Die Sirene des Körpers - Folge 86 - Erschöpfung

Shownotes

Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com

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Transkript anzeigen

00:00:04: Einen wunderschönen Sonntag morgen.

00:00:06: euch allen, hallo und herzlich willkommen.

00:00:08: weiter geht's.

00:00:08: Die Sirene des Körpers der Podcast hat eine Sinne schärft und ich lehrt auf deinen Körper zu hören.

00:00:22: In der letzten Folge ging es um unser Bedürfnis nach Kontrolle und die Frage wo Kontrolle endet und Einfluss beginnt.

00:00:29: wir haben gesehen dass Kontrolle uns zunächst Sicherheit geben kann aber auch zur Belastung wert wenn wir versuchen Dinge zu steuern die nicht in unserer Hand liegen etwa die Gedanken und Reaktion anderer Menschen oder zu einem gewissen Teil auch die Zukunft.

00:00:44: Dabei haben wir Kontrolle aus den vier Ebenen Körper, Geist, Ego und Selbst betrachtet.

00:00:49: Jede Ebene kann dabei eine andere Rolle übernehmen.

00:00:52: Der Körper reagiert auf Unsicherheit der Geist versucht sie durch Denken zu lösen.

00:00:56: das ego möchte sein selbst Bild schützen und dass selbst fragt was liegt wirklich in meiner Verantwortung?

00:01:02: Und was darf ich loslassen?

00:01:04: Die entscheidende Erkenntnis war Wir können nicht alles kontrollieren aber wir können unseren Umgang damit beeinflussen.

00:01:11: Und genau hier setzt die heutige Folge an, was passiert eigentlich mit uns wenn wir über längere Zeit versuchen mehr zu leisten?

00:01:18: Zu kontrollieren und auszuhalten als unsere Energie hergibt?

00:01:22: heute geht es um Erschöpfung.

00:01:32: Erschöpfung ist etwas merkwürdiges.

00:01:34: Du kannst müde sein und trotzdem weitermachen, du kannst erschöpft sein und funktionieren.

00:01:39: Du kannst morgens aufstehen deinen Tag bewältigen und nach außen völlig normal wirken während deiner Energie innerlich längst auf Reserve läuft.

00:01:48: Vielleicht ist genau das einer der größten Gefahren dass wir Erschöffungen erst ernst nehmen wenn fast nichts mehr geht.

00:01:55: Und vielleicht fangen mit einem ganz simplen Beispiel an stell dir dein Körper wie eine Batterie vor Sie muss nicht erst bei null sein, damit du merkst dass die Lehrwert eigentlich beginnt das Problem viel früher.

00:02:07: Bei vierzig Prozent funktioniert noch alles.

00:02:09: Bei zwanzig Prozent auch.

00:02:11: Du kannst vielleicht sogar noch besonders viel leisten wenn du dich nur genug anstrengst aber irgendwann wird aus.

00:02:17: ich kann noch ein.

00:02:18: Ich Muss mich irgendwie noch durchbringen.

00:02:21: und genau da liegt der Unterschied.

00:02:24: Denn Erschöpfung bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir nichts mehr schaffen.

00:02:28: Manchmal bedeutet sie zunächst nur das alles mehr kostet als früher.

00:02:33: Eine Treppe die normalerweise kein Problem ist ein Gespräch Das dich plötzlich völlig auslaubt eine Entscheidung Die dir ungewöhnlich schwer fällt.

00:02:43: Menschen die du eigentlich gerne siehst werden anstrengend.

00:02:46: Selbst Ruhe fühlt sich nicht mehr richtig erholsam an und vielleicht sagst du trotzdem Geht schon noch.

00:02:52: Aber wie lange eigentlich?

00:02:53: Und was passiert, wenn wir eine Batterie immer wieder benutzen obwohl wir wissen dass sie eigentlich geladen werden muss?

00:03:00: Genau dieser Frage möchte ich heute nachgehen.

00:03:03: Wie entsteht Erschöpfung und warum merken wir oft erst zu spät das unsere Energie längst nicht mehr ausreicht.

00:03:17: Bevor wir weitergehen, müssen wir eine wichtige Unterscheidung treffen.

00:03:20: Denn müde zu sein ist nicht dasselbe wie erschöpft zu sein.

00:03:23: Müdigkeit kennt jeder – du hattest einen langen Tag, schläfst eine Nacht gut und am nächsten Morgen sieht die Welt schon wieder anders aus!

00:03:30: Erschöpfung geht tiefer.

00:03:32: Auch Stress unter Erschöffungen sind nicht dassalbe.

00:03:35: Stress kann kurzzeitig sogar Energie mobilisieren.

00:03:38: dann körper macht dich wacher aufmerksamer und leistungsfähiger.

00:03:42: Problematisch wird es wenn aus dieser Aktivierung keinen ausreichender Wechsel zurück in Ruhe und Regeneration mehr entsteht.

00:03:49: Und dann gibt es die Überforderung, zu viele Anforderungen, zu wenig Ressourcen, so wenig Zeit – auch das kann erschöpfen!

00:03:57: Vielleicht lässt sich Erschöpfung deshalb am besten als ein Ungleichgewicht verstehen?

00:04:02: Wir verbrauchen über längere Zeit mehr Energie, als wir unserem System wieder zur Verfügung stellen.

00:04:08: Jetzt kommt das eigentlich gefährliche.

00:04:09: Unser Körper kann unglaublich lange kompensieren.

00:04:13: Er kann dich weitermachen lassen, obwohl deine Ressourcen längst sinken.

00:04:16: Du kannst weiterhin arbeiten, Termine wahrnehmen, Sport machen, dich um deine Familie kümmern und all die Dinge erledigen, die eben erledigt werden müssen.

00:04:24: Du merkst vielleicht nur ich bin schneller gereizt, ich kann mich schlechter konzentrieren, ich brauche länger, um mich zu erholen.

00:04:32: Ich habe weniger Freude Ich möchte häufiger meine Ruhe, aber du funktionierst noch und genau deshalb wird Erschöpfung so leicht übersehen.

00:04:39: Denn funktionieren bedeutet nicht automatisch dass es dir gut geht.

00:04:43: Vielleicht ist das vergleichbar mit einem Auto bei dem die Tankanzeige längst auf Reserve steht.

00:04:48: der Wagen fährt noch vielleicht sogar noch ziemlich weit Aber die Tatsache dass er noch fährt bedeutet nicht dass der tank voll ist Und genauso können wir uns selbst täuschen.

00:04:57: ich kann es ja noch.

00:04:58: Die entscheidende Frage wäre vielleicht, was kostet es mich inzwischen noch zu können?

00:05:03: Denn wenn Belastung immer wieder auf Regeneration trifft und die Regenation nicht mehr ausreicht kann aus einer vorübergehenden Müdigkeit ein Zustand werden der sich immer normaler anfühlt.

00:05:15: Und irgendwann bemerkste vielleicht gar nicht mehr dass du erschöpft bist.

00:05:19: Du hältst deine Erschöpfung für deinen normalen Zustand und genau hier wird es alarmierend.

00:05:25: Wie lange kann ein Mensch gegen seine eigenen Ressourcen leben, bevor der Körper irgendwann nicht mehr fragt?

00:05:31: Sondern entscheidet – jetzt geht's nicht mehr!

00:05:41: Und wie alle Wissenerschöpfung entsteht, meistens nicht an einem einzigen Tag.

00:05:46: Sie kommt ja selten morgens zur Tür herein und sagt hey ab heute bin ich da.

00:05:50: viel häufiger kündigt sie sich lange vorher an leise und spektakulär und manchmal so subtil dass wir sie kaum ernst nehmen.

00:05:57: Vielleicht schläfst du plötzlich schlechter, du bist morgens schwerer Wacht zu bekommen.

00:06:01: Deine Muskeln sind ständig angespannt, du bekommst häufiger Kopfschmerzen oder bemerkst eine innere Unruhe die du dir gar nicht richtig erklären kannst.

00:06:09: Dein Konzentration lässt nach – Du wirst schneller gereizt oder merkst dass du weniger Belastung verträgst als früher.

00:06:16: Vielleicht ziehst du dich auch zunehmend zurück.

00:06:19: Nicht weil du Menschen nicht mehr magst sondern weil selbst soziale Kontakte Energie kosten.

00:06:24: und trotzdem sagen wir uns oft Ich muss mich einfach ein bisschen zusammenreißen.

00:06:30: Ich habe gerade einfach viel zu tun, nach dem Wochenende wird es besser!

00:06:34: Ich brauche nur ein paar Tage Urlaub.

00:06:36: und genau hier kann eine gefährliche Entwicklung beginnen.

00:06:39: Wir gewöhnen uns an die Signale unseres Körpers.

00:06:42: Was zunächst ungewöhnlich war, wird irgendwann normal.

00:06:46: Die Müdigkeit wird zum Alltag.

00:06:48: Die Anspannung fühlt sich plötzlich ganz normal an.

00:06:51: Der schlechte Schlaf wird akzeptiert.

00:06:53: Die Gereizzeit wird mit dem Stress erklärt bis wir irgendwann gar nicht mehr wissen, wie sich echte Erholung eigentlich anfühlt.

00:07:02: Und hier kommt ein Begriff ins Spiel der für diese Folge besonders wichtig ist.

00:07:05: Interozeption hatten wir auch schon in einer anderen Folge.

00:07:09: Damit ist vereinfacht gesagt die Fähigkeit gemeint die Signale unseres eigenen Körpers wahrzunehmen Hunger Durst Herzschlag Spannung Müdigkeit Ruhe Erregung Erschöpfung.

00:07:25: Unser Körper sendet ständig Informationen.

00:07:27: Aber die entscheidende Frage ist, nehmen wir sie noch wahr oder haben wir längst gelernt Sie zu übergehen?

00:07:33: Denn vielleicht liegt das Problem manchmal gar nicht darin dass unser Körper zu wenig kommuniziert.

00:07:37: Vielleicht liegt es darin Dass wir zu lange nicht zugehört haben aber warum hören Wir eigentlich nicht auf wenn unser körper müde wird?

00:07:53: Warum machen wir weiter obwohl wir längs merken dass unsere energie nachlässt?

00:07:58: Vielleicht weil wir es irgendwann gelernt haben.

00:08:01: Wir leben in einer Welt, in der Leistung häufig belohnt wird.

00:08:04: Wer funktioniert, zuverlässig ist, durchhält und auch dann weitermacht Wenn es schwierig wird gilt schnell als stark Und vielleicht haben viele von uns genau dieses Bild verinnerlicht.

00:08:15: Ich bin jemand der schafft ich ziehe durch, ich gebe nicht auf.

00:08:19: Dazu kommen Verpflichtungen Arbeit Familie Termine Erwartungen, Menschen die etwas von uns brauchen.

00:08:26: Und natürlich gibt es Situationen in denen wir tatsächlich nicht einfach alles stehen und liegen lassen können.

00:08:31: aber irgendwann kann daraus ein Muster werden Erst leisten dann ausruhen erst die Arbeit dann die Familie Dann die Aufgaben dann den Nachrichten dann noch schnell das erledigen und wenn am Ende des Tages überhaupt noch Energie übrig ist da vielleicht auch der Körper einmal zu Wort kommen nur was passiert wenn am ende immer nichts mehr übrig ist.

00:08:55: Dann wird Erholung plötzlich zu etwas, das wir uns verdienen müssen.

00:08:58: Wenn ich alles geschafft habe kann ich mich ausruhen.

00:09:00: Aber wann ist eigentlich alles geschafft?

00:09:03: Die Antwort lautet eigentlich nie Denn sobald eine Aufgabe erledigt ist wartet die nächste und wenn wir unseren Wert zunehmend daran knüpfen wie viel wir schaffen Kann sogar eine Pause ein schlechtes Gewissen auslösen.

00:09:17: Du sitzt auf dem Sofa und denkst nicht jetzt erhole ich mich sondern Eigentlich könnte ich jetzt noch schnell.

00:09:23: Und genau hier wird es spannend, denn vielleicht ist der Schöpfung nicht nur eine Frage davon wie viel wir leisten.

00:09:29: Vielleicht ist sie auch eine Frage Davon welche Bedeutung wir dem Nicht-Leisten geben?

00:09:36: Was denken wir über uns wenn wir nichts tun?

00:09:39: Fühlen wir uns dann wertvoll oder fühlen Wir uns nutzlos?

00:09:43: können wir einfach müde sein ohne daraus sofort ein Problem zu machen?

00:09:47: und was passiert Wenn Wir unseren Körper jahrelang daran gewöhnen, dass seine Signale immer erst nach unseren Verpflichtungen berücksichtigt werden.

00:09:56: Vielleicht lernt unser Körper irgendwann.

00:09:59: meine Bedürfnisse kommen später und genau das könnte eine der gefährlichsten Gewohnheiten überhaupt sein.

00:10:05: Denn irgendwann hören wir nicht mehr auf unserem Körper weil wir glauben, dass wir erstmal etwas erledigen müssen.

00:10:11: aber was wenn der Körper nicht dafür gemacht ist immer bis zum Ende durchzuhalten?

00:10:17: Wenn Erholung kein Luxus nach der Leistung ist, sondern eine Voraussetzung dafür dass wir überhaupt dauerhaft leistungsfähig bleiben.

00:10:33: Aber wenn wir Erschöpfung wirklich verstehen wollen reicht es natürlich nicht nur auf unsere körperliche Möglichkeit zu schauen.

00:10:38: Erschöfffungen entsteht genauso wie andere Themen die wir bereits besprochen haben sich auf mehreren Ebenen Körper Geist Ego und Selbst Der Körper.

00:10:48: er zeigt uns oft sehr direkt, wo unsere Grenzen liegen.

00:10:52: Bin ich müde?

00:10:52: Bin ich angespannt?

00:10:53: Bin Ich überreizt?

00:10:55: Brauche ich Bewegung oder brauche eigentlich Ruhe?

00:10:58: Der Körper reagiert häufig schon bevor wir bewusst erkennen dass unsere Energie zur Neige geht.

00:11:03: Dann kommt die Ebene des Geistes.

00:11:05: Hier beginnt die innere Geschichte, die wir über unserer Erschöpfung erzählen.

00:11:09: Vielleicht sagt unser Körper längstlich braucht eine Pause während unser Kopf antwortet jetzt noch nicht Das muss noch fertig werden.

00:11:18: Ich kann später schlafen, andere schaffen das schließlich auch.

00:11:22: und dann kommt das Ego ins Spiel Denn manchmal geht es gar nicht mehr nur darum was wir körperlich können.

00:11:26: Es geht darum was über uns selbst glauben.

00:11:29: Was bedeutet es für mich wenn ich nicht mehr leisten kann?

00:11:33: Bin ich dann schwach unzuverlässig Nicht belastbar genug?

00:11:37: Muss sich immer funktionieren damit ich mich als stark leistungsfähig erleben kann.

00:11:43: Und schließlich gibt es die Ebene des Selbst.

00:11:45: Hier wird die Frage einer anderen.

00:11:46: Nicht mehr was muss ich noch schaffen, sondern was brauche ich wirklich?

00:11:50: Was dient mir gerade?

00:11:51: Was entspricht dem, was ich eigentlich brauche, das mir wichtig ist?

00:11:56: Wo fängt meine Selbstachtung an?

00:11:58: Manchmal wissen wir körperlich längst dass wir erschöpft sind und sagen Geist redet es uns aus.

00:12:03: unser Ego möchte trotzdem weitermachen und irgendwo dazwischen müssen wir herausfinden welche Stimme wir eigentlich ernst nehmen sollen.

00:12:09: Und vielleicht beginnt genau dort bewusster Umgang mit Erschöpfung nicht erst dann zu reagieren, wenn nichts mehr geht sondern wahrzunehmen welche Ebene versuch gerade mir etwas zu sagen.

00:12:30: Unser Körper ist erstaunlich leistungsfähig, wenn eine Situation es verlangt kann er innerhalb kürzester Zeit Energie mobilisieren.

00:12:37: Wir werden wacher aufmerksamer unsere Muskeln spannen sich an der Herzschlag verändert sich und unser Körper stellt Ressourcen bereit.

00:12:44: dafür ist unter anderem der Sympathikus verantwortlich ein Teil unseres Nervensystems der uns in einen Zustand erhöhte Aktivierung versetzt.

00:12:52: Auch Hormone wie Cortisol spielen dabei eine wichtige Rolle.

00:12:55: Das ist zunächst nicht schlechtes, im Gegenteil.

00:12:58: diese Stressreaktion ist ein hochentwickeltes Schutz- und Leistungssystem.

00:13:02: Sie hilft uns in bestimmten Situationen schnell zu reagieren und kurzfristig mehr leisten zu können.

00:13:08: das Problem beginnt dort wo aus einer Aktivierung die eigentlich vorübergehend sein sollte einen Dauerzustand wird.

00:13:14: Wenn ständig etwas erledigt werden muss, wenn der nächste Termin bereits wartet, während der Vorherrige noch nachwirkt.

00:13:20: Wenn wir selbst in Ruhephasen gedanklich weiterarbeiten, wenn wir nachts nicht richtig abschalten und morgen schon wieder im nächsten Belastungsmodus starten dann bekommt der Körper immer wieder das Signal bleibt aufmerksam du bist noch nicht fertig.

00:13:34: Und genau hier wird die Verbindung zur Erschöpfung interessant Denn nicht jeder Stress macht uns automatisch erschöpft.

00:13:41: Unser Körper kann mit Belastung umgehen.

00:13:43: entscheidend ist auch, was zwischen den Belastungen passiert.

00:13:48: Kann das Nervensystem wieder runterfahren?

00:13:50: Kann der Körper entspannen?

00:13:52: Kann er Schlaf tatsächlich regenerieren?

00:13:54: Gibt es Phasen in denen wir nicht funktionieren und nichts leisten müssen?

00:14:01: Denn wenn auf Belastung immer wieder neue Belastungsfolge folgen ohne dass ausreichend Regeneration dazwischen kommt, entsteht etwas Entscheidendes!

00:14:09: Der Verbrauch geht weiter... Aber die Batterie bekommt keine Gelegenheit, sich wirklich aufzuladen.

00:14:15: Und vielleicht ist genau das einer der Gründe warum wir uns manchmal trotz Urlaub Wochenende oder ein paar Stunden Schlaf nicht wirklich erholt fühlen?

00:14:22: Wir haben zwar aufgehört zu arbeiten aber vielleicht hat unser Körper noch lange nicht aufgehört zu arbeiten.

00:14:38: und vielleicht ist es genau dass eine der größten Fallen bei der Erschöpfung!

00:14:41: Wir Verwechseln funktionieren mit Wohlbefinden.

00:14:44: so erschöpft kann ich doch gar nicht sein... Und tatsächlich, du gehst zur Arbeit.

00:14:49: Du erledigst deine Aufgaben und kümmerst dich um seine Familie.

00:14:51: Du beantwortest Nachrichten.

00:14:53: Du triffst Menschen vielleicht lachst du sogar und hast zwischendurch richtig gute Momente.

00:14:58: Nach außen sieht alles normal aus Aber was sagt das eigentlich über deinen inneren Zustand aus?

00:15:04: Der Körper kann unglaublich lange kompensieren.

00:15:06: Er kann Ressourcen mobilisieren Schwäche überdecken und Dich weiter funktionieren lassen obwohl Deine Reserven immer kleiner werden.

00:15:14: Genau deshalb ist die Frage Kann ich noch Vielleicht gar nicht die richtige.

00:15:18: Denn wir können erstaunlich viel, obwohl es uns längst nicht mehr gut damit geht!

00:15:22: Wir können noch arbeiten aber brauchen danach den ganzen Abend um uns zu erholen.

00:15:27: Wir können auch Sport machen, aber fühlen uns danach nicht besser sondern völlig leer.

00:15:32: Wir könnten für andere da sein haben aber für uns selbst keine Energie mehr.

00:15:39: Aber nur noch auf Kosten unserer letzten Reserven.

00:15:43: Und vielleicht beginnt genau dort eine gefährliche Verschiebung, das was früher leicht ging kostet plötzlich Kraft – was früher Freude gemacht hat wird anstrengend!

00:15:52: Wir werden ungeduldiger gereizt oder ziehen uns zurück und trotzdem sagen wir Es geht doch noch.

00:16:00: Aber vielleicht sollten wir eine andere Frage stellen, nicht kann ich noch sondern was kostet es mich inzwischen noch zu können?

00:16:07: Denn manchmal zeigt sich Erschöpfung nicht darin dass wir plötzlich zusammenbrechen, sondern darin das wir immer mehr Energie brauchen um einfach nur noch normal zu funktionieren.

00:16:18: In der letzten Folge haben wir darüber gesprochen, wie stark unser Bedürfnis nach Kontrolle sein kann und wie viel Energie es kosten kann ständig das Gefühl zu haben alles im Griff behalten zu müssen.

00:16:28: Denn Kontrolle passiert nicht nur dann wenn wir sichtbar etwas tun sie kann auch im Kopf stattfinden.

00:16:33: Wir planen, wir organisieren, wir überprüfen, wir optimieren!

00:16:36: Wir denken voraus, wir spielen Situation immer wieder durch, wir Überlegen was passieren könnte und wie wir darauf reagieren müssen.

00:16:44: Und vielleicht merkst du gar nicht, wie viel Energie allein dieser innere Aufwand verbraucht.

00:16:49: Denn wenn dein Kopf ständig versucht die nächsten Schritte vorherzusehen bleibt dein System permanent auf Aufmerksamkeit.

00:16:55: Was?

00:16:55: kommt als nächstes.

00:16:57: Was darf ich nicht vergessen, was könnte schief gehen?

00:16:59: Was muss sich noch absichern?

00:17:01: Selbst wenn du körperlich auf dem Sofa sitzt kann dein Kopf weiterarbeiten und genau hier treffen sie die beiden Folgen.

00:17:07: Kontrolle kann Sicherheit geben aber der permanente Versuch Sicherheit herzustellen kann gleichzeitig Energie rauben.

00:17:15: Vielleicht ist deshalb nicht nur die Frage interessant was uns im Alltag belastet sondern auch wie viel Energie Verbrauchen wir eigentlich damit, ständig zu versuchen alles unter Kontrolle zu halten.

00:17:26: Denn manchmal ist der Erschöpfung nicht nur das Ergebnis von Zu viel Arbeit.

00:17:30: Vielleicht ist ja auch das Ergebnis Von zuviel äußerer Aufmerksamkeit und manchmal auch das ergebnis Von zu viel innere Aufmerksamkeit.

00:17:48: Und vielleicht hast du dich gerade eben gefragt?

00:17:50: Wieso innere Aufmerksamkeit, das ist doch was Gutes.

00:17:53: Aber vielleicht kennst du das?

00:17:54: Du hast endlich Feierabend legst dich auf der Sofa und du denkst jetzt erhole ich mich aber während dein Körper still liegt arbeitet dein Kopf weiter.

00:18:01: Du gehst den Tag noch einmal durch, denkst an morgen beantwortest vielleicht noch Nachrichten und planst bereit was als nächstes ansteht.

00:18:09: Oder du fährst in den Urlaub und bist eigentlich gar nicht wirklich weg.

00:18:12: Das Handy ist dabei, Nachrichten kommen rein, Termine werden organisiert und irgendwo im Hinterkopf läuft die Arbeit weiter Und dann passiert etwas Interessantes.

00:18:20: Du hast zwar Pause gemacht aber fühlt sich danach trotzdem nicht wirklich erholt Denn Pause ist nicht automatisch Regeneration.

00:18:27: Regeneration bedeutet mehr als einfach nichts zu tun.

00:18:31: Unser Körper muss tatsächlich die Möglichkeit bekommen aus einem Zustand ständiger Aktivierung wieder herauszukommen.

00:18:37: Das Nervensystem muss herunterfahren können.

00:18:40: Die Aufmerksamkeit darf sich lösen, der Körper muss wieder in einen Zustand kommen indem Erholung überhaupt stattfinden kann und dafür kann vieles eine Rolle spielen.

00:18:51: Guter Schlaf Bewegung Bewusste Atmung Ein regelmäßiger Rhythmus Soziale Nähe Zeit In der Natur oder einfach weniger Reize.

00:19:01: Vor allem aber braucht es etwas das in unserem Alltag erstaunlich selten geworden ist Eine Unterbrechung, eine Zeit in der nichts von uns verlangt wird.

00:19:13: Keine Nachricht keine Entscheidung keine Optimierung keine nächste Aufgabe Denn vielleicht ist genau das der Punkt den wir oft übersehen Wir versuchen Erschöpfungen mit mehr Pausen zu lösen obwohl wir eigentlich mehr Regeneration brauchen.

00:19:29: Und deshalb ist vielleicht nicht die wichtigste Frage, wie viel Zeit habe ich zum Ausruhen sondern was braucht mein System?

00:19:36: Mein gesamtes System damit es wirklich loslassen und herunterfahren kann.

00:19:42: Denn wenn wir zwar aufhören zu arbeiten aber innerlich niemals wirklich aufhörn so funktionieren bleibt die Batterie vielleicht auch dann im Verbrauchsmodus Wenn wir längst glauben sie aufzuladen.

00:20:02: Wenn wir Erschöpfung früher erkennen wollen müssen wir vielleicht etwas lernen das eigentlich ganz einfach klingt, innezuhalten.

00:20:10: Nicht erst dann wenn wir völlig erschöpft sind nicht erst am Abend oder am Wochenende sondern zwischendurch und dabei geht es zunächst gar nicht darum sofort etwas verändern zu müssen.

00:20:21: Wir fragen uns nicht was muss ich noch schaffen sondern wie geht es mir gerade wirklich?

00:20:26: Bin ich müde?

00:20:27: bin ich angespannt?

00:20:28: bin ich gereizt?

00:20:29: bin ich vielleicht schon überfordert obwohl ich mir das gerade noch nicht eingestehen möchte.

00:20:36: Brauche ich Bewegung, brauche ich Ruhe?

00:20:38: Brauch ich jemanden um mich oder möchte ich gerade eigentlich einfach meine Ruhe haben.

00:20:44: Diese Fragen wirken zunächst unscheinbar aber sie können etwas verändern weil Sie unsere Aufmerksamkeit wieder dorthin lenken wo sie oft fehlt zu uns selbst.

00:20:55: eine Frage die dabei für mich besonders spannend ist lautet was möchte ich grade anders haben?

00:21:01: vielleicht möchtest du weniger lärm Vielleicht möchteste eine Pause Vielleicht möchtest du rausgehen, vielleicht möchteste jemand anrufen und manchmal kommt als Antwort nichts.

00:21:12: Auch das ist eine Antwort!

00:21:14: Denn bewusst wahrzunehmen was gerade in uns passiert bedeutet nicht dass wir ständig etwas verändern müssen.

00:21:19: Vielleicht ist genau das ein wichtiger Schritt aus der Erschöpfung.

00:21:22: Nicht immer sofort reagieren zu müssen sondern überhaupt wieder zu bemerken was in uns passiert.

00:21:28: denn je früher wir diese leisen Signale wahrnehmen desto weniger wahrscheinlich müssen sie irgendwann laut werden.

00:21:35: Und genau jetzt finden Baumfälle Arbeiten statt.

00:21:39: Bedeutet, dass sie eine kleine Unterbrechung machen muss.

00:21:51: So ich glaube draußen sind Sie fertig weiter geht's!

00:21:54: Erholung ist kein Gegenpol zur Leistung.

00:21:57: Vielleicht haben wir Erholungen über viele Jahre falsch eingeordnet?

00:22:00: Wir betrachten sie als Pause von dem was eigentlich wichtig ist – Als unter Brechung, als etwas das wir machen wenn die Arbeit erledigt ist und wenn die Aufgaben geschafft sind wenn alles andere funktioniert.

00:22:12: Aber wann ist eigentlich alles erledigt?

00:22:14: Vielleicht müssen wir deshalb unsere Vorstellung von Leistung verändern, denn Regeneration ist nicht das Gegenteil von Leistungen.

00:22:20: Sie ist eine Voraussetzung dafür, dass Leistung überhaupt dauerhaft möglich bleibt.

00:22:26: Ein Körper der ständig Energie verbraucht aber kaum Gelegenheit bekommt sie wieder aufzubauen kann irgendwann nicht einfach auf Knopfdruck weiter funktionieren Und vielleicht ist es deshalb keine Schwäche aufzuhören, bevor nichts mehr geht.

00:22:40: Vielleicht ist es sogar eine Form von Stärke oder noch viel mehr?

00:22:45: Vielleicht ist das Selbstachtung!

00:22:48: Denn du musst nicht erst völlig erschöpft sein um dir eine Pause erlauben zu dürfen.

00:22:52: Du musst nicht erstmal krank werden um deinen Körper ernst zu nehmen und du muss nicht erst zusammenbrechen damit deine Erschöpfung berechtigt ist.

00:23:00: Vielleicht darfst du früher zuhören.

00:23:03: Vielleicht ist Erschöpfung nicht immer das Zeichen dafür, dass wir zu wenig leisten.

00:23:07: Vielleicht ist sie manchmal das Zeichend dafür, daß wir zu lange gegen unsere eigenen Signale gelebt haben.

00:23:13: Unser Körper spricht oft nicht laut – zuerst vielleicht nur durch ein bisschen mehr Müdigkeit eine schlechtere Nacht weniger Geduld, weniger Freude, mehr Anspannung….

00:23:23: Wir bemerken es und trotzdem machen wir weiter!

00:23:27: Noch einen Tag noch eine Woche noch ein Projekt bis aus einem leisen Signal irgendwann etwas wird, dass wir nicht mehr überhören können.

00:23:38: Und deshalb stellt sich am Ende vielleicht nicht die Frage wie viel kann ich noch aushalten?

00:23:42: Sondern wie früh bin ich bereit mich selbst ernst zu nehmen?

00:23:48: denn unsere Energie ist begrenzt unserer Aufmerksamkeit ist begranzt.

00:23:53: auch unser Körper hat Grenzen und diese Grenzen sind keine Fehler.

00:23:58: Sie sind Teil unseres Menschseins, vielleicht besteht Gesundheit deshalb nicht darin möglichst viel auszuhalten sondern darin rechtzeitig zu erkennen wann genug genug ist Denn Erschöpfung beginnt vielleicht nicht erst dort wo keine Kraft mehr da ist.

00:24:15: Vielleicht beginnen sie dort wo wir die Signale überhören Die uns längst sagen dass wir auftanken müssen.

00:24:22: Und vielleicht ist hier entscheidende Frage Deshalb Nicht Wie lange kann ich noch?

00:24:26: sondern warum muss ich eigentlich erst leer sein, bevor ich mir erlaube wieder aufzutanken.

00:24:34: Ja und damit sind wir für heute auch schon wieder am Ende.

00:24:37: vielen Dank dass du dir heute wieder Zeit genommen hast und wenn du Fragen Anregungen Feedback Hinweise Themenwünsche oder Tipps hast gerne an die Mail Adresse in den Shownots bis zur nächsten Woche.

00:24:49: lasst es dir gut gehen und bleibe wahrnehmungsfähig Diese Rene des Körpers, der Podcast, der Deine Sinne schärft und Dich lehrt auf Deinen Körper zu hören.

00:24:58: Bleibt gesund!

00:24:59: Ciao.

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