Die Sirene des Körpers - Folge 88 - Ruhe

Shownotes

Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com

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Transkript anzeigen

00:00:05: Einen schönen Sonntag morgen euch allen, es geht weiter.

00:00:09: Herzlich willkommen die Sirene des Körpers der Podcaste Deine Sinne schärft und dich lehrt auf deinen Körper zu hören.

00:00:20: In der letzten Folge ging es um das Loslassen und darum warum es oft viel schwieriger ist als wir denken.

00:00:26: Wir haben uns angeschaut, warum eine Erinnerung Jahre später plötzlich wieder ganz präsent sein kann.

00:00:31: Ein Lied ein Geruch, ein bestimmter Ort oder ein einziger Gedanke kann reichen und schon reagiert nicht nur unser Kopf sondern auch unser Körper.

00:00:39: Das Herz schlägt schneller Der Atem verändert sich der Magen zieht sich zusammen oder alte Gefühle kommen wieder hoch.

00:00:46: Dabei haben wir genau betrachtet.

00:00:48: Was in unserem Gehirn- und Nervensystem passiert?

00:00:51: Und warum emotional bedeutsame Erinnerungen so stark mit bestimmten Menschenorten, Situationen?

00:00:59: Aber es ging noch um etwas entscheidendes.

00:01:01: Oft halten wir gar nicht an der Vergangenheit selbst fest, wir halten an Hoffnung fest – an Sehnsucht und Schuld oder an der Vorstellung wie etwas hätte sein sollen.

00:01:10: Loslassen bedeutet deshalb nicht eine Erinnerung zu löschen oder so zu tun als wäre nichts passiert!

00:01:16: Es bedeutet die Vergangen- heit anzuerkennen und gleichzeitig wieder Raum für das eigene Leben zu schaffen.

00:01:21: Denn die Vergange können wir nicht verändern aber wir können verändern wie viel Macht sie heute noch über uns hat.

00:01:34: Der Tag ist vorbei, keine Termine mehr, keine E-Mails.

00:01:37: Niemand braucht gerade etwas von dir.

00:01:39: Das Handy legt neben dir und eigentlich müsstest du jetzt nichts mehr tun – endlich Ruhe!

00:01:44: Und trotzdem fällt es dir schwer einfach da zu sitzen.

00:01:48: Du räumst noch schnell etwas auf, schaust noch eine Folge Skrolls durch dein Handy oder beantwortest noch diese eine Nachricht?

00:01:54: Vielleicht machst du dir sogar noch etwas zu essen, obwohl du gar keinen Hunger hast.

00:01:57: Hauptsache irgendetwas passiert!

00:01:59: Denn sobald es still wird merkst du plötzlich wie unruhig du eigentlich bist.

00:02:04: Und genau das ist interessant.

00:02:05: Wir wünschen uns den ganzen Tag Ruhe.

00:02:07: wir freuen uns darauf endlich Feierabend zu haben und wenn dieser Moment dann tatsächlich da ist wissen wir manchmal gar nicht was wir mit dieser Ruhe anfangen sollen.

00:02:15: Warum fällt es uns manchmal leichter ständig beschäftigt zu sein als einfach mal nichts zu tun.

00:02:22: Warum fühlt sich stille für manche Menschen nicht beruhigend, sondern banal unangenehm an?

00:02:27: Und was passiert eigentlich in deinem Körper wenn die äußere Welt endlich leiser wird und du plötzlich hörst, was in dir selbst die ganze Zeit weiterläuft?

00:02:47: Du kannst äußerlich vollkommen still sein und innerlich trotzdem auf Hochtouren laufen.

00:02:54: Du sitzt auf dem Sofa, hast eigentlich Feierabend und machst nichts – aber in deinem Kopf gehen die Gedanken weiter.

00:03:00: Was muss ich morgen erledigen?

00:03:01: Habe ich an alles gedacht!

00:03:02: Warum hat der andere das

00:03:04: gesagt?!

00:03:04: Was ist heute alles passiert?

00:03:07: Dein Körper liegt vielleicht ruhig da, aber deine Muskeln sind noch angespannt.

00:03:10: Dein Atem ist flach und ein Nervensystem befindet sich weiterhin in einer Art Bereitschaft.

00:03:15: Deshalb kannst du sogar mehrere Stunden auf dem Sofa verbringen und dich danach trotzdem nicht wirklich erholt fühlen.

00:03:21: Du hast nichts getan, aber dein Körper und deinen Kopf hatten keine echte Ruhe.

00:03:25: Vielleicht hast du die ganze Zeit Nachrichten gelesen?

00:03:28: Vielleicht Videos geschaut oder dich mit irgendwelchen Gedanken beschäftigt?

00:03:32: Du hast Pause gemacht!

00:03:34: Aber dein System... hatte keine Gelegenheit wirklich herunterzufahren.

00:03:37: Und genau deshalb ist nichts tun, noch keine Ruhe.

00:03:41: Echte Ruhe beginnt dort wo nicht nur dein Körper aufhört zu handeln sondern auch dein inneres System weniger leisten reagieren und verarbeiten muss.

00:03:50: Ruhe ist also nicht einfach die Abwesenheit von Aktivität.

00:03:53: Ruher ist ein Zustand in dem dein Körper nicht ständig auf den nächsten Reiz, die nächste Aufgabe oder die nächste Anforderung reagieren.

00:04:02: Und vielleicht merkst du gerade schon, wie groß der Unterschied ist.

00:04:05: Du kannst still sitzen und trotzdem nicht zur Ruhe kommen und du kannst aktiv sein und dich dabei trotzdem innerlich ruhig fühlen.

00:04:13: Die entscheidende Frage ist deshalb nicht was mache ich gerade nicht sondern was passiert gerade in mir?

00:04:26: Wenn wir verstehen wollen warum Ruhe uns manchmal so schwer fällt, müssen wir einen Blick darauf werfen was wir eigentlich gelernt haben.

00:04:32: Von klein auf bekommen wir vermittelt dass es gut ist etwas zu tun lernen arbeiten aufräumen organisieren erreichen.

00:04:40: Wer beschäftigt ist gilt als fleißig wer viel schafft gilt als erfolgreich und wer einfach nur da sitzt und nichts tut muss sich nicht selten sogar rechtfertigen.

00:04:49: Und diese Haltung übernehmen wir irgendwann so selbstverständlich, dass wir unseren eigenen Wert an unseren Aktivitäten messen – ein voller Tag fühlt sich sinnvoll an!

00:04:58: Ein leerer Tag kann sich dagegen beinahe wie ein verlorener Tag anfühlen….

00:05:03: Dabei hat Ruhe keinen sichtbaren Output ….

00:05:06: Du kannst nach einer Stunde Ruhe nichts….

00:05:09: Vorzeigen.

00:05:10: Keine erledigte Aufgabe, keine beantwortete Nachricht, keinen Haken auf einer Liste und genau deshalb fällt es vielen Menschen schwer ihr überhaupt einen Wert zu geben!

00:05:20: Wir versuchen sogar unsere freie Zeit effizient zu nutzen.

00:05:24: wenn schon Pause dann bitte sinnvoll sport machen meditieren lesen einen spaziergang machen etwas für die eigene Entwicklung tun.

00:05:31: selbst der holung bekommt plötzlich ein ziel Und damit passiert etwas Paradoxes.

00:05:37: Wir schaffen uns Zeit für Ruhe und machen daraus wieder eine Aufgabe.

00:05:41: Vielleicht liegt genau darin einer der Gründe, warum wir Ruhe verlernt haben?

00:05:46: Wir haben uns so sehr daran gewöhnt dass unser Leben aus Aufgaben reizen und Entscheidungen besteht das uns ein Zustand ohne diese Dinge fremd geworden ist.

00:05:55: aber dein Körper muss nicht ständig etwas leisten damit diese zeit wertvoll ist.

00:06:00: Ein Mensch ist nicht nur dann produktiv, wenn er etwas hervorbringt und ein Tag ist nicht einfach gelungen, wenn am Ende möglichst viel erledigt wurde.

00:06:07: Manchmal besteht die wichtigste Leistung darin nichts leisten zu müssen.

00:06:13: Denn Ruhe hat keinen sichtbaren Nutzen aber sie hat einen biologischen.

00:06:25: Jetzt wird es ein bisschen wissenschaftlich, denn wenn du abends endlich im Bett liegst und trotzdem nicht abschalten kannst bedeutet das nicht automatisch dass du dich einfach nicht genug entspannst.

00:06:33: Dein Nervensystem arbeitet nicht nach dem Prinzip Du legst Dich hin Und sofort ist Ruhe.

00:06:38: Ein wichtiger Teil dieser Regulation läuft über das autonome Nerven System.

00:06:42: Dazu gehören unter anderem der Sympathikus und der Parasympathicus.

00:06:46: Der Sympatikus unterstützt den Körper dabei Energie bereitzustellen Aufmerksam zu sein schnell auf Anforderungen zu reagieren.

00:06:54: Der Parasympathikus ist an vielen Prozessen beteiligt, die mit Erholung, Verdauung und Regeneration verbunden sind.

00:07:01: Beide Systeme arbeiten dabei nicht wie zwei Schalter bei denen immer nur eine eingeschaltet sein kann.

00:07:08: sie stehen miteinander in Verbindung und passen ihre Aktivität ständig an die jeweilige Situation an.

00:07:14: ein Körper entscheidet fortlaufend was gerade gebraucht wird Aufmerksamkeit Bewegungen Leistung erholung oder schlaf.

00:07:21: Und genau deshalb funktioniert abschalten nicht auf Knopfdruck.

00:07:25: Du kannst dich nach einem langen Tag ins Bett legen und körperlich vollkommen still sein, trotzdem kann dein System noch auf Aktivität eingestellt sein.

00:07:32: Dein Körper verarbeitet noch die Eindrücke des Tages, Gedanken laufen weiter, dein Herz schlagt deine Atmung und deine Muskelspannungen sind möglicherweise noch nicht auf dem Niveau das für wirkliche Erholung günstig ist.

00:07:44: Das kann auch erklären warum du manchmal müde bist und trotzdem nicht einschlafen kannst.

00:07:48: Müdigkeit und Ruhe sind.

00:07:51: Dein Körper kann erschöpft sein, während dein Nervensystem noch aufmerksam bleibt.

00:07:55: Du liegst im Bett – aber in deinem Kopf läuft der Tag weiter!

00:07:59: Das Gespräch von heute Nachmittag, die Aufgaben von morgen… Die Nachricht, auf die du noch wartest, der Konflikt über den du nachdenkst.

00:08:06: Der Körper liegt, aber das System ruht nicht und genau deshalb braucht echte Ruhe manchmal Zeit.

00:08:12: Dein Körper muss nicht nur aufhören zu handeln, er muss dir Informationen bekommen dass ihm um Ende nichts von ihm verlangt

00:08:18: wird.".

00:08:19: Ruhe ist deshalb kein Zustand, den du einfach beschließt.

00:08:23: Sie ist ein Prozess der Regulation!

00:08:33: Und genau deshalb kann Stille manchmal überraschend unangenehm werden – nicht weil mit der Ruhe etwas nicht stimmt sondern weil plötzlich all das hörbar wird was vorher keinen Raum bekommen hat... Solange der Tag läuft, gibt es ständig etwas das deine Aufmerksamkeit bindet.

00:08:47: Arbeitgespräche Musik Nachrichten Termine Der nächste Gedanke Die nächste Aufgabe Du bist beschäftigt und musst dich mit dir selbst nicht allzu lange auseinandersetzen Aber dann wird es still Und plötzlich ist da dieser Gedankel den du den ganzen tag vor dir hergeschoben hast.

00:09:03: Vielleicht taucht eine sorge auf über die du eigentlich gar nicht nachdenken wolltest.

00:09:07: Vielleicht bemerkst du eine Traurigkeit, die zwischen all den Aufgaben keinen Platz hatte.

00:09:12: Vielleicht spürst du erst jetzt wie angespannt du wirklich bist oder du merkst einfach dass du innerlich überhaupt nicht dort bist wo dein Körper gerade ist.

00:09:21: Die Stille hat diese Dinge nicht erzeugt sie macht sie nur hörbar.

00:09:25: Und genau das kann zunächst unangenehm sein, denn wir verwechseln innere Unruhe oft mit Langenweile.

00:09:31: Wir denken, wir müssten irgendetwas tun obwohl wir eigentlich nur nicht spüren wollen was gerade in uns passiert.

00:09:38: Deshalb greifen wir wieder zum Handy!

00:09:40: Wir machen Musik an und suchen eine Serie heraus.

00:09:42: Wir stehen auf und räumen irgendwas auf – nicht unbedingt weil wir das gerade wollen sondern weil wir die Stille beenden möchten.

00:09:50: Doch wenn du jedem stillen Moment sofort wieder einen neuen Reiz entgegensetzt bekommst du nie die Gelegenheit herauszufinden, was diese Unruhe dir eigentlich sagen wollte.

00:10:00: Und genau darin liegt etwas Wichtiges – Ruhe ist nicht immer sofort angenehm!

00:10:05: Manchmal musst Du sie erst wieder kennenlernen.

00:10:08: Denn wenn außen leiser wird beginnt innen nicht automatisch auch alles zu schweigen.

00:10:13: Manchmal beginnt dann erst das Gespräch mit Dir selbst….

00:10:17: Und genau hier wird es noch einmal interessant, denn wir versuchen nicht nur unseren Alltag zu optimieren.

00:10:22: Wir versuchen irgendwann sogar unsere Erholung zu optimiren – die perfekte Schlafroutine, die perfette Meditation das perfekste Wochenende, die perfecte Entspannung!

00:10:32: Wir planen unsere Pausen, messen unseren Schlaf, hören Entspanungsübungen und überlegen ob wir gerade genug für unsere Regeneration tun.

00:10:40: Und plötzlich wird sogar Ruhe zu einer Aufgabe.

00:10:43: Ich muss jetzt entspannen und wenn du dich hinsetzt und dabei schon wieder darauf wartest, dass du dich endlich entspannter fühlst, machst du aus Ruhe erneut eine Leistung!

00:10:53: Du beobachtest Dich, du bewertest DICH, du fragst Dich ob du es richtig machst.

00:10:58: Und genau dieser Druck steht dem entgegen, wonach du eigentlich suchst... Denn Ruhe bedeutet nicht einen bestimmten Zustand herstellen zu müssen.

00:11:07: Du musst nicht sofort ruhig sein, du musst dich nicht sofort gut fühlen!

00:11:10: Du musst nichts aufhören zu denken, du muss nichts loslassen und klären.

00:11:15: Du darfst einfach da sein – auch mit Gedanken oder Unruhe.

00:11:23: Auch mit dem Gefühl das gerade gar nichts passiert….

00:11:26: Das ist vielleicht einer der schwierigsten Gedanken für einen Menschen, der es gewohnt ist ständig etwas zu lösen.

00:11:32: Es gibt Momente in denen nichts gelöst werden muss.

00:11:34: Nicht jeder Gedanke braucht eine Antwort.

00:11:37: Nicht jedes Gefühl braucht eine Erklärung.

00:11:40: Nicht Jedes Problem muss heute entschieden werden.

00:11:43: Manchmal braucht dein Leben keinen weiteren Plan.

00:11:47: Manchmal braucht es nur einen Moment indem du aufhörst etwas von dir zu verlangen und genau dort Beginn.

00:11:54: Ruhe, nicht dann wenn du endlich perfekt entspannt bist sondern dann wenn Du aufhörst Entspannung erzwingen zu wollen.

00:12:01: Denn Ruhe ist kein Ergebnis das Du erreichen musst.

00:12:04: Ruhe entsteht dort oder Druck aufhört etwas erreichen zu müssen.

00:12:16: und damit kommen wir zu einem Unterschied der im Alltag leicht übersehen wird.

00:12:20: Ablenkung ist nicht dasselbe wie Regeneration.

00:12:22: Du kommst nach einem langen Arbeitstag nach Hause, bist eigentlich völlig erschöpft und lässt Dich auch so verfallen.

00:12:28: Du öffnest Netflix und schaust Deine Folge Dann noch eine, irgendwann ist es Mitternacht.

00:12:33: Oder du nimmst dein Handy in die Hand und scrollst durch Social Media ein Video, noch eins, eine Nachricht – noch ein Video!

00:12:39: Du merkst gar nicht wie eine Stunde vergeht.

00:12:42: Vielleicht spielts ja noch ein paar Runden?

00:12:44: Bestellts etwas zu Essen, gehst online, shoppen klickst dich durch irgendwelche Beiträge Und all das kann angenehm sein.

00:12:50: Es kann dich auf andere Gedanken bringen, es kann Spaß machen Es kann für einen Moment dafür sorgen dass du nichts von dem spürst was dich den ganzen Tag beschäftigt hat.

00:12:58: Aber angenehm bedeutet nicht automatisch regenerierend.

00:13:02: Denn Ablenkung nimmt deine Aufmerksamkeit von etwas weg, Regeneration gibt dir etwas zurück – das ist ein entscheidender Unterschied.

00:13:11: Stell dir vor du kommst nach einem anstrengenden Tag nach Hause und bist innerlich völlig voll.

00:13:16: Dein Kopf ist müde Du hast zu viele Eindrücke verarbeitet Und eigentlich bräuchtest du einen Moment ohne weitere Anforderungen.

00:13:23: Stattdessen greifst du Dein Handy.

00:13:26: Du fühlst dich kurz besser, aber nach einer Stunde scrollen bist du immer noch erschöpft – vielleicht sogar gereizt da!

00:13:32: Vielleicht hast du schlechter geschlafen?

00:13:33: Vielleicht haste das Gefühl den Abend irgendwie verbracht zu haben ohne wirklich angekommen sein….

00:13:39: Das bedeutet nicht, dass Social Media Serien, Gaming oder Essen grundsätzlich schlecht sind.

00:13:43: Natürlich können sie Freude machen und genau das sein was du gerade brauchst!

00:13:48: Die entscheidende Frage ist eine andere – Was beruhigt mich wirklich?

00:13:52: Und was macht mich nur für einen Moment unempfindlich gegenüber meiner

00:13:57: Erschöpfung?!

00:13:58: Denn manchmal suchen wir gar keine Erholung, wir suchen Betäubung.

00:14:02: Nicht im dramatischen Sinne sondern ganz alltäglich!

00:14:05: Wir wollen für eine Weile nichts fühlen nicht über den Streit nachdenken, nicht an die Arbeit denken, nicht spüren wie müde wir eigentlich sind und nicht merken dass wir schon seit Tagen über unsere Grenze gehen.

00:14:16: also geben wir unserem Kopf etwas das laut genug ist damit wir uns selbst nicht hören müssen.

00:14:21: und genau deshalb kann Ablenkung so verführerisch sein Sie funktioniert sofort.

00:14:27: Regeneration funktioniert anders, sie muss nicht spektakulär sein.

00:14:31: Manchmal bedeutet sie einen Spaziergang zu machen manchmal ein Gespräch mit einem Menschen bei dem du nicht funktionieren musst.

00:14:38: Manchmal Musik Bewegung Natur Ein warmes Essen Ein Buch oder einfach zwanzig Minuten ohne Bildschirm und ohne das Gefühl irgendetwas erledigen zu müssen.

00:14:47: Es gibt dabei keine allgemein gültige Liste dessen was regeneriert, was einem Menschen Energie zurückgibt kann für einen anderen anstrengend sein.

00:14:55: Deshalb musst du deinen eigenen Unterschied kennenlernen – wie fühlst Du Dich nach dem was Du gerade tust?

00:15:01: Nicht währenddessen danach!

00:15:03: Bist Du klarer, ruhiger wieder mehr bei Dir oder bist Du nur vor eine Weile nicht mehr mit Dir selbst in Kontakt gewesen?

00:15:10: Das ist ein wichtiger Test denn manchmal merken wir erst hinterher ob etwas tatsächlich Erholung war.

00:15:17: Eine Serie kann Regeneration sein, ein Abend mit Freunden kann Regeneration sein.

00:15:22: Gaming kann Regeneneration sein.

00:15:24: auch einfach nur auf dem Sofa zu liegen kann Regereneration sein aber nichts davon ist automatisch Erholung.

00:15:31: Es kommt darauf an, was danach in dir passiert.

00:15:34: Fühlst du dich wieder mehr wie du selbst?

00:15:37: Oder brauchst Du dann nach schon den nächsten Reiz, die nächste Folge der nächsten Scroll oder Beschäftigung?

00:15:43: Denn wenn Du immer wieder etwas brauchst damit Du Deine Erschöpfung nicht spürst, ist das keine echte Lösung.

00:15:49: Dann verschiebst Du nur den Moment in dem Dein Körper Dich wieder einholt.

00:15:53: und genau deshalb lohnt sich eine ganz einfache Frage.

00:15:57: Was?

00:15:57: brauche ich gerade wirklich.

00:15:59: Nicht was lenkt mich ab, nicht was bringt die Zeit schnell herum sondern was gibt mir etwas zurück?

00:16:06: Denn dein Körper braucht nicht immer mehr Input.

00:16:09: Manchmal braucht er weniger und manchmal ist die Erholsamste Entscheidung des ganzen Tages nicht die nächste Folge, nicht das nächste Video und nicht die nächsten Beschäftigung, sondern einfach nur aufzuhören und zu merken.

00:16:20: Ich muss gerade nichts von mir selbst verstecken!

00:16:24: Ich darf einfach mal nichts dagegen tun.

00:16:37: Und dabei müssen wir noch mit einer Vorstellung aufräumen, Ruhe bedeutet nicht automatisch allein zu sein.

00:16:42: für manche Menschen ist es genau das was sie brauchen eine beschlossene Tür kein Gespräch kein Termin ein Spaziergang alleine durch den Wald endlich niemand auf denen Sie reagieren müssen.

00:16:53: aber für andere Menschen funktioniert Ruhe ganz anders.

00:16:56: Manche kommen erst dann wirklich herunter, wenn sie mit einem Menschen zusammen sind bei dem Sie nichts vorspielen müssen.

00:17:02: Wenn Sie erzählen können was Ihr beschäftigt, wenn jemand einfach zuhört.

00:17:05: Wenn sie lachen, wenn Sie gemeinsam essen oder sogar wenn sie nebeneinander sitzen und überhaupt nicht sagen.

00:17:12: auch Bewegung kann Ruhe sein.

00:17:13: ein Spaziergang Fahrradfahren Schwimmgartenarbeit etwas mit den Händen tun den Körper bewegen während der Kopf langsam auf hört alles kontrollieren zu wollen.

00:17:23: Und manchmal ist es die Natur, die etwas verändert.

00:17:25: Nicht weil ein Waldspaziergang automatisch heilt sondern weil sie dort etwas an der Qualität unserer Aufmerksamkeit verändert.

00:17:32: Weniger Informationen weniger Entscheidungen weniger Dinge auf die wir reagieren müssen.

00:17:37: deshalb gibt es nicht eine Form von Ruhe.

00:17:41: Ruhe muss nicht still aussehen Sie muss auch nicht passiv aussehen und sie muss schon gar nicht so aussehen wie es in irgendeinem Radgeber beschrieben wird.

00:17:50: Der eine Mensch braucht Rückzug, der andere braucht Nähe, der eine braucht Stelle, der Andere braucht Bewegung.

00:17:56: Der Eine findet Ruhe allein und der andere findet sie in einem Gespräch.

00:18:00: Entscheidend ist nicht ob deine Ruhe von außen nach Ruhe aussieht, entscheidend ist was sie in dir bewirkt.

00:18:06: Was lässt dich aufhören ständig reagieren zu müssen?

00:18:10: Was nimmt den Druck heraus?

00:18:11: Wo musst du nichts beweisen?

00:18:13: Wo muss du nichts entscheiden?

00:18:15: wo kannst Du einfach sein?

00:18:17: Das ist die Frage die du dir stellen kannst.

00:18:19: Was lässt mein System tatsächlich herunterfahren?

00:18:23: Denn manchmal denken wir, wir müssten uns nur mehr zurückziehen obwohl wir eigentlich Verbindung brauchen und manchmal suchen wir ständig Menschen um uns herum, obwohl wir längst merken dass wir eigentlich einmal niemanden etwas geben oder erklären müssen.

00:18:37: Ruhe beginnt deshalb nicht mit einer bestimmten Tätigkeit, sie beginnt damit herauszufinden was du wirklich brauchst.

00:18:42: Und genau das führt uns zu einem weiteren wichtigen Punkt.

00:18:46: Denn selbst wenn Du die richtige Form von Ruhe für Dich gefunden hast bleibt noch die Frage wieviel Erholung Dein Körper überhaupt bekommt.

00:18:53: Schlaf ist eine der wichtigsten Formen biologischer Erholung.

00:18:58: Während du schläft, laufen im Körper zahlreiche Prozesse weiter für die Regeneration, Gedächtnisverarbeitungsstoffwechsel und die Regulation verschiedener Körpersysteme wichtig sind.

00:19:08: Schlaf is also keine verlorene Zeit – im Gegenteil, schlafe ist aktive biologische Arbeit.

00:19:14: aber schlafis nicht die einzige Form von Erholungen!

00:19:16: Du kannst acht Stunden schlafen und trotzdem merken dass du dich nach dem Aufstehen noch nicht wirklich erholt fühlst.

00:19:22: Nicht unbedingt weil mit deinem Schlaf etwas nicht stimmt, sondern weil dein Körper nicht nur nachts mit Belastung umgehen muss.

00:19:28: Auch tagsüber braucht er Phasen in denen weniger auf ihn einwirkt, weniger Reize, weniger Anforderungen, weniger Entscheidungen und weniger ständige Erreichbarkeit.

00:19:37: Denn stell dir einmal einen ganz normalen Tag vor.

00:19:40: Du wachst auf, greifst zum Handy Nachrichten, E-Mails, Nachrichten Portale dann Arbeitgespräche Entscheidungen Termine zwischen zwei Aufgaben noch schnell etwas erledigen in der Mittagspause wieder auf den Bildschirm schauen nach Feierabend einkaufen organisieren Antworten noch etwas planen.

00:19:53: und irgendwann sagst du jetzt habe ich endlich feierabends aber dein tag bestand vielleicht aus zwölf Stunden permanentere Aktion.

00:20:01: Und dann erwartest du von deinem Körper dass er nachts innerhalb weniger Minuten alles wieder ausgleicht?

00:20:06: Das funktioniert nicht, denn Regeneration bedeutet nicht nur irgendwann bewusstlos im Bett zu liegen.

00:20:12: Sie bedeutet auch dass dein System zwischendurch weniger leisten verarbeiten und entscheiden muss Ein paar Minuten am Fenster sitzen ohne auf das Handy zu schauen.

00:20:21: Einen Spaziergang machen ohne gleichzeitig zehn Dinge zu erledigen, eine Mahlzeit essen ohne nebenbei Nachrichten zu beantworten nach einem intensiven Gespräch nicht sofort wieder in die nächste Aufgabe springen.

00:20:32: Das sind kleine Unterbrechungen.

00:20:34: aber genau solche Unterbrechen können dem Körper etwas geben dass im modernen Alltag erstaunlich selten geworden ist.

00:20:40: keine neue Anforderung und deshalb ist dieser Satz so wichtig.

00:20:45: Nicht jede Pause muss schlaf sein Aber nicht jede Pause ist Erholung.

00:20:50: Du kannst zwei Stunden frei haben und dich trotzdem nicht regenerieren, du kannst zehn Minuten wirklich aussteigen und merken das etwas in dir wieder ruhiger wird.

00:20:59: Es geht also nicht darum wie viel Zeit du hast es geht darum was während dieser Zeit mit dir passiert.

00:21:05: denn dein Körper braucht nicht ausschließlich den großen Reset in der Nacht er braucht auch kleine Räume dazwischen.

00:21:12: Momente, in denen niemand etwas von dir will.

00:21:14: Momente in denen du nichts entscheiden musst!

00:21:17: Momente ,in denen kein neuer Reiz um deine Aufmerksamkeit kämpft.

00:21:21: und vielleicht ist genau das etwas was wir im Alltag unterschätzen.

00:21:25: Erholung beginnt nicht erst dann wenn wir völlig erschöpft sind und endlich schlafen gehen.

00:21:29: Sie beginnt viel früher In den kleinen Momenten in denen dein Körper merkt Ich muss gerade nirgendwo hin.

00:21:43: Und vielleicht liegt genau hier die eigentliche Herausforderung.

00:21:46: Nicht darin, dass wir keine Zeit für Ruhe haben sondern darin das wir verlernt haben und selbst oder Beschäftigungen auszuhalten.

00:21:53: Denn solange etwas passiert müssen wir nicht so genau hinschauen.

00:21:56: Wir können arbeiten, wir können Nachrichten beantworten Wir können aufräumen, wir telefonieren, wir kann scrollen, wir könnten irgendetwas planen.

00:22:03: Es gibt immer etwas das unsere Aufmerksamkeit bindet Aber dann ist plötzlich nichts mehr da kein Termin, kein Bildschirm, keine Aufgabe Keine Ablenkung.

00:22:12: Und auf einmal bist du nur noch ... Du.

00:22:15: Mit deinem Gedanken, mit deiner Stimmung, mit deinem Körper.

00:22:20: Mit Dingen die du vielleicht schon den ganzen Tag nicht wahrgenommen hast.

00:22:25: und genau deshalb kann Ruhe so herausfordernd sein Denn wenn wir nichts mehr tun müssen begegnen wir dem was sonst zwischen all den Aktivitäten verschwindet.

00:22:34: Vielleicht merkst du dann erst wie müde du wirklich bist?

00:22:37: Vielleicht kommt eine Traurigkeit hoch für die im Alltag kein Platz war.

00:22:41: Vielleicht taucht eine Entscheidung auf, die du seit Wochen vor dir her schiebst?

00:22:45: Vielleicht bemerkst du das du eigentlich unzufrieden bist oder dass du dich schon lange nach etwas sehnst, für das du dir bisher keine Zeit genommen hast?

00:22:54: Die Ruhe ist dafür nicht verantwortlich – sie nimmt dir nur die Ablinkung weg.

00:22:59: und genau das kann unangenehm sein!

00:23:01: Denn Beschäftigung kann uns nicht nur antreiben, sie kann uns auch davor schützen ums selbst zu begegnen….

00:23:08: Das ist der Moment, in dem viele wieder aufspringen.

00:23:11: Noch schnell etwas machen?

00:23:13: Noch einmal aufs Handy schauen!

00:23:14: Noch eine Nachricht noch eine Folge Nicht weil es wirklich notwendig wäre sondern weil die eigene innere Welt gerade zu laut geworden ist.

00:23:23: Aber wenn du jeden stillen Moment sofort wieder füllst wirst Du nie erfahren was ich darin zeigen wollte.

00:23:29: Ruhe auszuhalten bedeutet deshalb nicht dass du deine Gedanken abschalten musst.

00:23:33: Es bedeutet ihnen nicht so fort davon laufen zu müssen jeden Gedanken lösen.

00:23:39: Du musst nicht jedes Gefühl verändern, du musst nicht sofort wissen was mit dir los ist.

00:23:43: Du kannst einfach bemerken, was da ist und manchmal ist genau das der Anfang von etwas Wichtige Denn wenn du dich selbst wieder wahrnimmst, kannst du auch wieder unterscheiden Was ist gerade wirklich wichtig?

00:23:56: Was erschöpft mich?

00:23:57: Was brauche ich?

00:23:58: Was möchte ich verändern Und was darf einfach einmal so sein?

00:24:03: Ruhe kann deshalb unbequem beginnen, aber sie schafft eine Möglichkeit die im Lärm des Alltags leicht verloren geht.

00:24:09: Dir selbst wieder zuzuhören!

00:24:12: Und genau darin liegt auch die andere Seite der Ruhe.

00:24:14: Ruhe schafft nicht einfach Lehre – Sie schafft Raum.

00:24:17: Raum in dem du wieder wahrnehmen kannst was sonst ständig von etwas anderem überlagert wird.

00:24:23: Wenn nicht jede Sekunde ein neuer Reiz deiner Aufmerksamkeit fordert bemerkst Du plötzlich Dinge die vorher keinen Platz hatten Wie sich dein Körper tatsächlich anfühlt, welche Gedanken immer wieder auftauchen was dich beschäftigt.

00:24:35: Was dir fehlt aber auch was dir gut tut.

00:24:38: und aus dieser Wahrnehmung kann Klarheit entstehen nicht unbedingt sofort Aber Schritt für Schritt Denn wenn alles gleichzeitig Aufmerksamkeit verlangt wird es schwer zu erkennen was wirklich wichtig ist.

00:24:48: Ruhe Schafft keine fertigen Antworten, sie schafft die Bedingungen unter denen du sie überhaupt wieder finden kannst.

00:24:54: Auch Kreativität braucht diesen Raum.

00:24:57: Viele Gedanken entstehen nicht dann wenn wir krampfhaft nach einer Lösung suchen sondern in den Zwischenräumen beim Spazieren gehen, unter der Dusche, beim Blick aus dem Fenster in einem Moment in dem der Kopf einmal nicht mit der nächsten Aufgabe beschäftigt ist.

00:25:10: und auch Gefühle brauchen Raum!

00:25:11: Nicht jedes Gefühl muss sofort analysiert oder verändert werden.

00:25:15: Manchmal muss es zunächst einfach wahrgenommen.

00:25:18: Das gilt genauso für Entscheidungen.

00:25:20: Wenn du ständig reagierst, entscheidest du oft aus dem Moment heraus.

00:25:24: Erst wenn es ruhig wird kannst Du wieder einen Schritt zurücktreten und dich fragen will ich das eigentlich wirklich?

00:25:30: Ist das gerade meine Entscheidung oder reagiere ich nur auf das was von außen von mir verlangt wird?

00:25:35: Ruhe macht Dich also nicht automatisch produktiver.

00:25:39: Genau darin liegt ihre Besonderheit.

00:25:41: sie muss nicht produktiv sein.

00:25:43: Sie gibt Dir etwas Grundlegendes zurück Deine eigene Aufmerksamkeit Und vielleicht ist das in einer Welt die ständig um deine Aufmerksamkeit kämpft, eine der wertvollsten Formen von Freiheit.

00:25:55: Denn dein Körper kann dir nur signalisieren was los ist wenn du ihm überhaupt die Möglichkeit gibst gehört zu werden.

00:26:01: Ruhe ist nicht verlorene Zeit!

00:26:04: Sie ist der Raum indem wir wieder hören können was in uns passiert und manchmal hörst Du dort nicht das was Du.

00:26:11: erwartet hast.

00:26:12: Aber genau das kann wichtig sein, denn wenn es außen leiser wird kannst du innen wieder unterscheiden was wirklich deine Aufmerksamkeit verdient.

00:26:19: und vielleicht beginnt genau dort eine andere Art von Ruhe nicht die Ruhe in der nichts passiert sondern die Ruhr in der Du endlich wieder bemerkst was passiert.

00:26:37: Und damit kommen wir zurück zu dem, was diesen Podcast eigentlich ausmacht.

00:26:40: Der Sirene des Körpers.

00:26:41: Wir denken bei einem Alarm oft dann etwas Lautes.

00:26:44: Etwas das wir nicht überhören können.

00:26:46: aber der Körper arbeitet nicht immer so.

00:26:48: Manchmal versucht er nicht dich mit einem großen Signal anzuhalten manchmal wird seine Stimme einfach leiser.

00:26:54: Du hast keine Lust mehr du ziehst dich zurück du bist schneller gereizt kannst dich schlechter konzentrieren, du schläfst aber was trotzdem nicht wirklich erholt auf.

00:27:02: Dinge die dir früher Freude gemacht haben fühlen sich plötzlich anstrengend an und du sagst dir vielleicht ich brauch einfach Urlaub!

00:27:11: Aber manchmal braucht dein Körper noch eine Woche in der du möglichst viel aus deiner freien Zeit herausholst.

00:27:17: Nicht noch eine Methode Nicht noch einen Podcast.

00:27:20: Nicht noch eine Morgenroutine, nicht noch einen Plan mit dem du dich selbst optimieren kannst.

00:27:26: Manchmal braucht dein Körper nicht mehr, manchmal braucht er weniger Reize, weniger Entscheidung, weniger Erreichbarkeit, weniger Druck und weniger Müssen.

00:27:36: Und genau deshalb kann Ruhe so wichtig sein.

00:27:38: Nicht weil sie jedes Problem löst, sondern weil sie verhindert dass du ständig überhörst was dein Körper dir längst sagen will.

00:27:46: Denn die Sirene des Körpers muss nicht immer lauter werden.

00:27:50: Manchmal wird sie leiser und genau dann sollten wir besonders aufmerksam werden Denn wenn du dich immer weiter von dir selbst entfernst brauchst du irgendwann keine laute Warnung mehr.

00:28:00: Du merkst es daran das du nichts mehr möchtest Dass selbst freie Zeit dich erschöpft Dass du dich zurückziehst, dass dein Kopf nicht mehr richtig abschalten kann.

00:28:09: Dass du funktionierst aber dich selbst dabei immer weniger spürst.

00:28:13: Das sind keine Kleinigkeiten die man einfach wegorganisieren muss.

00:28:16: es sind Signale und manchmal ist die angemessene Antwort darauf erstaunlich einfach Nicht noch mehr tun, sondern weniger.

00:28:24: Nicht noch schneller werden, sondern langsamer!

00:28:26: Nicht noch eine Lösung suchen, sondern endlich einmal nichts lösen müssen.

00:28:30: Denn vielleicht wartet dein Körper gar nicht auf die nächste perfekte Methode.

00:28:34: Vielleicht wartet er darauf dass du ihm zuhörst und vielleicht kannst Du das heute mal ausprobieren.

00:28:39: Nicht als Übung, nicht als Aufgabe einfach nur als einen Moment.

00:28:42: Du setzt Dich irgendwo hin?

00:28:44: Das Handy bleibt liegen keine Musik kein Podcast, keine Serie, keine Aufgabe die Du... noch schnell erledigen muss nur du.

00:28:52: Und am Anfang fühlt sich diese Stille vielleicht ungewohnt an, vielleicht sogar ein bisschen unangenehm aber dann bemerkst Du Deinen Atem.

00:28:59: Du spürst dann den Körper.

00:29:01: Du bemerks wie deine Gedanken kommen und wieder gehen.

00:29:04: Vielleicht merkst Du dass Du müde bist, vielleicht angespannt, vielleicht erstaunlich ruhig.

00:29:09: und zum ersten Mal seit langer Zeit musst Du nichts davon verändern.

00:29:13: Du musst nicht produktiver werden, du musst nicht entspannter werden.

00:29:16: Du musst nirgendwo ankommen.

00:29:18: Du bist einfach da und vielleicht bemerkst du dann etwas das im Lärm des Alltags so leicht verloren geht?

00:29:24: Die Ruhe war nie leer!

00:29:26: Sie war nur der Ort, an dem du wieder zuhören kannst.

00:29:30: Hören was dein Körper braucht, hören was dich beschäftigt, hören, was dir fehlt aber auch hören was längst gut ist.

00:29:37: und vielleicht ist genau das die eigentliche Bedeutung von Ruhe.

00:29:40: Nicht dass nichts mehr in Dir passiert, sondern das Du wieder mitbekommst.

00:29:44: Was passiert?

00:29:45: Dass Du nicht jede Stille sofort füllen musst!

00:29:48: Dass Du Nicht vor jedem Gedanken davon laufen musst!

00:29:51: Das Du Deinem Körper nicht erst zuhören musst wenn er schreit Denn die Sirene ist nicht immer laut.

00:29:58: Manchmal ist sie nur ein leises Gefühl Eine Müdigkeit eine Gereizzeit Ein Rückzug einen fehlender Antrieb Ein Körper der Dir immer wieder sagt Es Ist zu viel und vielleicht musst du darauf nicht immer mit einer neuen Antwort reagieren.

00:30:13: Vielleicht musst du manchmal einfach nur anfangen zuzuhören, denn dein Körper verlangt nicht ständig nach einer Lösung.

00:30:18: Manchmal verlängt er nach einem Raum in dem er nichts leisten muss – nach einem Moment in dem niemand etwas von ihm will, nach Ruhe.

00:30:27: Und deshalb möchte ich dich mit einem kleinen Gedanken aus dieser Folge entlassen.

00:30:38: Manchmal brauchen auch deine Gedanken keine Antwort, manchmal brauchen sie nur Ruhe.

00:30:46: Und damit sind wir für heute schon wieder am Ende.

00:30:48: Vielen Dank dass du dir die Zeit genommen hast zuzuhören und wenn du zusätzlich Fragen Anregungen Feedback hinweise oder Tipps hast gerne an die Mail Adresse in den Schauen.

00:30:59: Ich weiß ich bin noch eine Antwort schuldig.

00:31:02: Bis zur nächsten Woche, lasst es dir gut gehen.

00:31:04: Bleibe wahrnehmungsfähig!

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