Die Sirene des Körpers - Folge 91 - Verdauung

Shownotes

Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com

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00:00:05: Die Sirene des Körpers, der Podcast hat deine Sinne schärft und dich lehrt auf deinen Körper zu hören.

00:00:10: Heute wieder mit einem Themenwunsch und schön dass du wieder dabei bist!

00:00:22: In der letzten Folge ging es um Propriozeption also darum wie dein Nervensystem ständig wahrnimmt wo dein Körper ist und wie er sich bewegt.

00:00:30: heute sehen wir eine andere Seite einer Ähnlichen Fähigkeit.

00:00:34: Dein Organismus nimmt nicht nur deine Position wahr, er registriert auch ständig was in deinem Inneren passiert und vieles davon geschieht lange bevor du bewusst darüber nachdenkst.

00:00:44: Vielleicht ist genau das die Verbindung zwischen beiden Folgen?

00:00:46: Dein Organismus spricht ständig mit dir.

00:00:49: Die Frage ist nur ob du noch hin hörst.

00:00:59: Wenn wir das Wort Verdauung hören denken die meisten wahrscheinlich zuerst an Essen An einen vollen Magen an den Darm vielleicht dann die frage ob etwas gut oder schlecht vertragen wurde.

00:01:07: Aber wenn wir genauer hinschauen, ist Verdauung ein viel größerer Vorgang.

00:01:11: Denn dein Körper nimmt ständig Dinge auf verarbeitet sie verändert Sie nutzt sie speichert sie oder sorgt dafür dass sie wieder ausgeschieden werden.

00:01:20: Genau genommen bedeutet Verdauungs zunächst einmal Aufnehmen zerlegen umwandeln weiterleiten verwerten speichern und unbrauchbares ausscheiden.

00:01:32: Und dafür braucht es weit mehr als nur einen funktionierenden Darm.

00:01:35: Der Mund beginnt mit der mechanischen Zerkleinerung und ersten chemischen Verarbeitungen.

00:01:40: Der Magen verändert die Nahrung weiter, Leber, Geilenblase und Bauchspeicheldrüse liefern wichtige Stoffe für die weitere Verarbeitung.

00:01:47: Der Dünnendarm nimmt Nährstoffe auf, Blut- und Lymphetransportieren sie weiter.

00:01:51: Die Leber verarbeitet sehr erneut Und die Nieren kümmern sich um bestimmte Stoffwechselprozesse, die den Körper wieder verlassen müssen.

00:01:59: Verdauung ist also kein einzelner Vorgang an einem bestimmten Ort.

00:02:03: Sie ist ein Zusammenspiel vieler Organe und Systeme, die gemeinsam dafür sorgen dass aus dem was von außen kommt etwas wird das unser Organismus tatsächlich verwenden kann.

00:02:13: Und plötzlich wird die Frage größer Was muss dein Körper eigentlich alles verarbeiten?

00:02:18: Nahrung Flüssigkeit Sauerstoff Hormone Stoffwechselprodukte Medikamente Reize Information.

00:02:26: Und wenn wir später den Blick vom Stoffwechsel auf unser Nervensystem richten, stellt sich noch eine ganz andere Frage.

00:02:32: Müssen wir vielleicht doch Erfahrung verarbeiten bevor wir sie wirklich hinter uns lassen können?

00:02:37: Genau darum soll es in dieser Folge gehen um Verdauung im medizinischen Sinn und um die faszinierende Frage wie viel unser gesamter Organismus jeden Tag aufnehmen, verändern und wieder loslassen muss.

00:02:56: Stell dir vor du riechst morgens den ersten Kaffee noch!

00:02:59: bevor du die erste Tasse in der Hand hast oder du siehst ein Stück Kuchen und merkst plötzlich, dass dir das Wasser im Mund zusammenläuft.

00:03:07: Das ist bereits der Anfang der Verdauung.

00:03:09: Dein Gehirn erkennt gleich kommt Nahrung und darauf reagiert dein Körper.

00:03:13: Die Speichelt-Rösen legen los Der Magen stellt sich auf die kommende Mahlzeit ein Und der Verdaungstrakt beginnt sich auf das vorzubereiten was leicht durch ihn hindurch wandert.

00:03:23: Du hast noch keinen Bissen genommen und trotzdem läuft die erste Verdauungsarbeit bereit.

00:03:28: Verdauung beginnt also nicht mit dem Essen, sie beginnt mit der Erwartung des Essens.

00:03:34: Dann landet er erst ein bisschen im Mund und was jetzt passiert ist in Grunde eine kleine Verarbeitungsanlage.

00:03:39: Die Zähne zermahlen die Nahrung.

00:03:41: aus einem Stück Brot werden immer kleinere Bestandteile der Speichel verteilt sich dazwischen macht alles gleitfähig und bringt gleichzeitig erste Enzyme ins Spiel.

00:03:51: Eines davon isst Amylase.

00:03:53: Sie beginn bereits im Mund damit Stärke aufzuspalten.

00:03:57: Wenn du den Bissen schließlich schluckst, ist er also nicht mehr derselbe, den Du gerade in den Mund genommen hast.

00:04:02: Er wurde zerkleinert mit Speichel vermischt und chemisch verändert.

00:04:06: Die Verdauung beginnt deshalb nicht.

00:04:08: erste Magen.

00:04:09: der erste Umbau passiert bereits zwischen Deinen Zähnen.

00:04:13: Jetzt wird der Bissen geschluckt und obwohl wir ihn nicht mehr sehen können, bleibt er nicht einfach durch die Schwerkraft im Körper hängen.

00:04:19: Die Speiseröhre schiebt inaktiv weiter.

00:04:22: Muskeln ziehen sich nacheinander zusammen und drücken die Nahrung Schritt für Schritt Richtung Magen.

00:04:27: Diese wellenartige Bewegungen nennt man Peristaltik.

00:04:31: Du kannst das sogar spüren wenn du bewusst einen Schluck Wasser trinkst.

00:04:35: Er landet nicht einfach im Magen, weil du aufrecht sitzt.

00:04:38: Die Muskulatur der Speiseröhre transportiert ihn dorthin.

00:04:41: Verdauung braucht also nicht nur Entzüme und Magensäure – sie braucht Bewegungen!

00:04:47: Im Magen angekommen bleibt die Nahrung erst einmal dort.

00:04:49: Der Magen ist kein einfacher Beutel in dem Essen zwischengelagert wird.

00:04:53: Seine Muskulature knetet und durchmischt den Nahrungsbrei während Magens säure und Entzöme auf ihn einwirken.

00:05:00: Die Magensäure ist extrem sauer.

00:05:02: Sie hilft dabei, Eiweißstrukturen aufzulösen und schafft die Bedingungen unter denen das Enzymen Pepsin arbeiten kann.

00:05:10: Gleichzeitig macht dieses saure Milieu vielen Mikroorganismen das Überlebenschwer.

00:05:15: Aber der Magen hat noch eine andere Aufgabe – er gibt seinen Inhalt nicht einfach auf einmal weiter!

00:05:20: Stell dir einen Wasserhahn vor den du nicht vollständig auftrehst.

00:05:24: Der Magen lässt den aufbereiteten Nahrungsbrei nach und nach in den Dündarm weiterfließen Denn dort wartet bereits die nächste Verarbeitungsstufe.

00:05:33: Der Magen verdaut also nicht nur, er zerkleinert, mischt, säuert an und bestimmt wann es weitergeht!

00:05:48: Wenn Nährstoffe aus dem Darm aufgenommen wurden ist ihre Reise noch lange nicht zu Ende.

00:05:53: Ein großer Teil davon gelangt zunächst über die Fortader zur Leber – und dort wird entschieden was damit passiert.

00:06:01: Stellt ihr die Leber wie ein riesiges chemisches Labor vor?

00:06:04: Sie bekommt ständig Stoffe geliefert und verändert sie so, dass der Körper sie verwenden, speichern oder wieder ausscheiden kann.

00:06:12: Glucose kann beispielsweise zu Glycogen aufgebaut und gespeichert werden.

00:06:16: Wird später Energie benötigt?

00:06:18: Kann diese Reserve wieder mobilisiert werden!

00:06:21: Auch Fette- und Aminosäuren werden in der Leber weiterverarbeitet.

00:06:24: Gleichzeitig stellt die Zahlreiche wichtige Eiweiße her, die beispielsweise für den Transport von Stoffen Und die Leber arbeitet nicht nur mit dem, was wir essen.

00:06:36: Auch Medikamente, Alkohol und andere körperfremde Stoffe werden dort chemisch verändert.

00:06:41: Dabei entstehen teilweise Stoffen, die anschließend über Galle oder Niere ausgeschieden werden können.

00:06:47: Außerdem produziert die Lebergalle – damit kommen wir zur nächsten Station!

00:06:52: Die Leber ist also kein Speicherraum in dem einfach alles abgelegt wird.

00:06:55: sie ist ständig damit beschäftigt Stoff umzubauen zu verteilen zurückzuhalten oder für die Ausscheidung vorzubereiten.

00:07:03: Die Leber verdaut nicht im klassischen Sinne.

00:07:06: Sie entscheidet mit darüber, was aus dem wird und was du aufgenommen hast.

00:07:11: Die Galle, die die Leber produziert, wird nicht einfach dauerhaft in den Dünndarm abgegeben – ein Teil davon wird in der Gallenblase gesammelt und konzentriert.

00:07:20: Kommt eine fettreiche Mahlzeit im Dündarm an, zieht sich die Gallen Blase zusammen und gibt Galle ab!

00:07:26: Warum ist das nötig?

00:07:28: Fett und Wasser mischen sich schlecht.

00:07:30: Stell dir einen Tropfen Öl in einem Glas Wasser vor, er bleibt als zusammenhängender Tropfen bestehen – genau dieses Problem muss der Darm bei einer fettreichen Mahlzeit lösen!

00:07:41: Gallensäuren helfen dabei große Fettmengen in viele kleinere Tröpfchen zu verteilen.

00:07:46: Dadurch vergrößert sich die Oberfläche an der die Verdauungsenzyme angreifen können.

00:07:51: Die Galle zerlegt das Fett also nicht selbst, sie bereitet es für die eigentliche enzymatische Verdauung vor.

00:07:58: Und damit sieht man bereits ein Prinzip, dass sich durch die gesamte Verdauungszieht.

00:08:02: Die Organer arbeiten nicht nacheinander wie einzelne Stationen – Sie arbeiten miteinander!

00:08:08: Die Leber produziert die Galle, die Gallenblase speichert und gebt sie bei Bedarf ab.

00:08:12: der Dünndarm empfängt sie und die Bauchspeicheldrüse liefert gleichzeitig die Enzyme, die dort weiterarbeiten.

00:08:27: Und jetzt kommt die Bauchspeicheldrüse ins Spiel.

00:08:29: Sie gibt Verdauungsenzyme in den Dünndamen ab, die dort Kohlenhydrate, Heihweiße und Fette weiter zerlegen.

00:08:36: Gleichzeitig hat sie noch eine ganz andere Aufgabe.

00:08:39: Sie produziert Hormone wie Insulin- und Glucagon, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

00:08:45: Damit verbindet dieses kleine Organ zwei wichtige Bereiche – Verdauung und Stoffwechsel.

00:08:51: Jetzt erreicht der Nahrungsbrei den Dünndarm und hier entscheidet sich, was davon tatsächlich in den Körper gelangt.

00:08:57: Kohlenhydrate werden weiter zerlegt, Eiweiße in ihre Bausteine aufgespalten und Fette so aufbereitet dass sie aufgenommen werden können.

00:09:06: Die Innenwand des Dündarms ist dafür nicht glatt sondern mit unzähligen kleinen Ausstülpungen bedeckt.

00:09:12: Dadurch entsteht eine enorme Oberfläche die über Nährstoffe ins innere des Körpers gelangen Und damit verändert sich die Bedeutung von Nahrung.

00:09:21: Du isst keine Energie, du ist Stoffe aus denen dein Körper Energie gewinnen und neue Strukturen aufbauen kann.

00:09:29: Was die Darmwand passiert hat muss jetzt an den richtigen Ort gelangen!

00:09:34: Viele wasserlösliche Nährstoffe gelangen über die Blutbahn zunächst zu Leber und von dort weiter in den Kreislauf.

00:09:40: Nahrungsfette nehmen teilweise einen anderen Weg, sie werden zunächst über die Lymphgefäße transportiert und gelangen später ins Blut.

00:09:48: Der Darm ist also nicht das Ende der Verdauung – er isst die Übergabestelle aus Nahrungwerdenstoffen, die nun im ganzen Organismus verteilt werden können.

00:10:05: Bis hierhin haben wir verfolgt wie Nahrungen zerlegt und ihre Bestandteile aufgenommen werden….

00:10:09: Aber aufgenommen bedeutet noch lange nicht, dass daraus sofort Energie oder neue Substanz entsteht.

00:10:16: Jetzt beginnt der eigentliche Stoffwechsel.

00:10:19: Stell dir vor du bekommst einen großen Karton voller Einzelteile geliefert.

00:10:23: nur weil die Teile angekommen sind ist daraus noch kein fertiges Produkt geworden.

00:10:27: Sie müssen sortiert umgebaut zusammengesetzt oder für später eingelagert werden.

00:10:33: Ähnlich arbeitet unser Stoffwechsel.

00:10:36: Glucose kann direkt zur Energiegewinnung genutzt werden.

00:10:39: Wird gerade weniger Energie gebraucht, kann ein Teil davon beispielsweise als Glycogen gespeichert werden.

00:10:45: Aminosäuren aus den Proteinen unserer Nahrung können für den Aufbaukörper eigener Proteine verwendet werden – etwa für Muskeln, Enzyme oder andere Strukturen.

00:10:54: Fettsäuren können ebenfalls zur Energiegewinnung dienen oder wenn mehr Energie vorhanden ist als gerade benötigt wird in Form von Fett gespeichert werden.

00:11:02: und dieser Umbau läuft nicht nur nach einer Mahlzeit ab.

00:11:06: Dein Stoffwechsel arbeitet Tag und Nacht.

00:11:08: Er entscheidet ständig, welche Stoffe gerade gebraucht werden was gespeichert werden kann und was weiter umgebaut werden muss.

00:11:15: Deshalb ist ein voller Magen auch nicht gleich bedeuten mit einem gut versorgten Organismus Aufnehmen ist nicht dasselbe wie Verwerten.

00:11:24: Erst wenn die aufgenommenen Stoff in die richtigen Stoffwechsel Wege gelangen werden sie zu Energie Baustoffen oder Speichern auf die dein Körper später zurückgreifen kann.

00:11:34: Die Niere ist kein Verdauungsorgan, aber sie übernimmt eine Aufgabe die für den gesamten Stoffwechsel entscheidend ist.

00:11:40: Sie hält das innere Milieu stabil.

00:11:42: Dafür wird das blutständig durch winzige Filtereinheiten geleitet – Wasser-, Salze- und kleine gelöste Stoffe gelangen zunächst in den sogenannten Primärhahn.

00:11:52: Anschließend wird sehr genau zurückgeholt was der Organismus noch braucht.

00:11:56: So kann die Niere beispielsweise beeinflussen wie viel Wasser und Natrium im Körper bleiben.

00:12:02: Auch der Säure-Basenhaushalt wird über die Niere mitreguliert.

00:12:05: Das bedeutet, die Niire arbeitet nicht einfach wie ein Filter, der alles Unerwünschte herausnimmt – sie sortiert und hält zurück was gebraucht wird und verändert damit jeden Tag die Zusammensetzung unseres inneren Milieus.

00:12:19: Zurück zum Verdauungstrakt.

00:12:20: Was aus dem Dünndarm kommt enthält noch Bestandteile, die unsere eigenen Enzyme nicht vollständig aufschließen können.

00:12:27: Jetzt übernehmen die Mikroorganismen des Mikrobiomes einen Teil dieser Arbeit.

00:12:32: Vor allem bestimmte Ballaststoffe gelangen weitgehend unverdaut in den Dickdarm, dort werden sie von Bakterien fermentiert.

00:12:40: dabei entstehen unter anderem kurz kettige Fettsäuren wie Acetat, Propionat und Butyrat.

00:12:47: Damit wird etwas interessant, das wir normalerweise als unverdaulich bezeichnen.

00:12:52: Für unsere eigenen Verdauungsenzyme ist es nicht zugänglich für bestimmte Bakterien dagegen schon – was der Körper selbst nicht aufschließen kann, kann für seine Mitbewohner im Darm zur Nahrung werden und damit endet die Verarbeitung einer Mahlzeit nicht dort wo unsere eigenen Enzyme aufhören!

00:13:08: Im Dickdarm beginnt für die Mikroorganismen gewissermaßen eine eigene nächste Runde.

00:13:21: Bis hierhin ging es um Nahrung, Nährstoff für Stoffwechsel und die Organe die daran beteiligt sind.

00:13:26: Aber jeden Tag kommt noch etwas anderes auf uns zu das verarbeitet werden muss Stress Schlafmangel, Medikamente, Alkohol-, Umweltstoffe, Lärm-, Nachrichtengespräche, Bilder-Eindrücke.

00:13:38: Natürlich wird eine schlechte Nachricht nicht im Magen verdaut und ein stressiger Tag wird nicht von der Leber zerlegt – aber all diese Dinge treffen auf einen Nervensystem das sie aufnehmen, bewerten und verarbeiten muss!

00:13:50: Und genau hier verändert sich die Perspektive dieser Folge.

00:13:53: Denn unser Gehirn bekommt ebenfalls ständig etwas geliefert nur handelt es sich dabei nicht um Nährstoffe sondern Umreize und Information.

00:14:02: Eine Nachricht kann dich innerhalb weniger Sekunden beschäftigen, ein Streit kann noch Stunden später in deinem Kopf weiterlaufen.

00:14:09: Ein bestimmter Satz kann immer wieder auftauchen obwohl das Gespräch längst beendet ist.

00:14:14: Das Gehirn nimmt solche Informationen nicht einfach entgegen und legt sie irgendwo ab.

00:14:18: Es bewertet verknüpft Sie mit bereits vorhandenen Erfahrungen speichert manches Verwirft anderes und verändert bestehende Verbindung.

00:14:26: Dabei entschädigt auch der Kontext.

00:14:28: Ist etwas neu oder bekannt, bedrohlich oder harmlos, wichtig oder bedeutungslos?

00:14:34: Deshalb kann ein und dieselbe Situation zwei Menschen völlig unterschiedlich beschäftigen.

00:14:38: Und manchmal ist genau das Interessante nicht das Ergebnis selbst, sondern das was danach im Kopf weiterläuft.

00:14:46: Wichtig ist dabei die Unterscheidung.

00:14:48: Mentale Verarbeitung ist keine Verdauung im biologischen Sinn aber der Vergleich zeigt etwas sehr Menschliches.

00:14:55: auch Informationen und Erfahrungen müssen verarbeitet verdaut eingeordnet und in einen Zusammenhang gebracht werden.

00:15:02: Manches ist nach wenigen Minuten erledigt, anderes bleibt lange aktiv.

00:15:07: Und jetzt wird die Verbindung zwischen körperlicher und mentaler Verarbeitung ganz konkret.

00:15:12: Unser Darm besitzt ein eigenes Nervensystem – das enterische Nerven-System.

00:15:16: Es besteht aus einem weit verzweigten Netz von Nervenzellen in der Darmband und kann viele Abläufe der Verdauung eigenständig steuern etwa die Bewegungen des Darms und die Weiterleitung seines Inhalts.

00:15:27: Gleichzeitig steht dieses Nervensystem in ständigen Kontakt mit dem Gehirn.

00:15:31: Eine wichtige Verbindung ist der Wagusnerv.

00:15:34: Übrigens gibt es dazu zu dem Wagusnerv auch eine eigene Folge.

00:15:38: Über ihn gelangen Informationen aus dem Verdaungstrakt zum Gehirn während umgekehrt Signale aus dem Gehirnen die Funktion des Darmes beeinflussen können.

00:15:47: Dazu kommen hormone Stoffwechselprodukte und Signale des Immunsystems, und deshalb kann Stress tatsächlich auf den Verdauungsstrakt schlagen.

00:15:55: Die Darmbewegungen können sich verändern – ebenso andere Verdauungfunktionen.

00:15:59: Umgekehrт gelang aus dem Darm ständig Information über seinen Zustand zurück Zum Gehirn.

00:16:06: Die Kommunikation läuft also in beide Richtungen vom Gehirnen zum Darm und vom Darm zurück zum Gehirne.

00:16:13: Das ist die sogenannte Darm-Hirnachse Habt ihr bestimmt schon mal gehört.

00:16:17: Und jetzt wird der Vergleich mit dem mentalen Verdauung interessant.

00:16:20: Manchmal beschäftigt uns eine Erfahrung immer wieder.

00:16:23: Ein Gespräch ist längst vorbei, aber Einsatz daraus läuft noch tagelang im Kopf.

00:16:28: Eine Situation lässt sich schwer einordnen.

00:16:31: Wir gehen sie wieder und wieder durch oder versuchen Sie zu vermeiden.

00:16:35: Das bedeutet nicht, dass eine unverarbeitete Emotion automatisch körperliche Beschwerden oder sogar eine Krankheit verursacht.

00:16:42: Dafür wäre die Realität viel zu komplex.

00:16:45: Aber es gibt einen gemeinsamen Gedanken Verarbeitung braucht Ressourcen Und sie kann ins Stocken geraten.

00:16:53: das gilt auf körperlicher Ebene genauso.

00:16:55: Auch die Verdauung kann gestört sein, wenn beispielsweise die Bewegungen des Darmes verändert sind oder bestimmte Nahrungsbestandteile nicht richtig verarbeitet werden.

00:17:05: Und vielleicht liegt genau hier die wichtigste Verbindung dieser Folge.

00:17:09: Eine Mahlzeit braucht Zeit bis sie zerlegt aufgenommen und weiterverarbeitet ist.

00:17:14: Ein Medikament muss dem Organismus verändert werden – das Nervensystem verarbeitete unzählige Reize während wir unseren Alltag leben!

00:17:22: Und auch eine Erfahrung kann nicht immer in dem Moment abgeschlossen sein, indem sie passiert.

00:17:27: Nicht alles was in uns ankommt, kann sofort verarbeitet, verdaut werden.

00:17:32: Manches braucht Bewegung, manches braucht Ruhe, manch es braucht Zeit und vielleicht ist genau das keine Schwäche sondern eine biologische Realität.

00:17:43: Verarbeitung lässt sich nicht beliebig beschleunigen.

00:17:54: Nach all dem was wir über Verdauern gelernt haben bleibt eine Frage die plötzlich viel größer wird.

00:17:58: Was kann ich eigentlich noch aufnehmen?

00:18:00: Nicht nur beim Essen.

00:18:01: Noch eine Nachricht, noch einen Termin, noch ein Gespräch, noch einem Reiz – noch eine Erwartung und noch eine Aufgabe!

00:18:09: Wir leben in einer Welt, in der ständig etwas auf uns zukommt.

00:18:12: Etwas will unsere Aufmerksamkeit, unsere Zeit, unsere Energie.

00:18:17: Aber auch unser Organismus hat seine eigene Geschwindigkeit.

00:18:20: Eine Mahlzeit braucht Zeit, ein Medikament braucht Zeit bis es verarbeitet ist.

00:18:25: Ein Reiz braucht... Zeit, bis das Nervensystem ihn eingeordnet hat und vielleicht gilt es auch für vieles was wir erleben.

00:18:33: Deshalb könnte die wichtigere Frage manchmal sein habe ich eigentlich noch Zeit für das was bereits in mir angekommen ist?

00:18:40: Vielleicht braucht es nicht immer mehr Input, vielleicht braucht es manchmal eine Pause zwischen zwei Dingen.

00:18:47: Wir fragen uns oft was wir unserem Körper zuführen.

00:18:51: Was ist gesund ?

00:18:52: Was ist ungesund ?

00:18:54: Was gibt mehr Energie?

00:18:55: Was sollte ich besser vermeiden?

00:18:57: Aber viel seltener fragen wir, was passiert eigentlich danach.

00:19:03: Was wird aufgenommen und verändert?

00:19:05: Gebraucht oder gespeichert?

00:19:08: Was wird wieder losgelassen?

00:19:10: Vielleicht ist genau das an der großen Leistung unseres Organismus.

00:19:14: Er versucht nicht alles festzuhalten.

00:19:18: Er verarbeitet, er nutzt.

00:19:20: Er verändert und irgendwann lässt er wieder los.

00:19:22: Vielleicht können wir davon etwas lernen denn auch unser Alltag ist voller Dinge die wir aufnehmen Worte Bilder Begegnungen Erwartungen Enttäuschungen Nachrichten Erfahrungen Und nicht alles davon braucht einen dauerhaften Platz.

00:19:37: vielleicht ist die entscheidende Frage deshalb nicht was muss ich noch aufnehmen sondern Was davon darf Ich überhaupt noch in mir behalten?

00:19:45: Denn vielleicht beginnt Verarbeitung genau dort, wo wir aufhören alles gleichzeitig festhalten zu wollen und vielleicht braucht ein System manchmal nicht mehr.

00:19:54: Vielleicht braucht es einfach Zeit um mit dem fertigzuwerden was längst da ist.

00:20:00: denn nicht alles das in dich hineinkommt gehört auch für immer zu dir Und damit sind wir mit diesem Themenwunsch heute schon wieder am Ende.

00:20:12: Vielen Dank, dass du dir wieder Zeit genommen hast und wenn du zusätzlich Fragen, Anregungen, Feedback hinweise oder Tipps hast.

00:20:18: Oder auch wie der Themenwünsche gern an die Mail-Adresse in den Shownauts!

00:20:21: Bis zum nächsten Woche.

00:20:22: lasst es dir gut gehen und bleibe unbedingt wahrnehmungsfähig.

00:20:26: Diese Rene des Körpers – Der Podcast, der deine Sinne schärft und ich lehrt auf deinen Körper zu hören.

00:20:31: Bleib gesund, ciao.

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