Die Sirene des Körpers - Folge 90 - Propriozeption
Shownotes
Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com
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Transkript anzeigen
00:00:05: Hallo und herzlich willkommen!
00:00:06: Weiter geht's, die Sirene des Körpers der Podcast.
00:00:08: Der deine Sinne schärft und dich lehrt auf deinen Körper zu hören.
00:00:12: Und schon wieder ist Sonntagmorgen.
00:00:22: In der letzten Folge ging es um eine Fähigkeit, die unser Körper ständig leistet ohne dass wir darüber nachdenken.
00:00:27: Es ging um Gleichgewicht.
00:00:28: Wir haben gesehen wie Augen, Innenohr und Informationen aus Muskeln und Gelenken zusammenarbeiten und worum Gleichgewichts kein Zustand sondern eine permanente Anpassung ist.
00:00:39: Dabei haben wir auch die Verbindung zu unserem inneren Gleichgewicht betrachtet.
00:00:43: Mentale Balance bedeutet nicht, dass uns nichts aus der Ruhe bringt.
00:00:47: Belastung Stress oder schwierige Situation dürfen uns aus dem Gleichgewichts bringen.
00:00:52: Entscheidend ist vielmehr ob wir wieder zurückfinden.
00:00:56: Gleich Gewicht bedeutet nicht niemals zu schwanken.
00:00:58: es bedeutet sich bewegen zu können ohne sich zu verlieren.
00:01:11: Stell dir vor du könntest deinen Körper nicht mehr spüren Nicht deinen Schmerz, nicht deine Haut sondern das Gefühl dafür wo sich dein Körper gerade im Raum befindet.
00:01:20: Mach einmal ein kleines Experiment schließt Deine Augen und hebt Deine Arme.
00:01:25: Berühre anschließend mit Deinen Zeigefingern deiner Nasenspitze.
00:01:29: Du musst Deine Hand dabei nicht anschauen.
00:01:31: du weißt trotzdem erstaunlich genau wo sie ist.
00:01:33: Und jetzt bewege Deinen Arm mit geschlossenen Augen langsam in eine andere Position.
00:01:39: Woher weißt du eigentlich, wo sich deine Hand befindet?
00:01:42: Woher weiß Du wie weit dein Arm gerade ausgestreckt ist oder wie viel Kraft Du dafür brauchst.
00:01:49: Die meisten von uns denken darüber überhaupt nicht nach weil unser Körper diese Informationen ganz selbstverständlich liefert.
00:01:55: Dahinter steckt eine Fähigkeit die erstaunlicherweise kaum jemand kennt.
00:02:00: Probriozeption – sie beschreibt die Wahrnehmung der eigenen Körperposition und Bewegungen ohne dass wir dafür hinsehen müssen.
00:02:10: Du kannst wissen, wo dein Fuß steht obwohl du ihn nicht siehst.
00:02:13: Du kannst deine Hand hinter deinem Rücken bewegen und trotzdem ungefähr sagen, wo sie sich befindet.
00:02:19: Du Kannst eine Tasse greifen ohne deine Finger dabei zu beobachten.
00:02:23: Propräozeption ist damit so etwas wie ein internes Ordnungssystem unseres Körpers Kein klassischer Sinn Wie sehen hören oder riechen sondern eine permanente Information darüber wo du bist wie du dich bewegst und was dein Körper gerade tut.
00:02:38: Und das Faszinierende daran, während du diese Folge hörst, liefert dein Körper deinem Gehirn ununterbrochen genau diese Information ohne dass du auch nur eine Sekunde bewusst darüber nachdenkst!
00:02:56: Doch woher kommen diese Informationen eigentlich?
00:02:58: tief in unseren Muskeln und Sehnen sitzen winzige spezialisierte Sensoren die ständig registrieren, was in unserem Bewegungsapparat passiert?
00:03:08: Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei die sogenannten Muskelspindeln.
00:03:12: Sie reagieren darauf, wie stark sich ein Muskel dehnt und wie sich seine Länge verändert.
00:03:17: Die Golgi Sehnenorgane sitzen dagegen im Übergangsbereich von Muskel- und Sehne und registrieren vor allem die dort entstehende Spannung bzw Kraft Und zusammen liefern diese Rezeptoren deinem Nervensystem fortlaufend Informationen darüber Wie sich dein Körper gerade bewegt und welche Kräfte dabei wirken.
00:03:35: Stell dir vor du hebst eine Tasse Kaffee an.
00:03:38: Du schaust nicht auf deinen Unterarm und trotzdem weißt du ziemlich genau, wie weit du ihn bewegen musst.
00:03:42: Wie stark du deine Finger schließen musst und wie viel Kraft nötig ist damit die Tasse nicht herunterfällt.
00:03:47: Du musst dafür nicht bewusst jeden einzelnen Muskel kontrollieren.
00:03:50: Dein Körper verfügt über ein eigenes Sensorensystem das ständig registriert was gerade passiert.
00:03:56: Und genau das ist der entscheidende Punkt.
00:03:58: Pro-Prio-Zeption beginnt nicht erst im Gehirn.
00:04:01: Sie beginnt mitten in deinem Körper mit Sensoren die jede Bewegung und jede Veränderungen der Muskelspannung registrieren.
00:04:07: Und jetzt wird es richtig faszinierend, denn diese mechanischen Veränderungen müssen irgendwie zu deinem Nervensystem gelangen.
00:04:14: Wenn sich ein Muskel dehnt oder Spannung entsteht, registrieren die entsprechenden Rezeptoren diese Veränderung und übersetzen sie in neuronale Signale.
00:04:22: Es entstehen elektrische Impulse, sogenannte Aktionspotenziale.
00:04:27: Die übersensorische Nervenfasern in Richtung Rückenmark laufen und damit ist die Information noch lange nicht am Ziel.
00:04:34: Bereits im Rückenmarkt wird ein Teil dieser Signale verarbeitet.
00:04:37: Manche Informationen werden dort sehr schnell mit motorischen Schaltkreisen verbunden und können unmittelbare Reaktionen auslösen.
00:04:45: Andere Signale werden über aufsteigende Nervenbahnen weitergeleitet und erreichen unter anderem das Kleinhirn, verschiedene Bereiche des Gehirns.
00:04:54: Stell dir wieder die Tasse in deiner Hand vor.
00:04:56: Während du sie anhebst, melde Sensoren aus deinen Muskeln und seh'n ständig zurück was tatsächlich passiert.
00:05:02: Wie weit hat sich dein Arm bewegt?
00:05:04: Wie stark ist der Muskel angespannt?
00:05:06: Wie verändert sich die Position deines Gelenks?
00:05:09: Dein Nervensystem verarbeitet diese Information und sendet gleichzeitig neue motorische Signale zurück zu seinen Muskeln.
00:05:17: Es entsteht also kein einfacher Befehl wie beweg jetzt deine Hand?
00:05:21: es entsteht ein permanenter Dialog zwischen Gehirn Rückenmark und Körper.
00:05:25: Befehl, Bewegung, Rückmeldung an Passungen Und dieser Kreislauf läuft innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde immer wieder ab.
00:05:33: Während du also ganz bewusst denkst ich bewege meine Hand Läuft im Hintergrund längst ein riesiger Informationsaustausch Elektrisch hochpräzise und größtenteils außerhalb deiner bewussten Wahrnehmung.
00:05:45: Genau hier beginnt die eigentliche Faszination der Probriozeption.
00:05:49: Dein Gehirn muss nicht ständig nachschauen wo dein Körper ist.
00:05:53: Dein Körper liefert ihm die Information.
00:06:03: Und jetzt wird es noch ein bisschen komplexer.
00:06:05: Pro-Priozeption funktioniert nicht isoliert, dein Gehirn bekommt gleichzeitig Informationen aus ganz unterschiedlichen Quellen und muss sie miteinander abgleichen.
00:06:14: Muskeln und Gelenke melden Bewegung und Position.
00:06:17: Die Haut liefert Informationen über Kontakt und Druck.
00:06:20: Die Augen zeigen dir wo du durch im Raum befindest und dein Gleichgewichtsystem im Innenohr registriert Beschleunigung und Orientierung.
00:06:29: Erst das Zusammenspiel dieser Information ermöglicht eine präzise Steuerung deiner Bewegungen.
00:06:35: Wie wichtig das ist, merkst du sofort wenn eine diese Informationsquellen plötzlich fehlt.
00:06:40: Stell dir vor die Geist nachts eine Treppe hinunter und das Licht fällt aus.
00:06:45: Eben war jeder Schritt selbstverständlich.
00:06:46: Plötzlich setzt du deinen Fuß vorsichtiger auf Du suchst das Geländer tast es dich voran und konzentrierst dich stärker auf jede einzelne Bewegung.
00:06:55: Dein Körper kann sich weiterhin bewegen, aber der Nervensystem muss sich jetzt stärker auf die Information verlassen, die ihm noch zur Verfügung stehen.
00:07:03: Und genau deshalb kann die selbe Bewegung jener Situation plötzlich ganz anders wirken – mit offenen Augen auf festem Boden eine Treppe hinunter zu gehen ist für dein Nervenystem etwas völlig anderes als dieselbe Treppe im Dunkeln oder auf einem wackeligen Untergrund zu bewältigen.
00:07:20: Deine Bewegungen entsteht also aus dem Zusammenspiel vieler verschiedener Informationsquellen.
00:07:25: Und jetzt kommt vielleicht der erstaunlichste Teil.
00:07:28: Du musst diese Informationen nicht bewusst auswärten, damit dein Körper darauf reagieren kann.
00:07:32: Wenn du einen Schritt machst, denkst du nicht darüber nach welche Muskeln sich gerade anspannen welchen Winkel deinen Knie einnimmt oder wie dein Fuß auf den Boden aufsetzt.
00:07:40: Ein großer Teil dieser Regulation läuft unterhalb deiner bewussten Wahrnehmung.
00:07:44: Propryozeptive Signale können bereits im Rückenmark verarbeitet werden und dort schnelle Reaktionen beeinflussen, das sagt ich bereits.
00:07:50: Dein Klein Hirn spielt eine zentrale Rolle bei der Koordination und Feinabstellung von Bewegung.
00:07:56: Du kannst es bei etwas ganz alltäglichem beobachten.
00:07:59: Du stolperst über eine kleine Unebenheit auf dem Gehweg.
00:08:03: Deinen Fuß landet plötzlich anders als erwartet.
00:08:05: doch bevor du bewusst denkst Ich falle verändert dein Körper bereits seine Bewegungen.
00:08:10: Dein Bein reagiert, deine Muskulatur spannt sich an.
00:08:13: Dein Oberkörper richtet sich neu aus und vielleicht reißen deine Arme automatisch nach oben.
00:08:19: Erster Nachkommen der bewusste Gedanke – wow das war knapp!
00:08:22: Die Reaktion war also bereits im Gang bevor dein Bewusstsein die Situation vollständig verarbeitet hatte.
00:08:27: Das zeigt etwas Entscheidendes über unser Nervensystem.
00:08:30: Bewusste Wahrnehmung und körperliche Reaktionen laufen nicht immer gleichzeitig ab.
00:08:35: Während ein Bewusstsein noch versucht zu verstehen, was gerade passiert ist kann der Nervensystem längst handeln.
00:08:42: Und vielleicht ist genau das eine der Gründe warum wir unseren Körper so selbstverständlich erleben?
00:08:47: Ein Großteil seiner Arbeit findet statt ohne dass wir sie bemerken!
00:08:59: Wie wichtig Probriozeption für unseren Alltag ist, bemerken wir meist erst wenn sie stark beeinträchtigt ist.
00:09:04: Menschen mit einem ausgeprägten Verlust von probrioceptiver Informationen können ihre Bewegung ohne visuelle Kontrolle nur noch schwer koordinieren.
00:09:12: Sie müssen dann mit ihren Augen überwachen wo sich Ihre Hände, Arme oder Beine gerade befinden.
00:09:18: Eine Bewegung die für uns völlig selbstverständlich ist wird dadurch plötzlich zu einer bewussten Aufgabe.
00:09:23: Schon beim Greifen nach einer Tasse oder beim Gehen muss die fehlende Information über die Körperposition stärker durch das Seen ausgeglichen werden.
00:09:30: Und genau das macht deutlich wie fundamental dieser Sinn für unseren Alltag ist!
00:09:35: Wir denken nicht darüber nach, wo unser Körper ist – weil unser Nervensystem uns normalerweise ständig vermittelt.
00:09:41: Pro-Priozeption hilft uns nicht nur dabei unsere Körper zu steuern sie hilft uns auch dabei Bewegungen zu lernen.
00:09:48: Warum fühlt sich Fahrradfahren irgendwann selbstverständlich an?
00:09:51: Warum muss sein Pianist nach Jahren des Übens nicht mehr bewusst darüber nachdenken, welchen Finger er als nächstes bewegt?
00:09:58: und warum kann ein Sportler eine komplexe Bewegung immer präziser ausführen.
00:10:03: Weil das Nervensystem aus jeder Bewegung Rückmeldungen bekommt.
00:10:06: es registriert was tatsächlich passiert ist und kann den nächsten Bewegungsablauf entsprechend anpassen.
00:10:11: War die Bewegung zu weit?
00:10:13: war zu wenig Kraft im Spiel?
00:10:14: War der Zeitpunkt richtig?
00:10:16: Diese Informationen fließen unmittelbar in die weitere Steuerung ein.
00:10:21: Mit der Zeit werden Bewegungsabläufe dadurch immer präziser und effizienter.
00:10:25: Was anfangs noch voller Aufmerksamkeit braucht, kann später weitgehend automatisch ablaufen.
00:10:31: Das ist der Grund warum Übung unser Bewegungsverhalten tatsächlich verändert.
00:10:35: Du wiederholst nicht einfach immer dieselbe Bewegung.
00:10:38: Dein Nervensystem lernt aus jeder Bewegung und verfeinert sie.
00:10:43: Der erste unsichere Tritt auf ein Fahrrad die ersten Akkorde auf einem Instrument oder eine neue Bewegung im Sport beginnen als bewusste Handlung.
00:10:52: Mit genügend Erfahrung werden sie Teil eines automatisierten Bewegungsrepertoires und genau darin liegt etwas Faszinierendes.
00:10:59: Dein Körper erinnert sich nicht nur daran, was du gelernt hast – Er verändert durch Lernen wie er sich bewegt!
00:11:06: Und jetzt kommt noch etwas Erstaunliches hinzu….
00:11:09: Wenn Du Deine Augen schließt und visualisiert wie die perfekte Bewegung aussieht dann ist das für Deinen Körper eine Erinnerung und eine Erfahrung.
00:11:18: Und er versucht dich immer wieder in diese Position zu bringen, dein Unterbewusstsein speichert diese Information und wird dich immer dabei unterstützen deinen Körper in diese position zu bringen.
00:11:30: Denn wenn ein Nervensystem all diese Informationen darüber verarbeitet, wo deine Arme Beine und Gelenke sind dann geht es mehr als um nur Bewegung.
00:11:38: Es geht um eine viel grundlegendere Frage Wo bist du eigentlich?
00:11:42: Du brauchst keinen Spiegel um zu wissen dass deiner Hand zu dir gehört Schließt die Augen und streckt Deine Arme zur Seite!
00:11:48: Du kannst nicht sehen wo Deine Hand ist Und trotz dem weißt du genau das.
00:11:52: sie dort ist bewegt Deine Finger.
00:11:54: Du weißt nicht nur Dass ich etwas bewege Du weisst dass du diese Bewegungen machst.
00:11:59: Das wirkt zunächst völlig selbstverständlich, aber eigentlich ist es erstaunlich.
00:12:02: Dein Gehirn bekommt keine Nachricht mit dem Inhalt.
00:12:05: das ist deiner Hand.
00:12:06: Es verarbeitet unzählige Informationen aus deinem Körper und kann daraus ableiten wo sich deine Körperteile befinden Und wie sie sich bewegen.
00:12:13: Aus diesem ständigen Informationsfluss entsteht ein Gefühl dafür wo dein Körper Ende hat Wo er sich befindet und was gerade zu dir gehört.
00:12:23: Damit sind wir bei einer Ebene die weit über die reine Bewegungssteuerung hinausgeht.
00:12:35: Dein Nervensystem arbeitet dabei gewissermaßen mit einem inneren Koordinationssystem, nicht einer starren Karte auf der ein für alle mal festgelegt ist wo dein Arm oder dein Fuß sein muss sondern mit Informationen die sich mit jeder Bewegung verändern.
00:12:48: Wo befindet sich dein Arm?
00:12:49: Wie stark ist dein Muskel angespannt?
00:12:51: in welche Richtung bewegst du dich?
00:12:52: wie steht dein Körper im Raum?
00:12:54: Welche Kraft wirkt gerade auf dich.
00:12:57: Diese Informationen werden fortlaufend verarbeitet und miteinander abgeglichen, und das entscheidende daran ist ein großer Teil dieser Information kommt direkt aus deinem Körper.
00:13:06: Du wirst also nicht einfach ein Bewusstsein dass von außen auf seinen Körper schaut und ihn wie eine Maschine steuert.
00:13:12: Dein Gehirn ist permanent mit einem Körper verbunden und verarbeitete dessen Signal um überhaupt einen Gefühl dafür zu erzeugen wo du dich befindest.
00:13:21: Vielleicht kannst du das ja selbst kurz ausprobieren.
00:13:23: schließt deine Augen Und spüre deine Hand.
00:13:26: Du musst dir nicht anschauen, du weißt wo sie ist und genau darin steckt eine erstaunliche Erkenntnis.
00:13:31: Du erlebst deinen Körper nicht nur von außen.
00:13:34: Du bist ständig von innen mit ihm verbunden.
00:13:37: und vielleicht führt uns das noch zu einer ganz anderen Frage.
00:13:40: Wir sprechen im Alltag davon bei sich zu sein Sich selbst zu spüren oder den Boden unter den Füßen zu verlieren.
00:13:49: oft klingt das nach einer rein psychischen oder sogar spirituellen Erfahrung Pro-Priorzeption zeigten sie jedoch, dass dieses Erleben eine konkrete biologische Grundlage hat.
00:14:00: Das bedeutet nicht, dass Pro-priorzeptionen eine spirituelle Erklärung für unser Selbst liefert.
00:14:06: Aber sie eröffnet eine faszinierende Frage – wie viel von unserem Gefühl ein eigenes Ich zu sein hängt eigentlich damit zusammen, das wir uns selbst von Innen wahrnehmen?
00:14:17: Denn bevor du über dich nachdenkst, bevor du dich beschreibst, gibt es dieses unmittelbare Gefühl.
00:14:26: Ich bin hier, ich habe einen Körper, ich bewege mich, ich nehme Raum ein.
00:14:31: Vielleicht beginnt unser Leben von uns selbst also viel körperlicher als wir normalerweise annehmen und genau das kannst du einmal selbst beobachten nicht als Training oder neue Aufgabe auf einer Toulouliste sondern einfach als ein kleines Experiment.
00:14:46: Schließt die Augen und verändere langsam die Position deiner Hand.
00:14:51: Strecke ein Finger aus Beuge ihn wieder und versuche zu spüren, wo sich deine Hand befindet ohne nachzusehen.
00:14:58: Oder geh ein paar Schritte und richte deine Aufmerksamkeit darauf wie dein Fuß den Boden berührt.
00:15:04: Wann setzt die Ferse auf?
00:15:06: Wann verlagert sich dein Gewicht?
00:15:08: Wanne lösen sich die Zehen wieder vom Boden?
00:15:11: oder du kannst eine Treppe hinaufgehen ohne nach unten zu schauen und beobachten wie selbstverständlich du die Position deiner Füße kennst.
00:15:20: Und da bleibt ein Moment stehen, schließt die Augen und beschreibe innerlich wie du gerade im Raum stehst.
00:15:25: Wo sind deine Schultern?
00:15:26: Wie stehen deine Füße?
00:15:28: Wohin zeigt dein Kopf?
00:15:30: Du musst dabei nichts erreichen!
00:15:32: Es geht nur darum für einen kurzen Moment etwas wahrzunehmen das normalerweise völlig im Hintergrund arbeitet.
00:15:38: Das ist etwas in dir dass die ganze Zeit weiß wo du bist.
00:15:42: Vielleicht ist Probrezeption deshalb so faszinierend weil sie uns an etwas erinnert Dass wir am Alltag völlig vergessen.
00:15:49: Du musst dich nicht ständig anschauen, um dich selbst wahrzunehmen.
00:15:51: Du musst nicht jede Bewegung bewusst planen damit sie gelingt.
00:15:55: du musst nicht verstehen was in deinem Nervensystem geschieht damit all diese Prozesse funktionieren.
00:16:01: Während du diese Folge gehört hast haben deine händere Position verändert.
00:16:06: Deine Füße standen irgendwo auf dem Boden dein Kopf hat sich bewegt deine Muskeln haben ihre Spannungen angepasst dein Gleichgewicht hat sich verändert und du hast davon nur einen Bruchteil bewusst wahrgenommen.
00:16:18: Und vielleicht liegt genau darin, die eigentliche Schönheit dieses Sinnes.
00:16:22: Da ist ständig etwas in dir das weiß wo du bist.
00:16:26: noch bevor du darüber nachdenkst Noch bevor du dich im Spiegel siehst noch bevor Du sagst Das bin ich.
00:16:35: Vielleicht musst Du deshalb manchmal gar nicht weiter nachdenken.
00:16:38: Vielleicht reicht es für einen Augenblick vor einem Moment die Augen zu schließen und zu spüren Ich Bin Hier.
00:16:48: Damit sind wir auch schon wieder vor heute am Ende.
00:16:51: Heute mal etwas kürzer und vielen Dank für deine Zeit, vielen Dank dass du wieder zugehört hast.
00:16:56: wie immer gilt wenn du zusätzlich Anregungen fragen, Feedback hinweise Tipps oder auch Themenwünsche hast gerne an die Mail-Adresse in den Shownauts bis zur nächsten Woche.
00:17:06: das ist der gut gehen.
00:17:07: bleiben wahrnehmungsfähig die Sirene des Körpers.
00:17:09: der Podcast der Deine Sinne schärft und ich lehrt auf deinen Körper zu hören bleibt gesund.
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