brauchtest du einfach gar nichts.
00:18:40: Der entscheidende Unterschied ist, du bemerkst es und genau dort beginnt echte Selbstwahrnehmung.
00:18:46: Nicht darin immer die richtige Entscheidung zu treffen sondern überhaupt wieder mitzubekommen was in mir gerade passiert.
00:19:00: Eine Grenze zu setzen bedeutet nicht laut zu werden jemanden zurückzuweisen oder sich gegen andere durchsetzen zu müssen.
00:19:07: im Gegenteil Die klarsten Grenzen sind oft erstaunlich ruhig.
00:19:11: manchmal reicht ein einfaches heute nicht das schaffe ich gerade nicht.
00:19:16: Vielleicht auch, ich brauche eine Pause oder darüber möchte ich später sprechen und manchmal ist es noch einfacher.
00:19:23: Ich möchte das
00:19:24: nicht.".
00:19:25: Das kann sich für viele Menschen zunächst ungewohnt anfühlen vor allem dann wenn wir es gewohnt sind unsere Entscheidung ausführlich zu erklären und sicherzustellen dass der andere sie auch versteht und akzeptiert.
00:19:36: aber eine Grenze braucht nicht immer eine lange Begründung.
00:19:40: Wenn ich sage, ich brauche heute Abend Zeit für mich, muss ich nicht gleichzeitig beweisen warum ich diese Zeit brauche.
00:19:45: Und wenn ich noch nicht weiß was ich möchte darf das auch eine Grenze sein.
00:19:49: Ich brauch Zeit bevor ich mich entscheide!
00:19:50: Das ist kein Unentschieden.
00:19:52: Es ist eine bewusste Entscheidung, im Moment noch keine Entscheidung zu treffen.
00:19:56: Interessant wird es an dem Punkt, an den wir merken wie stark wir manchmal die Zustimmung des anderen brauchen.
00:20:02: Je mehr wir unsere Grenzen erklären rechtfertigen und verteidigen müssen, desto eher stellt sich die Frage, setze ich gerade wirklich eine Grenze oder versuche ich noch die Erlaubnis dafür zu bekommen?
00:20:14: Eine gesunde Grenze darf klar sein!
00:20:17: ohne hart zu sein.
00:20:18: Sie darf respektvoll sein, ohne sich zu entschuldigen und sie darf stehen bleiben auch wenn der andere sie nicht gut findet.
00:20:25: Denn eine Grenze bedeutet nicht dass die andere sie gut heißen muss.
00:20:28: Sie bedeutet zunächst einmal das du selbst sie ernst nimmst.
00:20:40: Vielleicht lohnt es sich bei dem Thema Grenzen ein kleiner Perspektivwechsel?
00:20:43: Wir denken bei persönlicher Freiheit oft daran was wir möglichst viele Möglichkeiten haben dass wir alles tun können, was wir möchten.
00:20:50: Aber vielleicht besteht Freiheit manchmal auch darin zu wissen, was man nicht mehr tun möchte.
00:20:55: Denn ein Nein zu etwas ist gleichzeitig immer auch Ein Ja zur Etwas Anderem.
00:21:00: Ein Nein zur Überforderung kann ein ja zur Regeneration sein.
00:21:04: Ein nein zur fremden Erwartungen kann ein Ja zu den eigenen Werten sein.
00:21:08: Einen Nein zur Permanente Erreichbarkeit kann ein Jahr zur Ruhe sein und ein Nein zur Selbstüberforderung kann ein Ja zum eigenen Körper sein.
00:21:18: Vielleicht sollten wir deshalb Grenzen nicht nur als etwas betrachten, dass wir anderen gegenüber setzen denn jede Grenze schützt etwas das uns wichtig ist.
00:21:28: und vielleicht ist genau das die entscheidende Frage was schütze ich eigentlich wenn ich Nein sage?
00:21:36: Dein Körper hat Grenzen, deine Zeit hat Grenzend, deine Energie hat Grenze und auch deine Aufmerksamkeit ist begrenzt.
00:21:42: Und trotzdem leben wir in einer Welt die uns ständig vermittelt mehr schneller weiter – mehr leisten, mehr erreichen, mehr erleben.
00:21:50: noch schnell diese eine Aufgabe, noch dieser eine Nachricht, noch der eine Termin.
00:21:55: Vielleicht besteht Gesundheit deshalb nicht darin immer mehr auszuhalten.
00:21:58: vielleicht besteht sie manchmal darin rechtzeitig zu erkennen bis hierhin und dann stehen zu bleiben Nicht aus Schwäche, sondern aus Wahrnehmung.
00:22:07: Denn vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen einer Grenze die uns einschränkt und eine Grenze, die uns schützt?
00:22:14: Eine Grenze sagt nicht hier darf ich nicht weiter.
00:22:17: Sie kann auch sagen Hier entscheide Ich bewusst wie es weitergeht denn eine grenze Ist nicht Das Ende deiner Freiheit.
00:22:25: sie zeigt dir wo deine freiheit beginnt und Vielleicht bleibt Genau dieser gedanke am ende dieser folge.
00:22:31: wer seine grenzen kennt muss ich nicht ständig über sie hinweg setzen, um herauszufinden wer er ist.
00:22:38: Ja und damit sind wir für heute schon wieder am Ende.
00:22:41: Vielen Dank dass du dir heute wieder Zeit genommen hast und wenn du zusätzlich Anregungen Feedback Fragen Hinweise oder Tipps hast gern an die Mail Adresse in den Schaumots.
00:22:51: Bis zur nächsten Woche.
00:22:52: lasst es dir gut gehen.
00:22:53: bleibe wahrnehmungsfähig.
00:22:54: Die Sirene des Körpers der Podcast ja deine Sinne schärft Und dich leert auf deinen Körper zu hören.
00:22:59: Bleib gesund.
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