Die Sirene des Körpers - Folge 95 - Durst

Shownotes

Pierre Bohn - Personal Trainer Medical Fitness, Mental Health Coach, Ernährungsberater Website: www.medical-fit.com

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00:00:04: Hallo und herzlich willkommen einen wunderschönen Sonntagmorgen.

00:00:07: Die Sirene des Körpers, der Podcast, die deine Sinne schärft und dich lehrt auf deinen Körper zu hören – schön dass du wieder dabei bist!

00:00:21: In der letzten Folge ging es um ein Signal das jeder kennt und das doch weit mehr ist als eine Verletzung… Schmerz.

00:00:27: Wir haben gesehen, dass Schmerzen im Nervensystem entsteht von weit mehr beeinflusst wird als vom Gewebe-Schaden selbst.

00:00:33: Aufmerksamkeit, Erwartungen, Erfahrungen, Stress und Sicherheit können verändern wie wir ihn erleben.

00:00:39: Wir haben betrachtet was passiert wenn aus einem sinnvollen Warnsignal ein dauerhaftes Problem wird und warum Schmerz auch dann real sein kann wenn die ursprüngliche Verletzung längst freil ist.

00:00:49: Und wir haben die vier Ebenen betrachtet.

00:00:51: Körper, Ego selbst und Geist – was passiert?

00:00:53: Was bedeutet es für mich, was macht das mit meinem Selbstbild und welche Geschichte entsteht daraus?

00:00:58: Denn Schmerz kann den Körper verändern, den Alltag bestimmen und sogar die eigene Identität berühren.

00:01:03: Aber...schmerz ist eine Erfahrung nicht deine Identität!

00:01:06: Und vielleicht bleibt am Ende nur eine Frage…was mache ich aus dem, was weh tut?

00:01:18: Du kommst nach einem langen Spazierung nach Hause Deine Kehle is trocken, du öffnest den Kühlschrank, nimmst eine Flasche Wasser und trinkst der erste Schluck.

00:01:27: Es ist nur Wasser und trotzdem kann sich dieser eine Schluck plötzlich wie eine kleine Erlösung anfühlen.

00:01:33: Die Kühle im Mund, das Gefühl wie die Flüssigkeit durch die Kähle läuft.

00:01:36: und für einen Moment scheint dein ganzer Körper zu sagen genau das habe ich gebraucht.

00:01:42: aber warum eigentlich?

00:01:43: Warum fühlt sich Wasser manchmal so unmittelbar gut an und warum kann allein der Gedankern einen kalten Schluck bereits dieses Verlangen auslösen?

00:01:51: Die erste Überraschung Durst beginnt nicht erst dann, wenn dein Körper massiv Wasser fehlt.

00:01:57: Dein Körper erkennt Veränderungen seiner Flüssigkeitsballons frühzeitig lange bevor du sie unbedingt bewusst bemerkst.

00:02:04: Durst ist deshalb nicht einfach ein trockener Mund, durst ist ein Signal.

00:02:07: und dieses Signal erzählt eine erstaunliche Geschichte darüber wie dein Körper seine innere Balance bewacht.

00:02:21: Wasser liegt nicht einfach irgendwo in deinem Körper, es verteilt sich auf verschiedene Flüssigkeitsräume innerhalb und außerhalb deiner Zellen.

00:02:27: Und genau dort überwacht dein Körper ständig ob dieses Verhältnis noch stimmt.

00:02:32: Schon kleine Veränderungen der Konzentration gelöster Stoffe können registriert werden.

00:02:36: dafür spielen Osmorezeptoren eine zentrale Rolle.

00:02:40: Sie sitzen unter anderem im Bereich des Hypotalamus und reagieren darauf.

00:02:43: wenn die Körperflüssigkeit konzentrierter wird dann beginnt die Gegenregulation.

00:02:48: Der Hypothalamus aktiviert das Durstsystem und gleichzeitig wird vasopressin, auch ADH genannt ausgeschüttet.

00:02:56: Dieses Hormon hilft den Nieren dabei Wasser zurückzuhalten.

00:02:59: Das Faszinierende daran dein Körper wartet nicht erst darauf dass du völlig ausgetrocknet bist er reagiert bereits auf Veränderungen der inneren Balance.

00:03:08: Durst ist deshalb kein simples Signal aus deiner Mund es ist die Warnleuchte eines Systems das deine Wasservalance ständig überwacht.

00:03:16: Wir verbinden Durst automatisch mit einem trockenen Mund, aber der Mund ist nicht der eigentliche Entscheider.

00:03:21: Mundrachen und Speichel liefern zwar wichtige Signale doch dein Gehirn verarbeitet gleichzeitig Informationen darüber was gerade in deinem Körper passiert.

00:03:29: Und dann wird es faszinierend!

00:03:30: Du trinkst einen Schluck Wasser.

00:03:32: Das Wasser ist noch gar nicht vollständig aufgenommen und trotzdem lässt der Durst oft schon nach.

00:03:37: Warum?

00:03:38: Weil dein Körper bereits auf den Schluckvorgang reagiert, Signale aus Mund- und Rachenmelden Flüssigkeit kommt.

00:03:44: Dein Gehirn verarbeitet diese Information sofort und kann das Durstgefühl herunter regeln, noch bevor das Wasser im Blut angekommen ist.

00:03:54: Du hast wartet nicht einfach darauf, dass Wasser im Körper ankommt.

00:03:57: Dein Gehirn denkt voraus und genau deshalb ist Du erst mehr als ein Gefühl im Mund.

00:04:03: Er isst einen Dialog zwischen dem was dein Körper braucht und dem was gerade passiert.

00:04:15: Und jetzt wird es intensiver, denn bei Durst fehlt nicht einfach nur Wasser.

00:04:19: Auch das Verhältnis zwischen Wasser und gelösten Teilchen verändert sich.

00:04:22: Natrium spielt dabei eine zentrale Rolle.

00:04:25: Wird die Flüssigkeit außerhalb deiner Zellen konzentriert kann Wasser aus den Zellen herauswandern.

00:04:30: Für Nervenzellen und andere Körperfunktionen verändert sich damit ihre innere Umgebung... ...und ein Körper reagiert!

00:04:36: Er verstärkt das Durstgefühl, erschüttert mehr ADH aus, die Nieren halten mehr Wasser zurück.

00:04:42: Mehrere Systeme greifen ineinander, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.

00:04:46: Das Entscheidende daran – dein Körper will nicht einfach mehr Wasser!

00:04:50: Er will seine innere Welt stabil halten.

00:04:53: Denn schon kleine Verschiebungen können Folgen haben.

00:04:55: Du hast es deshalb keinen Wunsch nach einem Getränk sondern ein Teil der Notfallsteuerung deines Körpers.

00:05:09: Jetzt kommt die körperliche Grenze Hitzesport Fieber Durchfall oder Erbrechen oder einfach zu lange ohne Wasser.

00:05:15: Am Anfang versucht der Körper noch den Mangel auszugleichen, die Nieren halten mehr Wasser zurück.

00:05:20: Der Urin wird dunkler und konzentrierter, dein Körper spart wo er kann.

00:05:23: Doch wenn der Flüssigkeitsverlust weitergeht, wird es ernster.

00:05:28: Das Blutvolumen kann abnehmen, der Kreislauf wird belastet das Herz muss stärker arbeiten Die Herzfrequenz kann steigen und der Blutdruck kann sich verändern.

00:05:36: Gleichzeitig sinkt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

00:05:40: Du wirst müde bekommst möglicherweise Kopfschmerzen oder fühlst dich schwach.

00:05:44: Schwindel kann auftreten, bei stärkerem Flüssigkeitsmangel kann sogar die Orientierung beeinträchtigt sein.

00:05:49: Und plötzlich merkst du – Du es ist nicht mehr einfach unangenehm!

00:05:53: Es verändert wie du dich fühlst, wie du funktionierst.

00:05:57: Der Körper beginnt was er zu sparen und andere Prozesse anzupassen um das zu schützen was jetzt wichtiger ist Die Aufrechterhaltung des Kreislaufs und der lebenswichtigen Funktionen.

00:06:06: Das Faszinierende ist du musst nicht erst völlig dehydriert sein damit dein Körper reagiert.

00:06:11: Er versucht lange vorher gegenzusteuern Aber irgendwann reichen diese Mechanismen nicht mehr aus, dann wird das einem Signal ein dringender Auftrag.

00:06:19: Denn wenn Wasser fehlt kann dein Körper nicht einfach weitermachen als wäre nichts passiert.

00:06:24: Wenn du Durst hast ist es eigentlich schon zu spät.

00:06:28: Du sitzt im Büro und du hast Durst aber du arbeitest weiter noch eine E-Mail noch ein Telefon nahe noch schnell etwas erledigen oder du bist unterwegs und denkst ich trink später.

00:06:36: Der Körper meldet ein Bedürfnis.

00:06:38: Doch dein Kopf sagt jetzt nicht und genau hier wird es interessant, denn dein Körper kennt keine Termine, keine Deadline, keine Tubulisten – er meldet einfach Wasser fehlt!

00:06:47: Aber dein Kopf kann dieses Signal übergehen weil gerade etwas anderes wichtiger erscheint.

00:06:51: Nicht nur beim Durst auch bei Müdigkeit, Hunger, Anspannung, Erschöpfung dem Bedürfen nach einer Pause.

00:06:57: Wir nehmen die Signale unseres Körpers wahr und entscheiden uns trotzdem immer wieder zu ignorieren.

00:07:02: Wir funktionieren weiter, wir verschieben das Bedürfnis.

00:07:05: Später nachher noch schnell das hier und irgendwann merken wir gar nicht mehr wie oft wir unseren Körper auf später vertrösten.

00:07:14: doch ein Körper den du ständig überhörst wird irgendwann lauter!

00:07:35: Wir planen unseren Tag und erwarten, dass unser Körper sich daran hält.

00:07:40: Doch Du hast erinnert uns an etwas das wir im Alltag leicht vergessen – wir sind keine Maschinen, wir sind biologische Wesen!

00:07:47: Du kannst beschließen jetzt nichts zu trinken….

00:07:50: du kannst sagen ….

00:07:51: ich habe gerade keine Zeit….

00:07:53: aber du kannst deinem Körper nicht befehlen kein Wasser zu brauchen.. du kannst Hunger verdrängen, Müdigkeit übergehen, Erschöpfung ignorieren... für eine gewisse Zeit funktioniert das sogar.

00:08:04: Und genau das erzeugt die Illusion, wir hätten alles unter Kontrolle.

00:08:10: Doch dein Körper führt seine eigenen Prozesse weiter.

00:08:13: Er reguliert, ergleicht aus Er spart, erwarnt und irgendwann wird aus einem leisen Signal ein deutliches.

00:08:22: Du kannst deinen Körper ignorieren aber du kannst ihn nicht überstimmen!

00:08:29: Und jetzt wird es besonders spannend.

00:08:30: Warum bekommst du plötzlich Durst wenn du an Wasser denkst?

00:08:34: Warum kann ein eiskaltes Getränk nach einem langen Lauf so verlockend wirken?

00:08:39: Und warum fühlt sich derselbe Schluck Wasser manchmal völlig anders an, je nachdem wo du bist und was Du gerade erlebt hast.

00:08:47: Weil Du hast nicht nur davon abhängt wie viel Wasser in Deinem Körper fehlt.

00:08:51: auch Dein Gehirn bewertet die Situation.

00:08:53: Was sehe ich?

00:08:55: Was erwarte Ich?

00:08:56: Was steht mir zur Verfügung?

00:08:58: Was habe ich damit verbunden?

00:08:59: Stell dir vor, du kommst an einem heißen Tag nach Hause.

00:09:02: Du öffnest den Kühlschrank und siehst eine kalte Flasche Wasser.

00:09:06: Noch bevor du trinkst verändert sich etwas.

00:09:09: Du stellst dir den ersten Schluck vor.

00:09:10: die Kälte das Gefühl im Mund Das Wasser was deine trockene Kehle hinunterläuft.

00:09:15: diese Erwartung ist nicht nur ein Gedanke.

00:09:18: Dein Gehirn nutzt solche Informationen um vorher zu sagen was gleich passiert.

00:09:22: Der Anblick der Geruch der Geschmack Und der Schluck selbst liefern dabei ständig neue Rückmeldung.

00:09:29: Deshalb kann Durst stärker werden, wenn Wasser sichtbar und erreichbar ist – und manchmal erstaunlich schnell nachlassen, sobald du trinkst!

00:09:37: Auch Erfahrungen spielen eine Rolle.

00:09:39: Wenn Du nach dem Sport gelernt hast, dass ein bestimmtes Getränk besonders erfrischend wirkt, kann allein der Gedanke daran ein starkes Verlang auslösen.

00:09:48: Kein einfacher Messwert wie eine Tankanzeige.

00:09:52: Dein Gehirn interpretiert, bewertet und erwartet – das zeigt etwas Grundsätzliches!

00:09:57: Dein Körper arbeitet nicht isoliert.

00:09:59: Deine Erfahrungen, deine Aufmerksamkeit und deine Erwartungen greifen in deine körperliche Wahrnehmung ein.

00:10:05: Der Geist steht also nicht außerhalb deines Körpers und beobachtet ihn, er sitzt mitten im Regelkreis und kann mitbestimmen, wie du deinen Körper

00:10:13: erlebst.".

00:10:22: Und hier wird es persönlich, denn nicht jeder Mensch erlebt Durst gleich deutlich.

00:10:26: Manche trinken kaum obwohl ihr Körper längst Flüssigkeit braucht.

00:10:29: andere trinken ständig aus Gewohnheit weil es dazugehört oder weil sie glauben besonders viel trinken zu müssen und manchmal wissen wir überhaupt nicht genau was wir gerade spüren.

00:10:39: ist es Durst?

00:10:41: Oder ein trockener Mund Müdigkeit Unruhe Konzentrationsprobleme Oder einfach das Bedürfnis nach einem bestimmten Geschmack oder einem vertrauten Trinkritual.

00:10:52: Die entscheidende Frage ist deshalb nicht wie viel muss ich trinken, sondern wie fühlt sich Durst bei mir eigentlich an?

00:11:00: Denn Körpersignale sind nicht immer laut und eindeutig.

00:11:04: Manchmal sind sie nur ein leichtes Gefühl im Mund – ein trockener Hals, einen Moment von Unruhe oder das merkwürdige Gefühl dass etwas fehlt.

00:11:13: Je besser wir diese Signale kennen desto eher können wir unterscheiden was unser Körper tatsächlich braucht.

00:11:19: Durst wird damit zu mehr als eine Frage der Flüssigkeit.

00:11:23: Er wird zur einer Frage der Körperwahrnehmung.

00:11:27: Durst ist eines der einfachsten und zugleich grundlegendsten Signale deines Körpers, bevor du deinen Tag planst, bevor Du Entscheidungen triffst, Bevor Du über irgendetwas nachdenkst – da ist dieser einfache biologische Impuls ich brauche Wasser!

00:11:43: Der Körper diskutiert nicht darüber, er erklärt sich nicht, ermeldet.

00:11:48: Ein Signal entsteht, du nimmst es wahr.

00:11:50: Du reagierst und dein Körper kann wieder ins Gleichgewicht finden.

00:11:54: Vielleicht müssen wir deshalb gar nicht lernen unseren Körper noch besser zu kontrollieren.

00:11:58: vielleicht müssen wir lernen ihn früher zu hören denn zwischen all den Gedanken Terminen und Anforderungen gibt es etwas das ständig mit uns spricht Nicht in Worten sondern über Durst Hunger Müdigkeit Spannung Und Erschöpfung.

00:12:14: Wir müssen nicht jedes Signal analysieren.

00:12:16: Wir müssen nur aufhören, jedes Signal zu übergehen Denn dein Körper wartet nicht darauf dass du Zeit hast.

00:12:23: erlebt jetzt und vielleicht ist das eine ganz wichtige Botschaft Hör hin, solange dein Körper noch leise spricht Und heute ganz bewusst mal eine kurze Folge und vielleicht höße sie dir einfach zweimal an.

00:12:39: Und damit sind wir für heute schon wieder am Ende, vielen Dank dass du dir heute wieder Zeit genommen hast!

00:12:43: Wenn du Anregungen, Feedback-, Hinweise-Tipps fragen oder Themenwünsche hast, gerne an die Mailadresse in den Show notes.

00:12:51: bis zur nächsten Woche.

00:12:52: Lass es dir gut gehen trink viel bleib wahrnehmungsfähig.

00:12:55: Die Sirene des Körpers der Podcast er deine Sinne schärft und ich lehr's auf deinen Körper zu halten.

00:13:01: Bleibt gesund, ciao.

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