Die Sirene des Körpers - Folge 89 - Gleichgewicht

Shownotes

Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com

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Transkript anzeigen

00:00:05: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:06: weiter geht's, die Serene des Körpers.

00:00:08: der Podcast hat eine Sinne schärft.

00:00:10: Und ich lehrt auf deinen Körper zu hören.

00:00:12: einen wunderschönen Sonntag morgen euch allen!

00:00:23: In der letzten Folge ging es um etwas nachdem wir uns alle sehnen und dass uns gleichzeitig erstaunlich schwer fällt – Ruhe.

00:00:30: Wir haben darüber gesprochen das äußere Stille nicht automatisch bedeutet, dass es auch in uns ruhig wird dass wir uns beschäftigen, scrollen, Serien schauen oder noch schnell etwas erledigen obwohl wir eigentlich längst müde sind.

00:00:43: Und dass wir manchmal vielleicht genau deshalb so viel tun, weil in der Ruhe Dinge hörbar werden für die im Alltag kein Platz ist.

00:00:50: Wir haben den Unterschied zwischen Ablenkung und echter Regeneration betrachtet und darüber gesprochen das Erholung nicht immer bedeutet nichts zu tun.

00:00:57: Entscheidend ist nicht was wir tun sondern was danach in uns passiert.

00:01:02: Eine wichtige Erkenntnis war wir müssen Ruhe nicht perfekt können, wir müssen uns nicht zwingend entspannt sein und nicht jeden Gedanken oder jedes Gefühl lösen.

00:01:10: Manchmal reicht es vor einem Moment nichts von uns zu verlangen.

00:01:15: Denn wenn es außen leiser wird, können wir wieder hören was in uns passiert?

00:01:19: Wir spüren unseren Körper unsere Müdigkeit unser Anspannung aber auch das was uns gut tut und was uns vielleicht fehlt.

00:01:25: Ruhe ist deshalb keine verlorene Zeit.

00:01:28: sie ist ein Raum in dem wir wieder bei uns ankommen können.

00:01:31: und vielleicht beginnt genau dort etwas entscheidendes dass wir unseren Körper nicht erst wahrnehmen wenn er laut werden muss sondern anfangen ihm zuzuhören.

00:01:39: solange er noch leise mit uns spricht Stehst gerade.

00:01:53: Vielleicht beim Zähne putzen, vielleicht in der Küche während du auf deinen Kaffee wartest?

00:01:57: Vielleicht gehst Du aber auch gerade eine Treppe hinunter oder bist mitten in einem Raum stehen geblieben.

00:02:03: Du denkst nicht darüber nach, wie du das machst.

00:02:05: Du stehst einfach und trotzdem passiert in deinem Körper gerade unglaublich viel.

00:02:10: Dein Gewicht verteilt sich über deine Füße, deine Muskeln verändern ständig ihre Spannung, deine Gelenke melden, wie dein Körper gerade positioniert ist.

00:02:19: Deine Augen liefern Informationen über den Raum um dich herum und irgendwo tief in deinim Innenohr registriert ein hochsensibles System – jede Bewegung deines Kopfes!

00:02:30: All diese Informationen werden in deinem Gehirn zusammengeführt und während du einfach nur da stehst, korrigiert ein Körper sich die ganze Zeit.

00:02:38: Ein winziger Ausschlag nach vorne eine kaum merkliche Bewegung zur Seite, eine Veränderung in deiner Haltung einer kleinen Korrektur in deinen Muskeln und schon bist Du wieder dort wo Du sein sollst.

00:02:51: Du bemerkst davon fast nichts.

00:02:53: aber woher weißt Dein Körper eigentlich dass Du gerade im Gleichgewicht bist?

00:02:58: Woher weiß er, dass du ein wenig nach links kippst noch bevor du bewusst bemerkst das du dich bewegst?

00:03:04: Du berechnest keinen Winkel.

00:03:06: Du gibst deinen Muskeln keine bewussten Befehle.

00:03:09: Du sagst deinem Körper nicht jetzt bitte zwei Zentimeter nach rechts korrigieren und trotzdem tut er es Millionenfach jeden Tag vielleicht sogar gerade Jetzt während du diese Folge hörst.

00:03:18: Und genau darin steckt etwas Faszinierendes.

00:03:21: Wir stellen uns Gleichgewicht oft als einen Zustand vor Als Etwas Dass man entweder hat oder verliert Aber biologisch betrachtet ist Gleichgewicht etwas völlig anderes.

00:03:31: Gleich Gewicht ist kein Zustand, es ist eine permanente Korrektur und wenn wir verstehen wie dein Körper das schafft, verstehen wir vielleicht auch etwas darüber was es eigentlich bedeutet im Gleichgewich zu sein.

00:03:50: Wenn wir vom Gleichgewichts sprechen denken wir meistens an Stillstand An jemanden der vollkommen ruhig auf einem Bein steht, einen Seiltänzer der sich nicht bewegt oder einen Körper der einfach stabil und sicher im Raum steht.

00:04:02: Aber genau genommen ist das Gegenteil der Fall.

00:04:05: Dein Körper steht niemals vollkommen still, selbst wenn du das Gefühl hast dich überhaupt nicht zu bewegen verschiebt sich dein Körperschwerkpunkt ständig ein kleines bisschen!

00:04:14: Deine Muskeln verändern ihre Spannung, deine Gelenke bewegen sich minimal.

00:04:18: Dein Körper schwankt leicht nach vorne oder hinten zur Seite und all diese winzigen Bewegungen werden fortlaufend korrigiert.

00:04:24: Damit das funktioniert braucht dein Gehirn ständig Informationen darüber was gerade in deinem Körper um dich herum passiert.

00:04:31: Wo befindet sich dein Körper im Raum?

00:04:33: Wie bewegt sich dein Kopf?

00:04:34: Wie stehen deine Füße auf dem Boden?

00:04:36: Wie ist dein Körper gerade ausgerichtet?

00:04:39: Bewege ich mich selbst oder bewegt sich vielleicht gerade die Umgebung.

00:04:43: Dein Gehirn bekommt dafür Informationen aus verschiedenen Bereichen deines Körpers und setzt sie fortlaufen zu einem Bild zusammen.

00:04:49: Und dieses Bild ist niemals statisch, es verändert sich von Sekunde zur Sekunde.

00:04:54: ein Schritt nach vorne verändert deinen Schwerpunkt.

00:04:56: eine Drehung des Kopfes verändert deine Orientierung.

00:04:59: Ein unebener Boden verlangt eine neue Anpassung.

00:05:02: jemand rempelt dich an und dein Körper reagiert bevor du überhaupt bewusst darüber nachdenkst.

00:05:07: Genau deshalb ist Gleichgewicht kein Zustand, den du einmal erreichst und dann einfach behältest.

00:05:12: Das ist ein permanenter Prozess.

00:05:14: Dein Körper überprüft, korrigiert und passt sich an die ganze Zeit.

00:05:18: Und vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt.

00:05:21: Stabilität bedeutet nicht dass nichts in Bewegung ist.

00:05:24: Stabilität entsteht dadurch Bewegung ständig reguliert wird.

00:05:30: Dein Körper bleibt also nicht im Gleichgewicht, weil er vollkommen ruhig ist – er bleibt im Gleich Gewicht, da er auf kleinste Veränderungen reagieren kann!

00:05:39: Und wenn man darüber nachdenkt… Ist das eigentlich ein ziemlich erstaunliches Prinzip?

00:05:43: Denn vielleicht gilt es nicht nur für unseren Körper.

00:05:55: Aber bleiben wir zunächst beim Körper Damit du dein Gleichgewicht halten kannst, arbeitet dein Körper nämlich nicht mit einem einzigen System sondern mit mehreren Informationsquellen die permanent miteinander abgeglichen werden.

00:06:06: Eine davon sitzt dann im Innenohr das vestipuläre System.

00:06:10: dort registriert dein Körper ob Und wie sich dein Kopf bewegt, ob du dich drehst, beschleunigst, abbremst oder deine Position verändert.

00:06:18: Eine zweite wichtige Informationsquelle sind deine Augen.

00:06:21: Sie geben deinem Gehirn Orientierung darüber, wie Du Dich im Raum befindest und was ich um Dich herum bewege.

00:06:26: Wenn Du beispielsweise auf einem fahrenden Schiff stehst, sieht Deine Umgebung anders aus als Dein Körper sie über andere Sinne wahrnimmt.

00:06:34: Dann gibt es noch ein System das für unser Gleichgewicht unglaublich wichtig ist... Und dass wir am Alltag fast vollständig übersehen.

00:06:40: Die Probriozeption.

00:06:43: Rezeptoren in deinen Muskeln, Sehnen und Gelenken liefern deinem Gehirn Informationen darüber wo sich deine Körperteile befinden und wie sie sich bewegen auch dann wenn du sie gar nicht ansiehst.

00:06:54: Schließ einmal deine Augen und Berühre mit deinem Zeigefingern deiner Nasenspitze.

00:07:00: Du musst deinen Arm nicht dabei beobachten um zu wissen wo deine Hand ist.

00:07:03: Dein Körper kennt seine Position.

00:07:05: genau.

00:07:06: diese Fähigkeit werden wir in der nächsten Folge noch etwas genauer betrachten.

00:07:11: Für unser Gleichgewicht ist sie aber schon jetzt entscheidend, denn dein Gehirn bekommt all diese Informationen gleichzeitig aus dem Innenohr über die Augen und aus deinem gesamten Körper.

00:07:20: Und es muss daraus fortlaufend ein möglichst stimmiges Bild davon erstellen wo du dich gerade befindest und wie du dich bewegst.

00:07:29: Dabei wird nicht einfach ein einzelnes Signal ausgewertet.

00:07:32: Dein Gehirngewichtet verbindet die unterschiedlichen Informationen und reagiert darauf mit winzigen Anpassungen deiner Haltung und Bewegung.

00:07:41: Und genau deshalb kann es problematisch werden, wenn eine dieser Informationsquellen plötzlich nicht mehr zuverlässig funktioniert.

00:07:48: Wenn du im Dunkeln stehst fehlt beispielsweise ein Teil der visuellen Information.

00:07:53: Wenn Du auf einem weichen Untergrund stehst, werden die Signale aus Deinen Füßen und Gelenken schwieriger auszuwerten – und trotzdem versucht dein Körper aus allem was ihn zur Verfügung steht einen möglichst genaues Bild zu erzeugen!

00:08:06: Gleichgewicht ist also nicht nur eine Frage dessen was du siehst, dein Körper weiß auch ohne hinzusehen erstaunlich genau wo er sich befindet.

00:08:13: Das lässt dich tatsächlich ganz einfach selbst ausprobieren.

00:08:16: stelle ich einmal auf einen Wein und versuche diese Position ein paar Sekunden zu halten.

00:08:20: wahrscheinlich gelingt das ohne große Schwierigkeit.

00:08:22: jetzt schließt die Augen.

00:08:23: plötzlich wird es deutlich schwieriger.

00:08:25: Vielleicht beginnst du zu wackeln, dein Fuß sucht ständig nach einer neuen Position und dein Körper muss viel stärker gegensteuern.

00:08:32: Aber warum eigentlich?

00:08:33: Weil Du Deinem Gehirn gerade eine wichtige Informationsquelle genommen hast.

00:08:37: Deine Augen können nicht mehr zuverlässig melden wie Dein Körper im Raum ausgerichtet ist und ob sich die Umgebung bewegt.

00:08:44: Dein Gehirnen muss sich deshalb stärker auf die Informationen verlassen, die aus Deinm Innenohr und aus Deim Körper

00:08:50: kommen.".

00:08:51: Und jetzt wird es noch interessanter, stelle dich einmal auf einen weichen Untergrund zum Beispiel auf ein Kissen und versuche es erneut.

00:08:57: Auch hier wird dein Gleichgewicht schwieriger.

00:09:00: Denn plötzlich bekommt dein Gehirn über deine Füße und Gelenke weniger eindeutige Informationen darüber, wie dein Körper auf dem Boden steht.

00:09:07: Dein Körper muss also mit weniger zuverlässigen Daten arbeiten und trotzdem herausfinden, wie er dich aufrecht hält.

00:09:13: Genau daran kannst du erkennen, wie präzise dieses System normalerweise arbeitet.

00:09:18: Deinen Gehirnen bekommt Informationen aus verschiedenen Quellen vergleicht sie miteinander und passt deine Haltung ständig an.

00:09:23: Wenn eine Informationsquelle wegfällt oder ungenauer wird müssen die anderen stärker mitarbeiten.

00:09:28: Und das passiert nicht bewusst, du musst nicht überlegen welches System du gerade stärker einsetzen solltest.

00:09:34: dein Körper übernimmt diese Aufgabe automatisch.

00:09:37: Dein Gleichgewicht entsteht also nicht durch eine einzelne Information sondern durch das Zusammenspiel verschiedener Informationen und vielleicht ist genau dass auch der Grund warum wir uns manchmal körperlich so sicher fühlen können obwohl wir uns eigentlich ständig ein kleines bisschen bewegen.

00:09:52: Dein Körper sucht nicht nach vollkommenem Stellstand, er sucht nach ausreichend zuverlässigen Informationen um sich immer wieder neu auszurichten.

00:10:08: Noch spannender wird es wenn die Informationen die dein Gehirn bekommt plötzlich nicht mehr zusammen passen.

00:10:12: Stell dir vor du sitzt auf einem fahrenden Schiff und schaust auf den Horizont.

00:10:16: deiner Augen sehen eine relativ stabile Umgebung während deinen Innenohr gleichzeitig registriert dass dich dein Kopf und dein Körper ständig bewegen oder du sitzt im Auto und liest ein Buch Deine Augen sind auf die Zeilen vorgegerichtet und melden deinem Gehirn hier bewegt sich gerade nichts.

00:10:32: Dein Gleichgewichtsystem dagegen registriert Beschleunigung, Kurven und die ständigen Bewegung des Fahrzeuges.

00:10:38: Der Gehirnen bekommt also unterschiedliche Signale darüber was gerade passiert und manchmal kommt es mit diesem Widerspruch nicht besonders gut zurecht.

00:10:47: Der wird schwindelig, du bekommst ein flaues Gefühl im Magen vielleicht wie es du blass oder dir werd richtig übel.

00:10:53: Reisekrankheit ist damit auch eine Geschichte über widersprüchliche Informationen.

00:10:58: Dein Körper versucht ständig aus den verschiedenen Signalen ein stimmiges Bild der Wirklichkeit zu machen.

00:11:04: Wenn dieses Bild plötzlich nicht mehr zusammenpasst kann das gesamte System irritiert reagieren und genau das macht dieses Phänomen so interessant.

00:11:11: Deinen Körper braucht nicht einfach möglichst viele Informationen.

00:11:14: er braucht Informationen die miteinander sinnvoll zusammenpassen.

00:11:18: Nicht die Menge der Informationen entscheidet darüber, wie sicher du dich fühlst – sondern wie gut dein Gehirn sich zu einem stimmigen Gesamtbild verbinden kann!

00:11:26: Und genau dieses Gleichgewicht ist nichts was wir einmal lernen und dann für immer besitzen….

00:11:32: Denk nur an ein kleines Kind das gerade laufen lernt.

00:11:34: Die ersten Schritte sind noch unsicher, der Körper schwankt die Füße suche nach Halt, die Arme gehen nach außen.

00:11:39: jeder Schritt braucht Konzentration und mit jedem Versuch bekommt das Gehirn neue Informationen.

00:11:43: Was hat funktioniert?

00:11:45: Wo war die Bewegung zu groß?

00:11:46: Wann muss ich reagieren?

00:11:48: wie viel Kraft brauche Ich um mich wieder aufzurichten?

00:11:51: Mit der Zeit werden aus diesen bewussten versuchen Bewegungen die irgendwann fast automatisch ablaufen.

00:11:57: Das Gleiche passiert, wenn du eine neue Bewegung immer wieder übst.

00:12:00: Ein Tänzer kann seinen Körper auf eine Weise durch den Raum bewegen die für einen ungeübten Menschen völlig instabil aussehen würde.

00:12:07: Einen Tourner landet nicht nach einer Drehung und korrigiert seine Position innerhalb von Sekunden Bruchteilen.

00:12:13: Ein Skifahrer verlagert sein Gewicht, reagiert auf Unebenheiten und verändert seine Haltung ohne jede einzelne Bewegung bewusst zu planen.

00:12:20: Sein Körper hat gelernt diese Information schneller zu verarbeiten und entsprechend zu reagieren.

00:12:26: Gleichgewicht ist deshalb nicht nur etwas, das wir besitzen.

00:12:29: Es ist etwas, was unser Körper ständig lernt und dieses Lernen hört auch nicht irgendwann auf.

00:12:35: Dein Gleichgewichts kann sich verändern wenn du dich weniger bewegst, wenn du eine Verletzung hattest oder wenn sich dein Körper... mit zunehmendem Alter verändert.

00:12:44: Aber auch dein Alltag spielt eine Rolle, bewegst du dich regelmäßig auf unterschiedliche Weise bekommt dein Körper immer wieder neue Informationen und muss sich anpassen.

00:12:52: Genau darin liegt etwas Entscheidendes.

00:12:54: Dein Körper braucht nicht ständig perfekte Bewegung, er braucht Erfahrung auf die er reagieren und aus denen er lernen kann.

00:13:00: Gleichgewicht entsteht also nicht dadurch das alles immer gleich bleibt.

00:13:03: es entsteht dadurch dass sein Körper immer weiter mit Veränderungen konfrontiert wird und lernt damit umzugehen.

00:13:09: Und wenn du darüber nachdenkst, steckt darin bereits ein ziemlich starkes Prinzip.

00:13:14: Stabilität entsteht nicht dadurch dass wir Veränderungen vermeiden.

00:13:17: sie entsteht dadurch das wir lernen auf Veränderung zu reagieren.

00:13:29: Und jetzt machen wir einen kleinen Perspektivwechsel, denn irgendwann merken wir... Wir benutzen das Wort Gleichgewicht nicht nur für unserem Körper.

00:13:36: Wir sagen ich bin völlig aus dem Gleichgewichte oder ich muss wieder ins Gleichgewichts kommen.

00:13:39: Wir sprechen davon dass unser Leben aus der Balance geraten ist.

00:13:42: Dass uns etwas den Boden unter den Füßen wegzieht oder dass wir erst einmal wieder zu uns finden müssen.

00:13:48: Interessant ist dabei dass wir für unseren inneren Zustand ganz selbstverständlich Bilder aus unserem Körper verwenden.

00:13:56: Aber ist das tatsächlich nur eine Metapher?

00:13:58: oder gibt es zwischen körperlicher Haltung, Bewegung unserem Nervensystem unseren Emotionen und unserem Erlebnis tatsächlich eine Verbindung?

00:14:08: Genau hier wird es spannend.

00:14:09: Denn unser Körper... Ne!

00:14:14: ...aber ist das tatsächlich nur eine metapher?

00:14:16: Oder gibt es zwischendurch körperliche Haltungen, Bewegungen, unserem Nervensystem unsere Emotionen und unserem Leben tatsächlich eine Verbindung?

00:14:26: Genau hier wird es spannend, denn unser Körper ist nicht einfach die Hülle der unseren Gedanken und Gefühlen einen Platz gibt.

00:14:32: Körper- und Gehirn stehen in ständigem Austausch.

00:14:36: Wie wir uns bewegen?

00:14:37: Wie wir atmen?

00:14:38: Welche körperlichen Signale unser Gehirne empfängt und in welchem Zustand sich unser Nervensystem befindet beeinflusst mit wie wir eine Situation erleben.

00:14:47: Und gleichzeitig wirkt das was wir denken fühlen und wahrnehmen zurück auf unserem Körper.

00:14:53: Eine belastende Situation kann deine Muskeln anspannen, deinen Atem verändern und dein Herzschlag beschleunigen.

00:14:58: Und diese körperliche Veränderung werden wiederum von deinem Gehirn wahrgenommen.

00:15:03: Es entsteht ein ständiger Kreislauf zwischen Körper- und Erleben.

00:15:07: Genau an dieser Stelle kommt Embediment ins Spiel.

00:15:09: Der Begriff beschreibt die Idee, dass unser Denken fühlen und erleben nicht unabhängig von unserem Körper betrachtet werden können.

00:15:16: Der Körper ist nicht nur Ausdruck dessen was in uns passiert er ist an diesem Erleben beteiligt und damit bekommt auch das Wort Gleichgewicht eine neue Bedeutung.

00:15:26: vielleicht geht es nicht darum einen Zustand zu erreichen indem wir dauerhaft ruhig stabil oder vollkommen ausgeglichen sind?

00:15:31: Vielleicht geht es viel mehr darum wahrzunehmen was gerade in uns Passiert wie unser Körper darauf reagieren und wie wir darauf antworten können.

00:15:39: Denn so, wie dein Körper beim Stehen ständig kleine Korrekturen vornimmt verändert sich auch dein inneres Gleichgewicht ständig.

00:15:45: Die entscheidende Frage ist dann nicht mehr bin ich im Gleichgewich, sondern wie merke ich dass ich gerade aus dem Gleichgewichts geraten bin?

00:15:53: Und wie finde ich?

00:15:54: wieder zurück Und wenn du mehr über das Thema Embediment wissen möchtest, da habe ich auch zwei Folgen aufgenommen.

00:16:00: Das sind die Folgen.

00:16:00: sixty-fünfundsechzig mit einem Gast und zwar zusammen mit Kim Neumann, Kim an dieser Stelle.

00:16:06: Schöne Grüße an dich auf dem Allediven!

00:16:08: Wir denken häufig dass alles im Kopf beginnt.

00:16:11: Da ist ein Gedanke.

00:16:12: daraus entsteht ein Gefühl und anschließend reagiert der Körper darauf.

00:16:15: Du bekommst eine schlechte Nachricht dein Kopf bewertet sie.

00:16:18: Du bist traurig oder angespannt und dein Körper reagiert.

00:16:21: Die Schultern sehen sich zusammen.

00:16:22: Der Atem wird flacher die Muskeln spannen sich an.

00:16:25: Dieses Prinzip kennen wir alle.

00:16:28: Aber die Verbindung funktioniert auch in die andere Richtung, dein Körper sendet nämlich nicht nur die Antwort auf das was in deinem Kopf passiert!

00:16:36: Er liefert selbst ständig Informationen an deinen Gehirn, die daran beteiligt sind wie du eine Situation erlebst.

00:16:42: Deine Atmung verändert sich, deine Muskeln spannen sich an und entspannen.

00:16:48: Herz schlägt schneller oder langsamer, du bewegst dich oder hältst deinen Kopf zurück.

00:16:53: Dein Gehirn bekommt all diese Signale mit und verarbeitet sie zusammen mit dem was Du gerade denkst und wahrnimmst.

00:16:59: Das bedeutet nicht dass eine bestimmte Körperhaltung automatisch ein bestimmtes Gefühl erzeugt Und schon gar nichts bedeutet.

00:17:05: es stelle ich einfach aufrecht hin Atme dreimal tief durch und alle psychischen Probleme verschwinden.

00:17:11: So funktioniert unser Körper nicht aber es bedeutet etwas viel interessanteres.

00:17:15: Dann Körper ist nicht nur die Bühne.

00:17:17: erleben stattfindet.

00:17:19: Er ist an diesem erleben beteiligt, wenn du über längere Zeit angespannt bist verändert sich nicht nur deine Stimmung.

00:17:25: dein Körper bleibt möglicherweise ebenfalls in einer erhöhten Spannung und wenn Du Dich bewegst Deine Atmung veränderst oder aus einer starren Haltung herauskommst veränderst Du gleichzeitig die Signale die Dein Gehirn aus Deinem Körper erhält.

00:17:38: Das kann wiederum beeinflussen, wie du dich fühlst und wie du eine Situation bewertest.

00:17:44: Körper- und Psyche arbeiten also nicht wie zwei getrennte Systeme bei denen einer immer zuerst den anderen steuert – sie stehen in einem ständigen Austausch.

00:17:53: Genau deshalb ist es so spannend dass wir gerade über Gleichgewicht sprechen denn auch auf dieser Ebene gibt es keinen eindeutigen Zustand!

00:18:01: Dein Körper reagiert auf das, was du erlebst.

00:18:03: Und dein Erleben reagiert auch auf das was in deinem Körper passiert.

00:18:06: Du kannst angespannt sein weil du gestresst bist und gleichzeitig kann die körperliche Anpassung dazu beitragen dass du dich noch gestresster fühlst.

00:18:14: Du kannst dich zurückziehen Weil dir alles zu viel ist und durch immer weniger Bewegungen und immer weniger Kontakt kann sich dein Leben wiederum verändern.

00:18:23: es entsteht ein Kreislauf und dieser Kreislauf bedeutet auch Du bist deinem körperlichen Zustand nicht völlig ausgeliefert.

00:18:31: Nicht weil du jede Emotion einfach wegsteuern könntest, sondern weil Veränderungen im Körper auch Informationen verändern die deinen Gehirn verarbeitet.

00:18:40: Manchmal beginnt eine Veränderung deshalb nicht mit einem neuen Gedanken, manchmal beginnt sie mit einer Bewegung – einen bewussteren Atemzug dem Lösen einer Muskelspannung oder damit überhaupt wieder wahrzunehmen wie man gerade im eigenen Körper sitzt, steht und sich

00:18:55: bewegt.".

00:18:56: Der Körper ist dabei kein Werkzeug, mit dem wir unsere Psyche kontrollieren können.

00:19:00: Aber er ist ein Teil des Systems in dem unser Erleben entsteht.

00:19:04: und vielleicht wird genau hier aus dem Begriff Gleichgewicht etwas ganz anderes nicht die Forderung immer stabil zu sein sondern die Fähigkeit wahrzunehmen wie Körper und erleben sich gegenseitig beeinflussen und an welcher Stelle eine kleine Veränderungen beginnen kann.

00:19:26: Schau mal auf deinen ganz normalen Alltag.

00:19:28: Du sitzt vielleicht mehrere Stunden am Schreibtisch, der Kopf wandert nach vorne die Schultern ziehen sich nach innen Der Rücken bleibt lange in derselben Position und dein Körper bewegt sich über Stunden kaum.

00:19:38: Oder du stehst an einem stressigen Tag ständig unter Spannung – der Kiefer ist fest Die Schultern sind hochgezogen.

00:19:44: Vielleicht hältst du unbewusst einen Bauch angespannt Und bemerkst erst am Abend wie viel Kraft dich dieser Zustand eigentlich gekostet hat.

00:19:52: Das bedeutet natürlich nicht automatisch, dass du ein psychisches Problem hast.

00:19:56: Eine bestimmte Körperhaltung macht dich nicht plötzlich traurig und verspannte Schultern sind kein Beweis dafür das mit einer Psyche etwas nicht stimmt.

00:20:03: Aber auch im Netz gibt es natürlich immer wieder Panikmacher die mit solchen Aussagen wahrscheinlich nur Reichweite gewinnen wollen.

00:20:09: Aber dein Körper befindet sich in einem bestimmten Zustand und diesen Zustand nimmt deinen Gehirn wahr!

00:20:15: Wenn du über längere Zeit zusammengesunken sitzt, dich wenig bewegst oder dauerhaft körperlich angespannt bist verändert sich dein körperliches Erleben – und vielleicht fühlst du dich dann irgendwann schwerer, weniger beweglicher, angespannter?

00:20:28: Vielleicht ziehst Du Dich körperliche immer weiter zusammen und bemerkst dass Du DICH auch innerlich weniger offen

00:20:34: fühlste?!

00:20:35: Nicht weil eine bestimmte Haltung automatisch ein bestimmtes Gefühl erzeugt, sondern weil Körper und Erleben ständig miteinander kommunizieren.

00:20:42: Und genau deshalb lohnt es sich einmal auf die kleinen körperlichen Muster unseres Alltags zu achten!

00:20:48: Wie sitzt du?

00:20:49: Wenn du konzentriert bist, wie sitzt du?

00:20:51: Wenn du unter Druck bist.

00:20:53: Was macht dein Kiefer wenn du dich ärgerst?

00:20:55: was passiert mit deiner Atmung wenn du Angst bekommst?

00:20:59: und vielleicht noch interessanter was passiert wenn du diese Haltung veränderst wenn du aufstehst dich streckst ein paar Schritte gehst die Schultern loslässt oder bemerkst dass du den atem angehalten hast?

00:21:12: Es geht dabei nicht darum, unangenehme Gefühle einfach weg zu bewegen.

00:21:17: Aber du veränderst damit die körperlichen Informationen, die dein Gehirn gerade verarbeitet.

00:21:23: und genau hier wird Embediment wirklich interessant denn vielleicht erleben wir einen Teil unseres inneren Zustandes gar nicht ausschließlich als Gedanken oder Gefühlen.

00:21:32: Vielleicht erleben wie ihn auch über unseren Körper Überspannung über Bewegung, über Enge oder Weite, über Schwere und Leichtigkeit.

00:21:41: Über einen Atem der frei fließt oder einen Körper der sich ständig zusammenhält.

00:21:47: Wie viel von dem was wir innerlich erleben nehmen wir eigentlich zuerst über unseren Körper wahr?

00:21:53: Und wie oft merken wir überhaupt dass wir körperliche längst in einem Zustand angekommen sind den wir innerlichen noch gar nicht benennen können?

00:22:01: Und wenn wir dieses Prinzip jetzt auf unser inneres Gleichgewicht übertragen, wird die Parallele erstaunlich deutlich.

00:22:07: Beim körperlichen Gleichgewich gibt es ständig kleine Abweichungen – du kippst ein wenig nach vorne dein Körper korrigiert!

00:22:14: Du verlagerst dein Gewicht nach rechts eine neue Anpassung, dein Fuß verändert seine Position.

00:22:19: der Untergrundwirt, uneben oder jemand stößt dich an und dein Körper reagiert darauf.

00:22:24: Gleichgewisch bedeutet also nicht dass du niemals aus deiner Mitte gerätst… Es bedeutet, dass dein System Veränderungen wahrnimmt und darauf reagieren kann.

00:22:34: Und vielleicht gilt genau das auch für unser mentales Gleichgewicht?

00:22:38: Mentale Balance bedeutet nicht ich bin immer ruhig!

00:22:42: Ich bin immer ausgeglichen.

00:22:43: mich bringt nichts aus der Ruhe.

00:22:46: Das wäre kein realistisches Gleichgewicht, sondern eher die Vorstellung dass das Leben uns möglichst nie berühren darf.

00:22:53: Aber natürlich tut es das!

00:22:54: Ein schwieriger Tag kann uns aus der Bahn werfen ein Streit kann uns beschäftigen eine schlechte Nachricht kann uns den Boden unter den Füßen wegziehen.

00:23:02: Stress Trauer Angst oder Enttäuschung können unseren inneren Zustand verändern und das dürfen sie auch.

00:23:08: Aus dem Gleichgewicht zu geraten ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass mit uns etwas nicht stimmt.

00:23:14: Es ist zunächst einmal eine normale Reaktion auf etwas das uns bewegt oder belastet.

00:23:19: Die entscheidende Frage ist deshalb nicht bringt mich etwas aus der Balance?

00:23:23: Natürlich wird es das immer wieder!

00:23:25: Die entscheide Frage ist finde ich wieder zurück?

00:23:27: Kann ich nach einer Belastung irgendwann wieder herunterfahren?

00:23:31: Kann ich wahrnehmen, dass ich gerade angespannt bin?

00:23:34: Kann Ich meine Aufmerksamkeit wieder auf etwas anderes richten?

00:23:37: kann ich mich bewegen, atmen, sprechen, schlafen, Abstand gewinnen oder nähe suchen und meinem System damit die Möglichkeit geben sich neu zu regulieren.

00:23:47: Genau wie dein Körper beim Stehen nicht darauf wartet niemals zu schwanken müssen auch wir nicht lernen niemals aus dem Gleichgewicht zu geraten.

00:23:54: Wir brauchen viel mehr die Fähigkeit auf Veränderung zu reagieren.

00:23:58: Vielleicht ist genau das eine Viel realistischere Vorstellung von innerer Stärke, nicht immer stabil zu sein sondern beweglich genug zu bleiben um nach einer Erschütterung wieder einen neuen Stand zu finden.

00:24:10: Du musst nicht immer im Gleichgewicht sein du musst nur wissen wie du wieder zurückfindest.

00:24:22: und genau hier wird es auch ein wenig ernster Denn wenn Belastung dauerhaft zu hoch ist, wenn wir uns kaum bewegen ständig angespannt sind, zu wenig schlafen oder permanent auf äußere Reize reagieren kann auch unsere Fähigkeit zur Regulierung, zur Regulation schwierig werden.

00:24:37: Nicht unbedingt plötzlich nicht unbedingt dramatisch aber manchmal schleichend.

00:24:40: dann fühlt sich das Leben irgendwann so an als müssten wir ständig gegensteuern.

00:24:44: Wir funktionieren noch wie erledigen unser Aufgaben wir stehen morgens auf und machen weiter Aber irgendwie kommen wir nicht mehr richtig zurück.

00:24:51: ein stressiger Tag endet aber die Anspannung bleibt.

00:24:54: schwierige Situation ist längst vorbei, aber der Körper verhält sich noch immer so als müsste er auf der Hut sein.

00:25:00: Eine Nachtschlaf reicht nicht mehr um sich wirklich erholt zu fühlen und irgendwann beschreiben Menschen diesen Zustand.

00:25:05: mitsetzen wie ich bin irgendwie nicht mehr bei mir.

00:25:08: Vielleicht ist genau das ein Teil dessen was passiert wenn Regulation immer schwieriger wird?

00:25:13: Wir verlieren nicht wuchstäblich unser Gleichgewicht, aber wir verlieren ein Stück weit die Fähigkeit nach einer Belastung wieder in einen regulierten Zustand

00:25:20: zurückzufinden.".

00:25:22: Und genau deshalb ist Gleichgewicht auch nicht das, was wir uns im Alltag oft darunter vorstellen.

00:25:26: Wir wünschen uns ein Leben in dem endlich alles stabil ist – keine Probleme, keine Unsicherheit, keine Schwankungen… Keine schlechten Tage!

00:25:33: Aber ein solcher Zustand wäre für einen lebenden Körper überhaupt kein Gleichgewichts.

00:25:37: Dein Atem verändert sich ständig, dein Herzschlag verändert sich, deine Muskelspannung verändert sich.

00:25:42: Deine Körperhaltung verändert dich.

00:25:44: Deinen Körperschwerpunkt verschiebt sich.

00:25:46: Du reagierst auf deine Umgebung, passt dich an und korrigierst dich immer wieder.

00:25:50: Leben bedeutet Veränderung und deshalb ist Gleichgewicht nicht, ich bleibe immer genau in der Mitte.

00:25:55: Gleich Gewicht bedeutet viel mehr!

00:25:57: Ich kann mich bewegen ohne mich zu verlieren.

00:26:00: Vielleicht ist das auch eine wichtige Erkenntnis in dieser Folge denn wir versuchen so oft unser Leben so einzurichten dass uns möglichst nichts mehr aus der Balance bringt.

00:26:10: aber vielleicht ist es gar nicht die Aufgabe.

00:26:12: vielleicht geht es nicht darum Schwankungen zu verhindern sondern darum mit ihnen umgehen zu können Und genau darin kann uns der Körper sogar etwas beibringen.

00:26:21: Wenn du beim Gehen stolperst, denkst du normalerweise nicht.

00:26:24: jetzt bin ich aber gescheitert.

00:26:26: Du korrigierst einfach deine Bewegung.

00:26:28: wenn du beim Stehen ein wenig schwankst verurteilst du deinen Körper nicht dafür.

00:26:32: Du passt deine Haltung an!

00:26:34: Wenn du bei dem Versuch auf einem Bein zu stehen das Gleichgewicht verlierst probierst du es vielleicht einfach noch einmal.

00:26:41: Dein Körper arbeitet dabei nicht mit Schuld erarbeitet mit Feedback.

00:26:45: Er bekommt Informationen darüber, was gerade passiert ist und verändert daraufhin seine nächste Reaktion.

00:26:51: Und vielleicht müssten wir mit unseren inneren Schwankungen manchmal genauso umgehen – nicht sofort.

00:26:56: warum bin ich schon wieder so?

00:26:58: Nicht was stimmt denn jetzt schon wieder nicht mit

00:27:00: mir?!

00:27:01: Sondern viel nüchterner und gleichzeitig viel freundlicher!

00:27:04: Was hat sich gerade verändert und was brauche ich, um mich neu auszurichten?

00:27:08: Vielleicht ist das ein entscheidender Unterschied.

00:27:11: Denn wenn dein Körper beim Stolpern nicht mit Selbstvorwürfen reagiert, warum tun wir es dann so häufig mit uns selbst?

00:27:18: Der Körper korrigiert und macht weiter!

00:27:20: Er nimmt die neue Information auf und passt sich an – Nicht perfekt, nicht fehlerfrei aber beweglich.

00:27:26: Und damit kommen wir zu einem Punkt der für mich ganz unmittelbar mit der Idee von dieser Rene des Körpers verbunden ist.

00:27:32: Denn bevor dein Körper eine Bewegung korrigieren kann muss er überhaupt bemerken dass sich etwas verändert hat.

00:27:38: Dein Gehirn braucht Informationen darüber wo dein Körper steht, wie er sich bewegt und ob etwas aus der bisherigen Ausrichtung geraten ist.

00:27:46: Und auch bei unseren inneren Balancen beginnt Regulation mit Wahrnehmungen.

00:27:50: Bin ich gerade angespannt?

00:27:52: Bin ich erschöpft?

00:27:53: Bin Ich überreizt?

00:27:54: Bin eigentlich traurig.

00:27:55: obwohl ich mir den ganzen Tag eingeredet habe dass alles in Ordnung ist.

00:27:59: Halte ich gerade meinen Körper fest ohne es überhaupt zu bemerken bin ich innerlich schon viel weiter gegangen als mein Körper noch mitbekommt.

00:28:07: Du kannst dich nicht gut ausrichten, wenn du nicht bemerkst.

00:28:11: dass du aus der Ausrichtung geraten bist.

00:28:13: Vielleicht ist genau das der Grund, warum Körper Wahrnehmungen so wichtig sind – nicht damit wir jede kleinste Empfindung analysieren!

00:28:20: Nicht damit wir ständig nach einem Problem suchen sondern damit wir überhaupt mitbekommen wenn sich etwas verändert.

00:28:26: Denn die Sirene des Körpers muss nicht erst laut werden.

00:28:29: Manchmal beginnt sie mit einer kleinen Veränderung, einer Spannung, eine Unruhe, einem anderen Atem, einem Gefühl von Schwere oder dem Eindruck, dass irgendetwas gerade… nicht stimmt.

00:28:41: Vielleicht verbringen wir deshalb so viel Zeit damit, nach der perfekten Balance zu suchen – die perfekte Work-Life-Balance, die perfektere Ernährung, die perfecte Bewegung und Ruhe.

00:28:51: Als gäbe es irgendwo einen Punkt an dem endlich alles stimmt und von dort an nichts mehr ins Wanken geraten kann.

00:29:00: Aber vielleicht gibt es diese perfekste Mitte gar nicht?

00:29:02: Vielleicht ist die Mitte kein Ort, an dem wir irgendwann ankommen….

00:29:06: vielleicht ist Gleichgewicht etwas Lebendiges, dass sich ständig verändert und das wir immer wieder neu finden müssen.

00:29:13: Genau wie beim Stehen!

00:29:15: Du bist niemals vollkommen still, du schwankst, du korrigierst – du passt dich an Und trotzdem bleibst du stehen.

00:29:22: Du musst nicht immer im Gleichgewicht sein, du musst nur wissen, wie du wieder zurückfindest.

00:29:27: Und vielleicht beginnt dieses Zurückfinden genau in dem Moment, in dem du bemerkst, dass du dich überhaupt bewegt hast Denn dafür musst du deinen Körper spüren können.

00:29:36: Du muss wahrnehmen können was gerade passiert.

00:29:40: Und genau darum wird es in der nächsten Folge gehen!

00:30:08: Ciao.

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