Die Sirene des Körpers - Folge 92 - Sättigung

Shownotes

Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com

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Transkript anzeigen

00:00:05: Einen wunderschönen guten Morgen, die Sirene des Körpers.

00:00:07: Der Podcast hat eine Sinne schärft und dich lehrt auf deinen Körper zu hören.

00:00:11: Schön dass du wieder dabei bist!

00:00:21: In der letzten Folge haben wir eine Mahlzeit auf ihren Weg durch den Organismus begleitet.

00:00:26: Wir haben gesehen wie Nahrung zerlegt verändert, aufgenommen und verarbeitet wird Und wie viele Organe daran beteiligt sind.

00:00:32: Heute schauen wir einen Schritt früher hin Denn bevor überhaupt verarbeitete werden kann muss unser System auch wissen Wann kommt genug an?

00:00:41: Die Verdauung zeigt uns, wie komplex die Verarbeitung ist.

00:00:44: Die Sättigung zeigt uns dass auch das Aufhören ein wichtiger Teil davon ist.

00:00:48: und genau hier treffen sich die beiden Folgen.

00:00:51: nicht nur die Verarbeitung braucht ein gutes Zusammenspiel Auch das Signal wann es reicht!

00:01:08: Woher weiß dann Körper, wann genug ist?

00:01:11: Nicht wenn der Teller leer ist.

00:01:13: Nicht unbedingt dann, wenn sich der Magen voll anfühlt.

00:01:16: Irgendwann verändert sich etwas.

00:01:18: Der nächste Bissen verliert an Bedeutung.

00:01:20: Das Hungergefühl tritt zurück und plötzlich ist da dieses innere Signal Es reicht!

00:01:27: Aber woher kommt dieses genug eigentlich?

00:01:30: Wir essen nicht nur, weil Nahrung verfügbar ist.

00:01:33: Weil wir Hunger haben, weil etwas gut riecht und es uns schmeckt, weil wir uns an bestimmte Zeiten gewöhnt haben oder weil wir gerade Lust darauf haben.

00:01:42: Und trotzdem gibt es diesen Moment in dem unser Organismus sagt jetzt brauchst du nichts mehr!

00:01:49: Nur wer sagt das eigentlich?

00:01:50: der Magen der Darm das Gehirn?

00:01:53: oder ist Sättigung, dass Ergebnis eines ganzen Netzwerks das ständig Informationen sammelt und miteinander verrechnet.

00:02:01: Denn wenn wir genau hinschauen wird die Sache plötzlich interessant.

00:02:05: Warum essen wir manchmal weiter obwohl unser Organismus längst genug bekommen hat?

00:02:10: Genau diesen Signal wollen wir heute folgen dem Signal das aus.

00:02:14: ich möchte noch irgendwann es reicht macht.

00:02:25: Beginn wir mit dem naheliegendsten Verdächtigen, den Magen.

00:02:29: Wenn er voll ist, müsste doch eigentlich Schluss sein!

00:02:31: Ganz so einfach ist es aber nicht – der Magen ist dehnbar, während du isst fühlt er sich und seine Wand wird gedehnt.

00:02:38: Diese Dehnung wird von speziellen Sensoren registriert, Informationen darüber gelangen über Nervenbahnen und andere Signale an das Gehirn.

00:02:45: Aber ein voller Magen allein macht noch keine vollständige Sättigung Denn es macht einen Unterschied, was du gegessen hast und wie schnell es weiter transportiert wird.

00:02:54: Flüssigkeit verhält sich anders als eine feste Mahlzeit.

00:02:57: Eine kleine energiereiche Mahlzeit kann ganz anders wirken als ein großer Teller mit viel Wasser- und Ballaststoffen.

00:03:03: Du kennst das vielleicht selbst.

00:03:05: Manchmal hast du nach einer Mahl Zeit das Gefühl wirklich satt zu sein Und manchmal denkst du fünfzehn Minuten später schon wieder über den Kühlschrank nach.

00:03:14: Der Magen kann also melden Hier ist gerade einiges angekommen, aber die Entscheidung ob daraus ein echtes Essen reicht wird entsteht erst aus mehreren Informationen.

00:03:24: Und genau deshalb lohnt es sich beim Essen nicht nur auf die Menge zu schauen sondern einmal darauf zu achten.

00:03:30: wie fühlt sich dieses Essen gerade in mir an?

00:03:33: Nicht nur bin ich voll, sondern wird mein Hunger tatsächlich leiser!

00:03:39: Der erste Bissen verändert bereits etwas.

00:03:41: Die Sättigung beginnt nicht erst, wenn der Magen voll ist.

00:03:44: Schon der erste Biss setzt eine ganze Reihe von Signalen in Gang.

00:03:48: Du siehst das Essen du riechst es.

00:03:50: Du schmeckst es!

00:03:51: Du kaust und schluckst.

00:03:53: Noch bevor eine größere Menge im Magen angekommen ist, bekommt das Nervensystem Informationen darüber dass jetzt Nahrung kommt.

00:03:59: Magen und Tarm bereiten sich auf die Mahlzeit vor, Nerven- und Botenstoffe verändern ihre Aktivität.

00:04:04: der gesamte Verdauungs-Trakt stellt sich darauf ein mit dem umzugehen was gerade hineinkommt.

00:04:10: Das ist so als würde in einem Restaurant schon beim Betreten des Gastes die Küche anfangen sich vorzubereiten und während du weiter ist kommen immer neue Informationen dazu.

00:04:22: Wie viel ist angekommen?

00:04:24: Was ist es, wie schnell wird es weiter transportiert, welche Nährstoffe sind enthalten.

00:04:30: Das Gehirn bekommt also nicht erst am Ende des Essens eine Nachricht mit dem Inhalt.

00:04:34: übrigens wir sind jetzt satt.

00:04:36: Es bekommt während der gesamten Mahlzeit laufend Rückmeldung und vielleicht kannst du das beim nächsten Essen einmal beobachten Nicht erst auf das deutliche Völlegefühl zu warten sondern früher lauschen.

00:04:49: Wann verändert sich eigentlich mein Hunger?

00:04:51: Wann schmeckt der nächste Bissen noch genauso interessant und wann merkst du vielleicht zum ersten Mal, eigentlich brauche ich gerade keinen weiteren.

00:05:00: Der Magen ist also mehr als ein Aufbewahrungsort für das Mittagessen.

00:05:05: er kann sich ausdehnen und registrieren dass sein Inhalt zunimmt.

00:05:08: Sensoren in seiner Wand reagieren auf diese Dehnung und geben Informationen an das Nervensystem weiter.

00:05:13: Man könnte sagen der Magen misst nicht mit einem Lineal sondern mit Spannung.

00:05:18: Aber jetzt kommt ein wichtiger Unterschied.

00:05:20: Sättigung und Völlegefühl sind nicht dasselbe.

00:05:24: Völegefühl beschreibt vor allem, wie voll oder gespannt sich dein Bauch anfühlt.

00:05:29: Du kennst das vielleicht nach einem großen Essen?

00:05:31: Der Hosenbund sitzt plötzlich etwas enger der Bauch fühlt sich schwer an und du denkst okay!

00:05:36: Das war jetzt wirklich genug.

00:05:38: aber dieses Gefühl kann bereits weit über das hinausgehen was für Sättigungen notwendig gewesen wäre.

00:05:45: Sättigung ist etwas anderes, sie ist eher dieses innere Nachlassen des Essensbedürfnisses.

00:05:50: Ich habe keinen wirklichen Hunger mehr.

00:05:52: ich könnte aufhören.

00:05:53: Du musst dafür nicht das Gefühl haben dass dein Magen bis zum Rand gefüllt ist und genau deshalb kann man sich auch über den Punkt der Sättigung hinaus essen.

00:06:02: Der Magen wird immer voller, während das eigentliche Hungergefühl längst verschwunden ist.

00:06:07: Das ist ein wichtiger Unterschied.

00:06:09: satt bedeutet nicht maximal voll, satt bedeutet eher mein Organismus signalisiert mir dass ich jetzt genug aufgenommen habe und vielleicht lohnt es sich beim nächsten Essen genau diesen Moment einmal zu suchen.

00:06:22: Nicht den Moment in dem du denkst mehr geht wirklich nichts sondern den viel früheren Moment.

00:06:28: Eigentlich brauche ich den nächsten bisschen gerade nicht mehr, das ist ein deutlich leiseres Signal und genau deshalb kann man es so leicht überhören.

00:06:46: Sobald die Nahrung den Darm verlässt und in dem Dümmendarm gelangt wird aus der bisherigen Information eine noch genaue Rückmeldung – denn der Darm erkennt da kommt Nahrungen!

00:06:55: Und der interessiert sich nicht dafür wie viel davon angekommen ist.

00:06:59: Er registriert auch welche Nährstoffe enthalten sind.

00:07:02: Dafür sitzen in der Darmwand spezialisierte Zellen, die auf die Bestandteile der Nahrung reagieren und Botenstoffe freisetzen.

00:07:08: Diese Signale beeinflussen unter anderem die Bewegungen des Verdauungstraktes und die Kommunikation mit dem Gehirn.

00:07:15: Man könnte sich das wie eine kleine Leitstelle vorstellen Der Magen meldet dass etwas angekommen ist der dünnen Darm schaut genauer hin und sagt gut ich weiß jetzt ungefähr womit wir es zu tun haben Und daraus entstehen weitere Signale die schließlich dazu beitragen können S-Bedürfnis nachlässt.

00:07:32: Das Spannende daran ist, du musst diese Vorgänge nicht bewusst steuern – du sitzt nicht am Tisch und denkst im Moment.

00:07:38: ich muss jetzt noch mal schnell meine dünnendarmen Fragen ob er genug Nährstoffe erkannt hat.

00:07:44: Zum Glück!

00:07:45: Diese Kommunikation läuft größtenteils im Hintergrund aber vielleicht kannst Du Ihr Ergebnis trotzdem wahrnehmen denn irgendwann während einer Mahlzeit verändert sich etwas der Hunger wird leiser das Essen verliert ein wenig seine Dringlichkeit Und vielleicht ist genau das der Moment, auf den wir achten sollten.

00:08:03: Nicht erst auf das deutliche Völlegefühl sondern auf das viel leisere Signal.

00:08:08: ich brauche gerade nicht mehr.

00:08:11: und jetzt kommen die Botenstoffe ins Spiel von denen man inzwischen ziemlich viel hört GLP-I und PYY.

00:08:18: Die Namen klingeln ein bisschen so als hätte jemand beim Erfinden von Hormonen die Buchstaben ausgehen lassen aber ihre Aufgabe ist interessant.

00:08:26: Wenn Nahrung im Verdauungstrakt ankommt, können bestimmte Zellen im Darm GLP-I und PYY freisetzen.

00:08:34: Diese Signale tragen dazu bei die Nahrungsaufnahme zu begrenzen und beeinflussen unter anderem die Magenentlehrung und die Kommunikation mit den Sättigungszentren des Gehirns.

00:08:45: GLP I hilft dabei die Verarbeitung der Mahlzeit zu koordinieren.

00:08:49: Unter anderem kann es die Makenentleerung verlangsamen.

00:08:52: Dadurch bleibt der Nahrungsbrei länger im Magen und es entsteht mehr Zeit für weitere Rückmeldungen aus dem Verdauungssystem.

00:08:59: PYY steigt ebenfalls nach einer Mahlzeit an und kann das Hungergefühl dämpfen, die Wirkung hält länger an als nur bis zum letzten Bissen.

00:09:08: und wichtig ist diese Hormone sind keine einzelnen Sättigungsschalter.

00:09:12: sie sind eher Teil eines großen Gesprächs.

00:09:15: Magendam Nerven, Hormone und Gehirn tauschen ständig Informationen aus.

00:09:20: Deshalb ist Sättigung auch kein einzelner Moment an dem irgendwo eine Lampe von Rot auf Grün springt – sie entsteht Schritt für Schritt!

00:09:28: Und vielleicht kannst du das beim Essen einmal beobachten.

00:09:31: nicht bin ich schon voll?

00:09:32: Sondern was passiert gerade mit meinem

00:09:36: Hunger?!

00:09:37: Wird er leiser?

00:09:38: Wird das Essen weniger wichtig?

00:09:40: Entsteht dieses Gefühl von?

00:09:41: es wäre noch möglich aber eigentlich brauche Das ist Sättigung, wie sie sich von innen anfühlen kann.

00:09:48: Aber ein System das Sättigungen erzeugt braucht natürlich auch die andere Seite den Hunger.

00:09:53: Hier kommt Grelin ins Spiel.

00:09:55: Grelin wird vor allem im Magen gebildet.

00:09:58: seine Konzentration steigt typischerweise vor einer Mahlzeit an und sinkt nach dem Essen wieder ab.

00:10:04: Es gehört damit zu den wichtigsten Signalen, die dem Gehirn vermitteln können.

00:10:07: Nahrung wird jetzt interessant und auch hier lohnt sich eine kleine Korrektur unseres Alltagsbildes.

00:10:15: Hunger bedeutet nicht einfach dein Magen ist leer.

00:10:18: Hunger ist ein biologischer Zustand an dem viele Signale beteiligt sind.

00:10:22: Der Magen is dabei ein wichtiger Akteur aber nicht der alleinige Entscheider Und vielleicht kennst du den Unterschied aus eigener Erfahrung.

00:10:30: Du kannst morgens auf die Uhr schauen und denken, jetzt wäre eigentlich Frühstückszeit.

00:10:34: Und plötzlich meldet sich der Appetit nicht unbedingt weil dein Organismus in diesem Moment dringend Kalorien braucht sondern weil sich auch Gewohnheiten und Erwartungen mit den biologischen Signalen verbinden.

00:10:46: Genauso kann Hunger manchmal überraschend verschwinden obwohl du gerade noch überzeugt warst unbedingt etwas essen zu müssen.

00:10:52: Das zeigt Hunger.

00:10:53: und Sättigung sind keine starren Schalter.

00:10:55: sie sind bewegliche Signale.

00:10:57: Sie verändern sich, sie reagieren auf Nahrung.

00:11:00: Auf Zeit!

00:11:01: Auf den Zustand des Verdauungssystems und auf die Information, die ständig zwischen Darm- und Gehirn ausgetauscht werden.

00:11:08: Und vielleicht beginnt genau hier ein anderes Verständnis von Hunger?

00:11:12: Nicht als etwas das wir einfach wegdrücken müssen sondern als eine Information.

00:11:18: Die spannende Frage ist dann nicht nur habe ich Hunger Sondern wie fühlt sich dieser Hunger gerade eigentlich an?

00:11:25: Denn je genauer wir solche Signale wahrnehmen, desto mehr merken wir.

00:11:29: Unser Organismus spricht nicht erst dann mit uns wenn etwas laut wird.

00:11:33: Manchmal beginnt das Gespräch sehr leise.

00:11:45: Bis hierhin haben wir gesehen dass Magen und Damen ständig Informationen liefern aber irgendwo müssen diese Signale zusammen laufen.

00:11:51: eine wichtige Schaltzentrale ist der Hypotalamus.

00:11:54: dort werden unter anderem Informationen aus dem Verdauungstrakt Hormone und der Energiezustand des Organismus miteinander verknüpft.

00:12:02: Doch Sättigung entsteht nicht an einem einzigen Ort.

00:12:05: Das Gehirn verarbeitet viele Signale gleichzeitig und verbindet sie mit dem, was wir gerade erleben.

00:12:11: Deshalb ist Sättigung kein einfacher Schalter.

00:12:14: Es ist eher ein laufender Abgleich Was es angekommen, was wird gerade gebraucht Und wie fühlt sich das Ganze an?

00:12:22: Vielleicht spürst du diesen Abgleich selbst wenn der Hunger langsam leiser wird und irgendwann dieser Moment entsteht.

00:12:28: eigentlich brauche ich nichts mehr Und auch die Zusammensetzung einer Mahlzeit spielt eine Rolle.

00:12:33: Protein, Fett, Kohlenhydrate, Ballaststoffe werden unterschiedlich verarbeitet und lösen unterschiedliche Signale im Verdauungssystem aus.

00:12:41: Eine Mahlzeit mit viel Protein- und Ballaststoffen kann deshalb anders und länger setzigen als beispielsweise ein schnell getrunkenes zuckereiches Getränk.

00:12:51: Ballaststopfe können außerdem das Volumen einer Mahltzeit erhöhen und teilweise bis in den Dickdarm gelangen wo sie von Mikroorganismen weiterverarbeitet werden.

00:13:00: Es geht also nicht nur darum, wie viel du gegessen hast.

00:13:03: Auch die Frage was du gegassen hast verändert die Rückmeldung an dein Gehirn und das lässt dich erstaunlich gut beobachten.

00:13:09: nach welcher Mahlzeit bist du lange zufrieden?

00:13:12: Wann kommt der Hunger zurück und bei welchem Essen?

00:13:15: denkst Du schon kurze Zeit später wieder an den nächsten Snack?

00:13:19: Dein Organismus gibt Dir darauf ständig Antworten.

00:13:23: Und dann gibt es diesen Klassiker!

00:13:26: Du bist eigentlich satt aber der Kuchen steht noch da Und plötzlich hat dein Gehirn ein ziemlich überzeugenden Einwand.

00:13:33: Aber lecker wäre er schon, denn Hunger und Sättigung sind nicht die einzigen Kräfte, die unser Essverhalten beeinflussen – Geruch, Geschmack, Aussehen, Gewohnheiten, Ablenkung und die bloße Verfügbarkeit von Essen können den Wunsch zu essen verstärken.

00:13:51: Auch das Belohnungssystem spielt dabei eine Rolle.

00:13:53: besonders schmackhafte Nahrung kann dort starke Reaktionen auslösen!

00:13:58: Das bedeutet nicht, dass die Sättigung verschwunden ist.

00:14:00: Aber andere Signale können gleichzeitig sehr laut werden.

00:14:04: Deshalb kann es hilfreich sein kurz innezuhalten und zu unterscheiden.

00:14:09: Hab ich noch Hunger?

00:14:10: Oder möchte ich einfach noch diesen Geschmack?

00:14:12: Manchmal ist der Unterschied nur ein paar Sekunden Aufmerksamkeit Und damit wird ein Unterschied wichtig.

00:14:20: Satzsein bedeutet nicht möglichst voll zu sein.

00:14:23: Völlegefühl beschreibt vor allem die körperliche Empfindung von Fülle und Druck.

00:14:29: Der Bauch fühlt sich gespannt an, die Mahlzeit liegt schwer – vielleicht möchtest du dich erst einmal nicht mehr bewegen?

00:14:36: Sättigung ist dagegen eher das Nachlassen des Bedürfnisses weiter zu essen!

00:14:41: Du kannst also satt sein ohne dich voll zu fühlen und du kannst dich sehr voll fühlen, obwohl dein Hunger längst verschwunden ist.

00:14:49: Vielleicht liegt genau hier ein Signal das wir am Alltag leicht übergehen nicht erst warten bis wirklich nichts mehr geht sondern den frühen Moment wahrnehmen.

00:14:58: ich bin zufrieden.

00:14:59: Ich brauche gerade keinen weiteren Bissen kein großes Alarmsignal nur ein leises genug.

00:15:14: Jetzt stellt sich eine ziemlich einfache Frage Wie viel Zeit geben wir unserem Sättigungssystem überhaupt?

00:15:21: Denn zwischen dem ersten Bissen und dem vollständigen Zusammenspiel der verschiedenen Sättigungssignale liegt Zeit.

00:15:27: Wenn du sehr schnell ist, kann bereits eine betrechtliche Menge Nahrung im Magen angekommen sein bevor du die Wirkung all dieser Signale überhaupt bewusst bemerkst.

00:15:36: Das kann dazu führen dass du über den Punkt hinaus ist an dem dein Hunger eigentlich schon deutlich nachgelassen hat.

00:15:43: Vielleicht kennst du das?

00:15:44: Du hast gegessen, der Teller ist leer und erst ein paar Minuten später merkst du Moment.

00:15:49: Eigentlich bin ich längst satt.

00:15:53: Das ist kein geheimnisvoller Trick deines Körpers.

00:15:55: Es zeigt einfach dass biologische Vorgänge nicht auf Knopfdruck ablaufen.

00:16:00: vielleicht lohnt es sich deshalb beim Essen nicht nur schneller oder langsamer zu werden sondern überhaupt einmal wahrzunehmen wann sich dein inneres Signal verändert.

00:16:08: Der Hunger verschwindet selten mit einem lauten Klick.

00:16:12: Oft wird er einfach Schritt für Schritt leiser.

00:16:15: Und dann gibt es noch etwas, das wir leicht unterschätzen.

00:16:18: Wie wir gerade leben beeinflusst auch wie wir Hunger wahrnehmen.

00:16:22: Schlafmangel kann die Regulation von Hunger und Sättigung verändern.

00:16:25: Auch Stress kann unser Essverhalten beeinflussen allerdings nicht bei jedem Menschen auf die gleiche Weise.

00:16:31: Manche bekommen unter Stress mehr Appetit andere verlieren ihn Wieder andere essen kaum bewusst und greifen plötzlich nebenbei zu etwas weil Essen gerade verfügbar ist.

00:16:41: Deshalb wäre es zu einfach, zu sagen Stress macht hungrig.

00:16:45: So funktioniert unser Organismus nicht.

00:16:47: aber Schlafstressstimmung und Alltag können beeinflussen wie wir mit Hunger- und Sättigungssignalen umgehen.

00:16:53: Und vielleicht ist genau das interessant für die eigene Wahrnehmung.

00:16:56: Wenn du plötzlich mehr Hunger hast als sonst lohnt sich nicht nur der Blick auf den letzten Teller Vielleicht auch auf die letzte Nacht Auf deinen Stress, auf deinem ganzen Tag.

00:17:06: Was passiert gerade in deinem Leben?

00:17:09: Und selbst wenn zwei Menschen genau dasselbe essen, muss sich Sättigung nicht gleich anfühlen.

00:17:16: Der Energiebedarf ist unterschiedlich.

00:17:18: Körpergröße Muskelmasse Bewegung und viele andere Faktoren spielen eine Rolle.

00:17:22: auch Gewohnheiten und die Zusammensetzung vorherriger Mahlzeiten können beeinflussen wann wieder Hunger entsteht.

00:17:29: Deshalb gibt es keine magische Portionsgröße, bei der für jeden Menschen automatisch dasselbe passiert.

00:17:36: Der eine ist nach einer Mahlzeit zufrieden, der andere denkt eine Stunde später schon wieder an Essen und das bedeutet nicht automatisch, dass einer von beiden falsch ist.

00:17:45: Unser Organismus arbeitet nicht nach einer einzigen Norm.

00:17:49: Vielleicht ist deshalb die eigene Wahrnehmung wichtiger als der Vergleich mit anderen?

00:17:53: Wie lange hält meine Sättigung an?

00:17:55: Wann kommt der Hunger zurück und wie fühlt sich der Unterschied zwischen echtem Hunger und losem Appetit für mich an?

00:18:02: Je besser wir diese Signale kennenlernen, desto weniger müssen wir uns ausschließlich an äußeren Regeln orientieren.

00:18:09: Der eine braucht mehr Kohlenhydrate, der andere mehr Protein.

00:18:13: Was aber, wenn dieses innere Signal kaum noch zu spüren ist?

00:18:17: Wenn jemand trotz ausreichender Mahlzeiten kaum ein Gefühl von Sättigung entwickelt und sehr schnell wieder Hunger bekommt.

00:18:23: Dann sollte man nicht vorschnell von fehlender Disziplin sprechen, denn hinter verändertem Hunger oder Sättigungsgefühl können ganz unterschiedliche Faktoren stehen – von Schlaf- und Stress über Medikamente und bestimmte Erkrankungen bis hin zur Veränderung im Stoffwechsel oder im Essverhalten.

00:18:39: Auch das Settigungssystem selbst ist kein Perfekt!

00:18:42: konstantes Programm.

00:18:44: Es kann sich verändern und genau deshalb ist ein dauerhaft ungewöhnliches Ess- oder Hungergefühl etwas, das man ernst nehmen darf – besonders wenn es neu auftritt oder mit anderen Beschwerden verbunden ist.

00:18:56: Nicht um sofort eine Erklärung zu finden sondern um genauer hinzuschauen.

00:19:00: Dennoch hier gilt bevor wir einen Signal bewerten sollten wir es erst einmal wahrnehmen.

00:19:04: Was hat sich verändert?

00:19:06: Seit wann?

00:19:07: Wie fühlt es sich tatsächlich an?

00:19:09: Vielleicht beginnt genau dort ein besseres Verständnis für den eigenen Organismus.

00:19:23: Vielleicht stellt sich jetzt die Frage, kann man dieses leise Signal überhaupt wieder besser spüren?

00:19:27: Ja – zumindest kann man lernen ihm wieder mehr Aufmerksamkeit zu geben!

00:19:31: Nicht als Diätregel nicht als Zwang sondern als kleine Form von Selbstwahrnehmung.

00:19:37: Beim nächsten Essen könntest du einmal nicht nur darauf achten wann du satt bist, sondern darauf wie sich der Weg dorthin verändert.

00:19:43: Wie fühlt sich der Hunger am Anfang an?

00:19:45: Wann wird er schwächer.

00:19:47: Wann schmeckt der nächste Bissen vielleicht noch gut, obwohl du eigentlich keinen Hunger mehr hast?

00:19:51: und wann entsteht dieses ruhige Gefühl – das reicht!

00:19:54: Es geht aber nicht darum jedes Essen perfekt zu analysieren im Gegenteil.

00:19:58: Vielleicht reicht manchmal ein kurzer Moment in dem Du den Teller nicht sofort leer machst, nur weil er noch voll ist… Ein Moment, in dem du inner hältst und dich fragst ….

00:20:07: Was sagt mein Inneres gerade?

00:20:09: Denn Wahrnehmung wird nicht dadurch besser dass wir sie ständig kontrollieren, ihr überhaupt wieder zuhören.

00:20:15: Und damit sind wir wieder bei der Sirene des Körpers.

00:20:18: Wenn wir an Körpersignale denken, denken wir oft ein etwas lautes Schmerz, Übelkeit, Schwindel, Erschöpfung.

00:20:24: Aber viele Signale beginnen viel früher.

00:20:26: Auch Sättigung ist kein Alarm.

00:20:28: Sie ist ein leises Stoppsignal.

00:20:30: Kein sofort aufhören sondern eher Du brauchst gerade nicht mehr.

00:20:34: und vielleicht ist genau das eine wichtige Eigenschaft unseres Organismus.

00:20:38: er muss nicht immer schreien.

00:20:40: Viele Informationen kommen leise.

00:20:42: Die Frage ist nur, ob wir in unserem Alltag überhaupt noch aufmerksam genug sind sie wahrzunehmen.

00:20:47: Beim Essen bedeutet das vielleicht nicht erst auf das unangenehme Völlegefühl warten sondern den Moment davor bemerken diesen kleinen Übergang von.

00:20:55: ich möchte zu Ich brauche nicht mehr.

00:20:57: Vielleicht ist das keine spektakuläre Erkenntnis aber ziemlich wichtige Denn ein Signal kann nur helfen wenn wir es wahrnehmen und vielleicht führt uns die Sättigung am Ende zu einer viel größeren Frage Was bedeutet eigentlich genug?

00:21:12: Biologisch ist genug ein erstaunlich kluges Prinzip.

00:21:15: Unser Erganismus versucht nicht ständig weiter aufzunehmen, er braucht Energie aber eben nicht unbegrenzt – er braucht Nahrung aber nicht ohne Ende!

00:21:24: Irgendwann sollte ein Signal entstehen das sagt... Es reicht.

00:21:27: Und vielleicht ist genau dieses Prinzip auch außerhalb des Essens interessant, denn wir leben in einer Welt, in der mehr oft selbstverständlich geworden ist – mehr Informationen, mehr Auswahl, mehr Leistung, mehr Termine und Möglichkeiten.

00:21:40: Aber wo ist unser inneres Stoppsignal?

00:21:43: Wann merken wir das genug?

00:21:46: Vielleicht ist Sättigung deshalb mehr als ein Vorgang nach einer Mahlzeit.

00:21:51: Sie erinnert uns daran, dass ein gesundes System nicht nur aufnehmen können muss – es muss auch erkennen können wann es aufhören darf.

00:21:58: und vielleicht beginnt dieses Gefühl nicht mit einem vollen Magen sondern mit einem Moment der Wahrnehmung.

00:22:04: Ich brauche gerade nicht mehr.

00:22:06: Das ist Settigung!

00:22:08: Und vielleicht ist genug eines der wichtigsten Signale die wir wieder lernen können zu spüren….

00:22:15: Vielleicht ist das Interessante an der Sättigung gar nicht das Essen, sondern dieses kleine Wort genug.

00:22:20: Unser Alltag kennt dieses Wort erstaunlich selten.

00:22:25: Noch eine Nachricht noch ein Video, noch einen Termin, noch eine Aufgabe, noch ein bisschen mehr Leistung und manchmal merken wir erst spät dass wir längst nichts Neues mehr brauchen.

00:22:34: Nicht weil wir schwach sind, sondern weil ein System da ständig aufnehmen soll irgendwann auch Zeit braucht um zur Ruhe zu kommen.

00:22:42: Vielleicht lohnt es sich deshalb, diese Frage nicht nur beim Essen zu stellen.

00:22:45: Wann ist genug für mich?

00:22:47: Nicht was könnte ich noch schaffen, nicht etwas könnte noch hineinpassen sondern... Was brauche ich wirklich noch?

00:22:53: Vielleicht ist das eine der leisesten Fähigkeiten die wir wieder entdecken können!

00:22:58: Nicht immer nach dem nächsten mehr zu suchen, sondern dass vorhandene genug überhaupt wahrzunehmen.

00:23:05: Sättigung ist kein einfacher Schalter.

00:23:07: Sie entsteht aus vielen Signalen.

00:23:09: Der Magen meldet denung der Darm erkennt Nährstoffe, Hormone verändern ihre Botschaften das Gehirn verbindet all diese Informationen und irgendwann entsteht daraus etwas dass wir tatsächlich spüren können.

00:23:21: es reicht nicht.

00:23:23: ich kann keinen einzigen bisschen mehr essen sondern ich brauche gerade keinen weiteren.

00:23:29: vielleicht ist genau das der Unterschied zwischen Überfülle und Sättigung Und vielleicht ist es auch der Grund, warum wir dieses Signal ernst nehmen sollten.

00:23:38: Denn unser Organismus macht uns jeden Tag etwas vor – dass wir leicht vergessen.

00:23:43: Nicht alles was möglich ist, ist auch nötig!

00:23:46: Vielleicht müssen wir nicht immer noch mehr aufnehmen.

00:23:49: Vielleicht müssen manchmal nur wieder spüren das bereits genug da ist und damit schließt sich der Kreis.

00:23:56: dieser Vollgesättigung ist nicht einfach der Moment in dem der Magen voll ist.

00:24:01: Sie ist die Fähigkeit, unseres Organismus aus vielen Signalen ein Genug entstehen zu lassen.

00:24:07: Vielleicht ist genau dieses genug keine Grenze sondern eine Form von Wahrnehmung und damit sind wir für heute schon wieder am Ende.

00:24:16: Vielen Dank erneut, dass du dir wieder Zeit genommen hast und wenn du zusätzlich Fragen-, Anregungen-, Feedback-Hinweise, Tipps oder Themenwünsche hast gern an die Mailadresse in den Shownotes.

00:24:26: Bis zur nächsten Woche!

00:24:27: Lass es dir gut gehen – bleibe wahrnehmungsfähig.

00:24:30: Diese Rene des Körpers der Podcast, der deine Sinne schärft und dich lehrt auf deinen Körper zu hören.

00:24:35: Bleib gesund, ciao.

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