Die Sirene des Körpers - Folge 94 - Schmerz
Shownotes
Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com
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00:00:05: Die Sirene des Körpers, der Podcast der Deine Sinne schärft und ich lehrt auf Deinen Körper zu hören.
00:00:10: Hallo und herzlich willkommen einen wunderschönen Sonntagmorgen!
00:00:22: In der letzten Folge haben wir uns mit etwas beschäftigt das wir ständig spüren und trotzdem kaum bewusst wahrnehmen – Temperatur.
00:00:29: Wir haben uns gefragt, warum wir frieren?
00:00:30: Warum wir schwitzen und weshalb unser Körper seine Temperatur ständig verändert obwohl wir davon meistens gar nichts mitbekommen.
00:00:36: Dabei haben wir gesehen dass unsere Körpertemperatur kein fester Wert ist.
00:00:40: die verändert sich im lauf des tages reagiert auf Bewegung Schlafumgebungen und Krankheit und wird dabei von einem faszinierenden Zusammenspiel aus Haut Nervensystem Gehirn Blutgefäßen und Stoffwechsel reguliert.
00:00:52: Wir haben entdeckt warum wir bei kälte Zittern weshalb Schweiß erst durch Verdunstung wirklich kühlt Fieber.
00:00:59: So anders anfühlen kann als eine... Wir haben entdeckt, warum wir bei Kälte zittern, weshalb Schweiß erst durch Verdunstung wirklich kühlt und warum sich Fiebers so anders anfüllen können als eine Überhitzung.
00:01:10: Aber Temperatur ist nicht nur eine Zahl Sie ist auch Wahrnehmungen.
00:01:14: Am Ende ging es um einen größeren Gedanken.
00:01:16: Unser Körper versucht nicht für immer in einem perfekten Zustand zu bleiben.
00:01:20: Er verändert sich, er reagiert, er passt sich an Und immer wieder sucht er ein neues Gleichgewicht.
00:01:25: Leben bedeutet auch Sich immer wieder neu einzupendeln.
00:01:34: Du stößt dir den kleinen C. Nur ganz kurz, dein Fuß kracht gegen die Tischkante und für einen Augenblick scheint alles andere zu verschwinden Das Gespräch das du gerade geführt hast Die Musik im Hintergrund der Gedanke mit dem du gerade beschäftigt warst.
00:01:48: Plötzlich gibt es nur noch diesen einen Punkt Aua!
00:01:51: Du hältst den Fuß fest, ziehst vielleicht scharf die Luft ein Und wartest darauf dass dieses stechende Gefühl wieder nachlässt.
00:01:57: Der Stoß selbst hat vielleicht nur eine Sekunden Bauchteil gedauert aber der Schmerz bleibt und er hat etwas Erstaunliches getan.
00:02:04: Er hat deine gesamte Aufmerksamkeit verschoben.
00:02:08: oder denkt an eine heiße Herdplatte, du berührst sie nur ganz kurz.
00:02:11: Deine Hand ist vielleicht schon wieder weg bevor du überhaupt bewusst darüber nachdenken kannst.
00:02:15: Dein Körper reagiert schneller als du eine bewusste Entscheidung treffen könntest.
00:02:19: oder du wachst nachts auf nicht wegen eines Geräusches und nicht wegen einem Albtraum sondern weil irgendwo in deinem Körper etwas weh tut ein bochender Zahn ein stechender Rücken einen Druck im Bauch.
00:02:30: Du legst im Dunkeln und plötzlich wird dieser Schmerz zum Mittelpunkt deiner Welt.
00:02:33: Du denkst nicht mehr an morgen, nicht an eine Tuduliste, nicht die Nachricht, die du vorhin bekommen hast!
00:02:39: Du denkste nur noch was ist das?
00:02:42: Und wie bekomme ich es
00:02:43: weg?!
00:02:44: Genau darin liegt einer der faszinierendsten Eigenschaften von Schmerzen.
00:02:47: Er kann deine Aufmerksamkeit regelrecht entführen.
00:02:50: Ein Reiz aus einem kleinen Bereich deines Körpers kann plötzlich deinen gesamten inneren Raum besitzen.
00:02:55: Aber warum ist das so?
00:02:57: Warum kann ein vergleichsweise kleiner körperlicher Reiz eine so große Erfahrung auslösen und warum kann einen Mensch bei einer schweren Verletzung zunächst erstaunlich wenig Schmerz empfinden, während eine scheinbar kleine Verletzung an den anderen Menschen völlig überwältigt.
00:03:13: Um das zu verstehen müssen wir zunächst eine Unterscheidung treffen die für die gesamte Folge entscheidend ist.
00:03:18: Schmerz und Verletzung sind nicht dasselbe, das wissen wir!
00:03:21: Und auch Schmerzen und die nervliche Verarbeitung eines potenziell schädlichen Reizes sind nicht identisch.
00:03:27: In der Schmerzworschung wird für die Verarbeitungs solcher potenziellen schädlichem Reize der Begriff Nozizeption verwendet – dabei registrieren spezialisierte Nervenzellen sogenannte Noziceptoren beispielsweise extremmechanische, thermische oder chemische Reize.
00:03:43: Die dabei entstehenden Signale werden über Nervenbahnen zum Rückenmark und weiter in verschiedene Bereiche des Gehirns geleitet.
00:03:49: Aber dieses Signal ist noch nicht automatisch das bewusste Erleben von Schmerz, der Nervensystem funktioniert nicht wie ein einfaches Stromkabel dass eine Verletzungsnachricht vom Finger ins Gehirn überträgt und dort einen Schmerzkopf einschaltet.
00:04:01: Die eingehenden Informationen werden verarbeitet, miteinander verknüpft und in einen Zusammenhang gestellt.
00:04:07: Dabei spielen unter anderem frühere Erfahrungen Aufmerksamkeit, Erwartungen, Emotionen und die aktuelle Situation eine Rolle.
00:04:13: Das bedeutet nicht, dass Schmerz eingebildet wäre.
00:04:16: Im Gegenteil, Schmerzen ist eine reale Erfahrung mit einer komplexen neurobiologischen Grundlage.
00:04:21: Aber er ist eben nicht einfach ein direktes Abbild dessen was in deinem Gewebe passiert.
00:04:25: Dein Gehirn erzeugt ihr bewusste Schmerzerfahrung aus vielen Informationen die es gleichzeitig verarbeitet.
00:04:32: Stell dir wieder die Herdplatte vor.
00:04:33: Deine Hand berührt die heiße Oberfläche.
00:04:35: Notizeptoren reagieren auf diese extreme Temperatur und leiten Signale weiter.
00:04:40: Gleichzeitig sorgen schnelle Schutzreflexe dafür, dass deine Hand zurückgezogen werden kann noch bevor du den gesamten Vorgang bewusst analysiert hast.
00:04:48: Erst danach wird dir möglicherweise richtig bewusst – das war heiß!
00:04:51: Das hat weh getan.
00:04:52: ich habe mich verbrannt und genau hier beginnt die eigentlich Geschichte des Schmerzes.
00:04:57: Dein Körper liefert Informationen über eine mögliche Bedrohung, dein Nervensystem verarbeitet sie, dein Gehirn bewertet die Situation und daraus entsteht eine Erfahrung, die deinen Verhalten verändern
00:05:07: kann.".
00:05:08: Schmerz hat deshalb zunächst eine wichtige Schutzfunktion.
00:05:10: Er soll dich nicht einfach quälen, er soll deine Aufmerksamkeit auf etwas lenken das für deinen Körper relevant sein könnte.
00:05:16: Wenn du dir den Fuß verletzt hast sollst du nicht einfach weiterlaufen als wäre nichts passiert.
00:05:21: wenn du dich verbrennst solltest du die Hand zurückziehen.
00:05:23: wenn ein Zahn massiv schmerzt solltest Du diese Signale nicht einfach dauerhaft ignorieren.
00:05:28: Schmerz unterbricht dein normales Verhalten und genau das macht ihn so mächtig.
00:05:33: Du kannst mitten in einem wichtigen Gespräch seinen plötzlich Zahnschmerzen bekommen, du kannst einen perfekten Tag geplant haben und plötzlich meldet sich deinen Rücken.
00:05:40: Du kannst gerade einschlafen und plötzlich zieht ein Schmerzt durch deinen Körper.
00:05:44: Der Schmerze fragt nicht ob es gerade passt.
00:05:46: er kommt nicht nach Terminplan Und wenn er stark genug ist verändert er nicht nur dass was du fühlst.
00:05:51: Er verändert was in diesem Moment für dich wichtig ist.
00:05:54: vielleicht ist genau das seine eigentliche Macht.
00:05:57: Schmerz kann aus einer Information eine Priorität machen.
00:06:00: Aus etwas, das eben noch irgendwo im Hintergrund deines Körpers passiert ist wird plötzlich etwas, dass deine gesamte Aufmerksamkeit beansprucht.
00:06:07: Und jetzt wird es noch interessanter.
00:06:09: Wenn Schmerz nicht einfach die direkte Messung einer Verletzung ist, warum fühlt sich derselbe körperliche Reiz in unterschiedlichen Situationen so unterschiedlich an?
00:06:18: Warum kann Angst einen Schmerzzerstärkung?
00:06:21: Warum können Ablenkungen ihn manchmal in den Hintergrund treten lassen?
00:06:24: Warum könnten Menschen in extremen Situationen zunächst kaum Schmerzen wahrnehmen und später wenn die Gefahr vorbei ist plötzlich sehr starke Schmerze bekommen?
00:06:32: Die Antwort führt uns mitten hinein das eigentliche Zentrum der Schmerzerfahrung Gehirn.
00:06:38: Denn Schmerz entsteht nicht einfach dort, wo es weh tut.
00:06:40: Es entsteht aus der Verarbeitung dessen was dein Nervensystem über deinen Körper deine Umgebung und die mögliche Bedrohung wahrnimmt.
00:06:47: Und genau dort wird schmerz plötzlich viel größer als die Verletzung selbst.
00:07:00: Wenn du dir den Fingerschneides scheint Die Sache eindeutig, Gewebe ist verletzt, Nerven registrieren den Reiz.
00:07:05: Du empfindest Schmerzen.
00:07:07: Ursache und Empfindungen scheinen direkt zusammen zu gehören.
00:07:10: Aber genau hier beginnt eine der wichtigsten Erkenntnisse der Schmerzforschung.
00:07:14: Die Stärke eines Schmerzes lässt sich nicht einfach aus dem Ausmaß seiner Verletzung ablesen.
00:07:20: Dein Körper besitzt keine Schmerzskala, auf der ein bestimmter Gewebeschaden automatisch eine bestimmte Schmerzzärke erzeugt.
00:07:27: Nutzeceptoren reagieren auf potenziell schädliche mechanische thermische oder chemische Reize.
00:07:33: Bei einer Verletzung verändert sich außerdem die Bedingung im Gewebe und bestimmte Botenstoffe können die Nerven empfindlicher machen.
00:07:39: Die Signale laufen über Nervenfasern zum Rückenmark und weiter ins Gehirn Aber sie werden dabei nicht einfach wie eine Nachricht von A nach B transportiert.
00:07:48: Schon im Rückenmark können Signale verstärkt oder gehemmt werden.
00:07:52: Im Gehirn werden die Informationen schließlich in einen größeren Zusammenhang eingeordnet, wo befindet sich der Reiz?
00:07:58: Wie stark ist er?
00:07:59: Was könnte gerade passieren?
00:08:01: Ist die Situation gefährlich?
00:08:03: Welche Erfahrung gibt es bereits?
00:08:06: Das bedeutet das Gehirnen empfängt nicht einfach eine fertige Schmerzmeldung.
00:08:10: Es verarbeitet die Information über den Körper und die Situation Und daraus entsteht die bewusste Schmerzerfahrung.
00:08:17: Deshalb können zwei Menschen mit einer ähnlichen Verletzung völlig unterschiedliche Schmerzen erleben.
00:08:23: Und noch erstaunlicher, es gibt Situationen in denen Menschen trotz schwerer Verletzungen zunächst erstaundlich wenig Schmerz empfinden.
00:08:28: In einer akuten Gefahrensituation können Stressreaktionen die Schmerzwerkarbeitung vorübergehend beeinflussen.
00:08:34: Erst wenn die unmittelbare Bedrohung vorbei ist, kann der Schmerz deutlich hervortreten.
00:08:40: Umgekehrt können Menschen starke Schmerzen erleben, obwohl sich keine entsprechend große aktuelle Gewebeschädigung feststellen lässt – das bedeutet nicht dass der Scherz eingebildet ist, es ist real!
00:08:52: Nur seine Ursache liegt nicht immer in einer aktuell sichtbaren Verletzung.
00:08:56: Besonders bei lang anhaltenden Schmerze kann sich die Verarbeitung im Nervensystem verändern….
00:09:01: Reizte, die normalerweise kaum oder gar nicht schmerzen würden können plötzlich Beschwerden auslösen oder deutlich stärker empfunden werden.
00:09:09: Und damit müssen wir unser einfaches Bild von Schmerz verändern!
00:09:12: Ein kleiner Schnitt kann höllisch brennen.
00:09:14: eine schwere Verletzung kannst zunächst erstaunlich wenig Schmerzen und Schmerze können bestehen bleiben obwohl das ursprüngliche Gewebe längst verhaltest.
00:09:21: Nicht weil der Körper uns täuscht sondern weil Schmerzt keine direkte Messung von Gewebeschaden ist.
00:09:27: Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur wie stark ist mein Gewebe verletzt, sondern auch wie verarbeitet mein Nervensystem gerade die Information aus meinem Körper.
00:09:35: Und damit kommen wir zu einer noch faszinierenderen Frage Wenn das Nerven-System Schmerz verstärken kann Kann es ihn auch abschwächen?
00:09:44: Genau hier beginnt die nächste Ebene der Schmerzerfahrung.
00:09:55: Stell dir vor du hast ein Unfall Du verletst dich vielleicht blutest du sogar Aber in diesem Moment spürst du erstaunlich wenig funktioniert, du rennst vielleicht noch.
00:10:03: Du hilfst jemanden.
00:10:04: erst Minuten später als die Situation vorbei ist bemerkst du plötzlich wie stark dein Körper eigentlich verletzt ist.
00:10:09: was es passiert?
00:10:11: Dein Gehirn hat den Schmerz nicht einfach vergessen.
00:10:13: in einer akuten Gefahrensituation verändert sich die Verarbeitung von Schmerzen.
00:10:17: Stress und körpereigene Schmerzhemmung können dazu beitragen, dass schmerzvorübergehend weniger stark wahrgenommen wird.
00:10:23: Deine Aufmerksamkeit richtet sich auf das was gerade wichtiger ist – über Leben, Reagieren, Handeln!
00:10:28: Und genau das zeigt wie flexibel das Schmerzzystem arbeitet.
00:10:32: Signale werden nicht nur weitergeleitet sie werden fortlaufend gefiltert verstärkt oder abgeschwächt.
00:10:37: dabei spielen Aufmerksamkeit Erwartungen Frühere Erfahrungen und die Einschätzung einer Situation eine Rolle.
00:10:44: Wenn du dich beispielsweise auf einen Schmerz konzentrierst und gleichzeitig Angst hast, dass etwas Schlimmes passiert, kann die Schmerzerfahrung intensiver werden.
00:10:52: Fühlst du dich dagegen sicher?
00:10:54: Bist stark abgelenkt oder erwartest eine Situation als weniger bedrohlich?
00:10:57: Kann der selbst anders verarbeitet werden?
00:11:01: Das bedeutet nicht, dass du dir Schmerzen einredest.
00:11:03: Es bedeutet das Schmerz immer in einem Nervensystem entsteht, das Informationen bewertet und miteinander verknüpft.
00:11:10: Deshalb kann Angstschmerzen verstärken, Sicherheit kann sie abschwächen, Erwartung kann die Wahrnehmung verändern und eine frühere schmerzhafte Erfahrung kann beeinflussen wie dein Nervenystem einen ähnlichen Reiz später verarbeitet.
00:11:24: Schmerze ist also kein einfacher Schalter.
00:11:27: Er ist eher ein Regelkreis, in dem ständig Informationen darüber zusammenkommen was gerade im Körper passiert und wie bedeutsam oder gefährlich diese Situation für dich sein könnte.
00:11:36: Und vielleicht erklärt genau das diesen merkwürdigen Moment nach einem Unfall du hast dich verletzt aber der Schmerz wartet gewissermaßen bis dein Gehirn wieder Raum dafür hat.
00:11:46: er war nicht unbedingt nicht da.
00:11:48: Dein System hatte gerade etwas anderes zu tun und sobald die Gefahr vorbei ist kann das was vorhin im Hintergrund stand plötzlich mit voller Wucht Vordergrund treten.
00:11:57: Damit wird Schmerz noch persönlicher, denn jetzt geht es nicht mehr nur darum was in deinem Körper passiert sondern darum was dein Gehirn daraus macht.
00:12:12: Am Anfang kann schmerz etwas sehr sinnvolles tun Du verletzt deinen Fuß und hörst auf zu laufen Dein Rückenschmerz und du bewegst dich vorsichtiger Deine Hand tut weh Und du benutzt die.
00:12:22: weniger Schmerze verändert dein Verhalten damit dein Körper Zeit und Raum für Schutz und Heilung bekommt.
00:12:28: Aber was passiert wenn der Schmerzen nicht wieder verschwindet?
00:12:30: Dann verändert sich oft nicht nur dein Empfinden, sondern auch dein gesamtes körperliches Verhalten.
00:12:35: Du spanst Muskeln an um eine schmerzhafte Bewegung zu vermeiden.
00:12:38: Du nimmst eine Schonhaltung ein und du bewegst dich weniger.
00:12:41: vielleicht schläfst du schlechter weil du nachts immer wieder aufwachst und schlechter Schlaf wiederum kann Erschöpfung und Schmerzempfindlichkeit verstärken.
00:12:49: So kann ein Kreislauf entstehen.
00:12:50: Schmerz führt zur Anspannung und Schonung, Anspanungen und schlechter Schlafbelast den Körper zusätzlich – der Körper wird empfindlicher und der Schmerzen bekommt noch mehr Raum.
00:12:59: Dabei gewöhnt sich dein Körper nicht einfach an den Schmerznahmen.
00:13:02: bei anhaltenden Beschwerden können sich vielmehr die Verarbeitung und Empfindlichkeit des Nervensystems verändern.
00:13:08: Schmärze kann dadurch länger bestehen bleiben oder auf Reize reagieren, die früher kaum Beschwerde ausgelöst haben Und irgendwann passiert etwas Entscheidendes.
00:13:16: Der Schmerz ist nicht mehr nur eine Warnung vor einer Verletzung, er selbst wird zu einer Belastung für den Körper.
00:13:23: Dann geht es nicht mehr darum das etwas wehtut.
00:13:26: Es geht darum dass Schlafbewegungen Energie und Alltag langsam um diesen Schmerzen herum organisiert werden.
00:13:33: Genau an diesem Punkt beginnt der Schmerze in die nächste Ebene vorzudringen.
00:13:38: Was macht er mit einem Gefühl von Kontrolle?
00:13:41: Irgendwann verändert sich die Frage.
00:13:42: Am Anfang fragst du, wo tut es weh?
00:13:44: Später vielleicht warum passiert mir das?
00:13:46: Denn Schmerz bedroht nicht nur deinen Körper Er bedrohte auch dein Gefühl von Kontrolle.
00:13:51: Du kannst plötzlich Dinge nicht mehr tun Die für dich selbstverständlich waren Sport Arbeiten schlafen Reisen Vielleicht sogar einfach nur einen normalen Tag erleben.
00:13:59: Und dann kommen Gedanken wie ich Kann nicht mehr Warum gerade ich?
00:14:03: Ich war doch vorher anders.
00:14:05: Das Ego möchte verstehen, was passiert?
00:14:07: Es sucht nach einer Ursache einem Schuldigen eine Erklärung weil Erklärungen das Gefühl geben können wieder Kontrolle zu haben.
00:14:14: Doch genau hier kann Schmerz emotional schwerer werden Denn jetzt tut nicht mehr nur der Körper weh Auch deine Vorstellung davon wie dein Leben sein sollte Gerät unter Druck.
00:14:23: Der Schmerze wird zur einer Geschichte.
00:14:25: Was bedeutet das für mich?
00:14:26: und je mehr sich diese Geschichte um den Schmerzen dreht desto mehr Raum bekommt er.
00:14:31: Vielleicht ist das einer der schwierigsten Momente, wenn aus sich habe Schmerzen langsam.
00:14:34: ich kann wegen meiner Schmerz nicht mehr so leben wird.
00:14:37: Denn dann beginnt der Schmerze nicht nur deinen Körper zu beeinflussen er beginnt dein Selbstbild zu berühren.
00:14:51: Es gibt einen Moment in dem sich etwas verändert Nicht unbedingt im Körper sondern in der Sprache mit der du über dich selbst denkst.
00:14:57: Am Anfang sagst Du Ich hab schmerzen Doch Wenn der Schmelz bleibt kann daraus irgendwann werden.
00:15:02: Ich bin ein Mensch Mit Schmercen Und dieser kleine Unterschied ist größer als erklingt, denn plötzlich geht es nicht mehr nur darum was dein Körper gerade erlebt.
00:15:10: Der Schmerz beginnt deine Entscheidungen zu beeinflussen.
00:15:13: du planst anders Du sagst Dinge ab!
00:15:15: Du vermeidest Bewegung!
00:15:17: Du traust deinem Körper weniger.
00:15:19: Vielleicht fragst du dich bei jeder neuen Empfindung sofort Was stimmt jetzt schon wieder nicht?
00:15:24: So kann der schmerz immer mehr Lebensbereiche besetzen und irgendwann besteht die Gefahr dass du dich selbst vor allem durch deine Einschränkungen wahrnimmst.
00:15:32: Das ist besonders bei chronischen Schmerzen belastend nicht nur, weil etwas weh tut sondern weil sich das Verhältnis zum eigenen Körper verändern kann.
00:15:40: Der Körper der einmal selbstverständlich funktioniert hat wird plötzlich zu etwas dem du misst raus.
00:15:45: und genau hier liegt eine wichtige Grenze.
00:15:48: Du bist nicht dein Schmerz, du hast eine Erfahrung gemacht.
00:15:51: Vielleicht eine sehr schwere vielleicht eine die dein Leben verändert hat.
00:15:54: aber eine Erfahrung ist nicht automatisch deine Identität.
00:15:57: der schmerz darf teil deiner geschichte sein ohne die ganze geschichte zu werden.
00:16:02: und vielleicht beginnt genau dort einer andere form von freiheit wenn du wieder unterscheiden kannst zwischen dem was du erlebst und dem wer du bist.
00:16:10: denn Der Schmerz kann deinen Körper beeinflussen, er kann deinen Alltag verändern aber er muss nicht entscheiden wer du bist.
00:16:18: Und ich kann mir schon vorstellen dass der ein oder andere jetzt sagt ja Du hast gut reden!
00:16:21: Aber nein ich habe nicht gut reden denn?
00:16:24: Ich hab auch gerade eine etwas langwierige Geschichte mit der ich mich gerade auseinandersetzen muss... Ein Reiz an der Halswirbelsäule der sich über den Nacken bis zur Schulter und bis tief in den Arm und in den Rücken zieht.
00:16:37: Und jetzt kommen wir zu einer Ebene, die oft missverstanden wird kann denken.
00:16:40: Schmerz verändern ja aber nicht weil du dir schmerzen einfach wegdenken kannst.
00:16:45: deine Gedanken sind Teil des Systems das Schmerzer arbeitet.
00:16:48: Aufmerksamkeit Erwartung Angst und die Bedeutung die Du einem körperlichen Signal gibst können beeinflussen wie dieses signal erlebt wird.
00:16:56: Wenn Du beispielsweise erwartest dass eine Bewegung gleich höllisch weh tun wird beobachtest Du Dein Körper oft besonders genau.
00:17:02: Jede kleine Veränderung wird wichtig.
00:17:04: Die Aufmerksamkeit richtet sich auf den Schmerz und Angst kann diesen Fokus noch verstärken.
00:17:09: Das funktioniert auch in die andere Richtung, wenn du dich sicher fühlst und dein Nervensystem keine unmittelbare Bedrohungen erwartet, kann ein Reiz anders verarbeitet werden.
00:17:17: Genau hier zeigen sich auch Platzsebo-und Notseboeffekt.
00:17:21: Die Erwartung das etwas hilft oder schadet, kann messbare Veränderungen der Schmerzwahrarbeitung begleiten.
00:17:27: Das bedeutet nicht dass wir Schmerzen eingebildet sind, es bedeutet Teil der biologischen Verarbeitung sein kann.
00:17:34: Und Stress spielt dabei ebenfalls eine Rolle.
00:17:36: Ein Körper, der ständig auf Alarm steht verarbeitet Signale nicht unbedingt genauso wie ein Körper, kann beeinflussen, wie dein Nervensystem ihn verarbeitet.
00:17:54: Der Schmerz entsteht also nicht nur aus dem was im Körper passiert.
00:17:57: auch Aufmerksamkeit Erwartung und Bedeutung können daran mitwirken wie stark er dich erreicht.
00:18:02: Und damit wird eine Frage besonders spannend Was passiert wenn dieser Schmerzen nicht nur bleibt sondern der Nerven System sich dauerhaft an ihnen anpasst?
00:18:18: Akuter Schmerze hat eine klare Aufgabe Warnen schützen handeln Auslösen.
00:18:24: Aber was passiert, wenn die Warnung nicht mehr verstummt?
00:18:26: Eine Verletzung kann längst verhalten sein.
00:18:28: Die Wunde geschlossen der Knochen wieder stabil und trotzdem bleibt der Schmerz.
00:18:32: Nicht weil der Mensch sich etwas einbildet.
00:18:33: Der schmerz ist real.
00:18:35: Bei anhaltenden Schmerzen kann sich das Nervensystem verändern.
00:18:38: Signalwege können empfindlicher werden und die Verarbeitung von Reizen kann sich verschieben.
00:18:42: man spricht unter anderem von Sensibilisierung.
00:18:45: Das bedeutet nicht dass jeder chronische Schmerze allein dadurch erklärt werden kann Aber es zeigt wie aus einem ursprünglich sinnvollen Schutzsystem ein dauerhaft belastendes System werden kann.
00:18:56: Das erschreckende daran, das Wahnsignal kann bleiben obwohl die ursprünliche Gefahr längst vorbei ist – der Körper sagt weiterhin Achtung etwas stimmt nicht!
00:19:04: Obwohl das Gewebe vielleicht längst wieder verheilt ist.
00:19:08: und genau hier wird Schmerz zu etwas anderem als einer einfachen Warnung.
00:19:13: Er wird selbst zum Problem.
00:19:15: Denn wenn das Alarmsystem dauerhaft aktiv bleibt, kann irgendwann die entscheidende Frage nicht mehr lauten was ist verletzt sondern warum hält mein Nervensystem die Gefahr noch aufrecht?
00:19:24: Und damit sind wir an einem Punkt angekommen an dem Schmerz nicht nur den Körper betrifft.
00:19:28: er beginnt ein ganzes Leben zu verändern.
00:19:31: Vielleicht ist es die falsche Frage Warum tut es weh?
00:19:34: Vielleicht müssen wir manchmal genauer hinsehen, der Körper fragt was passiert gerade?
00:19:37: Das Ego fragt.
00:19:38: Was bedeutet das für mich?
00:19:40: und dass selbst fragt, was macht das mit meinem Bild von mir?
00:19:44: Und der Geist beginnt daraus eine Geschichte zu machen.
00:19:46: Schmerz kann warnen er kann schützen Er kann unsere Aufmerksamkeit erzwingen aber nicht jeder schmerz bedeutet dasselbe und Nicht jeder schmärts verschwindet nur weil wir achtsamer mit uns umgehen.
00:19:56: vielleicht liegt die entscheidende Frage deshalb woanders?
00:19:58: leide ich nur unter dem schmerzen oder auch unter den was ich über ihn denke.
00:20:03: Denn zwischen einem Schmerzsignal und dem, was daraus in unserem Leben entsteht, liegt ein ganzer Mensch!
00:20:08: Und genau dort beginnt die letzte Frage dieser Folge.
00:20:12: Schmerzt beginnt vielleicht im Körper aber manchmal bleibt er dort nicht.
00:20:15: Er kann deine Aufmerksamkeit verändern, deine Gedanken, deine Entscheidungen... ...Er kann dein Verhältnis zu deinem Körper verändern und irgendwann sogar dein Bild von dir selbst.
00:20:23: Doch vielleicht muss das nicht das Ende der Geschichte sein, denn Schmerz ist eine Erfahrung.
00:20:27: Eine Intensive einer Reale manchmal eine die dich verändert.
00:20:30: Aber eine Erfahrung ist nicht dein ganzes Leben und vielleicht ist genau das der Gedanke den du aus dieser Folge mitnehmen kannst.
00:20:37: Schmerzt sagt schau hierhin aber vielleicht isst ihr eigentliche Frage nicht nur was wehtut sondern was geschieht mit dir wenn Du den Schmerzzahr nimmst?
00:20:44: Und vielleicht beginnt genau dort etwas dass größer ist als der Schmerzebst.
00:20:50: Ich finde es total interessant, sich mit dem Schmerz auseinanderzusetzen und damit sind wir für heute auch schon wieder am Ende.
00:20:56: Vielen Dank, dass du dir wieder Zeit genommen hast zuzuhören!
00:20:59: Und wenn du Fragen, Anregungen, Feedback-Inweise, Tipps oder Themenwünsche hast, gerne dann die Mailadresse in den Show notes.
00:21:04: Bis zur nächsten Woche lasst es dir gut gehen und bleibe wahrnehmungsfähig.
00:21:07: Diese Ehne des Körpers der Podcast ja deine Sinne schärft und dich leert auf deinen Körper zu hören.
00:21:11: Bleib gesund, ciao.
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