Die Sirene des Körpers - Folge 93 - Temperatur

Shownotes

Warum frieren wir im Winter, warum läuft uns im Sommer der Schweiß über die Stirn – und warum kann sich dieselbe Temperatur für zwei Menschen völlig unterschiedlich anfühlen?

In dieser Folge gehen wir einem Signal nach, das uns ständig begleitet und trotzdem meist unbemerkt bleibt, Temperatur

Wir schauen unter die Haut und entdecken ein faszinierendes Regelsystem, das rund um die Uhr dafür sorgt, dass unser Körper weder auskühlt noch überhitzt. Wir erfahren, warum wir anfangen zu zittern, wenn uns kalt wird, weshalb Schweiß erst durch Verdunstung wirklich kühlt und warum wir bei Fieber frieren können, obwohl unsere Körpertemperatur bereits erhöht ist.

Doch damit nicht genug: Unsere Temperatur verändert sich sogar im Laufe des Tages. Sie steht in enger Verbindung mit unserer biologischen Uhr und unserem Schlaf. Und manchmal sendet der Körper bereits kleine Signale, lange bevor uns bewusst wird, dass etwas zu kalt oder zu warm ist.

Denn hinter einem einfachen „Mir ist kalt“ steckt ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Haut, Gehirn, Blutgefäßen, Muskeln und Stoffwechsel. Und am Ende steht eine überraschende Erkenntnis:
Dein Körper versucht nicht, immer gleich zu bleiben. Er versucht, sich immer wieder neu einzupendeln.

Transkript anzeigen

00:00:05: Einen wunderschönen Sonntagmorgen.

00:00:07: schön, dass du wieder dabei bist.

00:00:08: Die Serien des Körpers der Podcaster deine Sinne schärft und ich lehrt auf deinem Körper zu hören!

00:00:13: Heute wieder mit einem Themenwunsch.

00:00:22: In der letzten Folge haben wir uns mit einem Signal beschäftigt das wir jeden Tag erleben und trotzdem oft kaum beachten Sättigung.

00:00:30: Wir haben uns angeschaut warum satt nicht einfach bedeutet dass der Magen voll ist.

00:00:34: Magendarm, Hormone und Gehirn stehen ständig miteinander in Verbindung und verarbeiten unzählige Informationen.

00:00:39: Dabei entsteht dieses erstaunlich leise Gefühl.

00:00:42: Es reicht!

00:00:43: Wir haben aber auch gesehen, warum wir dieses Signal manchmal überhören – etwa wenn Geschmack, Gewohnheiten, Ablenkungen oder äußere Reize stärker werden?

00:00:52: Wir haben uns gefragt wie sich Sättigung eigentlich anfühlt nicht als unangenehmes Völlegefühl sondern als diesen kleinen Moment in dem der Hunger nachlässt und etwas in uns sagt ich brauche gerade nichts mehr.

00:01:10: Stell dir einen kalten Morgen vor.

00:01:12: Du wachst auf, noch bevor du richtig die Augen geöffnet hast und merkst schon es ist kalt.

00:01:17: Die Luft im Schlafzimmer fühlt sich kühl an.

00:01:20: Du ziehst die Decke noch ein bisschen höher und deine Füße suchen ganz automatisch – die warme Stelle im Bett!

00:01:26: Und dann kommt dieser Moment in dem du aufstehen musst….

00:01:30: Ein Fuß schaut unter der Decke hervor und dein Körper scheint sofort zu sagen nein noch nicht.

00:01:35: Bleib lieber hier….

00:01:37: Vielleicht kennst du dieses Gefühl, dieses kurze Zögern bevor du die Wärme verlässt.

00:01:42: Denn während du noch halb im Schlaf bist hat dein Körper längst registriert das sich etwas verändert.

00:01:49: Oder denk an einen Wintertag an dem du von draußen nach Hause kommst.

00:01:52: deine Hände sind kalt Die Finger vielleicht sogar ein bisschen steif.

00:01:55: Du hältst sie unter warmes Wasser und innerhalb weniger so Sekunden verändert sich etwas.

00:02:00: erst fühlt sich die wärme fast unangenehm an dann kommt dieses angenehme gefühl Endlich und dann gibt es natürlich auch das Gegenteil.

00:02:09: Hochsommer dreißig Grad vielleicht ein bisschen mehr, vielleicht noch hohe Luftfeuchtigkeit.

00:02:14: Dein T-Shirt klebt am Rücken deine Stirn wird feucht und du suchst automatisch den Schatten.

00:02:19: Vielleicht öffnest Du einen Fenster oder greifst nach einem kalten Getränk.

00:02:23: Auch jetzt meldet sich dein Körper nicht mit Worten aber ziemlich eindeutig zu warm.

00:02:29: Temperatur begleitet uns ständig, wenn dem Kälte war Wärme.

00:02:32: Gänsehaut kalte Füße, warme Hände schweiß auf der Haut.

00:02:36: Wir ziehen eine Jacke an, wenn es kalt ist, schieben die Decke weg und stellen uns im Winter vielleicht automatisch näher an eine Heizung.

00:02:44: Und trotzdem denken wir kaum darüber nach was eigentlich hinter diesem Gefühl steckt Denn dein Körper macht etwas Erstaunliches, er versucht ständig seine innere Temperatur in einem relativ engen Bereich zu halten.

00:02:56: Ganz egal ob draußen Winter ist oder Hochsommer – ob du schläfst, joggst still am Schreibtisch sitzt oder gerade unter einer warmen Dusche stehst!

00:03:04: Und dabei geht es nicht darum dass irgendwo in deinem Körper eine feste Zahl von exakt sieben-dreißig Grad eingestellt ist.

00:03:11: Deine Körpertemperatur verändert sich im Laufe des Tages durch Bewegung und Durchschlaf, durch Hormone, durch Krankheit, durch die Umgebung Und trotzdem bleibt sie erstaunlich stabil.

00:03:21: Aber wie weißt Dein Körper überhaupt, dass ihm kalt ist?

00:03:24: Woher weiß Er das?

00:03:25: Deine Haut gerade zu warm wird und woher weiß er das jetzt etwas passieren muss?

00:03:30: Denn Du sitzt ja nicht morgens im Bett und denkst Moment meine Körpertemperatur ist gerade etwas abgesunken.

00:03:35: Ich sollte jetzt besser die Durchbelutung meiner Haut verändern.

00:03:39: Zum Glück musst du das nicht!

00:03:40: Du frierst einfach und genau darin steckt bereits eine Menge Wissenschaft.

00:03:45: In deiner Haut sitzen winzige Temperaturfühler, sogenannte Thermorezeptoren.

00:03:50: Sie reagieren auf Veränderung der Temperatur und liefern Informationen an dein Nervensystem.

00:03:55: Wenn kalte Luft deine Haut berührt verändern sich die Signale dieser Rezeptoren.

00:03:59: wenn warmes Wasser über deinen Arm läuft reagieren sie ebenfalls.

00:04:03: diese Informationen werden über Nervenbahnen weitergeleitet und schließlich im Gehirn verarbeitet.

00:04:09: Du kannst dir das ein bisschen wie ein riesiges Sensorsystem vorstellen.

00:04:13: Nicht wie ein einzelnes Thermometer, sondern wie tausende kleine Messstellen die ständig Informationen liefern – kalt warm angenehm zu heiß.

00:04:22: und diese Informationen bleiben nicht einfach Informationen.

00:04:25: dein Körper reagiert darauf wenn es kalt wird können sich die Blutgefäße in deiner Haut vereng.

00:04:31: dadurch gelangt weniger warmes blut an die Körperoberfläche und dein Körper gibt weniger Wärme an die Umgebung ab.

00:04:38: Wenn die Kälte stärker wird, könnt deine Muskeln anfangen zu zittern.

00:04:41: Nicht weil dein Körper plötzlich nervös geworden ist sondern weil diese schnellen Muskelbewegungen Wärme erzeugen können.

00:04:49: Du stehst beispielsweise im Winter an einer Bushaltestelle erst steckst du die Hände in die Taschen dann siehst du vielleicht die Schultern hoch, du bemerkst dass deine Finger immer kälter werden und irgendwann beginnt dein Körper leicht zu zittern.

00:05:02: Du hast nicht beschlossen zu zittern.

00:05:03: Dein Körper hat beschlossen, Wärme zu produzieren und wenn es zu warm wird läuft das System in die andere Richtung.

00:05:09: Die Blutgefäße in der Haut können sich erweitern mehr Blut gelangt an die Oberfläche und dein Körper kann Wärmen besser abgeben.

00:05:17: Und dann kommt der Schweiß.

00:05:19: Vielleicht läuft ja ein kleiner Tropfen über die Schläfe vielleicht fühlt sich deinen Rücken plötzlich feuchtern?

00:05:26: Und auch dieser Schweiß ist nicht einfach nur ein Zeichen dafür dass dir warm ist.

00:05:29: Wenn Schweiß auf deine Haut verdunstet, wird dabei Wärme abgeführt.

00:05:33: Dein Körper nutzt also Wasser um sich zu kühlen – ein ziemlich elegantes Kühlsystem ganz ohne Ventilator und ganz ohne Klimaanlage!

00:05:43: Und jetzt wird es noch interessanter.

00:05:45: Die entscheidende Schaltzentrale sitzt nicht in Deiner Hand und auch nicht irgendwo auf Deiner Haut, selektiv im Gehirn, im Hypothalamus.

00:05:53: Dort laufen viele Informationen zusammen.

00:05:55: Der Hypothalamus spielt eine zentrale Rolle bei der Regulation deiner Körpertemperatur.

00:06:00: Er verarbeitet unter anderem Information über die Temperatur des Körpers und hilft dabei passende Reaktionen einzuleiten.

00:06:06: Man könnte sagen, dein Körper hat eine eigene Temperaturzentrale.

00:06:11: Aber bitte stelle dir jetzt keine kleinen Mitarbeiter mit Klemmbrett im Kopf vor, der ständig auf ein Thermometer schaut und ruft, dass alles unter Kontrolle so funktioniert.

00:06:21: Das ist natürlich nicht.

00:06:22: Es ist viel komplexer und gleichzeitig erstaunlich.

00:06:25: automatisch!

00:06:26: Während du diesen Satz hörst, produziert dein Körper Wärme.

00:06:29: Gleichzeitig gibst du Wärmer an die Umgebung ab.

00:06:32: Deine Haut verändert ihre Durchblutung Stoffwechselprozesse erzeugen Energie und Wärmen.

00:06:37: Dein Nervensystem verarbeitet Temperaturinformation Und dein Gehirn hilft dabei all diese Informationen miteinander abzugleichen.

00:06:45: Zu kalt?

00:06:46: Dann kann dein Körperwärme sparen oder produzieren.

00:06:48: zu warm dann versucht der Wärm abzugeben.

00:06:51: Das alles geschieht ohne dass Du bewusst darüber nachdenken musst.

00:06:53: Vielleicht ist genau das der faszinierende Punkt.

00:06:55: Wir nehmen Temperatur nicht nur wahr, unser Körper arbeitet permanent daran mit ihr zurecht zu kommen.

00:07:01: und dabei gibt es noch einen wichtigen Unterschied zwischen dem was dein Körper tatsächlich tut und dem was du subjektiv empfindest.

00:07:08: Du kannst bei zwanzig Grad frieren und jemand neben dir sitzt im gleichen Raum und sagt was?

00:07:12: Ich finde es total angenehm.

00:07:13: Gleiche Raumtemperatur, zwei völlig unterschiedliche Empfindungen.

00:07:17: Einer sitzt mit dicker Jacke da der andere im T-Shirt und plötzlich wird deutlich Temperatur ist nicht nur eine Zahl, Temperatur auch Wahrnehmung.

00:07:24: Sie ist Erfahrung sie ist Reaktion sie ist Regulation Und dein Körper fragt nicht einfach nur, wie viel Grad sind es draußen?

00:07:31: Er verarbeitet für mir die Frage was bedeutet diese Temperatur gerade für mich.

00:07:35: Deshalb kann ein kalter Wind viel unangenehmer wirken als dieselbe Luft wenn du geschützt in der Sonne sitzt.

00:07:42: Deshalb fühlt sich ein kalster Metallgriff im Winter anders an als ein Stück Holz.

00:07:46: Deshalb können nasse Hände schneller Unangenehmkeit werden und deshalb kann sich eine warme Dusche an einem kalten Morgen fast wie eine kleine Rettung anfühlen.

00:07:55: Temperatur ist also keine abstrakte Zahl, die irgendwo auf einem Temmometer steht.

00:07:59: Sie kommt direkt bei dir an – auf deine Haut in deinem Nervensystem und schließlich in dein Verhalten!

00:08:05: Du ziehst eine Jacke an, du suchst Schatten, du stellst dich in die Sonne, du erhältst deine Hände an die Heizung… Du ziehst die Decke höher.

00:08:12: Vielleicht hast du bisher gedacht mir es kalt?

00:08:14: Aber eigentlich passiert viel mehr.

00:08:16: Dein Körper hat etwas wahrgenommen.

00:08:18: Er hat diese Information verarbeitet und begonnen zu reagieren noch bevor du bewusst darüber nachdenkst.

00:08:23: Genau dieser Prozess ist faszinierend, denn dein Körper muss jeden Moment eine ziemlich schwierige Aufgabe lösen.

00:08:29: Wie viel Wärme brauche ich gerade und wieviel muss sich abgeben?

00:08:34: Nicht zu kalt nicht zu heiß!

00:08:35: Und vor allem nicht stark sondern ständig angepasst.

00:08:39: Während du schläft, verändert sich deine Temperatur.

00:08:42: Wenn du dich bewegst entsteht zusätzlich Wärme.

00:08:44: Wenn Du frierst versucht dein Körper sie zu bewahren oder neu zu erzeugen.

00:08:48: Wenn dir heiß wird beginnt er wärmer abzugeben.

00:08:51: Das bedeutet eine Körpertemperatur ist kein fester Zustand.

00:08:54: Sie ist ein ständiges Einpendeln und vielleicht lohnt es sich deshalb heute einmal nicht nur auf die Temperatur zu schauen Die einen Thermometer anzeigt sondern auch das was dein körper daraus macht Wenn du morgens die Decke nicht verlassen möchtest, wenn deine Hände im Winter kalt werden.

00:09:13: Und vielleicht ist genau das die erste wichtige Erkenntnis dieser Folge.

00:09:21: Du frierst nicht einfach, dein Körper versucht gerade dich warm zu halten.

00:09:24: Du schwitzt nicht einfach.

00:09:26: dann Körper versucht grade Wärme loszuwerden und jedes Mal wenn du diese Signale spürst bekommst du einen kleinen Einblick in ein System dass die ganze Zeit für dich arbeitet.

00:09:36: Vielleicht ist Temperatur deshalb eines der unmittelbarsten Signale überhaupt?

00:09:40: Du musst dir nichts verstehen um sie zu spüren.

00:09:42: Aber wenn du einmal genauer hinschaust, merkst Du hinter diesem einfachen Gefühl von Kalt oder Warm steckt ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Haut.

00:09:49: Nerven, Gehirn, Blutgefäßen, Muskeln und Stoffwechsel.

00:09:53: Und vielleicht beginnt genau hier unsere Reise durch die Temperatur nicht bei der Zahl auf dem Thermometer sondern bei diesem Moment in dem dein Körper dir sagt Hier wird es gerade zu kalt Oder hier wird es grade zu warm und du spürst das noch bevor du weißt warum.

00:10:16: Wenn wir über Körpertemperatur sprechen, fällt automatisch eine Zahl.

00:10:22: Diese Zahl kennen wir alle.

00:10:23: Sie steht irgendwo in unserem inneren Bild von Gesundheit.

00:10:27: Das klingt nach normal Zustand und der Temperatur, die ein gesunder Mensch eben hat.

00:10:32: Aber wenn dein Körper tatsächlich den ganzen Tag versuchen würde, exakt bei sieben Grad zu bleiben, wäre er damit ziemlich beschäftigt.

00:10:39: Denn die Wahrheit ist, deine Körpertemperatur ist nicht konstant.

00:10:42: Sie verändert sich und das sogar ganz bewusst!

00:10:45: Stell dir vor, du misst deine Temperatur morgens direkt nach dem Aufwachen.

00:10:48: Dann misst du sie noch einmal am Nachmittag, nachdem du unterwegs warst, gegessen hast und vielleicht ein bisschen körperlich aktiv warst und am Abend machst du noch eine Messung.

00:10:56: Die Werte können unterschiedlich sein – nicht unbedingt weil mit deinem Körper etwas nicht stimmt sondern weil dein Körper lebt.

00:11:02: Deine Temperatur folgt unter anderem einem Tagesrhythmus.

00:11:06: Sie ist typischerweise während der frühen Morgenstunden niedriger und steigt im Laufe des Tages wieder an.

00:11:11: Das bedeutet, dein Körper hat nicht einfach eine Temperatur.

00:11:14: Er hat eine Temperatur Kurve und diese Kurve läuft jeden Tag ein Stück anders.

00:11:20: Wenn du morgens noch verschlafen im Bett liegst, arbeitet dein Stoffwechsel anders als nach einer Stunde Bewegung.

00:11:24: wenn du joggst produzieren deine Muskeln zusätzlich Wärme.

00:11:27: Wenn Du dich danach unter eine warme Dusche stellst kommt von außen nochmal Wärmen dazu und dein Körper muss ständig darauf reagieren.

00:11:35: Du bist also kein statischer Thermostat, der auf sieben dreizig Grad eingestellt wurde.

00:11:39: Du bist hier ein System das permanent nachreguliert.

00:11:42: Vielleicht kann man sich das wie einen Raum vorstellen, indem ständig Menschen die Tür öffnen und schließen.

00:11:47: Mal kommt kalte Luft rein, mal warme, mal stehen plötzlich zehn Menschen drin, die Wärme abgeben – und trotzdem versucht jemand im Hintergrund ständig dafür zu sorgen dass es nicht aus dem Ruder läuft.

00:11:57: Nur dass dieser Jemand in deinem Fall nicht auf einem Thermostat sitzt, er sitzt in deinim Nervensystem!

00:12:03: Und genau deshalb ist die Zahl sieben dreizig auch keine magische Grenze.

00:12:06: Sie ist vielmehr ein ungefährer Richtwert für die Körpertemperatur, wie sie bei vielen Menschen unter bestimmten Bedingungen gemessen werden kann.

00:12:13: Und auch bei allen und derselben Personen verändert sich die Temperaturen je nachdem wann du misst wo du misste was du gerade gemacht hast das wieder in Körper gearbeitet hat und in welcher Umgebung du dich befindest.

00:12:24: Das ist auch der Grund warum zwei Menschen nicht zwangsläufig dieselbe Temperatur haben müssen um beide völlig gesund zu sein.

00:12:30: Der eine liegt vielleicht bei einer Messung etwas niedriger, der andere etwas höher.

00:12:35: Und trotzdem kann man beiden alles völlig normal funktionieren Denn dein Körper interessiert sich nicht für eine einzelne Zahl.

00:12:41: Er interessiert dich dafür ob seine inneren Bedingungen noch in einem Bereich liegen indem die wichtigen Prozesse zuverlässig funktionieren.

00:12:48: Und das ist ein entscheidender Unterschied, denn in deinem Körper laufen unzählige chemische Reaktionen gleichzeitig ab.

00:12:54: Enzyme arbeiten, Zellen verbrauchen, Energiemuskeln bewegen sich, Organe arbeiten – dein Gehirn verarbeitet Informationen!

00:13:01: All diese Prozesse sind Temperatur abhängig.

00:13:04: Zu starke Abweichung nach unten oder oben können deshalb problematisch werden, der Körper versucht also nicht eine hübsche Zahl auf einem Thermometer zu produzieren.

00:13:12: er versucht die Bedingungen für das Leben stabil zu halten und dafür verändert er ständig seine Wärmeproduktion und Wärmabgabe.

00:13:27: Wenn du frierst kann dein Körper die Wärmerabgaber reduzieren.

00:13:30: wenn du dich bewegst entsteht mehr Wärmel.

00:13:32: Wenn dir heiß wird, wird Wärme stärker nach außen abgegeben.

00:13:35: wenn du schwitzt.

00:13:36: Nutzt dein Körper Verdunstung um Wärmelos zu werden.

00:13:39: Die Temperatur selbst ist also nur das Ergebnis eines viel größeren Prozesses.

00:13:44: Vielleicht kennst Du das von einem langen Spaziergang im Winter.

00:13:46: Am Anfang ist Dir kalt Deine Hände fühlen sich kühl an.

00:13:49: Vielleicht ziehst Du die Schultern hoch Dann gehst Du schneller.

00:13:52: Nach zehn Minuten merkst Du plötzlich Mir wird warm.

00:13:55: Du hast die Außentemperatur nicht verändert Aber Du hast deinen Körper verändert, deine Muskeln arbeiten mehr.

00:14:02: Dein Stoffwechsel läuft stärker es entsteht mehr Wärme.

00:14:06: oder Denk an einen Sommerabend.

00:14:08: Du sitzt völlig ruhig auf einer Bank.

00:14:10: du fühlst dich angenehm war.

00:14:12: Dann stehst du auf und gehst zügig nach Hause.

00:14:15: Nach einiger Zeit wird dein Rücken warm vielleicht beginnt deiner Haut zu schwitzen.

00:14:18: wieder hat sich nicht unbedingt die Außentemperatur verändert.

00:14:22: Du hast dich verändert, dein Körper produziert mehr Währme muss darauf reagieren und genau darin steckt die eigentliche Leistung deiner Temperaturregulation.

00:14:30: Sie reagiert nicht nur auf die Welt außerhalb von dir, sie reagiert auch auf das was in dir passiert.

00:14:37: Deshalb wird körperliche Aktivität deine Temperatur erhöhen.

00:14:40: deshalb verändert sich die Temperatur im Laufe des Tages.

00:14:42: Deshalb kann die Temperature während des Schlafs anders sein als am Nachmittag und deshalb ist es auch so spannend wenn wir krank werden denn dann kann sich die temperaturergulation selbst verändern.

00:14:53: bei Fieber beispielsweise mehr Wärme produziert, weil der Körper plötzlich überhitzt.

00:14:58: Das Gehirn verändert gewissermaßen den angestrebten Temperaturbereich und plötzlich kann sich eine Temperatur die objektiv erhöht ist für dich zunächst sogar kalt anfühlen.

00:15:08: Du liegst unter einer Decke und frierst.

00:15:10: vielleicht zittern deine Muskeln.

00:15:11: du denkst wie kann mir so kalt sein?

00:15:13: ich habe doch Fieber.

00:15:15: Genau das macht später noch einen wichtigen Unterschied zwischen Fieber und einer tatsächlichen Überhitzung aus.

00:15:20: Aber schon hier zeigt sich.

00:15:21: Temperatur ist nicht einfach das was das Thermometer anzeigt, dass es klar Temperatur is das Ergebnis einer Regulation und dein Empfinden ist nochmal eine eigene Information.

00:15:31: Vielleicht ist das der Grund warum wir manchmal sagen mir ist kalt obwohl die Raumtemperatur für jemand anderen völlig angenehm ist oder mir ist unglaublich heiß obwohl das Thermometer eigentlich gar keine außergewöhnlichen Werte anzeigt.

00:15:43: Unser Temperaturempfinden entsteht nicht allein aus einer Zahl.

00:15:47: Dein Nervensystem verarbeitet die Temperatur deiner Haut, Informationen aus dem Körper inneren und die Bedingungen deiner Umgebung und daraus entsteht deine Wahrnehmung.

00:15:56: Und genau deshalb können wir uns bei derselben Raumtemperatur völlig unterschiedlich fühlen.

00:16:02: Aber zurück zu den siebendreißig Grad.

00:16:03: vielleicht ist es beruhigend diese Zahl einmal von ihrem Sockel herunterzuholen.

00:16:08: Sieben-dreißig Grad sind kein heiliger Wert.

00:16:12: Dein Körper muss nicht ständig exakt dort stehen, er darf sich bewegen und schwanken.

00:16:16: Er darf sich anpassen.

00:16:17: Was zählt ist die Fähigkeit innerhalb eines geeigneten Bereichs zu regulieren Und vielleicht ist das sogar ein schöneres Bild für Gesundheit als die Vorstellung von einem perfekten unveränderlichen Zustand.

00:16:28: Gesundheit bedeutet nicht unbedingt alles bleibt gleich, im Gegenteil – ein lebendiger Körper verändert sich ständig.

00:16:33: Er reagiert auf Bewegung und Schlaf, auf Nahrung, auf Umgebungen, auf Stress, auf Krankheit.

00:16:38: Trotzdem versucht er immer wieder einen Gleichgewicht herzustellen!

00:16:42: Vielleicht kannst du das beim nächsten Mal sogar selbst beobachten, wenn du morgens aufwachst bevor du unter die Dusche gehst.

00:16:47: Wenn du nach einem Spazier in Hause kommst, wenn Du Sport gemacht hast oder abends müde wirst.

00:16:52: Achte einmal darauf wie sich Wärme in deinem Körper verändert.

00:16:55: nicht nur wie viel Grad habe ich sondern wie fühlt sich mein Körper gerade an?

00:16:59: Wo ist Wärm, wo ist Kälte?

00:17:01: Sind deine Hände warm aber deine Füße kalt?

00:17:03: Fühlst du dich insgesamt warm obwohl die Haut kühl ist?

00:17:06: Oder bist du nach Bewegung plötzlich von innen heraus aufgeheizt?

00:17:10: Du wirst merken, Temperatur ist kein statischer Zustand.

00:17:13: Das ist klar!

00:17:14: Sie bewegt sich, sie verändert sich und reagiert.

00:17:16: Und genau das ist kein Fehler – es ist ein Zeichen dafür dass dein Körper lebt.

00:17:20: Vielleicht sollten wir deshalb die thirty-seven Grad nicht als Ziel betrachten, dass dein Körper jeden Moment erreichen muss sondern eher als einen groben Orientierungspunkt in einem viel größeren beweglichen System.

00:17:30: Denn dein Körper arbeitet nicht daran immer gleich zu sein.

00:17:32: er arbeitet daran sich immer wieder passend einzustellen und genau dieses Einpendeln ist das eigentliche Wunder hinter deiner Körpertemperatur.

00:17:49: Wenn du deine Hand im Winter aus der Jackentasche nimmst, merkst du sofort was passiert.

00:17:53: Ein kalter Luftzug streicht über deine Finger und innerhalb von Sekunden fühlt sich die Haut anders an.

00:17:58: Vielleicht ziehst Du die Hand automatisch wieder zurück.

00:18:00: Deine Haut ist dabei nicht einfach nur eine Höhle Die deinen Körper nach außen abschließt.

00:18:04: Sie ist auch ein riesiges Sensorsystem.

00:18:07: In ihr sitzen Temperaturrezeptoren die Veränderungen von Wärme und Kälte registrieren.

00:18:12: Es reagieren darauf wenn kalte Luft, deine Wangen berührt.

00:18:15: Wenn warmes Wasser über deinen Arm läuft oder wenn du im Sommer plötzlich aus dem Schatten in die Sonne trittst.

00:18:21: Diese Informationen werden über Nervenbahnen an dein Gehirn weitergeleitet und dort entsteht schließlich das was Du als Temperatur empfindest.

00:18:30: Aber interessant ist, Du spürst nicht einfach die Temperature eines Raumes.

00:18:34: Du spüre wie Dein Körper diese Temperatur gerade erlebt.

00:18:37: Deine Haut liefert deinem Gehirn also ständig Informationen darüber, was gerade an der Oberfläche deines Körpers passiert.

00:18:44: Und genau dort beginnt bereits die nächste Frage – Was macht dein Gehirne eigentlich mit all diesen Informationen?

00:18:51: Die Informationen aus deiner Haut müssen irgendwo zusammenlaufen!

00:18:54: Eine wichtige Schaltzentrale dafür sitzt tief im Gehirn der Hypothalamus.

00:18:58: Er hilft dabei, die Temperatur deines Körpers zu überwachen und passende Reaktionen einzuleiten.

00:19:03: Dabei werden Informationen über den aktuellen Zustand des Körpers mit einem angestrebten Temperaturbereich verglichen.

00:19:10: Vereinfacht gesagt wie warm sind wir gerade?

00:19:12: Und müssen wir etwas verändern!

00:19:14: Wenn dein Körper Wärme verliert, kann das System gegensteuern.

00:19:17: Die Blutgefäße deiner Haut können sich verengen du kannst anfangen zu zittern und ein Stoffwechsel kann mehr Wärmen erzeugen.

00:19:24: Wenn es dagegen zu warm wird läuft die Regulation in die andere Richtung.

00:19:28: Die Haut wird stärker durchblutet und dein Körper kann über Schweißwärme abgeben.

00:19:33: Das Faszinierende daran ist dass du diese Entscheidung nicht bewusst triffst.

00:19:37: Der Hypothalamus ist dabei nicht einfach ein Thermostat, das eine einzige Zahl verteidigt.

00:19:42: er koordiniert einen komplexes System aus Nervenblutgefäßen, Moskeln und Stoffwechsel.

00:19:47: Die Entscheidung fällt im Hintergrund.

00:19:49: Du spürst nur das Ergebnis Wenn dein Körper merkt, dass es kälter wird beginnt er nicht einfach nur dir das unangenehme Gefühl von Kälte zu melden.

00:20:04: Er versucht aktiv Wärme zu bewahren und neue Wärmen zu erzeugen.

00:20:09: Eine der ersten Reaktionen betrifft deine Blutgefäße.

00:20:12: Sie können sich verengen, besonders in der Haut.

00:20:14: dadurch fließt weniger warmes Blut bis an die Oberfläche und dein Körper gibt weniger Wärme an die Umgebung ab.

00:20:20: Deine Hände und Füße können sich deshalb ziemlich schnell kalt anfühlen.

00:20:23: Wenn das nicht ausreicht kommt ein Mechanismus hinzu den du sofort bemerkst Du beginnst zu zittern.

00:20:29: Dabei ziehen sich deine Muskeln sehr schnell und unwillkürlich zusammen.

00:20:33: Diese Muskelarbeit verbraucht Energie und erzeugt dabei Wärme.

00:20:36: Dein Körper macht also aus Bewegung Wärmen, auch wenn du gar nicht vor hast dich zu bewegen!

00:20:41: Und auch dein Stoffwechsel kann zur Wärmeproduktion beitragen – in bestimmten Geweben wird mehr Energie umgesetzt wobei Wärmer entsteht.

00:20:48: Besonders wichtig ist dabei braunes Fettgewebe das Wärmel erzeugen kann ohne dass dafür sichtbares Muskelzitter notwendig ist.

00:20:55: Stell dir vor du stehst im Winter draußen und merkst wie die Kälte langsam durch deine Kleidung kommt.

00:20:59: Erst werden die Finger kalt dann ziehst Du die Schultern hoch irgendwann fängst du an zu zittern.

00:21:03: Du hast nicht beschlossen, jetzt deine Körper eigene Heizung einzuschalten – sie läuft einfach an!

00:21:08: Bei Hitze steht dein Körper vor der umgekehrten Aufgabe.

00:21:10: Jetzt muss er nicht Wärme erzeugen sondern möglichst viel davon los werden.

00:21:13: Dafür können sich die Blutgefäße in deiner Haut erweitern.

00:21:16: Mehr Blut gelangt an die Körperoberfläche und kann dort Wärmer an die Umgebung abgeben.

00:21:21: Deshalb kann deine Haut bei Hitze deutlich wärmer oder geröteter wirken….

00:21:25: Und dann beginnt der Körper zu schwitzen.

00:21:27: Aber der Schweiß selbst ist nicht das Entscheidende.

00:21:29: Er kühlt dich vor allem dann wenn er verdunstet.

00:21:33: Wenn Wasser von deiner Haut in die Luft übergeht, wird dafür Energie benötigt.

00:21:37: Diese Energie wird der Haut und damit deinem Körper als Wärme entzogen.

00:21:42: Deshalb funktioniert Schwitzen besonders gut, wenn der Schweiß tatsächlich verdunsten kann.

00:21:47: Bei trockener Luft kann das leichter passieren.

00:21:49: bei hoher Luftfeuchtigkeit dagegen ist die luft bereits voller Wasserdampf.

00:21:53: Der Schweiß verdunsteht schlechter Und obwohl du immer feuchter wirst, kann die Kühlung weniger effektiv sein.

00:21:59: Du schwitzt dann vielleicht immer stärker und fragst dich Warum kühlt mich das eigentlich nicht richtig?

00:22:03: Weil dein Körper zwar Wasser auf die Haut bringt, aber die entscheidende Kühlung erst mit der Verdunstung entsteht.

00:22:09: Und genau deshalb kann sich dieselbe Hitze völlig unterschiedlich anfühlen je nachdem wie trocken oder feucht die Luft ist.

00:22:16: Das kennen wir alle aus Vietnam oder aus Thailand.

00:22:20: Fieber ist ein faszinierendes Beispiel dafür dass Körpertemperatur nicht einfach bedeutet wie warm oder kalter ein Körper gerade ist.

00:22:28: Stell dir vor, dein Körper bekämpft eine Infektion.

00:22:30: Dein Immunsystem wird aktiv und setzt dabei Botenstoffe frei.

00:22:34: Diese Signale erreichen unter anderem das Gehirn und können dazu führen dass der Hypertalamus die interne Temperaturvorgabe nach oben verändert.

00:22:43: Und plötzlich passiert etwas merkwürdiges... Deine tatsächliche Körpertemperatur kann noch gar nicht besonders hoch sein und trotzdem fühlst du dich kalt.

00:22:52: Du bekommst eine Gänsehaut, du ziehst die Decke über dich.

00:22:55: vielleicht beginnst zu zittern.

00:22:57: Warum?

00:22:57: Weil dein Körper jetzt versucht die neue höhere Temperatur zu erreichen.

00:23:01: Die Blutgefäße in deiner Haut können sich verengen.

00:23:04: Du produzierst zusätzlich Wärme und beginnzt möglicherweise zu zittern.

00:23:08: Wenn die Temperatur schließlich gestiegen ist verschwindet, das frieren häufig wieder.

00:23:12: Das ist etwas völlig anderes als eine Überhitzung.

00:23:15: Bei einer Überhitzung steigt die Körpertemperatur weil mehr Wärme entsteht oder aufgenommen wird, als der Körper abgeben kann.

00:23:21: Bei Fieber wurde dagegen die interne Temperaturegulation selbst verändert.

00:23:26: Das erklärt auch den typischen Wechsel bei einem Infekt.

00:23:29: Erst frierst du und zitterst später fühlst du dich heiß.

00:23:33: Dein Körper versucht zunächst einen neuen Temperaturbereich zu erreichen Und jetzt wird es noch persönlicher.

00:23:47: Denn die Temperatur, die einen Thermometer anzeigt und die Temperaturen, die du empfindest sind nicht dieselbe.

00:23:52: Nehmen wir zwanzig Grad.

00:23:53: Du sitzt im Sommer draußen in der Sonne und findest zwanziggrad angenehm warm.

00:23:56: Am nächsten Tag ist wieder zwanzIG Grad aber ein kräftiger Windwet.

00:23:59: Plötzlich ziehst du die Jacke enger um dich.

00:24:02: Die Zahl ist dieselbe.

00:24:03: das Gefühl ist völlig anders.

00:24:05: kann die Wärmeabgabe von deiner Haut verändern.

00:24:08: Feuchtigkeit beeinflusst wie gut, Schweiß verdunstet.

00:24:11: Kleidung bildet eine isolierende Schicht zwischen dir und der Umgebung Und Bewegungen verändert deine eigene Wärmeproduktion.

00:24:19: Wenn du schnell durch den Winter gehst können sich zehn Grad ganz anders anfühlen als wenn du bei Den selben zehn Grad zwanzig Minuten still auf einen Bus wartest.

00:24:27: logisch.

00:24:28: Auch deine Durchblutung spielt eine Rolle, sind deine Hände gerade stärker durchblutet können sie sich warm anfühlen.

00:24:33: bei Kälte wird die Haut durch Blutung reduziert und deine Finger können sich unangenehm kalt anführen.

00:24:40: deshalb können zwei Menschen im selben Raum sitzen und trotzdem etwas völlig unterschiedliches empfinden.

00:24:46: Normalerweise ist dein Körper erstaunlich gut darin seine Temperatur auszugleichen, aber auch dieses System hat Grenzen.

00:24:52: Wenn du längere Zeit stärkere Kälte ausgesetzt bist kann dein Körper zunächst gegensteuern die Blutgefäße verengsicht und zittern deinen Körperversuch zusätzlich Wärme zu erzeugen.

00:25:02: Doch irgendwann reicht das nicht mehr.

00:25:03: Bei einer starken Unterkühlung sinkt die Körpertemperatur weiter, die körperlichen Reaktionen können schwächer werden und wichtige Regulationsmechanismen schließlich versagen.

00:25:12: Das gleiche gilt für extreme Hitze – zunächst versucht ein Körper Wärme über die Haut und vor allem über die Verdunstung von Schweiß abzugeben.

00:25:19: Doch wenn mehr Wärmen aufgenommen oder produziert wird als abgegeben werden kann, steigt die Kölpertemparatur weiter an!

00:25:26: Besonders problematisch wird es bei großer Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit, starker körperlicher Belastung oder Flüssigkeitsverlust.

00:25:34: Dann kann aus einem einfachen Temperaturproblem eine ernsthafte Belastungen für den gesamten Organismus werden.

00:25:40: Denn viele lebenswichtige Prozesse funktionieren nur innerhalb bestimmter Temperaturbereiche zuverlässig.

00:25:46: und genau deshalb ist Temperatur nicht nur eine Frage des Wohlbefindens – sie kann darüber entscheiden wie gut ein Körper überhaupt noch arbeiten kann!

00:26:01: Und trotzdem verändert sich deine Körpertemperatur auch dann, wenn überhaupt keine extreme Situation vorliegt.

00:26:07: Ganz normal jeden Tag.

00:26:08: Der ist bestimmt aufgefallen, dass ich dein Körper morgens anders anfühlt als abends.

00:26:12: Morgens bist du vielleicht noch etwas kühl, deine Hände fühlen sich kalt an und du brauchst ein paar Minuten bis du richtig in Gang kommst.

00:26:18: Später am Tag fühlst du dich wärmer beweglicher und wacher – das ist kein Zufall!

00:26:22: Deine Körpertemperatur folgt einem Tagesrhythmus.

00:26:24: Sie ist nicht während der gesamten vierundzwanzig Stunden gleich, das hatte ich erwähnt.

00:26:28: Typischerweise ist sie in den frühen Morgenstunden niedriger und steigt im Laufe des Tages wieder an.

00:26:33: Dabei arbeitet die Temperaturegulation eng mit deiner biologischen Uhr zusammen.

00:26:38: Und genau hier wird es interessant Denn Temperatur- und Schlaf beeinflussen sich gegenseitig.

00:26:43: Wenn dein Körper sich auf die Nacht vorbereitet, verändert sich auch seine Wärmeabgabe.

00:26:47: Die Haut kann stärker durchblutet werden und mehr Wärmer an die Umgebung abgeben.

00:26:51: Dadurch sinkt die Körpertemperatur im Verlauf des Abends und während der Nacht.

00:26:55: Vielleicht kennst du diesen Moment?

00:26:56: Du wirst müde.

00:26:57: Deine Hände oder Füße fühlen sich plötzlich warm an.

00:27:00: Du legst dich ins Bett und merkst dass dein Körper langsam zur Ruhe kommt.

00:27:03: Das ist ein Teil einer größeren Veränderungen.

00:27:06: Dein Körper stellt sich auf Schlaf ein Und am Morgen beginnt die Gegenbewegung.

00:27:10: Die Temperatur steigt wieder an, Stoffwechsel und Aktivität nehmen zu.

00:27:14: Dein Organismus bewegt sich langsam zurück in Richtung Wachzustand.

00:27:19: Deine Temperatur ist also nicht nur davon abhängig was draußen passiert.

00:27:22: sie verändert sich auch nach einem inneren Zeitplan.

00:27:26: Dieser Zeitplan reagiert auf Licht, Schlaf, Aktivitäten und andere Signale aus deinem Alltag.

00:27:33: Deshalb kann beispielsweise spätes intensives Training dazu führen, dass deine Körpertemperatur länger erhöht bleibt und deshalb empfinden viele Menschen ein eher kühles Schlafzimmer als angenehmer zum schlafen als einen überheizten Raum.

00:27:47: Dein Körper schaltet nachts also nicht einfach alles ab – er stellt sich um auch!

00:27:52: Temperaturmäßig.

00:27:53: Und genau diese Veränderung nehmen wir meistens erst wahr, wenn sie bereits deutlich geworden ist.

00:27:57: Wir merken dass es kalt ist und ziehen dann eine Jacke an.

00:28:00: Wir sind schon völlig überhitzt und suchen dann Schatten.

00:28:03: Wir sitzen lang in einem zu warmen Raum und öffnen erst das Fenster, wenn die Konzentration längst nachgelassen hat.

00:28:10: Dabei beginnt die Veränderungen oft viel früher nicht mit einem großen Signal sondern mit kleinen.

00:28:15: Deine Hände werden kälter Du ziehst unbewusst die Schultern hoch, deine Haut fühlt sich wärmer an.

00:28:20: Du wirst unruhiger, deine Kleidung beginnt dich zu stören oder du merkst plötzlich dass du dich nicht mehr richtig konzentrieren kannst.

00:28:26: Das sind keine spektakulären Warnsignale aber sie können dir zeigen das ich dein Körper Zustand bereits verändert und deshalb lohnt sich eine andere Frage als nur ist mir kalt oder warm?

00:28:37: sondern was verändert sich gerade?

00:28:39: Denn unser Körper kündigt Veränderungen nicht immer mit einem eindeutigen Signal an.

00:28:43: manchmal es ist nur ein kleines Unwohlsein Ein leichte Unruhe, ein Bedürfnis das Fenster zu öffnen.

00:28:49: Den Wunsch die Jacke auszuziehen oder das Gefühl dass du dich gerade einfach nicht mehr richtig wohl fühlst.

00:28:56: Wenn du solche Veränderungen früh bemerkst musst du nicht erst warten bis daraus ein deutliches Problem wird.

00:29:01: vielleicht reicht es das Fenste zu öffen eine Schicht Kleidung auszu ziehen, eine Jacke anzuziehen in den Schatten zu gehen oder kurz aufzustehen und dich zu bewegen.

00:29:09: Das klingt banal.

00:29:10: Aber zwischen alles ist in Ordnung und das ist jetzt unangenehm liegt ein großer Bereich!

00:29:15: Und genau dort findet ein großer Teil unserer Wahrnehmung statt, die Frage ist nur nehmen wir ihn überhaupt noch wahr?

00:29:29: Wenn wir über Temperatur sprechen suchen wir schnell nach einem Ideal – Die perfekte Raumtemperatur, die perfekste Körpertemperatur.

00:29:35: nicht zu kalt, nicht so warm.

00:29:36: am besten genau richtig.

00:29:37: aber vielleicht funktioniert ein lebendiger Körper überhaupt nicht nach diesem Prinzip Denn dein Körper bleibt nicht ständig gleich.

00:29:44: Er verändert sich im Lauf des Tages, er reagiert auf Bewegung, Schlaf und Umgebung.

00:29:47: Er passt sich an!

00:29:49: Nicht einmal dein persönliches richtig bleibt immer gleich.

00:29:53: Was ich morgens kalt anfühlt kann sich am Nachmittag angenehm anfühlen was beim Einschlafen wohltut.

00:29:58: warm ist kann mitten in der Nacht plötzlich zu viel sein.

00:30:09: Der Körper braucht also nicht die eine richtige Temperatur, er braucht die Fähigkeit sich zu verändern.

00:30:15: Und vielleicht ist genau das ein schönes Bild für unseren gesamten Organismus.

00:30:19: Gesundheit bedeutet nicht dass alles für immer stabil bleibt.

00:30:22: Stabilität entsteht oft gerade dadurch dass etwas sich verändern darf Einatmen und ausatmen Anspannung und Entspannungen Wachsein und Schlaf Wärme aufnehmen und Wärm abgeben.

00:30:35: immer wieder bewegt sich etwas zwischen zwei Zuständen und dazwischen entsteht Gleichgewicht.

00:30:39: Nicht perfekt, nicht starr sondern lebendig.

00:30:43: Vielleicht kannst du deshalb beim nächsten mal wenn der kalte oder warm ist für einen Moment innehalten?

00:30:47: Nicht nur auf das Thermometer schauen sondern auf dich!

00:30:50: Was verändert sich gerade, was braucht dein Körper?

00:30:53: Musst du etwas verändern oder reicht es ihm ein wenig Raum zu geben.

00:30:57: Denn dein Körper wartet nicht darauf dass du ihn perfekt verstehst, erreguliert bereits Tag für Tag Stunde für Stunde während du schläfst, während du arbeitest, während Du dich bewegst, Während du gar nicht darüber nachdenkst.

00:31:10: Und vielleicht liegt genau darin der große Gedanke dieser Folge Leben bedeutet Nicht immer im perfekten Zustand zu bleiben.

00:31:16: Leben bedeutet sich immer wieder neu einzupendeln und dein Körper macht genau das die ganze Zeit.

00:31:24: Ich hätte dieses Thema eigentlich wahrscheinlich gar nicht selbst aufgemacht, vielen Dank für den Themenwunsch!

00:31:29: Und damit sind wir vor heute schon wieder am Ende.

00:31:31: Vielen Dank dass du dir heute wieder Zeit genommen hast.

00:31:34: bei Fragen Anregungen Feedback Hinweisen Tipps oder Themenwünsche gern an die Mail Adresse.

00:31:41: Bis zur nächsten Woche, lass es dir gut gehen und bleibe wahrnehmungsfähig.

00:31:44: Diese Rehne des Körpers, der Podcast, der deine Sinne schärft und dich lehrt auf deinen Körper zu hören.

00:31:49: Bleib gesund!

00:31:50: Ciao.

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